Können Haustiere erben?

Hund auf dem Arm einer Seniorinvon Manfred Weiblen

Wer kennt es nicht aus irgendeinem amerikanischen Spielfilm: Da werden im Todesfall die missliebigen Erben vom Erblasser ausgestochen und stattdessen erbt der Hund mehrere Millionen Euro und darf bis zum Lebzeitende in der Millionärsvilla leben. Was in so manchen Film möglich ist, lässt sich in Deutschland nicht bewerkstelligen. Hierzulande gelten strenge Vorschriften beim Erbrecht und Haustiere können definitiv nicht beerbt werden. Wer also in seinem Testament verfügt, dass der Hund oder die Katze das gesamte Barvermögen bekommen, bewirkt, dass das Testament ungültig wird. Haustiere können lediglich vererbt werden.

Kann das Haustier nach dem Todesfall abgesichert werden?

Herrchen ist verstorben und wohin nun mit Hund, Katze oder Vogel? Wenn die Erben keine Haustiere mögen, dass kann der Vierbeiner oder andere Haustiere schnell im Tierheim landen. Das können Tierfreunde natürlich verhindern. So können Haustierbesitzer verfügen, dass der Hund, die Katze oder sogar das Pferd gegen einen Geldbetrag regelmäßig verpflegt und versorgt werden. Gegenüber des Erben wird verfügt, dass das Haustier bis zum natürlichen Lebensende gepflegt wird, dafür erhält der Erben einen festen Geldbetrag. Das kann natürlich losgelöst vom gesamten zu vererbenden Vermögen erfolgen. Diese Summe wird demnach im Rahmen der Nachlassauseinandersetzung dem Nachlass entnommen.

Können auch außenstehende Personen beerbt werden?

Sind keine Angehörigen vorhanden, die sich um das Haustier kümmern können oder möchten, kann der Erblasser natürlich auch jede andere Personen mit der Pflege des Haustieres betrauen. Dafür wird im Rahmen des Testamentes entweder eine einmalige Summe aus dem Nachlass bereitgestellt oder monatlich von den eigentlichen Erben bezahlt. In der Regel gilt eine solche Verfügung dann bis zum natürlichen Lebensende des Haustieres, das damit auch an den neuen Halter übergeht.

Wie kann die Verpflegung des Haustieres überwacht werden?

Es kann natürlich immer mal passieren, dass der Erbe des Haustieres überdrüssig wird und sich nicht um die Pflege kümmern möchte. Um das zu vermeiden, kann im Vorfeld über das Nachlassgericht ein Testamentsvollstrecker bestellt werden. Dieser überwacht regelmäßig den letzten Willen des Verstorbenen. Kommt der neue Tierhalter seinen testamentarischen Pflichten nicht nach, so muss dieser einen anderen artgerechten Pflegeplatz finden. Die Kosten dafür trägt dann der zuvor beerbte Tierhalter. Es ist also nicht so einfach, sich dieser Verantwortung zu entledigen.

Wie kann das Haustier bestattet werden?

Viele Tierfreunde wünsche sich auch über ihren eigenen Tod hinaus eine würdevolle Bestattung für ihr Haustier, dass sie bis zum Lebensende begleitet haben. Der letzte Gang in die Tierverwertung ist daher kaum ein Gedanke wert. In den Hausmüll dürfen Tiere ebenfalls nicht entsorgt werden. Das Begräbnis im Garten ist natürlich möglich. Bei größeren Hunden ist eine Genehmigung durch das Veterinäramt notwendig. Ist das Haustier durch eine meldepflichtige Krankheit verstorben, ist eine Bestattung im Garten nicht möglich. Liegt das Gartengrundstück in einem von der Behörde ausgewiesenen Wasserschutzgebiet, darf eine Beisetzung im Garten nicht erfolgen. Die Leichengifte können das Grundwasser verunreinigen.

Ist eine gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier möglich?

Der Gedanke, nach dem Tod wieder mit dem geliebten Haustier vereint zu sein, ist für viele Senioren und Tierfreunde sicherlich erfreulich. Leider gibt es in Deutschland kaum Friedhöfe, wo eine gemeinsame Bestattung von Herrchen und Vierbeiner möglich ist. Dennoch: Verschieden Städte und Kirchengemeinden sind auf dem Vormarsch. Essen, Grefrath, Koblenz – in Hamburg wird darüber nachgedacht. Für die Kirchen als Träger von Friedhöfen ist der Gedanke neu, aber nicht abwegig. Schließlich sind Haustiere auch Gottesgeschöpfe und sollten, wenn es nach Herrchen oder Frauchen geht, würdevoll bestattet werden. dazu gibt es in einigen Städten bereits bestimmte Grabfelder, auf denen die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier möglich ist.

Grundsätzlich gilt: Der Mensch muss vorher bestattet worden sein und das Haustier darf nur in einer Urne dem Grab beigesetzt werden. Verstirbt das Haustier noch vor Herrchen oder Frauchen, dann kann es eingeäschert werden. Die Urne darf zu Hause aufbewahrt werden, hier gilt kein Friedhofszwang wie bei den Menschen. Nach dem Tod von Herrchen oder Frauchen kann dann die Urne nach der Beisetzung dem Grad zeitversetzt beigegeben werden. So sind Mensch und Tier im Tod wieder vereint. Diese Bestattung kann natürlich auch testamentarisch verfügt werden.

Der Sommer kommt nur langsam in Gang – Ihre Haustiere brauchen dennoch Schutz gegen Hitze

schwarzer Schnauzer im Wasservon Manfred Weiblen

So wirklich hat uns der Sommer in diesem Jahr noch nicht verwöhnt. Die ersten beiden Juniwochen erinnern eher an den Weltuntergang mit seinen zahlreichen Regengüssen. Wir geben die Hoffnung aber noch nicht auf. Das Wochenende war ja schon mal ein Vorbote auf mehr Sonnenschein. Was in uns Wohlbefinden auslöst, ist für Ihre Haustiere aber nicht immer ein Vergnügen. Sie müssen mit Hitze ganz anders zu echt kommen als wir Zweibeiner. Schließlich können wir uns jederzeit Abkühlung verschaffen.

