So weiden Sie Ihr Pferd im Frühjahr richtig an

Nach den ersten verlockenden Sonnenstrahlen in der vergangenen Woche können es die meisten Pferdefreunde kaum noch erwarten, ihren großen Liebling wieder auf die Weide zu bringen. Dabei ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Nicht, weil das Pferd etwa mit dem Temperaturwechsel von Stall zur Weide nicht klar käme. Vielmehr spielt der Futterwechsel bei der Gesundheit des Pferdes eine große Rolle. Seit dem Herbst haben viele Pferde auf das Weidegras verzichtet und stattdessen Heu oder Heulage bekommen. Dadurch haben sich im Darm Zellulose zersetzende Bakterien vermehrt, damit die aus Heu und Stroh verwertbaren Bestandteile zerlegt werden konnten. Nun muss der Verdauungstrakt auf das neue Nahrungsangebot komplett umgestellt werden.

Welche Risiken bestehen beim Anweiden im Frühjahr?

Gestern noch Heu, heute schon Gras: Was mancher Pferdefreund für seinen Vierbeiner als echte Bereicherung nach dem Winterspeiseplan betrachtet, stellt ein erhebliches Risiko dar: Das frische Gras hat einen hohen Anteil an Kohlehydraten, die das Pferd im Dünndarm verarbeiten muss. Werden diese nun in großer Menge über das Fressen von Gras aufgenommen, landen diese teilweise unverdaut im Dickdarm. Der Verdauungsapparat ist noch nicht bereit für eine solche radikale Nahrungsumstellung. Im Dickdarm hingegen herrscht durch die Winterfütterung noch eine ganz andere Verdauung. Hier werden die Bakterien, die die Zellulose aufschließen, von Milchsäurebakterien verdrängt. Diese Milchsäurebakterien vermehren sich in der Umgebung der schlecht verdauten Kohlehydrate. Die Bakterien, die für die Verdauung von Zellulose verantwortlich sind, gehen zugrunde, es entstehen Endotoxine. Diese gelangen in den Blutkreislauf des Pferdes und führen dort zu gesundheitlichen Schäden. Die häufigsten Folgen dieser falschen Fütterung sind Kolik, Durchfall und Hufrehe.

Wie schnell kann es zu Erkrankungen durch falsches oder zu schnelles Anweiden kommen?

Wenn man mal betrachtet, in welcher Geschwindigkeit ein Pferd locker ein paar Kilo Gras vertilgt, dann liegt es auf der Hand: Diese radikale Futterumstellung kann innerhalb weniger Tage zu Erkrankungen führen. Ein ausgewachsenes Pferd frisst mal eben in einer Stunde fünf bis sechs Kilo Gras. Daher ist es sinnvoll, Pferde zu Beginn der Weidezeit erst einmal mit Heu satt zu füttern, damit sie nicht direkt die ganze Wiese in Angriff nehmen. So kann sich der Magen langsam auf das Weidefutter umstellen, da es nicht in zu großen Mengen aufgenommen wird.

Wie können Pferd richtig angeweidet werden?

Da Pferde auf der Weide viel Gras aufnehmen, ist die Fütterung im Vorfeld schon von Bedeutung. Daneben sollte das Pferd nicht von einen auf den anderen Tag ganztägig auf die Weide gebracht werden, sondern immer schrittweise. Zu Beginn reichen 20 Minuten Weidegang, dann geht es wieder ab in den Stall. Diese Weidezeit sollte täglich um 15 bis 20 Minuten verlängert werden, in der dritten Woche aufgeteilt auf etwa gleichlange Phasen am Vormittag und am Nachmittag. So wird dem Verdauungsapparat auch Zeit gegeben, sich auf die Ernährung mit Gras langsam umzustellen. Nach ungefähr vier Wochen sollte bei gesunden Pferden der Futterwechsel vollzogen sein.

Stellen Sie dabei fest, dass Ihr Pferd an Durchfall leidet, müssen Sie einen Gang zurückschalten und vermehrt Heu zur Fütterung verwenden. Dabei muss die Weidezeit vor allem in der Wachstumsphase an das jeweilige Pferd angepasst werden. Wichtig ist zudem, die Nächte im Auge zu behalten: Sind diese frostig und der darauffolgende Tag sehr sonnig, ist die Konzentration an Fruktan im Gras sehr hoch. An solchen Tagen sollten die Pferde nur kurz auf die Weise, damit nicht zu viel Gras aufgenommen wird.

Das Wichtigste ist für Pferde ergänzend zur behutsamen Ernährungsumstellung ausreichend Bewegung. Wie bei uns Menschen verbrennt das Pferd beim Ausreiten Kalorien. Darüber hinaus kommt es beim Reiten auch nicht so schnell dazu, erneut zu fressen. Außerdem müssen Pferde, die bereits in der Vergangenheit Hufrehe hatten, noch langsamer an die Weidezeit  gewöhnt werden. Denken Sie immer daran, dass der abrupte Futterwechsel Krankheiten nach sich ziehen kann. Wenn Sie selber nicht täglich Umgang mit Ihrem Pferd haben, achten Sie unbedingt darauf, ob der Stallbesitzer sich verantwortungsvoll zeigt und die Pferde langsam auf die Weidezeit einstellt.

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Genießen Sie die Frühlingszeit mit Ihrem Hund

Hund auf Wiesevon Manfred Weiblen

Endlich naht der Frühling mit großen Schritten: Kalendarisch dauert es zwar noch eine Weile, aber mit den kräftigen Sonnenstrahlen seit dem Wochenende kommen wir so langsam aus unserer Winterlethargie und genießen die Zeit draußen in der Sonne. Mit dabei ist natürlich immer unserer vierbeiniger Liebling, eben der beste Freund des Menschen, unser Hund. Er freut sich auch über mehr Bewegung, Spiel und Wärme, wenn es nach draußen geht. Was müssen Sie beachten, damit Ihr Hund gut vom Winter in den Frühling kommt?

Der Fellwechsel steht an erster Stelle

Wärmere Temperaturen führen dazu, dass Hunde im Frühjahr einen Fellwechsel vornehmen. Ab mit der Winterwolle, damit der Hund sich bei Sonnenschein auch richtig wohlfühlen kann. Diese Phase dauert ca. sechs bis sieben Wochen. Sie können Ihren Hund dabei unterstützen, indem Sie zum Beispiel sein Fell regelmäßig bürsten. Damit wird nicht nur die Durchblutung angeregt und gefördert, sondern auch die nicht mehr benötigte Unterwolle entfernt. Beobachten Sie Ihren Hund in dieser Zeit genau: Dauert der Fellwechsel länger an, kann ein Nährstoffmangel vorliegen. Suchen Sie in diesem Fall Ihren Tierarzt auf und sprechen Sie mit ihm eine bedarfsgerechte Fütterung ab.

Frühjahrsmüdigkeit – nur ein Mythos oder Realität?

Wir Menschen schieben so manche Schlappheit in diesen Wochen auf die Frühjahrsmüdigkeit, bei Hunden kann dieses Phänomen durchaus auch auftreten. Der Grund dafür ist: Im Winter ist die Konzentration des schlaffördernden Hormones Melatonin im Körper des Hundes relativ hoch. Durch den Frühling wird die Ausschüttung dieses Hormons reduziert, gleichzeitig steigt die Produktion von Serotonin, dem sogenannten Glückshormon. Dieser Wechsel macht natürlich auch unserem Liebling zu schaffen. Er fühlt sich phasenweise einfach schlapp. Dagegen und auch gegen Ihre Frühjahrsmüdigkeit können Sie einiges bewirken: Machen Sie mit Ihrem Vierbeiner ausgedehnte Spaziergänge, damit der Kreislauf angeregt wird. Bei den momentanen Sonnenstrahlen können Sie die frische Luft so richtig genießen und Ihr Liebling hat seine Spaß beim Herumtollen.

