Können Haustiere erben?

Hund auf dem Arm einer Seniorinvon Manfred Weiblen

Wer kennt es nicht aus irgendeinem amerikanischen Spielfilm: Da werden im Todesfall die missliebigen Erben vom Erblasser ausgestochen und stattdessen erbt der Hund mehrere Millionen Euro und darf bis zum Lebzeitende in der Millionärsvilla leben. Was in so manchen Film möglich ist, lässt sich in Deutschland nicht bewerkstelligen. Hierzulande gelten strenge Vorschriften beim Erbrecht und Haustiere können definitiv nicht beerbt werden. Wer also in seinem Testament verfügt, dass der Hund oder die Katze das gesamte Barvermögen bekommen, bewirkt, dass das Testament ungültig wird. Haustiere können lediglich vererbt werden.

Kann das Haustier nach dem Todesfall abgesichert werden?

Herrchen ist verstorben und wohin nun mit Hund, Katze oder Vogel? Wenn die Erben keine Haustiere mögen, dass kann der Vierbeiner oder andere Haustiere schnell im Tierheim landen. Das können Tierfreunde natürlich verhindern. So können Haustierbesitzer verfügen, dass der Hund, die Katze oder sogar das Pferd gegen einen Geldbetrag regelmäßig verpflegt und versorgt werden. Gegenüber des Erben wird verfügt, dass das Haustier bis zum natürlichen Lebensende gepflegt wird, dafür erhält der Erben einen festen Geldbetrag. Das kann natürlich losgelöst vom gesamten zu vererbenden Vermögen erfolgen. Diese Summe wird demnach im Rahmen der Nachlassauseinandersetzung dem Nachlass entnommen.

Können auch außenstehende Personen beerbt werden?

Sind keine Angehörigen vorhanden, die sich um das Haustier kümmern können oder möchten, kann der Erblasser natürlich auch jede andere Personen mit der Pflege des Haustieres betrauen. Dafür wird im Rahmen des Testamentes entweder eine einmalige Summe aus dem Nachlass bereitgestellt oder monatlich von den eigentlichen Erben bezahlt. In der Regel gilt eine solche Verfügung dann bis zum natürlichen Lebensende des Haustieres, das damit auch an den neuen Halter übergeht.

Wie kann die Verpflegung des Haustieres überwacht werden?

Es kann natürlich immer mal passieren, dass der Erbe des Haustieres überdrüssig wird und sich nicht um die Pflege kümmern möchte. Um das zu vermeiden, kann im Vorfeld über das Nachlassgericht ein Testamentsvollstrecker bestellt werden. Dieser überwacht regelmäßig den letzten Willen des Verstorbenen. Kommt der neue Tierhalter seinen testamentarischen Pflichten nicht nach, so muss dieser einen anderen artgerechten Pflegeplatz finden. Die Kosten dafür trägt dann der zuvor beerbte Tierhalter. Es ist also nicht so einfach, sich dieser Verantwortung zu entledigen.

Wie kann das Haustier bestattet werden?

Viele Tierfreunde wünsche sich auch über ihren eigenen Tod hinaus eine würdevolle Bestattung für ihr Haustier, dass sie bis zum Lebensende begleitet haben. Der letzte Gang in die Tierverwertung ist daher kaum ein Gedanke wert. In den Hausmüll dürfen Tiere ebenfalls nicht entsorgt werden. Das Begräbnis im Garten ist natürlich möglich. Bei größeren Hunden ist eine Genehmigung durch das Veterinäramt notwendig. Ist das Haustier durch eine meldepflichtige Krankheit verstorben, ist eine Bestattung im Garten nicht möglich. Liegt das Gartengrundstück in einem von der Behörde ausgewiesenen Wasserschutzgebiet, darf eine Beisetzung im Garten nicht erfolgen. Die Leichengifte können das Grundwasser verunreinigen.

Ist eine gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier möglich?

Der Gedanke, nach dem Tod wieder mit dem geliebten Haustier vereint zu sein, ist für viele Senioren und Tierfreunde sicherlich erfreulich. Leider gibt es in Deutschland kaum Friedhöfe, wo eine gemeinsame Bestattung von Herrchen und Vierbeiner möglich ist. Dennoch: Verschieden Städte und Kirchengemeinden sind auf dem Vormarsch. Essen, Grefrath, Koblenz – in Hamburg wird darüber nachgedacht. Für die Kirchen als Träger von Friedhöfen ist der Gedanke neu, aber nicht abwegig. Schließlich sind Haustiere auch Gottesgeschöpfe und sollten, wenn es nach Herrchen oder Frauchen geht, würdevoll bestattet werden. dazu gibt es in einigen Städten bereits bestimmte Grabfelder, auf denen die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier möglich ist.