Wenn sich Katzen zurückziehen, suchen sie die Abkühlung

Ist ihre Katze eher häufig unterwegs und zieht sich in diesen Tagen in kühlere Bereiche der Wohnung zurück? Dann ist ihr draußen vermutlich zu warm und sie sucht ein wenig Entspannung. Wir ziehen uns ja schließlich auch in den Schatten zurück, wenn es uns zu warm wird. Wichtig ist, dass Ihre Katze ausreichend trinkt und Flüssigkeit zu sich nimmt. Stellen Sie ihr mehrmals am Tag frisches Wasser hin. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Katze nicht genug trinkt, dann machen Sie mal den folgenden Test: Greifen Sie in die Nackenfalte und heben Sie Ihre Katze ein wenig an. Bildet sich die Nackenfalte sofort zurück, bekommt Ihre Katze ausreichend Flüssigkeit. Nebenbei: Ihre Katze trinkt nicht zwangsläufig aus dem Napf. Sie wird die unterschiedlichsten Stellen finden, wo sie Flüssigkeit zu sich nimmt. Das reicht von der Blumenvase bis hin zur Gießkanne oder dem Goldfischglas. Darüber hinaus nimmt Ihre Katze mit dem Feuchtfutter auch viel Flüssigkeit auf.

Hunde brauchen permanent Wasser und Rückzugsmöglichkeiten

Hunden macht die Sommerhitze noch mehr zu schaffen als Katzen. Sie können  einerseits nicht schwitzen und werden andererseits von Herrchen und Frauchen oftmals übermäßig strapaziert. Hunde schwitzen lediglich über die Pfoten, darüber hinaus können sie Hitze nur über das Hecheln abgeben. Über die Hautoberfläche können Hunde nicht schwitzen. Achten Sie daher darauf, dass Sie ausgedehnte Spaziergänge in der Sonne vermeiden oder diese in die frühen Morgenstunden oder in den Abend verlegen. Nebenbei ist das laufen auf erwärmten Gehwegen oder heißen Asphalt für Hunde kein Vergnügen. Sie tragen schließlich keine Schuhe, mit denen sie sich gegen die Hitze schützen können.

Hunde gehören nicht ins Auto

Man kann es noch so oft sagen und davor warnen: Das Auto wird bei Sommerhitze für Hunde zur tödlichen  Falle, wenn sie auch nur für kurze Zeit zurück gelassen werden. Dennoch gibt es immer noch Hundehalter, die ihr Tier während eines Einkaufes im Auto zurücklassen. Das der Innenraum Temperaturen von 40 bis 50 Grad entwickeln kann, blenden sie dabei aus, frei nach dem Motto: „Wird schon gut gehen.“ Dann brauchen sie sich aber nicht wundern, wenn im Ernstfall die Polizei vor Ort ist und bereits zur Rettung des Hundes eine Seitenscheibe eingeschlagen hat. Dazu gibt es auch noch eine Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Selbst Pferde leiden unter Sommerhitze

Manche Pferde kommen mit den sommerlichen Temperaturen gut zu Recht, andere Vierbeiner wiederum zieht es in den Schatten. Das Verhalten der Pferde ist hier völlig unterschiedlich. Es versteht sich dabei von selber, dass Aktivitäten, die mit Anstrengungen verbunden sind, nicht unbedingt in den Mittagsstunden vorgenommen werden sollten. Besser sind auch hier – wie beim Gassi gehen mit dem Hund – Ausritte am frühen Morgen oder in den Abendstunden. Auf der Weide selber muss für die Pferde ein Plätzchen zur Verfügung stehen, wohin sie sich bei zu viel Sonneneinstrahlung zurückziehen können. Frisches Wasser sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Das Wasser darf aber nicht eiskalt sein, dadurch wird sonst der Kreislauf belastet und Ihr Pferd gerät nur noch mehr ins Schwitzen. Mitunter tut eine Abkühlung mit dem Wasserschlauch gut. Bitte kühlen Sie Ihr Pferd dabei aber schonend ab: Beginnen Sie bei den Hufen und arbeiten Sie sich an den Beinen hoch. Erst dann werden der Brust- und der Halsbereich abgekühlt. Kaltes Wasser in der Nierengegend ist hingegen nicht gut für Ihr Pferd. Lässt sich Ihr Pferd nicht gerne abspritzen, helfen auch feuchte Handtücher, mit denen Sie Ihr Pferd abreiben. Kontrollieren Sie vor einem Ausritt immer den Sattel, damit dieser nicht noch verkrusteten Schweiß oder Dreck aufweist. Das führt ansonsten zu Scheuerstellen auf dem Rücken Ihres Pferdes.

Endstation Autobahn – so endet für viele Haustiere die Fahrt in den Urlaub

Hund am Autofenstervon Manfred Weiblen

In der nächsten Woche beginnen in den ersten beiden Bundesländern die Sommerferien. Die Urlaubskarawane kommt ins Rollen, die ganze Familie ist auf dem Weg an die See, in den Süden oder die Berge. Vielfach können Haustiere mit in den Urlaub oder sie bleiben bei Verwandten oder Freunden. Das ist jedoch nicht immer der Fall: Bei der Anschaffung ist das Haustier noch der beste Spielgefährte im Haus oder im Garten, zur Urlaubszeit wird der Vierbeiner an der Autobahn ausgesetzt. Das ist die bittere Realität, die mehr als 70.000 Haustieren jedes Jahr droht. Wenn erst einmal die Koffer gepackt und im Auto verstaut sind, kommt die Frage auf: Wohin mit dem Haustier? In vielen Fällen werden die tierischen Hausgenossen an der Autobahn ausgesetzt oder landen im Tierheim. Kein schönes Ende.

Tierheime geraten in den Sommerferien an ihre Grenzen

In jedem Jahr wiederholt sich das Elend von Haustieren: Wenn sich die Familie auf den Urlaub vorbereitet, droht vielen Tieren der Abschied aus der Familie. Der Welpe, der bei der Anschaffung noch klein und süß war, macht nun Arbeit und ist groß geworden. Wohin mit ihm? Bei der großen Anzahl von Tieren, die jedes Jahr abgegeben und ausgesetzt werden, kommen die Tierheime in den Ferien an ihre Grenzen. Schließlich ist diese Abschiebung vor dem Urlaub kein Einzelfall, bei 70.000 zusätzlichen Tieren ist das schon eher ein Massenphänomen. Dabei geht es hier nicht immer um Hunde oder Katzen, sondern auch in manchen Fällen um exotische Tiere. Dafür sind die meisten Tierheime kaum ausgelegt. Das größte Problem dieser Überbelegung ist, dass den Tierheimen wichtige Einnahmen entgehen. Schließlich sind sie dafür ausgerichtet, Haustiere gegen kleines Entgelt für einen kurzen Zeitraum in Pflege zu nehmen. In den Ferien bieten viele Tierheime diese Möglichkeit aber nicht mehr an, um auf ausgesetzte Tiere vorbereitet zu sein.