Jetzt muss noch der Winterspeck herunter

Hunden geht es nach dem Winter nicht anders als uns. Sie haben teilweise mit dem Winterspeck zu kämpfen. Logisch, denn während der kalten Jahreszeit wird die Ernährung nicht an die seltener stattfindenden Spaziergänge angepasst. Das bedeutet: Der Hund nimmt die gleiche Menge Energie auf wie auch im Sommer, verbrennt davon aber weniger. Das führt zum Übergewicht. Die Folgen von Übergewicht sind bei Hunden nicht zu unterschätzen. In der Regel gehen damit Herz-Kreislauferkrankungen einher, es kommt zu Problemen mit den Gelenken und Diabetes kann auftreten. Wichtig ist jetzt, dass Ihr Hund von seinen Winterkilos herunterkommt oder die Ernährung angepasst wird, damit Ihr Liebling weiterhin gesund bleibt. Nutzen Sie einfach die sonnigen Phasen des Tages, um sich und Ihrem Hund etwas Gutes zu tun.

Pollen, Insektenstiche und Zeckenbisse – welche Risiken bringt der Frühling mit sich?

Leidet Ihr Hund an einem Juckreiz, knabbert und beißt er an seinen Pfoten oder am Körper, oder es sind Hautausschläge zu sehen? Dann leidet Ihr Hund möglicherweise an einer Pollenallergie, die dringend tierärztlich untersucht werden muss. Eine Pollenallergie kann neben den genannten Symptomen auch zum Anschwellen der Atemwegsschleimhäute führen, das wiederum zu Atemnot führt. Lassen Sie daher beim Verdacht auf eine Pollenallergie einen Bluttest oder eine Hautuntersuchung bei Ihrem Tierarzt durchführen. Unter Umständen ist dann eine Hyposensibilisierung notwendig, damit Ihr Hund besser durch die pollenreiche Jahreszeit kommt.

Achten Sie vor allem darauf, ob Ihr Hund Insekten jagt und diese versucht zu verschlucken. Ein Insektenstich im Rachenraum kann zum Anschwellen der Atemwege führen, was wiederum zu akuter Atemnot führt. Hier besteht unter Umständen Lebensgefahr. Erziehen Sie Ihren Hund besser von Anfang an dahin, dass er keine Insekten jagt, so ist das Risiko eines Stiches auch deutlich geringer. Jetzt bei den steigenden Temperaturen werden auch Zecken wieder aktiver. Sie halten sich in Unterhölzern, auf Wiesen, in der Nähe von Gewässern oder an anderen feuchten Plätzen auf und suchen sich ein Wirtstier. Der Biss einer Zecke löst in vielen Fällen schwere Krankheiten aus, da Zecken potentielle Krankheitsüberträger sind. Verwenden Sie daher antiparasitäre Mittel wie zum Beispiel Zeckenbänder und suchen Sie Ihren Hund nach dem Spaziergang gründlich nach Zecken ab. Diese müssen dann mit einer speziellen Zeckenzange schnellstmöglich entfernt werden.

Der Frühling lässt die Hormone so richtig purzeln und Ihr Hund wird den Wechsel zur warmen Jahreszeit genießen. Sie sorgen mit wenig Aufwand dafür, dass es Ihrem Liebling gut geht und er Ihnen noch so manches Jahr ein treuer und gesunder Begleiter ist.

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Wieviel kostet eigentlich ein Hund im Monat?

Hundewelpen

von Manfred Weiblen

Dass Hunde zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland gehören, steht sicherlich außer Frage. Sie versüßen uns den Alltag mit ihrer Treue, sind ständige Begleiter und sorgen nebenbei auch noch für genug Bewegung – selbst bei Wind und Wetter. Nebenbei sind Hunde auch tolle Spielgefährten für Kinder, wenn diese den richtigen Umgang miteinander beherrschen. Daher wird in vielen Familien die Anschaffung eines Hundes leidenschaftlich diskutiert. Kinder sind da eher Feuer und Flamme, während die Eltern noch das Für und Wider abwägen. Die Frage, die sich stellt: Wie viel muss eigentlich für den Hund im Monat oder im Jahr investiert werden?

Am Anfang steht die Anschaffung des Hundes

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Hund ins Haus zu holen: Viele Tierheime sind – gerade zur Urlaubszeit – voll mit ausgesetzten oder abgegebenen Hunden. Diese Tiere sind dankbar, wenn sie in eine neue Familie kommen. Allerdings beginnt auch hier bei schon älteren Hunden die Erziehung noch einmal von vorne und Fehler aus der vorherigen Haltung müssen behoben werden. Die meisten Tierheime geben die Hunde für ca. 150 bis 300 Euro ab – je nach Größe und Rasse des Hundes. Bei Kindern stehen vor allem Hundewelpen ganz hoch im Kurs. Die Anschaffung über einen Züchter schlägt natürlich höher zu Buche – Preise um die 600 Euro bis 800 Euro sind realistisch für einen gesunden Hund.

Körbchen, Spielzeug, Hundeleine und noch vieles mehr

Steht die Planung und der Hund kommt in Kürze ins Haus, müssen erst einmal viele Dinge beschafft werden. Das ist fast schon so, als wenn für das kommende Baby ein Kinderzimmer geplant wird. Der Hund benötigt ein Körbchen, eine Leine mit Halsband, Näpfe für Futter und Wasser, eine Transportbox für das Auto und noch vieles mehr. Diese Dinge müssen bei der Anschaffung des Hundes ebenfalls berücksichtigt werden. Solches Zubehör ist aber nicht eine auf Dauer einmalige Anschaffung, sondern wird im Laufe der Zeit bei Verschleiß natürlich ausgetauscht. Für die Erstanschaffung solcher Dinge sollten schon um die 100 bis 150 Euro einkalkuliert werden.

Wieviel Geld wird im Monat für Futter benötigt?

Das Futter des Hundes macht einen großen Teil der Kosten aus. Der Vierbeiner soll ja ausreichend und gesund ernährt werden. Die Futtermenge und die damit verbundenen Kosten hängen natürlich von der Größe des Hundes ab. Hunde bis zu einem Körpergewicht von bis zu 5 Kilo kommen mit 100 bis 150 Gramm Futter am Tag aus. Wiegt der Hund schon 50 Kilo, dann liegt die Futtermenge bei ca. 400 bis 450 Gramm täglich. Es macht natürlich viel aus, welches Futter gekauft wird: Hundefutter gibt es auch im Discounter, dass von der Qualität her nicht schlecht sein muss. Daneben gibt es natürlich auch hochwertiges Futter aus speziellen Fleischsorten im Fachhandel. Für kleine Hunde kommen da rund 5 bis 15 Euro zusammen, bei einem großen Hund mit einem Gewicht von 50 Kilo können das schnell 20 bis 70 Euro im Monat sein. Es hängt eben davon ab, ob der Liebling Dosenfutter vom Discounter bekommt oder Pferdefleisch aus dem Fachhandel. Je nach Alter, Wachstum und Gesundheitszustand können sich diese Kosten natürlich auch noch ändern.