Grundsätzlich gilt: Der Mensch muss vorher bestattet worden sein und das Haustier darf nur in einer Urne dem Grab beigesetzt werden. Verstirbt das Haustier noch vor Herrchen oder Frauchen, dann kann es eingeäschert werden. Die Urne darf zu Hause aufbewahrt werden, hier gilt kein Friedhofszwang wie bei den Menschen. Nach dem Tod von Herrchen oder Frauchen kann dann die Urne nach der Beisetzung dem Grad zeitversetzt beigegeben werden. So sind Mensch und Tier im Tod wieder vereint. Diese Bestattung kann natürlich auch testamentarisch verfügt werden.

Der Sommer kommt nur langsam in Gang – Ihre Haustiere brauchen dennoch Schutz gegen Hitze

schwarzer Schnauzer im Wasservon Manfred Weiblen

So wirklich hat uns der Sommer in diesem Jahr noch nicht verwöhnt. Die ersten beiden Juniwochen erinnern eher an den Weltuntergang mit seinen zahlreichen Regengüssen. Wir geben die Hoffnung aber noch nicht auf. Das Wochenende war ja schon mal ein Vorbote auf mehr Sonnenschein. Was in uns Wohlbefinden auslöst, ist für Ihre Haustiere aber nicht immer ein Vergnügen. Sie müssen mit Hitze ganz anders zu echt kommen als wir Zweibeiner. Schließlich können wir uns jederzeit Abkühlung verschaffen.

Wenn sich Katzen zurückziehen, suchen sie die Abkühlung

Ist ihre Katze eher häufig unterwegs und zieht sich in diesen Tagen in kühlere Bereiche der Wohnung zurück? Dann ist ihr draußen vermutlich zu warm und sie sucht ein wenig Entspannung. Wir ziehen uns ja schließlich auch in den Schatten zurück, wenn es uns zu warm wird. Wichtig ist, dass Ihre Katze ausreichend trinkt und Flüssigkeit zu sich nimmt. Stellen Sie ihr mehrmals am Tag frisches Wasser hin. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Katze nicht genug trinkt, dann machen Sie mal den folgenden Test: Greifen Sie in die Nackenfalte und heben Sie Ihre Katze ein wenig an. Bildet sich die Nackenfalte sofort zurück, bekommt Ihre Katze ausreichend Flüssigkeit. Nebenbei: Ihre Katze trinkt nicht zwangsläufig aus dem Napf. Sie wird die unterschiedlichsten Stellen finden, wo sie Flüssigkeit zu sich nimmt. Das reicht von der Blumenvase bis hin zur Gießkanne oder dem Goldfischglas. Darüber hinaus nimmt Ihre Katze mit dem Feuchtfutter auch viel Flüssigkeit auf.

Hunde brauchen permanent Wasser und Rückzugsmöglichkeiten

Hunden macht die Sommerhitze noch mehr zu schaffen als Katzen. Sie können  einerseits nicht schwitzen und werden andererseits von Herrchen und Frauchen oftmals übermäßig strapaziert. Hunde schwitzen lediglich über die Pfoten, darüber hinaus können sie Hitze nur über das Hecheln abgeben. Über die Hautoberfläche können Hunde nicht schwitzen. Achten Sie daher darauf, dass Sie ausgedehnte Spaziergänge in der Sonne vermeiden oder diese in die frühen Morgenstunden oder in den Abend verlegen. Nebenbei ist das laufen auf erwärmten Gehwegen oder heißen Asphalt für Hunde kein Vergnügen. Sie tragen schließlich keine Schuhe, mit denen sie sich gegen die Hitze schützen können.

Hunde gehören nicht ins Auto

Man kann es noch so oft sagen und davor warnen: Das Auto wird bei Sommerhitze für Hunde zur tödlichen  Falle, wenn sie auch nur für kurze Zeit zurück gelassen werden. Dennoch gibt es immer noch Hundehalter, die ihr Tier während eines Einkaufes im Auto zurücklassen. Das der Innenraum Temperaturen von 40 bis 50 Grad entwickeln kann, blenden sie dabei aus, frei nach dem Motto: „Wird schon gut gehen.“ Dann brauchen sie sich aber nicht wundern, wenn im Ernstfall die Polizei vor Ort ist und bereits zur Rettung des Hundes eine Seitenscheibe eingeschlagen hat. Dazu gibt es auch noch eine Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Selbst Pferde leiden unter Sommerhitze