Es gibt viele Alternativen während der Urlaubszeit

Vielleicht ist der Urlaub nicht der Grund, aber der Auslöser, ein Haustier abzugeben. Mittlerweile gibt es nämlich genug Alternativen für den Urlaub, damit das vierbeinige Familienmitglied auch nach dem Urlaub dazu gehört. Viele Hotels und Anbieter von Ferienwohnungen ermöglichen Tierfreunden, ihre Haustiere mitzunehmen. Auf der anderen Seite gibt es, wenn sich der Transport in den Urlaub als zu aufwendig gestaltet, eine Vielzahl von Tierpensionen, die während der Abwesenheit ein waches Auge auf die Haustiere haben. In vielen Fällen sind die Halter aber schon vor dem Urlaub ihrem Tier überdrüssig geworden und geben es vor dem Urlaub endgültig ab.

Bei der Anschaffung des Haustieres wird oft nicht weit genug gedacht

Natürlich ist ein Haustier ein wertvoller Familienzuwachs. Langweilig wird es nie. Viele Familien machen sich aber kaum Gedanken über die Zukunft. Wenn die Tiere noch klein sind, machen sie nicht viel Arbeit. Vor allem die Tiere, die zu Weihnachten verschenkt werden, werden zur Urlaubszeit wieder abgegeben. Es hat sich keiner darüber Gedanken gemacht, was geschieht, wenn der Urlaub ansteht. Eigentlich schade, denn das Tier hat in der kurzen Zeit bereits einen Bezug zur Familie, Herrchen oder Frauchen aufgebaut.

Wie reagieren Sie, wenn Sie ein ausgesetztes Haustier auffinden?

Ausgesetzte Haustiere können in der freien Wildbahn nicht überleben. Daher ist es umso wichtiger, dass Sie eingreifen, wenn Sie auf ein herrenloses Tier aufmerksam werden. Es verlangt keiner von Ihnen, dass Sie den an der Autobahn angebundenen Hund mit in Ihr Auto nehmen und zum Tierarzt fahren. Aber der Griff zum Handy, um die Polizei zu verständigen, kostet Sie nur wenig Zeit. Warten Sie ab, bis die Polizei eintrifft. Diese wird das Tier entweder zum Tierarzt oder ins Tierheim fahren. Ist eine Notsituation erkennbar, können Sie auch die Feuerwehr anrufen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Tier erkennbar sich in einer Notlage befindet.

 

Haustiere im Wandel der Zeit – waren wir früher Tierquäler?

Pärchen mit Hundvon Manfred Weiblen

Ein schöner Tag in der Hundeschule: Gerade hat Luna, die Hundedame ihre sechste Hundeprüfung mit der Note „sehr gut“ bestanden. Ihre Besitzerin ist stolz auf ihre Hündin. Daher ist sie mit regelmäßig unterwegs, um an Kursen für Hunde teilzunehmen. Zuletzt stand Agility auf dem Programm. Luna zeigte, wie gut sie durch Reifen springen, über Barren balancieren und durch Tunnel rennen kann. Zuhause gibt es für Luna ausgesuchtes Essen. Kein Fertigfutter, sondern selbst angerichtete Fleischgerichte, ein bisschen Gemüse, garniert mit Kräutern. Ähnlich wie Luna geht es vielen Hunden in Deutschland. Sie werden gehegt und gepflegt, sie sind eben vollwertiger Bestandteil einer Familie.

Das Hundeleben hat ein Ende

Luna führt kein Hundeleben im wahrsten Sinne des Wortes. Sie bekommt jeden Tag Beschäftigung, hervorragendes Essen und viel Zuneigung. Ihre Vorfahren noch vor Jahrzehnten fristeten da eher ein anderes Dasein. Wie auch andere Haustiere. Der Hund war für das Bewachen von Haus und Hof zuständig. Nachts bleib er draußen in seiner Hundehütte – bei Wind und Wetter. Ebenso die Katze, die für die Mäusejagd zuständig war. Heute wird ein Großteil der Stubentiger als Wohnungskatze gehalten. Sie kennen teilweise keine Mäuse mehr. Ach ja, die heute bei Kinder so beliebten Kaninchen und Hasen waren noch vor einiger Zeit einfach nur Fleischlieferanten. Der Wandel kam in den 1980er Jahren mit dem Tierschutzgesetz. Hier wurde festgelegt, dass Tiere Mitgeschöpfe des Menschen sind. Sie gelten zivilrechtlich auch nicht mehr als Sache und zuletzt wurde im Jahr 2002 der Tierschutz als Verfassungsziel ins Grundgesetz aufgenommen.

Luna ist nicht einfach nur eine Hündin

Vor drei Jahren, als ihre Besitzern Luna aus dem Tierheim holte, steckte da ein anderer Gedanke hinter. Ihr Frauchen war alleinstehend, ohne Job und Perspektive. Da sollte ein Hund Abwechslung in den Alltag bringen und für eine neue Aufgabe sorgen. Seitdem ist Luna mit ihrem Frauchen ständig unterwegs. Hundesport, Veranstaltungen und natürlich das regelmäßige Gassi gehen. Forscher kennen das Phänomen uns bestätigen: Haustiere, vor allem Hunde, bringen Lebensfreude und Abwechslung in den Alltag. Das kann vor allem älteren Menschen gut tun. Vor allem Hunde brauchen eine Bezugsperson, ihnen fällt es schwer, allein zu bleiben.

