Außenseiter gibt es auch bei Pferden

Zwei Pferde klauen einem dritten Pferd das Futter

Ein Tag auf der Weide: Die Stute Penny wird häufig von ihren Artgenossen von der Futterstelle abgedrängt. Sie hält sich abseits von den anderen Pferden auf der Weide auf und weist Spuren von Tritten oder Bissen auf.

Ihre Besitzerin registriert, dass Penny immer mehr an Gewicht verliert und phasenweise apathisch wirkt. Dazu zeigt Penny häufig Stresssymptome. Wird sie womöglich von den anderen Pferden ausgegrenzt?

Für den Ernstfall: Tierarztkosten absichern mit der Pferdekrankenversicherung.

Probleme mit der Zusammenstellung der Pferdegruppe

Die Besitzerin von Penny hat sich genauer über die anderen Pferde auf der Weide informiert und erst jetzt festgestellt: Viele der Tiere sind noch relativ jung, anders als Penny, die schon fast 20 Lenze zählt. Kein Wunder, dass da etwas schief läuft. Oft ist es die Zusammenstellung der Gruppe, die zu Problemen führt. In diesem Fall ist es so, als wenn man eine Rentnerin für den Urlaub in eine Jugendherberge gepackt hätte. Jede Menge Trubel und stürmische Jungtiere – das alles ist zu viel für die ältere Stute. Sie ist besser unter gleichaltrigen Artgenossen aufgehoben.

Das Alter in einer Gruppe spielt eine wichtige Rolle

Jungtiere und Pferdesenioren auf einer Weide gemeinsam können eine schwierige Zusammensetzung sein. Die jungen Pferde wollen toben, spielen und dabei auch noch den älteren Artgenossen den Führungsrang ablaufen. Das führt wiederum zu Unmut bei den älteren Pferden, die entweder auf Abstand gehen oder sich gegen das Spielen und Toben mitunter mit Huftritten und Bissen wehren. Klar, denn ein Senior benötigt nun einmal weniger Trubel als ein Jungspund. Daneben ist die Zusammensetzung der Geschlechter auch sorgsam zu überdenken. Besteht die die Herde aus weniger Stuten als Wallachen, so führt das unweigerlich zu Stress. Jedermann weiß, dass ein Wallach um eine Stute buhlt. Da kann der Konkurrent schnell mal mit ein paar Tritten zur Raison gebracht werden: Verletzungen, die anschließend der Tierarzt versorgen muss, sind quasi vorprogrammiert.

Ein lachendes Pferd

Können sich Pferde untereinander mobben?

Das Mobben, wie wir es unter Menschen kennen, ist bei Pferden bei weitem nicht so ausgeprägt. Dazu muss einfach ein vorsätzliches Handeln erfolgen, das auf die Schädigung eines anderen Tieres abzielt. Diese Regung ist Pferden eher fern. Es liegt vielmehr daran, dass manche Pferde Gewohnheiten anerzogen bekommen haben, die auf der Weide mit den Macken anderer Tiere kollidieren. Dazu gehören beispielsweise Boxenpferde, die es gewohnt waren, immer nur Gitter zwischen sich und den anderen Pferden zu haben. Die müssen dieses Maß an Freiheit auf der Weide erst einmal erlernen.

Pferde, die zum Außenseiter werden, zeigen klare Stresssymptome, die sich auf das Erscheinungsbild auswirken. Sie zeigen Übersprunghandlungen wie Gähnen oder Leerkauen, eine Form der Unterwürfigkeit. Dazu schwitzen sie schnell und zeigen Abmagerungserscheinungen, obwohl genug Futter vorahnden ist. Stress führt auch zu Schlafmangel. Das zeigt sich an schmutzigen oder verwundeten Stellen an den Karpalgelenken. Es kann nämlich passieren, dass das Pferd bedingt durch den Schlafmangel im wahrsten Sinne des Wortes in die Knie geht.

Erst einmal aus der Herde heraus

Wenn ein Pferd sichtbarer Außenseiter in der Gruppe ist, dann hilft nur eines: Raus aus der Gruppe und eine neue Unterbringung suchen. Gibt es womöglich in dem Betrieb eine andere Unterbringungsmöglichkeit mit anderen Pferdegruppen, die besser zum betroffenen Pferd passen? Wenn nicht, dann hilft nur ein Stallwechsel. Der bringt zwar auch eine große Umstellung für das Pferd mit, ist aber immer noch besser, als die Probleme hartnäckig zu ignorieren.

Liegt es am Sozialverhalten des Pferdes selbst, ist vielleicht erst einmal eine Paddock-Lösung sinnvoll. So kann das Pferd in einer Paddock-Box untergebracht werden und dennoch über den Zaun oder das Gatter den Kontakt mit den anderen Tieren pflegen. Gewinnt es langsam Vertrauen zu den anderen Artgenossen, so können Sie es in kleineren Gruppen mit den anderen Pferden zusammenführen.

Zwei Pferde rennen hinter einem dritten Pferd her

Woran erkennen Sie, dass Ihr Pferd ein Außenseiter ist?

Es gibt verschiedene Punkte, die darauf hinweisen, dass Ihr Pferd Probleme in der Gruppe hat. Ihr großer Liebling zeigt manchmal krause Nüstern und angespannte Kaumuskeln. Dazu kommt ein angespannter Körper und starkes Schwitzen auch in Ruhepausen. Es steht häufig am Gatter oder drängt in Richtung Ausgang der Weide und lässt sich immer wieder vom Futtertrog oder der Tränke abdrängen. Dazu kommen ab und an Verletzungen durch Tritte oder Bisse bedingt durch die Rangeleien mit anderen Pferden. Jetzt wird es Zeit, dass Sie zum Wohle Ihres Pferdes reagieren und es aus der Herde herausholen.

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