Bluthochdruck bei Hunden

Der Bluthochdruck bei Hunden ist ein wichtiges Indiz dafür, dass unerkannte Krankheiten beim Hund vorhanden sind. Deshalb ist es wichtig, Hunde regelmäßig auf erhöhten Blutdruck  (Hypertonie) zu untersuchen.

Wodurch wird eine Hypertonie bei Hunden ausgelöst? Wie hoch ist der Blutdruck bei Hunden? Wie kann ich bei Hunden den Blutdruck messen? Unserer Tipps zur Früherkennung von Krankheiten.

Wie messe ich den Blutdruck bei Hunden?

Ähnlich wie bei Menschen sollte der niedrigste Wert (Diastolischer Wert) bei 60 bis 80 mmHg liegen und der höchste Wert bei 110 bis 150 mmHg. Die Abkürzung mmHg bezieht sich auf eine EU-vereinheitliche Maßeinheit und bedeutet Millimeter Quecksilbersäule. Um den Blutdruck zu messen, können Sie Ihr Blutdruckmessgerät bei Ihrem Hund an den Vordergliedmaßen oder am Schwanz anlegen.

Es ist nicht einfach, bei Hunden einen korrekten diastolischen Wert zu messen. Daher legt der Tierarzt ein besonderes Augenmerk auf den systolischen Wert. Ihr Hund muss sich in einer stressfreien Umgebung befinden und wach sein. Da Ihr Hund beim Tierarztbesuch in der Regel unter Stress steht, können hier die Werte nach oben abweichen. Sinnvoll ist es, wenn Sie regelmäßig eine Blutdruckmessung zuhause durchführen. Dabei ist Ihr Hund entspannter und Sie können daraus ein regelmäßiges Ritual machen. 

Ist der Blutdruck bei allen Hunden gleich?

Es hängt von der Rasse ab, in welchem Bereich sich Blutdruck Ihres Hundes bewegen soll. Kleine Hunde haben einen höheren Blutdruck als große Hunde. So sieht der durchschnittliche systolische Wert verschiedener Hunderassen aus:

  • Windhundrassen: 150 mmHg
  • kurzbeinige Hunde wie Dackel: 140 mmHg
  • Labradorassen: 120 mmHg

Wenn der Blutdruck bis zu 10 mmHg nach oben oder unten von den Durchschnittswerten abweicht, ist das noch kein Grund zur Sorge. Es ist aber ein Anlass, mit Ihrem Tierarzt bereits über Maßnahmen zu sprechen, die den Blutdruck in geordnete Bahnen halten sollen. 

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Puls und dem Bluthochdruck bei Hunden?

Blutdruck und Puls sind zwei Messgrößen, die über die körperliche Verfassung Ihres Hundes Aufschluss geben können. Sie stehen aber nicht zwingend im Zusammenhang. Allerdings lässt sich der Puls Ihres Hundes ebenfalls mit einem Blutdruckmessgerät festhalten. Sie können also diese Werte parallel zur Blutdruckmessung im Auge behalten. Wichtig dabei ist, dass auch hier die Messung im entspannten Zustand erfolgt. Hat sich Ihr Hund gerade mächtig ausgetobt, liegt der Pulsschlag oder besser gesagt die Herzfrequenz natürlich höher. 

Wie hoch ist der Puls bei Hunden?

Der Puls liegt bei Hunden im Ruhezustand zwischen 80 und 120 Schlägen pro Minute. Das hängt von der Rasse ab. Große Hunde haben eine niedrigere Pulsfrequenz als kleine Hunde. Sie können den Puls Ihres Hundes relativ einfach ertasten. Greifen Sie mit Ihrer Hand um den Oberschenkel des Hinterbeines. Der Daumen liegt außen, die andren Finger innen. Dabei ertasten Sie die senkrechten Rinnen zwischen den zwei großen Muskelsträngen. Üben Sie mit dem Finger leichten Druck auf die Arterie aus und zählen Sie die Schläge über einen Zeitraum von 15 Sekunden. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit vier und Sie haben die Pulsfrequenz Ihres Hundes. Ein zu geringer Puls kann im Übrigen auf einen niedrigen Blutdruck hinweisen.

Welche Symptome treten bei einer Hypertonie auf?

Ohne konkrete Messung ist es schwierig, Bluthochdruck bei Hunden festzustellen. Daher variieren die Symptome danach, welche Grunderkrankung vorliegt. Einige Anzeichen sollten jedoch für Sie ein Alarmsignal sein, um den Blutdruck bei Ihrem Hund zu messen. Dazu gehören:

  • starker Durst
  • Nasenbluten
  • Kurzatmigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • häufiges Bellen
  • Krämpfe

Unser Tipp: Nutzen Sie die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt, um den Blutdruck Ihres Hundes messen zu lassen. Diese Vorsorgeuntersuchungen sind erstattungsfähig im Rahmen einer Hundekrankenversicherung.

Wodurch kommt es zum Bluthochdruck bei Hunden?

In den meisten Fällen ist der Bluthochdruck bei Hunden die Begleiterscheinung einer Erkrankung. Lassen Sie bei Ihrem Hund eine Blutdruckmessung nur unregelmäßig oder gar nicht durchführen, kann es passieren, dass vorhandene Krankheiten aufgrund der Nichterkennung schneller voranschreiten. Damit kommt es zu weiteren Schäden an den Organsystemen, die Gesundheit Ihres Hundes kann erheblichen Schaden nehmen. Besonders betroffen sind dabei Augen, Herz, Nieren oder das zentrale Nervensystem. Die häufigsten Ursachen für Bluthochdruck bei Hunden sind:

  • akute Niereninsuffizienz im Alter
  • chronische Nierenerkrankungen
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Morbus Cushing durch zu viel Kortison
  • Tumore
  • starkes Übergewicht
  • akute Schmerzen
  • Herzerkrankungen
  • Schilddrüsenprobleme

Warum ist Blutdruck messen bei Hunden so wichtig?