Aus heutiger Sicht waren früher Tierhalter schon fast Tierquäler

Das mag vielleicht überspitzt klingen, aber im Vergleich zur heutigen Zeit muss das schon fast so anmuten. Schließlich haben sich vor 40 Jahren nur die wenigsten Hundehalter Gedanken über solche Dinge wie Hundesport oder eine ausgewogene Ernährung gemacht. Gassi gehen, Futter aus dem Sack oder der Dose und fertig. Regelmäßige Tierarztbesuche zum Entwurmen oder Impfen? Kaum denkbar vor 40 Jahren. Heute gibt es Internet unzählige Foren, die sich mit der Haltung von Haustieren beschäftigen. Viele Buchhandlungen haben regalweise Buchtitel zum Thema Tierhaltung vorrätig. Hundeschulen sprießen wie Pilze aus dem Boden. Allein in den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl fast verdreifacht. Mittlerweile gibt es mehr als 2.000 private Hundeschulen. Das ist aber letztendlich auch der Entwicklung in der Gesetzgebung geschuldet. Immer mehr Bundesländer verlangen, dass Hunde ausgebildet werden, damit sie keine Gefahrenquelle in der Öffentlichkeit darstellen.

Problematischer Wandel in der Zucht von Hunden

Da Hunde vielfach als Familienmitglied behandelt werden, müssen sie auch dementsprechend aussehen. Teilweise nimmt das schon groteske Züge an. Hunde und Katzen sollen wie süße Kinder aussehen, das schlägt sich natürlich auch in der Zucht wieder. Kleinsthunde in jeder Form, Möpse und kleine Bulldoggen stehen hoch im Kurs. Diese sind jahrelang in bestimmte Richtungen gezüchtet worden und werden nun zum gesundheitlichen Problemfall. Vor allem die vermeintlich süßen Hunde mit den kurzen Nasen bekommen arge Probleme mit der Atmung und vor allem bei Hitze, da sie sich lediglich über die Atemwege Kühlung verschaffen können. Französische Bulldoggen und Möpse sind mittlerweile so kopflastig entwickelt, dass sie vornerüber kippen oder bei Hitze kollabieren. Zuviel Tierliebe kann schon erdrückend und für das Tier zur Qual werden. Ist es da nicht besser, sich ein wenig auf die vergangenen Zeiten zu besinnen und nicht Gott zu spielen, was die Züchtung von Hunden angeht? Positiv bleibt in jedem Fall das gestärkte Bewusstsein für Haustiere. Sie sollen nicht leiden und die meisten Tierhalter wissen – Schläge tun einem Tier nicht gut. Allerdings sollte der Besuch von Hundeschulen oder anderen Veranstaltungen in Maßen erfolgen. Mancher Hund ist nicht in der Lage, das Geforderte umzusetzen und dann wird es stressig für Herrchen oder Frauchen. Ähnlich, als wenn das Kind in der Schule seine Leistungen nicht bringt. Bei Haustieren liegt aber kein Zwang dahinter, was spricht also dagegen, das Tier einfach Tier sein zu lassen? Das ändert ja letztendlich nichts an der Zuneigung.

Treue Begleiter im Alltag – so leben Senioren mit Haustieren auf

Senioren wandern mit Hundvon Manfred Weiblen

Vorgestern noch haben wir beschrieben, warum Haustiere für Kinder wichtig sein können. Es gibt aber noch eine andere Gruppe von Menschen, für die Haustiere unverzichtbar sein können, nämlich die Senioren unter uns. Sie bringen die besten Voraussetzungen für die Haltung von Haustieren mit, da sie nicht von Arbeitszeiten abhängig sind und ganztätig sich um ihren Liebling kümmern können. Haustiere erfüllen für Senioren im Gegenzug einen wichtigen Zweck. Sie sind Begleiter im Alltag, schaffen Abwechslung und sorgen für Bewegung.

Sind Senioren gesünder durch Hausiere?

Wer sich im Alter noch einen Hund, eine Katze oder Vögel anschafft, hat eine lang währende Aufgabe für sich geschaffen. Haustiere brauchen die Liebe und Zuneigung von Herrchen oder Frauchen. Es ist erwiesen, dass Senioren, die Haustiere halten und sich um sie kümmern, deutlich seltener unter Depressionen, Schlafproblemen oder Bluthochdruck leiden. Uns Menschen macht es glücklich, wenn wir uns um jemanden kümmern können – selbst wenn es ein Haustier ist. Im Alter vermissen ältere Menschen das Gefühl gebraucht zu werden – dieses Defizit gleicht ein Haustier mühelos aus. Vor allen Hunde und Katzen brauchen viel Nähe zum Menschen, sie möchten gestreichelt und verwöhnt werden. Das Streicheln selber setzt wiederum im Gehirn das Hormon Oxytocin frei, dadurch geht das Stimmungsbarometer nach oben.

Soziale Kontakte durch Haustiere

Vor allem Hunde fordern ihre Besitzer regelmäßig. Sie müssen Gassi gehen, wollen spielen oder müssen als Welpe in die Hundeschule. Klar, dass da Herrchen du Frauchen aktiv sein müssen, um am Ball zu bleiben. Der Vorteil: Bei so vielen Aktivitäten bleibt der Kontakt mit anderen Hunde- oder Tierfreunden nicht aus: In der Hundeschule treffen sie auf gleichgesinnte Hundefreunde, das schafft zusätzlich Abwechslung. Das ist allemal besser, als ohne tierischen Freund daheim zu sitzen und in der Einsamkeit oder vor Langeweile Trübsal zu blasen. In Deutschland leben mehr als 30 Millionen Haustiere in rund 15 Millionen Haushalten. Ein Viertel davon sind Menschen über 60 Jahre, die am liebsten Hunde und Katzen halten.

Struktur im Alltag statt Langeweile – Haustiere sorgen immer für Bewegung

Was kann besser gegen Langeweile helfen als ein beschäftigungsreiches Hobby oder eben ein Haustier? Hund, Katze und Co fordern von ihren Besitzern viel Zeit. Es geht um die Pflege, regelmäßige Fütterung, Tierarztbesuche und natürlich auch die Spielchen zwischendurch. Mit anderen Worten: Tierhalter unter den Senioren haben mitunter ein straffes Tagesprogramm. Vor allem mit einem Hund muss der Alltag schon fest durchstrukturiert sein. Dazu gehört vor allem das regelmäßige Gassi gehen nicht nur bei schönem Wetter. Also, statt in den Tag hinein zu dümpeln, müssen sich die Senioren unter den Tierfreunden jeden Tag immer wieder aufs Neue mit ihren tierischen Freunden beschäftigen. Da kann kaum Langeweile aufkommen, die ja letztendlich auch zu Tristesse und alterstypische Erkrankungen wie Depressionen führen kann.