Hundesteuer und Hundehaftpflichtversicherung

Zwei Posten, um die Hundehalter nicht herumkommen: Die Hundesteuer wird bei der Anmeldung in der jeweiligen Kommune fällig und ist jährlich zu zahlen. Die Kosten driften gewaltig auseinander, da die Hundesteuer eine kommunale Steuer ist und jede Stadt oder Gemeinde selber die Steuersätze festlegt. Kosten zwischen 30 und 180 Euro sind hier je nach Kommune zu berücksichtigen. Dagegen ist die Hundehaftpflichtversicherung schon wesentlich günstiger. Sie ist für deutlich unter 50 Euro im Jahr zu haben. Die Hundehaftpflicht ist nicht in jedem Bundesland eine Pflichtversicherung. Dennoch sollte sie für jeden Hund vorhanden sein, damit Herrchen und Frauchen finanzielle vor Schadensersatzforderungen geschützt sind.

Was kostet die Versorgung des Hundes beim Tierarzt?

Nicht nur kranke Hunde müssen zum Tierarzt, sondern auch gesunde Hunde sollten regelmäßig beim Hunde-Doc vorbeischauen. Es gilt, die jährlichen Impftermine wahrzunehmen oder einfach nur Routineuntersuchungen über sich ergehen zu lassen. Vorsorge ist nun einmal der beste Weg, um Krankheiten zu vermeiden oder frühzeitig zu erkennen. Dafür müssen rund 100 Euro bis 150 Euro im Jahr angesetzt werden. Wird der Hund krank oder muss er zum Beispiel wegen eines Unfalles operiert werden, schnellen diese Kosten deutlich in die Höhe. Daher ist für solche ungeplanten Ausgaben definitiv eine Hundekrankenversicherung oder eine Hundeoperationsversicherung zu empfehlen. Diese liegen je nach Gesellschaft und Hunderasse zwischen 20 Euro und 50 Euro im Monat, dafür besteht aber – abgesehen von einer dreimonatigen Wartezeit – umfassender Versicherungsschutz. Viele Hundefreunde scheuen nämlich den Gang zum Tierarzt, wenn hohe Kosten für eine Behandlung zu erwarten sind.

Wohin mit dem Hund im Urlaub?

War bislang der Urlaub unkompliziert in der Planung, gilt es nun, das neue Familienmitglied zu berücksichtigen. Entweder werden Pensionen, Hotels oder Ferienwohnungen gebucht, die Hunde mit aufnehmen oder der Liebling muss für diese Zeit in einer Hundepension betreut werden. Hier fallen die Kosten sehr unterschiedlich aus und schwanken je nach Hundepension zwischen 10 und 50 Euro am Tag. Dabei gilt: Teuer ist nicht zwangsläufig gut. Das Beste ist, Sie schauen sich mit Ihrem Hund  mal mehrere Hundepensionen in Ihrer Umgebung an. Wobei natürlich, die Lösung, den Hund in den Urlaub mitzunehmen, immer noch am besten ist. Der vierbeinige Liebling fühlt sich überall dort wohl, wo Sie sich aufhalten.

Wenn Sie mal alle Kosten grob überschlagen haben und dann zum Schluss kommen, dass alles in Ihr Budget passt, dann steht der Anschaffung eines Hundes sicherlich nichts im Wege. Denken Sie immer daran, dass der Hund mehr als zehn, zwölf Jahre bei Ihnen sein wird. Er ist ein vollwertiges Familienmitglied und für ihn fallen nun auch regelmäßig Kosten an. Darüber müssen Sie sich einfach bewusst sein, bevor der Liebling schon nach kurzer Zeit ins Tierheim abgegeben wird.

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Nach Unfällen in Köln und Bonn – sollen Pferde bei Karnevalsumzügen verboten werden?

Pferdvon Manfred Weiblen

Bereits vor dem Rosenmontagszug in Köln war die Diskussion groß, ob Pferde am Zug teilnehmen sollen. Tierschützer forderten vehement das Verbot, die Stadt Köln hat nach Berücksichtigung unter anderen medizinischer Aspekte der Teilnahme von rund 500 Pferden am Rosenmontagszug zugestimmt. Nun kam es in Köln und auch in Bonn zu Unfällen mit Pferden. Erneut schlagen Tierschützer Alarm und fordern die Abschaffung der Tradition, dass Pferde in Festzügen mit dabei sind. Ist das unbedingt notwendig?

Pferd beim Kölner Rosenmontagszug zusammengebrochen

Während des Zuges in Köln kam es zum Zusammenbruch eines Pferdes. Mitglieder der Bürgerwehr Nippes versuchten das Tier wieder auf die Beine zu bringen – allerdings ohne Erfolg. Eine Tierärztin versorgte das Pferd, gab ihm eine Beruhigungsspritze und schließlich konnte die Feuerwehr die Bergung des Pferdes vornehmen. Noch am Abend konnte Entwarnung gegeben werden: Das betroffene Pferd befand sich wieder in seinem Stall und hat den Vorfall ohne größere Blessuren überstanden.

Kutschenunfall in Bonn

Ebenfalls beim Rosenmontagszug gingen in Bonn zwei Pferde mit einer Kutsche durch. Dabei wurden mehrere Autos beschädigt und ein Pferd geriet unter ein parkendes Auto. Mittlerweile gibt es Hinweise darauf, dass wohl ein Unbekannter einem der Pferde einen Schlag versetzt hat, worauf dieses scheute. Die Polizei geht den Hinweisen nach. Durch die Tierrechtsorganisation PETA wird nun scharfe Kritik an den Veranstaltern geübt, die Forderung an Politik und Behörden lautet, Pferde künftig in Karnevalsumzügen zu untersagen.

Vorwürfe werden dementiert

Die Halterin des in Köln gestürzten Pferdes widerspricht der Darstellung der Tierschützer, dass die Tiere extrem unter Stress stehen oder sediert werden. Noch im Pferdeanhänger konnte die Stute, die auf dem nassen Asphalt ausgerutscht war, selbstständig wieder raufstehen. Vermutlich hätte sie das sogar auf der Straße geschafft, wenn man ihr Zeit gelassen hätte. Darüber hinaus wehrt sie sich gegen den Vorwurf, dass die Pferde gespritzt worden wären. Die Pferdehalterin gibt an, dass sie sich an die Verbote hält. Aus ihrem Stall waren insgesamt 14 Pferde beim Rosenmontagszug dabei, allen Tieren ging es nach Beendigung der Veranstaltung gut. Letztendlich werden die Pferde auf ein solches großes Ereignis lange vorbereitet: So wird zum Beispiel das Reiten in der Halle mit Musikbeschallung durchgeführt. Daneben kommen Pferde, die sich am Tage des Karnevalsumzuges nervös zeigen, gar nicht erst zum Einsatz.

Pferde werden für Traditionsveranstaltungen gehalten

Es sind überwiegend Kaltblüter und Friesen, die bei solchen Veranstaltungen wie Rosenmontag oder größeren Schützenfesten mit dabei sind. Für diese Zwecke werden sie gehalten. Käme es zu einem Verbot, dann wäre auch das Schicksal der Pferde besiegelt. Drastisch gesagt, so die Halterin der am Kölner Karneval beteiligten Pferde, würden sie im Kühlhaus enden, wenn sie nicht mehr bei Veranstaltungen eingesetzt werden dürften. Hier müssen sich Tierschützer klar eine Doppelmoral vorwerfen lassen.