Viele dieser Erkrankungen schlagen sich erheblich auf die Lebensqualität Ihres Hundes nieder und tragen dazu bei, dass Ihr Hund an einer Hypertonie leidet. Erhöhter Blutdruck bei Hunden führt also dazu, dass die Blutgefäße geschädigt werden – mit fatalen Folgen. In vielen Fällen sind die Augen davon betroffen. Diese haben am Augenhintergrund sehr feine Blutgefäße. Wenn diese platzen, kommt es zu Einblutungen im Auge und Ihr Hund verliert teilweise das Sehvermögen. Kommt es aufgrund einer verzögerten Erkennung und Behandlung dann noch zu einer Netzhautablösung, führt das zum Erblinden Ihres Hundes. Schnelles Handeln ist jetzt gefragt, Ihr Tierarzt kann neben der Behandlung der eigentlichen Erkrankung, die zu hohem Blutdruck führt, Blutdrucksenker für Hunde verschreiben. 

Weitere Folgen des Bluthochdruckes

Nicht nur die Augen des Hundes sind durch den Bluthochdruck gefährdet. Durch den Bluthochdruck kommt es zu einer Verengung der Arterien. Dadurch muss das Herz das Blut im Körper des Hundes gegen einen größeren Widerstand ankämpfen und mehr Druck ausüben. Mehr Kraftaufwand ist also erforderlich und führt dazu, dass der Herzmuskel dicker wird. Dabei entsteht eine sogenannte hypertensive hypertrophe Kardiomyopathie. Dadurch kann es zum plötzlichen Herztod bei Hunden kommen. Glücklicherweise ist diese Form der Erkrankung heilbar – bei rechtzeitiger Erkennung durch regelmäßige Blutdruckmessungen. Blutdrucksenker sind hier eine wirksame Therapie. 

Wirkt sich der Bluthochdruck bei Hunden auch noch auf andere Organe aus?

Nicht nur das Herz ist vom Bluthochdruck bei Hunden betroffen, sondern auch die Nieren. Diese sind aufgrund einer Fehlfunktion häufig der Auslöser für den Bluthochdruck und werdend dadurch zusätzlich geschädigt. Eiweiße, die der Körper benötigt, werden durch die Niere aus dem Urin filtriert. Die Wiederaufnahme dieser Eiweiße erfolgt dann teilweise über die Niere, die für diese Umwandlung nicht vorgesehen ist. Nierengewebe wird geschädigt und die Nierenkrankheit schreitet weiter voran. 

Daneben kommt es im Gehirn des Hundes durch den Bluthochdruck zu schweren Schäden. Dort sind ebenfalls viele kleine Gefäße und Adern zur Versorgung des Gehirnes vorhanden. Diese reagieren höchst anfällig auf den Bluthochdruck und können platzen. Wenn die Gefäße undicht werden und es tritt Flüssigkeit aus, sprechen die Mediziner von einem Ödem. Platzt hingegen ein Gefäß, handelt es sich um eine Ruptur, die zu einer Gehirnblutung führt. 

Bluthochdruck bei älteren Hunden

Wenn der Bluthochdruck bei Menschen im fortschreitenden Alter zunimmt, könnte man das auch für Hunde annehmen. Dem ist aber nicht so. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass eine Hypertonie parallel zum Alterungsprozess auftritt. Forscher in den USA haben dazu eine Studie mit gesunden Hunden verschiedener Altersgruppen durchgeführt. Dabei wurde mehrmals der arterielle Blutdruck gemessen. Ergebnis: Bei den älteren Hunden lag der diastolische Wert unter dem der jüngeren Hunde, beim systolischen Wert gab es kaum Abweichungen. Damit müssen ältere Hunde also nicht zwangsläufig anfällig für Bluthochdruck sein. 

Bluthochdruck beim Tierarzt behandeln

Wenn der Tierarzt bei Ihrem Hund eine Hypertonie erkannt hat, leitet er Maßnahmen ein, um diese zu bekämpfen. Der Organismus des Hundes reagiert da ähnlich wie bei uns Menschen. Einerseits kann der Tierarzt gefäßerweiternde Medikamente verschreiben, damit das Herz nicht gegen einen zu großen Widerstand anpumpen muss. Auf der anderen Seiten helfen bei Hunden Betablocker, um den Blutdruck zu senken. Daneben muss Ihr Tierarzt prüfen, ob Vorerkrankungen vorliegen, die zu der Erhöhung der Blutdruckwerte führen. Eine salzarme Diät oder der Kampf gegen mögliches Übergewicht ist eine gute Therapie gegen Bluthochdruck.

Maßnahmen gegen Bluthochdruck – was kann ich für meinen Hund tun?

Da beim Hund in vielen Fällen eine Vorerkrankung der Auslöser für erhöhten Blutdruck ist, müssen Sie beim Tierarzt einen regelmäßigen Check-up durchführen lassen. Dazu gehört die Überprüfung aller Vitalfunktionen, um Erkrankungen auf die Spur zu kommen. Vorbeugen können Sie beim Hund nur, indem er ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung bekommt, um Übergewicht zu vermeiden.  

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