Helfer gegen die Einsamkeit – warum Haustiere so wichtig sind

Viele Menschen im Alter sind alleinstehend. Der Partner ist verstorben, die Kinder sind längst in andere Stadt gezogen und schaffen es nur unregelmäßig, mal zu Besuch zu kommen. Die Einsamkeit ist neben der Langeweile ein großes Problem, das Senioren befallen kann. Also alternativ ein Haustier anschaffen. Neben den vielfältigen Aufgaben bei der Versorgung von Hunden und Katzen gehören auch die Kontakte mit Gleichgesinnten dazu. Zudem tragen Haustiere auch in den eigenen vier Wänden dazu bei, nicht der Einsamkeit zu verfallen. Schließlich ist mit einem Vierbeiner den ganzen Tag Leben in der Bude, wie man so schön sagt. Dabei muss aber auch die Versorgung im Krankheitsfall geklärt sein. Wohin kommt die Katze, der Hund oder der Wellensittich, wenn Herrchen oder Frauchen mal ins Krankenhaus müssen? Sind Nachbarn bereit zu unterstützen? Gibt es Tierpensionen in der Umgebung, die kurzfristig den vierbeinigen Liebling aufnehmen können?

Haustiere als Begleiter auf dem letzten Lebensweg

Irgendwann ist bei manchen älteren Menschen der Punkt gekommen, wo eine eigenständige Versorgung zu Hause nicht mehr möglich ist. Der Umzug in ein Seniorenheim steht an. Das muss nicht allein durch den Eintritt des Pflegefalls begründet sein: Manche ältere Menschen benötigen einfach die Sicherheit, das im Notfall jemand schnell verfügbar ist. Vielleicht ist auch die Wohnung einfach zu groß geworden. Dabei darf das Haustier aber nicht auf der Strecke bleiben. Der Umzug in eine Seniorenheim und die gleichzeitige Abgabe des Haustieres verschaffen ein drückendes Gefühl, frei nach dem Motto: Jetzt kann der Tod kommen. Vom dem spricht man ja sowieso nur hinter vorgehaltener Hand. Mensch und Tier müssen nach dem Tod aber nicht getrennt werden. Mittlerweile gibt es Mensch-Tier-Friedhöfe – wenn auch nur vereinzelt – wo eine Bestattung von Mensch und Haustier gemeinsam möglich sit. Allerdings muss der Menschen zuerst beigesetzt werden. Wenn ihm sein Haustier folgt, kann es eingeäschert in einer Urne im gleichen Grab mit beigesetzt werden. Das ist natürlich auch dann der Fall, wenn das Haustier vorher aus dem Leben scheidet. Dann wird die Urne bis zum Ableben von Herrchen und Frauchen aufbewahrt und danach beigesetzt.

Hund, Katze, Meerschweinchen und Co – warum tun Haustiere Kindern gut?

Kind mit Hundvon Manfred Weiblen

Wer hat als Eltern nicht schon die Frage mit den eigenen Kindern diskutiert, ob ein Haustier angeschafft werden soll? Irgendwann wird in jeder Familie bei den Kindern der Wunsch nach einem Meerschweinchen, Hund oder einfach nur Wellensittich zum Thema. Für Kinder können Haustiere, wenn alle Voraussetzungen stimmen, gute Begleiter und auch sogar pädagogisch wertvoll sein. Schließlich bringt ein Haustier viel Abwechslung. Während Eltern da in der Regel nur an die Kosten und den Zeitaufwand für Pflege denken, sind Kinder da eher unkompliziert. Eine optimale Haustierhaltung ist nur dann möglich, wenn der Nachwuchs sich vollständig darüber im Klaren ist, welche Aufgaben da kommen werden. Ein Haustier ist ja nicht nur zu Besuch, sondern ein dauerhafter Mitbewohner.

Verträgt Ihr Kind Haustiere?

Die Frage mag vielleicht komisch klingen, aber im heutigen Zeitalter leiden viele Kindern an Allergien. Dabei spielen nicht nur Umwelteinflüsse eine Rolle. Ist Ihr Kind beispielsweise allergisch gegen Tierhaare, sind Hund, Katze und Co sicher nicht die geeignetsten Hausbewohner. Hinzu kommt, dass natürlich nicht nur die Kinder, sondern auch Eltern oder Geschwister nicht allergisch auf die tierischen Hausbewohner reagieren. Was nützt das schönste und liebste Tier in Haus, wenn Papa, Mama oder der große Bruder ständig mit geröteten Augen und unter Niesen fortan ihr Dasein fristen müssen. Zudem muss das Alter der Kinder einfach passen. Ein Dreijähriger wird einen Hund sicherlich lieben, aber es auch manchmal zu dolle mit ihm treiben. Die Folge: Ein Biss ist unvermeidlich und schon war es der böse Hund Schuld. Das funktioniert so nun einmal nicht.

Welches Haustier ist geeignet für Ihr Kind?

Viele Eltern schaffen zum Ausprobieren zunächst ein kleines Haustier an. Das kann ein Hamster sein, aber auch Kaninchen oder Hasen stehen hier hoch im Kurs. Diese Tiere scheinen pflegeleicht zu sein, muss doch lediglich der Käfig regelmäßig gereinigt und das Tier gefüttert werden. Gassi gehen wie mit Hunden ist hier nicht notwendig. Allerdings neigen viele Kinder dazu, das kleine Haustier wie ein Spielzeug zu betrachten. Ihr Kind kann und sollte den Hamster oder das Meerschweinchen nicht dauerhaft bespielen und schon gar nicht mit sich herumtragen oder zu sehr vor Liebe drücken. Das widerspricht der Natur dieser Nager und sie können dadurch sehr leicht in Unruhe verfallen. Die Folge: Die Haustiere neigen dazu, bissig zu werden. Das ist schließlich die einzig mögliche Abwehrreaktion.