Müssen Einzelfälle immer gleich zu Verboten führen?

Im Landtag selber bekommen die Pferdehalter Zuspruch vom tierschutzpolitischen Sprecher der Grünen, Martin-Sebastian Abel. Er vertritt die Meinung, dass Verboten wegen aufgetretener Einzelfälle nicht das Allheilmittel sind. Vielmehr liege es in der Verantwortung der Pferdehalter, dass sie sich um das Wohlergehen ihrer Pferde kümmern. Schließlich sei im Umkehrschluss in mehr als 99 Prozent alles gutgegangen. Immerhin waren rund 500 Pferde in Köln im Einsatz – eines davon stürzte. Also kein Grund zur Aufregung.

Wenn Tierschützer Verbote fordern, muss das auch konsequent erfolgen. Das lässt sich allerdings nicht einfach so umsetzen. Wird das Pferdeverbot wegen eines Unfalles gefordert, müssten Tierschützer im Umkehrschluss auch anderswo reagieren. Als im vergangenen Jahr nach einer Attacke auf ein Kind ein Rottweiler in Duisburg auf behördliche Anordnung eingeschläfert wurde, protestierten Tierschutzverbände lauthals gegen das Vorgehen. Konsequenter hätten sie wegen des einen Vorfalles eher die Abschaffung und Haltung aller Rottweiler verbieten müssen. Hier war in erster Linie ein Kind schwer verletzt worden und der Hund wurde von den Tierschützer in die Opferrolle gedrängt. Es ist also fragwürdig, wenn Tierschutzverbände oder auch PETA nach einzelnen Unfällen oder Vorfällen im Zusammenhang mit Tieren immer gleich die große Keule schwingen. Zudem haben sich in Köln direkt mehrere Menschen um das Pferd gekümmert. Wäre ein Mensch gestolpert, hätte kaum jemand davon Notiz genommen.

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Wie lange darf ein Hund eigentlich alleine bleiben?

Hundvon Manfred Weiblen

Hunde sind sehr anhängliche Tiere und betrachten uns Menschen als ihr Rudel. Es gibt für die munteren Vierbeiner nichts Schöneres, als mit uns herumzutoben, Gassi zu gehen oder einfach nur zu kuscheln. Wenn wir unseren Hund allein lassen, wird für ihn sein Rudel unvollständig. Er beginnt zu bellen, jaulen und heulen. Da werden Schuhe beknabbert oder auch mal der eine oder andere Türrahmen zerkratzt. Irgendwie müssen Hunde ja ihren zwischenzeitlichen Trennungsschmerz ausleben.

Warum haben Hunde Trennungsängste?

Nicht selten entwickeln Hunde Trennungsängste, wenn Herrchen oder Frauchen das Haus verlässt. Hunde fragen sich natürlich, was jetzt gerade passiert und warum ihr Herrchen nicht mehr da ist. Es ist also wichtig, bereits im Welpenalter den kleinen Vierbeiner daran zu gewöhnen, dass Herrchen und Frauchen nicht mal eben rund um die Uhr da sind. Schließlich können nur die wenigsten Hunde mit zur Arbeit genommen werden. Ein paar Stunden allein im Haus sind zwar hart, sind aber nicht zu vermeiden. Welpen müssen also lernen, in dieser Zeit allein klar zu kommen. Dabei ist es sinnvoll, Hundeschulen zu besuchen. Tipps von Fachleuten oder Gleichgesinnten helfen weiter, um die Erziehung in die richtigen Bahnen zu lenken. Schließlich kann nicht jedes Mal, wenn Herrchen oder Frauchen aus dem Haus gehen, ein Paar Schuhe dran glauben.

Was fordert Ihr Hund bei Ihrer Rückkehr?

Die Wiedersehensfreude ist, wenn es auch nur ein paar Stunden sind, bei Ihrem Vierbeiner natürlich groß. Nun braucht er die volle Aufmerksamkeit. Streicheln, Spielen und vor allem viel Bewegung. Egal, ob es draußen nun stürmt oder regnet, jetzt ist Bellos Zeit und die will er mit Ihnen auskosten. Denken Sie vor allem bei der Anschaffung eines Hundes daran, dass nach Feierabend nicht als Erstes die Zeitung im Sessel Ihr Programm sein wird, sondern eine Runde mit Ihrem Hund zu laufen. Übrigens: Es spielt natürlich auch eine große Rolle, wie alt Ihr Hund ist. Welpen sollten nach Möglichkeit überhaupt nicht alleine gelassen werden. Wenn Sie Kinder haben, würden Sie ein fünfjähriges Kind ja auch nicht allein zu Hause lassen. Im Alter von 5 bis 18 Monaten sollten Sie ihn daran gewöhnen, dass Sie mal phasenweise nicht erreichbar sind und diese Perioden auf zwei, drei, vier Stunden ausdehnen. Erwachsene Hunde können etwa vier Stunden allein zu Hause verbringen. Mehr Zeit ist natürlich möglich, macht Ihren Hund aber nicht glücklich.

Was kann Ihr Hund allein zu Hause machen, um die Zeit zu vertrieben?

Manchmal sind es schon ein paar Stunden, in denen der Hund zu Hause allein ist. Was nicht funktionieren wird, ist den Fernseher in dieser Zeit einzuschalten, damit der Vierbeiner beschäftigt ist. Hunde wollen nun einmal lieber spielen und sich beschäftigen. Zu allererst ist es wichtig, dass in dieser Phase des Alleinseins ausreichend Wasser zum Trinken zur Verfügung steht. Vor dem Abschied nochmal Gassi gehen ist ebenfalls sinnvoll, damit bei der Rückkehr nicht der Hausflur Pfützen aufweist und die Hauseingangstür zerkratzt ist. Interessant wird es für Ihren vierbeinigen Liebling, wenn er sich sein Futter auf spielerische Weise erarbeiten muss. Dafür eignen sich zum Beispiel Kong-Kugeln, die beliebig mit Futter vollgestopft werden können. Ihr Liebling kann daran herumnagen, bis das Futter durch die Rillen greifbar wird. Er wird also eine ganze Weile damit beschäftigt sein, das Futter aus diesem Naturkautschuk-Spielzeug herauszuholen.

Ab in den Garten mit dem Hund bei längerer Abwesenheit?

Natürlich bietet der Garten viel Raum für Beschäftigung. Allerdings gilt dabei immer: Ohne Aufsicht kann das zu einem Problem werden. Wer weiß schon, ob nicht auf dem Gehweg hinter der Hecke ein Artgenosse lauert, der sich lauthals streiten möchte. Dann geht es im wahrsten Sinne des Wortes ab durch die Hecke und das Theater ist groß. Womöglich rennt Ihr Hund dabei auf die Straße oder beißt den anderen Beller mal so richtig in den Nacken. In diesem Fall werden definitiv Schadenersatzforderungen auf Sie zukommen, für die Sie auch in unbegrenzter Höhe geradestehen müssen. Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für solche oder andere Schadensfälle hoffentlich vorhanden.

Hunde dürfen nicht im Auto verwahrt oder untergebracht werden!

