Ab in den Urlaub – wie kann Ihr Hund die Fahrt in die Ferien sicher genießen?

Abreisevon Manfred Weiblen

Ab Donnerstag beginnen in Bremen und in Niedersachsen die Sommerferien, in der Woche darauf folgen drei weitere Bundesländer. Die Urlaubskarawane rollt an und mit ihr viele Familien, die sich mit Kind und Kegel und natürlich dem Familienhund mit dem Auto auf dem Weg machen. Wie in jedem Jahr ist auf den Autobahnen stellenweise Chaos angesagt. Staus oder Unfälle tragen nicht unbedingt zu einer entspannten Fahrt bei. Vor allem der Hund im Auto kann dabei leicht in Stress geraten: Hitze ist dabei für völlig unverträglich. Wie gestalten Sie die Fahrt für Ihren Liebling angenehm und vor allem sicher?

Sicherheit geht vor – auch für Hunde

Es ist jeden Tag zu beobachten, dass Hunde mitunter im Auto unangeschnallt auf dem Beifahrersitz hocken und sich den Wind durch das geöffnete Seitenfenster um die Nase wehen lassen. Was im ersten Moment recht lässig aussieht, stellt aber ein hohes Risiko dar. Stellen Sie sich mal die folgende Situation vor: Sie machen mit dem voll beladenen Fahrzeug auf der Autobahn durch ein Ausweichmanöver einen Schlenker. Ihr Hund springt zu Ihnen nach vorne und behindert Sie beim Lenken oder Bremsen. Was wäre wohl die Folge in dieser Situation? Erst vor einigen Monaten hat sich eine junge Autofahrerin in Baden-Württemberg mit ihrem Auto überschlagen. Ihr Hund ist zu ihr auf den Fahrersitz gesprungen. Vor Schreck verriss sie das Lenkrad, dadurch kam es zu dem Unfall. Daher gilt grundsätzlich: Hunde müssen im Fahrzeug gesichert sein. Selbst wenn die Kinder noch so darauf beharren, unterwegs mit dem vierbeinigen Liebling zu spielen – die Sicherheit geht vor.

Nicht gesicherte Hunde sind ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung

Die Straßenverkehrsordnung sagt ganz deutlich, dass Ladung bei Vollbremsung oder Lenkmanövern nicht verrutschen oder umfallen darf. Da Hunde unter den Begriff der Ladung fallen, gilt für sie natürlich auch die Ladungssicherung. Wer sich jetzt als Tierfreund beschwert und den Hund nicht als Ladung, sondern als Fahrgast sieht, für den gilt dann eben die Anschnallpflicht. Das heißt konkret: Alles im Auto muss verzurrt sein. Personen, Ladung und auch Hunde. Ansonsten droht ein Bußgeld beim Verstoß gegen die Ladungssicherung in Höhe von mindestens 35 Euro.

Wo ist der Hund im Auto am sichersten aufgehoben?

Der sicherste Platz im Auto ist der Fußraum der Rückbank. Kleine Hunde und andere Haustiere können dort in einer Transportbox sicher untergebracht werden. Bei Bremsmanöver kann diese nur wenig Dynamik aufnehmen, da sie für gewöhnlich ja direkt an der Rückenlehne des Fahrersitzes anliegt. Die Hundebox auf der Rücksitzbank birgt einige Risiken. Nach verschiedenen Tests durch den ADAC hat sich gezeigt, dass diese unter Umständen bersten können. Im schlimmsten Fall fliegt der Hund dann bis zum Armaturenbrett durch. Ist der Hund größeren Kalibers, gehört die Box beim Kombi auf die Ladefläche – seitlich zur Fahrtrichtung. Diese muss so gesichert sein, dass sie nicht hin und her rutschen kann. Natürlich darf die Box dann nicht mit Koffern oder Taschen zugestellt werden – das wäre für den Hund nämlich sehr unangenehm.

Vorsicht bei der Verwendung von Hundegurten

Natürlich können Sie Ihren Hund auf der Fahrt mit einem Hundegurt sichern. So bekommt er unterwegs so einiges mit und ist trotzdem sicher untergebracht. Dabei gibt es Modelle, die sich mit dem Gurtsystem verbinden lassen oder ins Gurtschloss eingesteckt werden können. Dabei darf das Gurtsystem für den Hund aber nicht zu viel Spiel haben. Je knapper der Gurt ist, desto geringer fällt das Verletzungsrisiko aus. Vorsicht aber bei der Auswahl der Modelle: Minderwertige Gurtsysteme halten nicht, was sie eigentlich sollten. Vor allem muss das Gurtsystem individuell je nach Größe Ihres Hundes beschafft werden.

Wie wird die Fahrt in den Urlaub für Hund und Herrchen abwechslungsreich?

Bei langen Autofahrten gilt schon immer: Unterwegs mal öfter Pause machen, kurz die Beine vertreten und Essen oder Trinken. Schließlich sind drei bis vier Stunden Fahrt schon ganz schön anstrengend und erfordern viel Konzentration. An Ihren Hund müssen Sie dabei natürlich auch denken: Nehmen Sie in während der Pausen aus dem Auto und lassen sie ihn sich ein bisschen bewegen. Das sollte aber unbedingt mit der Leine erfolgen. Es kann nämlich schon zu gewaltigen Problemen führen, wenn Ihr Hund auf der Autobahnraststätte ausbüchst und eine Gefahr für den Verkehr wird. Legen Sie ihm im Auto seine Lieblingsdecke aus, dort fühlt er sich wohl, auch wenn er angegurtet ist. Wenn Ihr Hund nicht regelmäßig mit dem Auto mitfährt, dann sollten Sie ihn in den zwei bis drei Stunden vor Fahrtantritt nicht mehr füttern. Die Unverträglichkeit beim Autofahren kann sonst ganz schnell in Erbrechen ausarten und das ist sicherlich ein unangenehmer Start in den Urlaub. Ach ja, noch etwas Mahnendes zum Schluss: Hunde gehören bei warmen Temperaturen niemals allein im Auto zurückgelassen. Das wird nicht nur zur tödlichen Falle, sondern kann auch für den Fahrzeug- oder Hundehalter empfindliche Strafen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz nach sich ziehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.