Haustiere sind eine Familienaufgabe

Wenn der Entschluss gefasst ist, einen tierischen Hausgenossen zu beschaffen, muss die Rollen- und Aufgabenverteilung klar geregelt sein. Vor allem in der Erziehung gelten für alle Familienmitglieder die gleichen Regeln. Es funktioniert nicht, wenn Papa klare Anweisungen dem Hund erteilt und hinten rum der Sohnemann mit einer Handvoll Leckerlis diese Erziehungsmaßnahmen unbewusst sabotiert. Das Füttern, das Gassi gehen bei Hunden, die Käfigreinigung oder einfach nur das Einkaufen von Futter: Wer übernimmt welchen Part innerhalb der Familie? Klar, wenn die Kinder sich ein Haustier wünschen, müssen sie auch mit ran – auch wenn der Käfig oder das Katzenklo noch so unangenehm riechen. Das gehört aber dazu und trägt dazu bei, dass Kinder Verantwortung übernehmen und auch darin einen regelmäßigen Rhythmus finden.

Wie sieht es mit dem Platz im Haus aus?

Wo findet sich ein Plätzchen zum Schlafen für den Hund. In welchem Zimmer kann der Käfig für das Meerschweinchen aufgestellt werden? Jede Menge Fragen, die Sie sich auf alle Fälle vor der Anschaffung stellen müssen. Es bringt beispielsweise nichts, wenn Sie den Hamsterkäfig im Kinderzimmer unterbringen, damit Ihr Nachwuchs dem kleinen Hausgenossen nahe ist. Hamster sind nachtaktiv und werden dadurch den Schlaf Ihrer Kinder empfindlich stören. Ebenso können Hasen, Kaninchen und Meerschweinchen in der Nacht für Unruhe sorgen. Wenn Ihnen also an Ihrem Schlaf gelegen ist, müssen Sie dafür einen anderen Platz suchen. Für Katzen wird eine abwechslungsreiche Umgebung benötigt. Kletterbaum, Kratzbaum und viel Spielzeug ist notwendig, damit es dem Stubentiger nicht langweilig wird. Schließlich möchten Sie ja nicht, dass Ihre Katze ihre Krallen an der Tapete wetzt. Für Hunde ist ein gemütliches und warmes Plätzchen, vor allem in der kalten Jahreszeit notwendig. Hier kann er sich zurückziehen, ausruhen du auch schlafen. Wichtig ist dabei immer: Haustiere gehören nicht ins Bett Ihrer Kinder. Es sind schließlich keine Kuscheltiere. Zumal sollte der hygienische Aspekt dabei auch eine Rolle spielen.

Die Bindung zu einem Haustier – was müssen Sie als Eltern beachten?

Tiere werden nun einmal nicht so alt wie wir Menschen. Da kann es mitunter der Fall sein, dass das geleibte Haustier schon in jungen Kinderjahren verstirbt und dann ist die Trauer groß. Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber: Ein Hamster ist vielleicht niedlich und possierlich, aber die Lebenserwartung ist relativ niedrig im Vergleich von zum Beispiel Katzen oder Hunden. Zudem vertragen Hunde und Katzen weitaus mehr Zuneigung als kleine Nager. Zu größeren Tieren können Kinder eine wesentlich bessere Bindung aufbauen und mit ihnen viel mehr aktiv sein. Das fängt schon beim Spielen an. Bälle sind da einfachste Spielzeuge und für Hunde und Katzen gleichermaßen interessant. Übrigens: Nicht jede Familie bleibt auf Dauer zusammen. Die Trennung von Vater oder Mutter ist für Kinder eine sehr emotionale Angelegenheit. Das kann aber durch das vorhandene Haustier kompensiert werden, wenn bereits eine gute Beziehung zu dem tierischen Hausgenossen besteht. Somit tragen Haustiere auch dazu bei, in bestimmten Situation Stress abzufedern und zu beruhigen.

Wenn Haustiere mit ins Grab dürfen

Urne für HaustiereVon Manfred Weiblen

Für viele Menschen sind Haustiere wie ein Familienmitglied. Besonders ältere Menschen möchten nicht auf die Nähe von Hunden, Katzen oder Vögel verzichten. Sie bringen Lebensfreude in den oft tristen Alltag und sorgen somit für ein bisschen Abwechslung. Selbst wenn die Rente nicht immer zum Leben reicht, das Haustier bleibt an der Seite von Herrchen und Frauchen. Der Tod eines Haustieres ist für diese Menschen eine schwierige Zeit, vor allem für allein stehende Menschen. Da wird das Geld zusammengekratzt, um den Hund, der Katze oder dem Hasen einzuäschern und in einer Urne aufzubewahren. Die Liebe zu Haustieren geht so weit, dass viele Menschen mittlerweile ihren Liebling nach dem eigenen Ableben mit ins Grab nehmen.

Bistum Aachen stimmt Tierbestattung zu

Vor kurzem ist ein Rentner in Grefrath (Nordrhein-Westfalen) verstorben. Sein Dackel Muck ist bereits vor ihm gegangen und wurde von seinem Herrchen eingeäschert und in einer Urne aufbewahrt. Nun hat das Bistum Aachen einer gemeinsamen Bestattung zugestimmt. Eine entsprechende Änderung wurde in der Satzung des katholischen Friedhofes im Ortsteil Mühlhausen zugestimmt. Die Beisetzung findet allerdings nicht zeitgleich statt, die Urne des Dackels wird zeitversetzt dem Grab beigegeben. Nach den Bestimmungen des Landes Nordrhein-Westfalen dürfen Haustiere nur eingeäschert im Grab beigesetzt werden. Darüber hinaus hat sich auch das Bistum Köln geäußert, man werde sich mit der Grabbeigabe von Haustieren befassen. Schön für den Rentner – er hatte bei seinem Ableben die Gewissheit, dass sein treuer Vierbeiner mit ihm wieder vereint wird.

In Nordrhein-Westfalen wurde Friedhöfe für Mensch und Tier im Juni 2015 genehmigt

Die rot-grüne Landesregierung hat im Juni 2015 der gemeinsamen Beisetzung von Menschen und ihren Haustieren zugestimmt. Nach eingehender Prüfung des Bestattungsgesetzes wurde grünes Licht gegeben. Der erste Mensch-Tier-Friedhof entstand in Essen. Auf einem abgegrenzten Teil des Friedhofes in Frintrop wurde ein Grabfeld geschaffen. In den sogenannten Freundschaftsgräber können die Urnen beigesetzt werden. Insgesamt sechs Urnen, davon maximal zwei für Menschen, finden in den Freundschaftsgräbern Platz. Auch hier gilt aber: Eine gemeinsame Trauerfeier wird es nicht geben. Das Haustier wird als Grabbeigabe später beigesetzt. Ebenso muss zuvor die getrennte Einäscherung erfolgt sein. Durch die Gesetzesänderung können in Nordrhein-Westfalen auch andere Friedhofsträger die Beisetzung von Haustieren und Herrchen und Frauchen ermöglichen.