Wenn Sie länger arbeiten müssen, können Sie aber nicht ihren Hund morgens mitnehmen, im Auto warten lassen und zwischendurch nach ihm sehen. Dafür hat bereits ein Hundehalter aus Baden-Württemberg sich eine Menge Ärger eingehandelt. Sogar das Verwaltungsgericht Stuttgart musste sich mit dem Fall beschäftigen. Diesem Hundehalter drohen 400 Euro Strafe für jeden Fall, in der der Hund während der Arbeitszeit im Auto eingesperrt ist.

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Gehören Pferde zu einem Karnevalsumzug?

Pferd Spritzevon Manfred Weiblen

Ab dem kommenden Wochenende erreicht die Karnevalszeit wieder ihren Höhenpunkt mit den Umzügen am Sonntag, Rosenmontag und am Veilchendienstag. Tausende Narren säumen die Straßen, wenn sich die großen Umzüge in Bewegung setzen und die Zugteilnehmer reichlich Kamelle verteilen. Bei vielen großen Umzügen sind auch Pferde mit dabei – entweder als Reittiere oder Zugtiere für Festwagen. Pferde gelten im Allgemeinen als sehr scheue Tiere. Inwieweit bedeutet der Karnevalszug für sie Stress? Müssen Pferde überhaupt beim Karnevalsumzug dabei sein?

Wie sieht der Tagesablauf für ein Pferd im Karneval aus?

Schon früh am Morgen werden die Pferde auf den Karnevalsumzug vorbereitet. Einer der größten im Lande ist zweifelsfrei der Kölner Rosenmontagszug. Hier sind viele Pferde mit im Zug dabei, die ihre als Soldaten und Husaren verkleideten Reiter auf dem Rücken haben. Daher werden die Tiere schon früh morgens gewaschen, frisiert und mit Gamaschen und Satteldecken ausgestattet. Danach erfolgt der Transport zu den jeweilige Vereinslokalen, wo die Reiter der einzelnen Karnevalsvereine schon warten. Am Severinstor gibt es ein kräftiges Frühstück für Ross und Reiter. Ab ca. zehn Uhr startet dann der Umzug. Zu allen Pferden gehört auch ein Läufer, der das Tier am Zügel hält und beruhigend einwirkt. Bis zum Einbruch der Dunkelheit dauert der Zug, dann werden die Pferde wieder in ihre Ställe gebracht.

Welche Gefahren drohen durch Pferde im Karnevalszug?

Der Karnevalsumzug ist verbunden mit jeder Menge Lärm, Musik und grölenden Menschen. Für Pferde ist es schon stressig, wenn die Menschen dicht an dicht den Straßenrand säumen und das Tier kaum noch sieht, wo freie Lücken sind. Da kann schon ein bisschen Unruhe aufkommen. Hinzu kommt, dass von den Wagen und von den Reitern Kamelle unters Volk geworfen werden, das heißt, vom Reiter gehen noch zusätzlich schnelle Bewegungen aus. Viele Menschen am Straßenrand sind sich aber auch nicht bewusst, welche Gefahren von einem Pferd ausgehen können. Sie bücken sich teilweise sogar zwischen den Hufen nach Bonbons oder anderen Gegenständen, die geworfen wurden. Ein Tritt mit dem Huf in einer solchen Situation kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.

Werden Pferden Beruhigungsmitteln gespritzt?

Durch das Tierschutzgesetz wird verboten, dass Pferden zur Beruhigung Medikamente gespritzt werden. Das hat zum Beispiel die Zugleitung in Köln auch in ihre Statuten mit aufgenommen. Im Jahr 2015 wurde bei Stichproben lediglich ein Verstoß festgestellt, der in einem Bußgeldverfahren mündete. Generell kann gesagt werden, dass die Pferde nicht sediert werden, damit sie während des Umzuges ruhig sind. Tierschutzverbände fordern schon seit langem, dass Pferde nicht bei Paraden oder Umzügen zu Karneval eingesetzt werden, da der Stressfaktor für die Tiere einfach zu hoch ist. Fachleute aus dem Bereich der Veterinärmedizin halten ein Verbot für unnötig. Wenn Pferde an den Trubel gewöhnt sind, spricht nichts gegen den Einsatz beim Karnevalsumzug. Im Wesentlichen werden beim Rosenmontagsumzug Kaltblüter eingesetzt, die vom Wesen her entspannter sind.

Trotz Proteste durch Tierschützer – beim Kölner Karnevalszug sind rund 500 Pferde vertreten

Der Beschwerdeausschuss der Stadt Köln hat im Januar 2017 der Teilnahme von Pferde im Zug zugestimmt. Zuvor wurden Tierschutzverbände und auch das Karnevalskomitee angehört. Das Ergebnis: In den letzten Jahren wurden die Bedingungen für Pferde immer weiter verbessert, Sedierungen werden so gut wie überhaupt nicht vorgenommen. Die Reiterkorps streiten die Vorwürfe der Tierschützer ab, die eingesetzten Pferde sind keine Neulinge, was die Teilnahme an Umzügen angeht und vom Wesen her sehr ruhige Tiere. Bereits seit drei Jahren werden schon Blutproben entnommen, um die teilnehmenden Pferde auf Beruhigungsmittel hin zu untersuchen. Im Jahr 2016 sind im Kölner Karnevalsumzug keine Pferde mitgelaufen. Das war aber nicht dem Protest der Tierschützer geschuldet, sondern lag am Sturm zu Rosenmontag. Wo vielerorts Umzüge abgesagt wurden, fand der Zug in Köln statt, allerdings ohne Pferde.

Müssen Pferde generell aus Umzügen verbannt werden?

Sicherlich kann man die Tatsache nicht leugnen, dass große Umzüge und Menschenmassen für Pferde Stress bedeuten. Auf der anderen Seite sind die Argumente von Veranstaltern und Festkomitees aber nicht von der Hand zu weisen, wenn sie dafür eigens trainierte Pferde einsetzen, die das Bild eines Umzuges – egal ob zu Karneval oder zu einem Schützenfest – abrunden. Es wäre schade, wenn im Namen des Tierschutzes Pferde vollständig aus der Öffentlichkeit bei solchen Festumzügen verbannt würden. Schließlich haben ja auch unabhängige Fachleute attestiert, dass die Pferde während des Umzuges nicht allzu sehr strapaziert werden.

 

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Wenn die Liebe zur Katze unerwartet teuer wird

Schlafende Katzevon Manfred Weiblen

Rund 13 Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten und es gibt viele Gründe, warum sich Tierfreunde einen Sofalöwen anschaffen. Kann man doch mit der Katze wunderbar schmusen und auch mal in den eigenen vier Wänden herumtollen. Der Stubentiger ist reinlich und muss nicht bei Wind und Wetter Gassi gehen. Angeschafft ist die Katze schnell – schließlich kosten Jungtiere gerade einmal 50 bis 100 Euro, also deutlich weniger als zum Beispiel ein Hundewelpe. Mit den Anschaffungskosten ist es aber nicht getan: Irgendwann werden die ersten Routinebesuche beim Tierarzt fällig. Die sind noch überschaubar und planbar. Was ist aber, wenn es den kleinen Vierbeiner mal so richtig erwischt und eine teure Operation ansteht? Dann gerät in vielen Fällen die finanzielle Planung aus den Fugen, so die Erfahrung vieler Tierärzte.

Nur wenige Katzenfreunde greifen auf die Katzenkrankenversicherung zurück

Was in einigen europäischen Ländern bereits häufig in Anspruch genommen wird, steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen: Das Thema Katzenkrankenversicherung ist hier noch nicht sehr weit verbreitet und bei vielen Katzenfreunden noch gänzlich unbekannt. Weniger als fünf Prozent aller Katzen in Deutschland sind mit der Kratzenkrankenversicherung abgesichert, so dass Herrchen und Frauchen im Falle eines Tierarztbesuches die Kosten für notwendige ambulante Behandlungen und auch Operationen erstattet bekommen. Erleidet die Katze einen Unfall und muss operiert werden, können mal schnell 1.000 Euro zusammenkommen. Das stellt viele Haustierfreunde zuerst einmal vor ein finanzielles Problem.

Wie teuer ist die Katzenkrankenversicherung?

Für eine fünf Jahre alte Katze können je nach Versicherer zwischen 20 Euro und 35 Euro im Monat für die Katzenkrankenversicherung anfallen. Das ist auf den ersten Blick natürlich eine Menge Geld. Für 25 Euro im Monat steht allerdings auch ein umfassender Versicherungsschutz dahinter. Auf das Jahr betrachtet kommen da 420 Euro zusammen, in zehn Jahren sind es schon 4.200 Euro. Wenn die Katze ihr Lebtag gesund bleibt, ist das auf der einen Seite vom finanziellen Aspekt ärgerlich, aber für die Katze das Beste, was ihr geschehen kann. Das ist auch einer der Gründe, warum Verbraucherschützer sehr kritisch mit dem Thema Katzenkrankenversicherung umgehen und zu einem Sparvertrag raten. Dieser wird allerdings von den Tierärzten wiederum sehr kritisch und als nutzlos betrachtet.

Sparplan contra Katzenkrankenversicherung?

Wer seine Katze liebt und für ihre Gesundheit nur das Beste will, der geht regelmäßig zum Tierarzt und zaudert auch nicht lange, wenn es dem Stubentiger mal schlecht geht. Allerdings spielen dabei finanzielle Belange auch eine wichtige Rolle. So eine unerwartete Tierarztrechnung muss ja auch bezahlt werden. Für Verbraucherschützer steht fest: Mit einem Sparvertrag ist der Absicherung genüge getan, es müsse nur genug und regelmäßig darauf eingezahlt werden. Als eine hohe Reserve setzt der Bund der Versicherten schon mehrere Tausend Euro an. Die müssen allerdings erst einmal angespart werden und stehen in den ersten Jahren so nicht zur Verfügung, wenn die Beiträge zur Katzenkrankenversicherung alternativ zum Sparen verwendet werden.

Tierärzte sehen den Sparvertrag für Katzen eher kritisch

Ein Sparvertrag erfordert erst einmal ein gutes Polster, mit dem unmittelbar nach der Anschaffung der Katze anfallende Tierarztkosten auch bezahlt werden können. Das gilt es erst einmal zu stemmen. Tierärzte stehen dem Tipp der Verbraucherschützer eher kritisch gegenüber. Ein Sparvertrag kann im Notfall schnell mal für andere Dinge geplündert werden. Da fällt eine teure Autoreparatur an oder die Waschmaschine ist kaputt. Für Menschen, die mit ihrem Einkommen gut haushalten müssen, ist in solchen Fällen nicht immer genug Spielraum.

Viele Tierfreunde investieren sicherlich schon monatlich hohe Beträge in den Unterhalt ihrer Katze. Davon fließt vieles in das Futter, Accessoires, Spielzeug oder Kuscheldecken und Körbchen. Für die medizinische Versorgung wird aber nicht gespart. Es ist daher besser, den Anteil der Kosten für Spielzeug oder andere Dinge zu reduzieren, damit genug Geld für eine vernünftige Absicherung übrig bleibt. Viele Tierärzte beklagen mittlerweile, dass Katzenfreunde oft nur sehr zögerlich in die Praxis kommen, wenn das Geld knapp ist. Das geht zu Lasten der Gesundheit der Katze. Ebenso häufig werden Tierärzte mit dem Problem konfrontiert, dass die Kosten zum Beispiel für eine Operation teilweise auf Raten bezahlt werden müssen. Das alles sind Gründe, die eigentlich für eine solide Absicherung sprechen – je jünger die Katze ist, desto günstiger fallen natürlich auch die Beiträge aus.

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Häufige Erkrankung bei Hunden – die Ohrentzündung

Kranker Hundvon Manfred Weiblen

Die Entzündung oder auch Infektion der Ohren ist eine Erkrankung, die bei Hunden häufiger auftreten kann. Vor allem Hunderassen mit hängenden Ohren oder einem stark behaarten Gehörgang sind davon betroffen. Sie stellen eine Ohrentzündung Ihres Hundes schnell fest, da Ihr Hund sich auffällig gegen den Juckreiz wehrt, der damit einhergeht. Er schüttelt häufig den Kopf und versucht, durch Kratzen sich des Problems zu entledigen. Unter Umständen führt das Jucken sogar dazu, dass Ihr Hund mit dem Kopf über den Boden reibt und so Linderung des Juckreizes erwirken möchte. Der Juckreiz trägt unter anderem auch dazu bei, dass Ihr Vierbeiner sich allgemein unwohl fühlt.

Wodurch wird die Infektion des Ohres hervorgerufen?

Wie bereits beschrieben sind Hunderassen mit großen und stark behaarten Ohren häufiger mal von einer Ohrenentzündung betroffen. Die schlecht belüfteten Ohren sind ein idealer Brutplatz für Erreger wie Parasiten, Bakterien oder Hefepilze. Dazu können sich dort auch Zecken einnisten. Verletzungen oder ein Tumor tragen dazu bei, dass das Ohr sich von innen entzündet und der Juckreiz dadurch ausgelöst wird. Daneben spielt auch eine übermäßige Produktion von Ohrschmalz eine Rolle. Neben den geschilderten Symptomen kann es bei der Entzündung je nach Ursache zu einem unangenehm riechenden Ausfluss kommen, der braun, schwarz oder gelblich erscheint. In der Regel ist die Ohrenentzündung keine eigenständige Erkrankung, sondern so gut wie immer die Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung. Daher ist es wichtig, bei den ersten Anzeichen den Tierarzt aufzusuchen, damit dieser nach der Ursache forschen und die Behandlung einleiten kann.

Welche Maßnahmen ergreift der Tierarzt zur Behandlung der Ohrinfektion?

Zunächst muss der Tierarzt Ihren Vierbeiner genau in Augenschein nehmen. Manchmal reichen die äußerlichen Symptome, um eine gesicherte Diagnose zu stellen. Zusätzlich wird eine Ohrenspiegelung vorgenommen, um möglichen Fremdkörpern im Ohr auf die Spur zu kommen. Die Entnahme von Proben aus dem Gehörgang dient dazu, mögliche Krankheitserreger unter dem Mikroskop sichtbar zu machen. Ist die Infektion im Ohr des Hundes hingegen chronisch, so kann der Tierarzt auch zur Röntgen-Untersuchung oder zum MRT greifen, um Hinweise auf Veränderungen im Mittelohr zu erhalten.

Wie erfolgt die Genesung bei der Ohrentzündung?