Zuspruch in der Bevölkerung für die gemeinsame Bestattung

Es schadet niemanden, wenn das Haustier mit Herrchen oder Frauchen ins Grab geht. Schließlich werden die Haustiere dafür ja nicht extra getötet. Wir leben in einem Land mit Religionsfreiheit und Tiere sind ja schließlich auch von Gott erschaffen worden. So äußern sich viele Menschen zu diesem Thema. Bei einer Umfrage einer Hamburger Zeitung kam es bei rund 1.000 Stimmen zu einem deutlichen Zuspruch. Immer rund 87 Prozent aller Umfrageteilnehmer hielten die gemeinsame Bestattung für eine gute Idee. Warum sollen Haustiere, die ihrem Herrchen und Frauchen im Alltag stets eine große Bereicherung waren, im Tod von ihnen getrennt werden.

Dritter Mensch-Tier-Friedhof soll in Forst (Brandenburg) entstehen

Bislang gibt es in Deutschland zwei Mensch-Tier-Friedhöfe, in Essen und in Braubach bei Koblenz. In Forst in der Lausitz soll nun ein dritter Friedhof hinzukommen. Der Hauptfriedhof dort hat eine Fläche von 15 Hektar. Die Lücken wurden durch den sich ändernden Bestattungsgeist immer größer. Ein Umdenken war erforderlich. Ein Teil der freien Fläche soll nun für die gemeinsame Bestattung von Menschen und Tieren genutzt werden. Hier wird das Haustier ebenfalls eingeäschert in einer Urne dem Grab von Herrchen und Frauchen beigesetzt.

Die Bestattung von Haustieren ist archäologisch belegt

Bereits vor 12.000 Jahren wurde Haustieren gemeinsam mit dem Menschen beigesetzt. Entsprechende Funde wurden von Archäologen auf dem heutigen Gebiet Israels gemacht. Bereits vor 10.000 Jahren schon wurden auf Zypern Katzen als Haustiere gehalten, auch hier erfolgte eine gemeinsame Bestattung. In Ägypten wollten viele Menschen auch nach dem Tod nicht auf ihre Haustiere verzichten. Diese wurde mumifiziert und mit ins Grab gegeben. Selbst noch im Mittelalter war die Bestattung von Pferden und Jagdhunden zusammen mit ihrem Herrchen nicht ungewöhnlich. Was spricht also dagegen, dass Tiere nach ihrem Ableben gemeinsam mit Herrchen und Frauchen die letzte Ruhe antreten? Eigentlich überhaupt nichts – selbst die Kirchenverbände erheben hier keinen Einspruch. Warum auch – es sind ja schließlich Gottes Geschöpfe.

Magendrehung beim Hund – Früherkennung rettet Hundeleben

Die Magendrehung beim Hund muss umgehend behandelt werden.

Die Magendrehung ist der Albtraum eines jeden Hundebesitzers. Erkennt man die Warnsignale nicht rechtzeitig, verläuft sie immer tödlich. Und es kann jeden Hund treffen. Für einen Hundebesitzer sollte es daher unerlässlich sein, die wichtigsten Symptome der tödlichen Erkrankung erkennen und deuten zu können. Aber welche Anzeichen sind das genau? Was ist eine Magendrehung eigentlich? Und wie entsteht sie? Sind alle Hunde gleich betroffen oder gibt es Unterschiede? Kann man irgendetwas tun, um seinen Vierbeiner vor einer Magendrehung zu schützen? Weiterlesen

Silvester bedeutet enormen Stress für Haustiere

Morgen Abend werden wieder für rund 130 Millionen Euro Knaller und Raketen gezündet, um das neue Jahr zu begrüßen. Wir feiern zu Hause mit der Familie oder im Freundeskreis ausgelassen und mit guter Stimmung. Silvester hat in manchen Fällen auch seine Schattenseiten: Entweder kommt es zu Verletzungen durch den unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerk oder es kommt durch fehlgeleitete Raketen zu Wohnhausbränden. Nicht zuletzt bedeutet die Knallerei auch für Haustiere enormen Stress, schließlich hören sie viel besser als wir Menschen und nehmen die Knallerei verstärkt wahr. Gegen das Feuerwerk zu Silvester spricht nichts, aber denken Sie zum Jahreswechsel auch mal an Ihr Haustier.

Frühzeitig Gassi gehen – Schrecksituationen vermeiden

Üblicherweise fängt in den Mittgasstunden des Silvestertages schon an vielen Stellen die Knallerei an. Kinder sind mit Böllern ausgestattet und machen mancherorts schon die Straßen unsicher. Sie können sich leicht vorstellen, was es bedeutet, wenn unmittelbar in der Nähe Ihres Hundes beim Gassi gehen ein Böller explodiert. Von diesem Schreck erholt er sich nicht so schnell. Noch schlimmer: Er reißt aus und Sie müssen Ihren Liebling nun suchen. Dabei wird er sich irgendwo verstecken, damit er nichts von dem Lärm mitbekommt. So mancher Hund und auch manche Katze sind an diesem Tag verloren gegangen und erst Tage später wieder aufgetaucht. Richtig problematisch wird es, wenn Ihr Hund aufgeschreckt auf die Straße und vor ein Auto rennt. Den Schaden müssen Sie neben einer eventuellen Tierarztbehandlung müssen Sie auch noch bezahlen. Da macht eine Hundehaftpflichtversicherung schon Sinn, damit unvorhergesehene Schadensereignisse abgesichert sind.

Am Neujahrstag sind die Straßen noch sehr verunreinigt und es wird hier und da noch geböllert. Klar, dass Sie mit Ihrem Hund mal raus müssen, aber achten Sie konkret auf alles, was er beschnüffeln will. Ausgebrannte Böller sind zwar kein Explosionsrisiko, aber die Reste vom Schwarzpulver sind für Ihren Hund sehr schädlich.