Grundsätzlich richtet sich die Behandlung nach der Ursache der Infektion. Handelt es sich dabei um bakterielle Ursachen, so wird der Tierarzt Antibiotika verschreiben. Sind hingegen Parasiten die Ursache, so verordnet der Tierarzt Antiparasitika. Daneben kann bei einer starken Entzündung des Ohres Kortison Linderung bewirken. Sind hingegen Fremdkörper die Ursache, werden sie vom Tierarzt entfernt. Unter Umständen ist eine Ohrspülung unter Teilnarkose oder Vollnarkose notwendig. Ist die Ursache hingegen ein Tumor, muss dieser operativ entfernt werden.

Wie können Sie die Ohrinfektion bei Ihrem Hund vermeiden?

Die Ohrentzündung lässt sich wie meisten Krankheiten auch nicht immer zu 100 Prozent vermeiden. Es gibt aber eine Vielzahl von Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um das Risiko deutlich zu mindern. Dazu gehört, dass Sie die Ohren Ihres Hundes regelmäßig, also mindestens zwei- bis dreimal in der Wochen genau überprüfen. Vor allem, wenn Ihr Hund ein Badefreund ist und sich gerne ich Bächen oder Seen tummelt. Hier können sich kleinste Fremdkörper im Ohr ablagern, die dann zu einer Entzündung beitragen. Für die Reinigung des Ohres gibt es mittlerweile spezielle Präparate, die Sie verwenden können. Nutzen Sie bei der Ohrreinigung kein Wattestäbchen, sondern besser ein weiches Tuch. Ein Ohrstäbchen kann durchaus zu einer leichten Verletzung im Ohr führen, die wiederum eine Entzündung begünstigt. Fragen Sie am besten auch Ihren Tierarzt, wie sie die Ohrreinigung vornehmen können. Ist das Innenohr Ihres Hundes zudem stark behaart, so können Sie die Haare regelmäßig entfernen lassen, zum Beispiel durch den Tierarzt oder auch beim Hundefriseur. Wichtig ist dabei nur, dass Sie nicht selber zur Schere oder Rasierer greifen, denn sonst besteht das Risiko, dass Sie Ihren Hund dabei versehentlich verletzen und damit auch wieder die Infektion begünstigen.

Denken Sie bitte daran, dass eine Ohrentzündung unbedingt tierärztlich behandelt werden muss, da diese in der Regel die Begleiterscheinung anderer Krankheiten ist. Diesen Erkrankungen, muss der Tierarzt natürlich auch nachgehen, damit Ihr vierbeiniger Liebling weiter gesund und munter bleibt und sich nicht herumquälen muss.

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Schnelle Hilfe für Haustiere im Notfall – der Tierrettungsdienst

Rettungswagenvon Manfred Weiblen

Jeder von uns kennt die Situation: Ein Unfall ist geschehen oder eine Erkrankung aufgetreten, die eine sofortige medizinische Versorgung notwendig macht. Die 112 wird angerufen und in der Regel ist in weniger als acht Minuten ein Rettungswagen vor Ort, um lebensrettende Maßnahmen vorzunehmen. Kurze Zeit später trifft der Notarzt ein, um die Stabilisierung des Patienten und den Transport ins Krankenhaus einzuleiten. Bei Haustieren ist es nicht mal eben möglich, den Notruf 112 zu tätigen. Allerdings gibt es in vielen Städten Tierrettungsdienste, die eine Erstversorgung und den Transport in eine Tierklinik vornehmen.

Wie funktioniert der Tierrettungsdienst?

Der Tierrettungsdienst ist natürlich anders organisiert als der normale Rettungsdienst. Der Tierrettungsdienst fällt nicht unter die hoheitlichen Aufgaben der Länder und wird in der Regel privat initiiert. Unternehmen, die einen Tierrettungsdienst gründen, kaufen ehemalige Rettungsdienstfahrzeuge gebraucht auf, um diese zum Zwecke der Tierrettung umzurüsten. Es gibt keine bundeseinheitliche Notrufnummer, sondern die Nummern der Tierrettungsdienste sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Wird der Notruf hier getätigt, setzen sich die Mitarbeiter des Tierrettungsdienstes mit ihrem Einsatzfahrzeug in Bewegung und fahren zum Ort des Geschehens. Das kann der häusliche Notfall genauso sein wie der Unfall im Wald. Tierrettungsdienste dürfen keine Sonderrechte nach §35 Straßenverkehrsordnung anwenden, deshalb dauert die Anfahrt auch mal etwas länger als beim normalen Rettungsdienst.

Ist der Tierrettungsdienst kostenlos?

Beim Tierrettungsdienst gilt: Es handelt sich um private Unternehmen, die auch kostendeckend arbeiten müssen. Daher bieten die Unternehmen entweder Jahresmitgliedschaften an oder stellen den Einsatz in Rechnung. Eine Abrechnung über eine eventuell vorhandene Tierkrankenversicherung ist noch nicht möglich. Dafür arbeiten die meisten Rettungsdienste schon recht professionell, teilweise ist sogar ein Tierarzt mit an Bord, der am Einsatzort mit den Erstmaßnahmen beginnen kann. Wer für den Notfall einen Tierrettungsdienst in der Hinterhand haben möchte, sollte sich im Internet über die einschlägigen Suchmaschinen über den Sitz des nächstgelegenen Rettungsdienstes informieren und die Nummer für den Notfall immer parat haben.

Warum macht die Versorgung oder der Transport durch den Tierrettungsdienst Sinn?

Unfälle mit Haustieren können sich jederzeit und an jedem Ort ereignen. Das ist bei Tieren nicht anders wie bei Menschen. Allerdings stellt ein Notfall in manchen Fällen eine echte logistische Herausforderung dar. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich der Hund im Haushalt eine Verletzung zugezogen hat und kein Auto vorhanden ist, mit dem man mal eben zum Tierarzt oder in die Tierklinik fahren kann. Ein Taxi rufen wäre vielleicht eine Lösung, allerdings wird nicht jeder Taxifahrer ein blutendes und verängstigtes Haustier in seinem Fahrzeug mitnehmen. Da ist es schon sinnvoller, wenn der Tierrettungsdienst direkt vor Ort eintrifft, die Erstversorgung übernimmt und dann den Transport in die Tierklinik einleitet. Das übrigens auch dann vor Vorteil, wenn Herrchen oder Frauchen sich mit ihrem Hund draußen – fernab vom Auto oder anderen Verkehrsmittel – befinden und ein Notfall eintritt. Zwar dauert die Anfahrt eines Tierrettungsdienstes länger, aber ist es immer noch besser, als zum Beispiel einen verletzten Hund wieder zum Auto tragen zu müssen.

Daneben ist ein betreuter Transport durchaus sinnvoll, wenn kein eigenes Auto und keine Begleitperson vorhanden ist, die entweder fährt oder das verletzte Tier betreut. Sie können zum Beispiel mit Ihrer Katze, die sich gerade eine Verletzung zugezogen hat, mal nicht ebenso zum Tierarzt fahren. Sie stehen selber unter Stress, lassen wohlmöglich Verkehrsvorschriften außer Acht und verursachen selber einen Unfall, weil Sie Ihren Liebling so schnell wie möglich zur Tierklinik fahren möchten. In der Regel bietet sich die Möglichkeit, beim Tierrettungsdienst mitzufahren. Von der Tierklinik – wenn alles erledigt ist – können Sie ja ganz entspannt wieder abgeholt werden.

Wie sind die Tierrettungsdienste ausgestattet?

Die meisten Tierrettungsdienste verfügen über Rettungswagen, die von Feuerwehren oder Rettungsdiensten ausgemustert wurden. Im Inneren sieht nichts danach auch, als wenn das Fahrzeug nur für die Rettung von Tieren zuständig ist. Der Tragentisch ist vorhanden, ebenso wie Beatmungsgeräte, Verbandsmaterial, Infusionen und Notfallmedikamente. Es wird alles unternommen, um den tierischen Patienten für den Transport zu stabilisieren, dafür ist nun mal auch eine umfangreiche Ausstattung sinnvoll. Das einzige, was so einen Tierrettungsdienst vom normalen Rettungsdienst unterscheidet – sie dürfen kein Blaulicht und kein Martinshorn verwenden. Wer also bei einer Erkrankung seines Haustieres oder sogar bei einem Unfall auf Hilfe angewiesen ist, für den kann ein solcher Tierrettungsdienst durchaus von Vorteil sein. Die Mitgliedschaft bieten viele dieser Vereine für weit weniger als 100 Euro im Jahr an. Ob diese Kosten wieder herausgeholt werden, ist kein Denken wert. Vielmehr ist wichtig, dass im Notfall schnellstmöglich Hilfe zur Verfügung steht, damit Hund, Katze und Co so schnell wie möglich tierärztlich versorgt werden.

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Privathaftpflicht: Wann sind Schäden durch Katzen in der Mietwohnung ausgeschlossen?

getigerte Katzevon Manfred Weiblen

13 Millionen Katzen in Deutschland: Damit schlägt der Stubentiger den Hund als häufigstes Haustier um Längen. Katzen sind zwar eigenwillig und machen ihr Herrchen oder Frauchen auch gerne mal zum Diener, aber sie können sich weitestgehend selber beschäftigen, müssen nicht Gassi gehen und können in vielen Haushalten rund um die Uhr ein- und ausgehen. Nicht selten halten sich Katzenfreunde mehrere Tiere, schließlich gibt es ja nichts Schöneres, als pausenlos mit den Sofalöwen zu schmusen und zu spielen. Eine übermäßige Katzenhaltung kann aber auch zu Problemen führen, wenn die Katzen sich allzu oft allein überlassen sind. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die gemietete Wohnung nach dem Auszug dem Vermieter übergeben wird und diese zahlreiche Schäden wegen übermäßiger Beanspruchung zu bemängeln hat.

Sind Katzen über die Privathaftpflicht abgesichert?

Katzenfreunde haben es zuweilen leichter als Hundeliebhaber: Sie müssen keine Steuern für ihre Lieblinge bezahlen und die Stubentiger benötigen auch keine separate Haftpflichtversicherung. Eine Privathaftpflicht ist aber schon wichtig, da hier Schäden durch Katzen mit eingeschlossen sind. Dazu gehören zum Beispiel auch Personenschäden, wenn eine Katze mal einem Besucher in den Finger beißt. Schäden an der Mietwohnung sind dann versichert, wenn in der Privathaftpflicht sogenannte  Mietsachschäden auch eingeschlossen sind. Aber Vorsicht: Die Privathaftpflicht leistet nicht, wenn die Katze dauerhaft etwas beschädigt und nach Jahren der Nutzung der Vermieter nun Schadensersatzansprüche stellt. Zerkaut eine einzelne Katze in einer einmaligen Aktion die Dichtung eines Fensterrahmens, fällt das hingegen unter den Schutz der Privathaftpflicht.

Großes Problem: Urinspuren in der Wohnung

Vor allem bei der Haltung mehrerer Katzen kann es naturgemäß zu Problemen kommen, insbesondere, wenn Herrchen und Frauchen nicht den ganzen Tag zu Hause sind und sich die Katzen häufig selbst überlassen sind. Kommt es hier zu Schäden, muss die Privathaftpflicht dafür nicht aufkommen. Das ist der Fall, wenn in einer Mietwohnung drei Katzen gehalten werden, die regelmäßig das Katzenklo ignoriert und damit dauerhaft den Parkettboden ruiniert haben. In dem konkreten Streitfall, der vom Oberlandesgericht Saarbrücken im Jahr 2013 verhandelt wurde, ging es um eine Schadensersatzforderung von mehreren tausend Euro. Der Vermieter musste nicht nur das Parkett entfernen, sondern auch noch die darunterliegende Betondecke abfräsen lassen, um die Spuren des Katzenruins zu beseitigen. Ihm stand der Schadensersatz zu, es war nur zu klären, ob die Privathaftpflicht der Mieterin für den Schaden eintritt. Das Oberlandesgericht Saarbrücken vertrat die Ansicht, dass die Privathaftpflicht nicht zahlen müsse. Es habe eine übermäßige Beanspruchung der Mietsache vorgelegen, was wiederum nach den Bedingungen der Privathaftpflicht ausgeschlossen ist. Die ehemalige Mieterin muss nun selber für den Schaden aufkommen.

Oberlandesgericht Hamm – kein Schutz bei Urinschäden durch Katzen aus der Privathaftpflicht

Ähnlich entschied auch um Jahr 2015 das Oberlandesgericht Hamm: Hier ging es konkret um eine Mieterin, die in ihrer Wohnung vier Katzen hielt. Wie in dem anderen Rechtsstreit musste auch hier der Vermieter nach Auszug der Mieterin feststellen, dass die Schäden durch die Haltung der Katzen immens waren. Immerhin 15.000 Euro Schadensersatz standen als Forderung im Raume. Das Problem auch hier: Katzenurin hat in allen Räumen zu erheblichen Schäden geführt, so dass der Vermieter rund 15.000 Euro investieren musste, um die Wohnung wieder mietfähig zu machen. Da die Privathaftpflicht auch hier nicht für den Schaden zahlte, ging der Rechtsstreit vor Gericht und wurde letztendlich vom Oberlandesgericht Hamm entschieden. Trotz der Zustimmung des Vermieters zur Katzenhaltung sei damit nicht verbunden, dass die Wohnung dabei ruiniert wird. Die Anzahl der Katzen war kein Thema in Gesprächen mit der Mieterin, lediglich die Haltung an sich hatte der Vermieter genehmigt. Das Gericht entschied, dass eine Haltung von vier Katzen in einer Mietwohnung eine übermäßige Beanspruchung darstelle. Somit musste auch hier die Privathaftpflicht, die von der ehemaligen Mieterin verklagt wurde, nicht zahlen.

Katzenhaltung in der Mietwohnung kann vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein

Wenn man mal die beiden Urteile zugrunde gelegt, geht da schon ein bestimmter Trend raus hervor. Die Haltung mehrerer Katzen in einer Mietwohnung kann zum Problem werden, wenn irgendwann die Schäden Überhand nehmen und der Vermieter Schadensersatz fordert. Nicht selten ist es ja so, dass teilweise drei, vier oder auch mehr Katzen in der Mietwohnung gehalten werden. Durch so viele Stubentiger sind Schäden auf Dauer als nicht auszuschließen und führen irgendwann dazu, dass es zu Schadensersatzansprüchen kommt – die wiederum nicht von der Privathaftpflicht gedeckt sind. Schließlich sind Mieter ja dazu verpflichtet, dass sie die Mietsache schonend behandeln. Wer also merkt, dass die Katzen nicht das Katzenklo nutzen, sondern irgendwo in der Wohnung ihr Geschäft verrichten, verliert also auch den Versicherungsschutz, wenn diese Schäden auf Dauer billigend hingenommen werden.

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