Besuch zu Hause oder bei Freunden

Wenn Sie das Haus voller Gäste haben, ist das für Ihren Hund eine ungewöhnliche Situation – vor allem, wenn es dabei etwas lauter zugeht. Das sorgt natürlich auch für Unruhe. Vermeiden Sie in jedem Fall, dass einer Ihrer Gäste im angetrunkenen Zustand mit Ihrem Hund spielen möchte. Das kann gewaltig in die Hose gehen, etwa, wenn Ihr Hund zubeißt, weil er sich bedrängt fühlt. Vermeiden Sie es möglichst, Ihren Hund allein zu Hause zu lassen, wenn Sie auswärts zu Besuch sind. Selbst wenn im Haus die Rollos unten sind, wird Ihr Liebling die Knallerei wahrnehmen und gerät in Unruhe. Vor allem, wenn Sie als Herrchen oder Frauchen nicht dabei sind. Nehmen Sie Ihren Hund ruhig mit, aber schauen Sie regelmäßig nach ihm. Eine fremde Wohnung ist vor der Neugier nicht zwangsläufig sicher, hier und da können leicht fremde Dinge angeknabbert werden. in solchen Fällen ist die Hundehaftpflicht für die Kostenübernahme von Schäden unverzichtbar.

Katzen, Kaninchen und Co – ab ins Haus zu Silvester

Viele Haustiere werden im Freien gehalten oder treiben sich draußen herum. Der Kaninchenstall im Garten, die Katze strömt durch die Nachbarschaft – das müssen Sie zu Silvester vermeiden, damit Ihre Haustiere die Nacht ohne allzu großen Schrecken überstehen. Sorgen Sie für ein sicheres und gemütliches Plätzchen im Haus, ein Behelfsgehege im Keller, das hilft schon weiter. Sorgen Sie für eine normale Geräuschkulisse durch Radios, das ist den meisten Tieren vertraut und dämmt den Lärm von draußen. Das Asyl im Haus sollte am Tag nach Neujahr dann wieder beendet werden können. Es dürfte draußen wieder ruhiger sein.

Risiko Reitstall – Stress für Pferde

Pferde sind vom Wesen her Fluchttiere und neigen zu heftigen Schreckreaktionen, besonders wenn es zu Silvester mal lauter wird. Auf der Weide können Sie schnell einen Elektrozaun durchbrechen, wenn die Panik mit ihnen durchgeht. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Pferd in den Stall kommt Nicht zuletzt gibt es leider genug Chaoten, die Feuerwerk auch auf Tiere abfeuern. Dabei sind neben dem Schrecken auch Verletzungen gut möglich. Sprechen Sie unter Umständen auch ab, ob jemand im Stall regelmäßig nach den Pferden schaut. Im Stall selber können die Geräusche von außen durchaus wahrgenommen werden und für Unruhe sorgen. Nicht zuletzt stellen Silvesterraketen auch ein hohes Feuerrisiko dar. Deshalb ist es notwendig, wenn Sie oder andere Personen regelmäßig vor Ort nach dem Rechten sehen.

Import von Haustieren schafft Probleme für Tierheime

Schon seit Jahren ist der Trend gleichbleibend: Vor allem Hunde und Katzen werden durch private Tierschutzorganisationen aus südeuropäischen Ländern nach Deutschland geholt, um sie hier zu vermitteln. Woanders leben sie auf der Straße oder unter qualvollen Haltungsbedingungen, hier sollen sie ein neues Zuhause finden. Teilweise fallen blauäugige Tierfreunde immer wieder auf Züchter aus Osteuropa herein, die Welpen zu Schleuderpreisen hier auf Autobahnraststäten zum Kauf übergeben. Die Folge: So mancher Tierfreund überschätzt seine Möglichkeiten zur Haltung von Haustieren völligstens. Das Tier landet im Tierheim und verschärft so den Platzmangel, der eh schon besteht.

Vermittlung aus Südeuropa ist oftmals kritisch zu bewerten

Es ist mit der Gesundheit vieler Tiere, die aus Süd- und Osteuropa zu uns kommen, nicht zum Besten gestellt. Oftmals haben die Tiere zuvor unter erbärmlichen Bedingungen ihr Dasein gefristet. Viele Tierfreunde adoptieren ein solches Tier, vor allem Hunde und Katzen, und überschätzen dabei den Aufwand, der nun betrieben werden muss. Einerseits benötigen Hunde und Katzen eine artgerechte Umgebung, andererseits fallen bei erkrankten Tieren regelmäßig Tierarztkosten an. Problematisch sind vor allem die sogenannten Wühltischwelpen: Sie werden aus Osteuropa hier zu Schleuderpreisen feilgeboten und finden auch Absatz. In der Folgezeit stellt sich allerdings heraus, dass die kleinen Vierbeiner alles andere als gesund sind. Teilweise liegen sogar chronische Erkrankungen vor, die eine lebenslange medizinische Versorgung notwendig machen.

Problem: Welpen werden irgendwann mal größer

Seit Jahren schon sind Herdenschutzhunde als Welpen aus Südosteuropa im Trend. Klein, wie die Welpen sind, sehen sie absolut knuffig aus. Problematisch wird es, wenn die Hunde so langsam ihre rassetypische Größe erreichen. Da wird die Sechzig-Quadratmeter-Wohnung auf einmal zu klein. Die Folge: Der Hund muss weg. Teilweise verschätzen sich viele Welpenkäufer auch bei der Hunderasse. Ein Kangal oder Rottweiler als Welpen sind einfach zum knuddeln. Werden sie größer und sind falsch erzogen, werden sie möglicherweise zu einem Risiko hinsichtlich einer möglichen Attacke. Hier haben sich in Nordrhein-Westfalen im Sommer bereits zwei schwere Unfälle ereignet, die gezeigt haben, dass die Hundehalter nicht Herr ihrer Hunde waren. Noch bevor es zu solchen Situationen kommt, ziehen manche Tierfreunde die Reißleine und geben ihren Hund im Tierheim ab. Zu den schon vorhandenen Hunden kommen jetzt eben noch die importierten Vierbeiner hinzu, die auch auf der anderen Seite nicht einfach zu vermitteln sind.