Manche Pferde kommen mit den sommerlichen Temperaturen gut zu Recht, andere Vierbeiner wiederum zieht es in den Schatten. Das Verhalten der Pferde ist hier völlig unterschiedlich. Es versteht sich dabei von selber, dass Aktivitäten, die mit Anstrengungen verbunden sind, nicht unbedingt in den Mittagsstunden vorgenommen werden sollten. Besser sind auch hier – wie beim Gassi gehen mit dem Hund – Ausritte am frühen Morgen oder in den Abendstunden. Auf der Weide selber muss für die Pferde ein Plätzchen zur Verfügung stehen, wohin sie sich bei zu viel Sonneneinstrahlung zurückziehen können. Frisches Wasser sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Das Wasser darf aber nicht eiskalt sein, dadurch wird sonst der Kreislauf belastet und Ihr Pferd gerät nur noch mehr ins Schwitzen. Mitunter tut eine Abkühlung mit dem Wasserschlauch gut. Bitte kühlen Sie Ihr Pferd dabei aber schonend ab: Beginnen Sie bei den Hufen und arbeiten Sie sich an den Beinen hoch. Erst dann werden der Brust- und der Halsbereich abgekühlt. Kaltes Wasser in der Nierengegend ist hingegen nicht gut für Ihr Pferd. Lässt sich Ihr Pferd nicht gerne abspritzen, helfen auch feuchte Handtücher, mit denen Sie Ihr Pferd abreiben. Kontrollieren Sie vor einem Ausritt immer den Sattel, damit dieser nicht noch verkrusteten Schweiß oder Dreck aufweist. Das führt ansonsten zu Scheuerstellen auf dem Rücken Ihres Pferdes.

Hund, Katze, Meerschweinchen und Co – warum tun Haustiere Kindern gut?

Kind mit Hundvon Manfred Weiblen

Wer hat als Eltern nicht schon die Frage mit den eigenen Kindern diskutiert, ob ein Haustier angeschafft werden soll? Irgendwann wird in jeder Familie bei den Kindern der Wunsch nach einem Meerschweinchen, Hund oder einfach nur Wellensittich zum Thema. Für Kinder können Haustiere, wenn alle Voraussetzungen stimmen, gute Begleiter und auch sogar pädagogisch wertvoll sein. Schließlich bringt ein Haustier viel Abwechslung. Während Eltern da in der Regel nur an die Kosten und den Zeitaufwand für Pflege denken, sind Kinder da eher unkompliziert. Eine optimale Haustierhaltung ist nur dann möglich, wenn der Nachwuchs sich vollständig darüber im Klaren ist, welche Aufgaben da kommen werden. Ein Haustier ist ja nicht nur zu Besuch, sondern ein dauerhafter Mitbewohner.

Verträgt Ihr Kind Haustiere?

Die Frage mag vielleicht komisch klingen, aber im heutigen Zeitalter leiden viele Kindern an Allergien. Dabei spielen nicht nur Umwelteinflüsse eine Rolle. Ist Ihr Kind beispielsweise allergisch gegen Tierhaare, sind Hund, Katze und Co sicher nicht die geeignetsten Hausbewohner. Hinzu kommt, dass natürlich nicht nur die Kinder, sondern auch Eltern oder Geschwister nicht allergisch auf die tierischen Hausbewohner reagieren. Was nützt das schönste und liebste Tier in Haus, wenn Papa, Mama oder der große Bruder ständig mit geröteten Augen und unter Niesen fortan ihr Dasein fristen müssen. Zudem muss das Alter der Kinder einfach passen. Ein Dreijähriger wird einen Hund sicherlich lieben, aber es auch manchmal zu dolle mit ihm treiben. Die Folge: Ein Biss ist unvermeidlich und schon war es der böse Hund Schuld. Das funktioniert so nun einmal nicht.

Welches Haustier ist geeignet für Ihr Kind?

Viele Eltern schaffen zum Ausprobieren zunächst ein kleines Haustier an. Das kann ein Hamster sein, aber auch Kaninchen oder Hasen stehen hier hoch im Kurs. Diese Tiere scheinen pflegeleicht zu sein, muss doch lediglich der Käfig regelmäßig gereinigt und das Tier gefüttert werden. Gassi gehen wie mit Hunden ist hier nicht notwendig. Allerdings neigen viele Kinder dazu, das kleine Haustier wie ein Spielzeug zu betrachten. Ihr Kind kann und sollte den Hamster oder das Meerschweinchen nicht dauerhaft bespielen und schon gar nicht mit sich herumtragen oder zu sehr vor Liebe drücken. Das widerspricht der Natur dieser Nager und sie können dadurch sehr leicht in Unruhe verfallen. Die Folge: Die Haustiere neigen dazu, bissig zu werden. Das ist schließlich die einzig mögliche Abwehrreaktion.

Haustiere sind eine Familienaufgabe

Wenn der Entschluss gefasst ist, einen tierischen Hausgenossen zu beschaffen, muss die Rollen- und Aufgabenverteilung klar geregelt sein. Vor allem in der Erziehung gelten für alle Familienmitglieder die gleichen Regeln. Es funktioniert nicht, wenn Papa klare Anweisungen dem Hund erteilt und hinten rum der Sohnemann mit einer Handvoll Leckerlis diese Erziehungsmaßnahmen unbewusst sabotiert. Das Füttern, das Gassi gehen bei Hunden, die Käfigreinigung oder einfach nur das Einkaufen von Futter: Wer übernimmt welchen Part innerhalb der Familie? Klar, wenn die Kinder sich ein Haustier wünschen, müssen sie auch mit ran – auch wenn der Käfig oder das Katzenklo noch so unangenehm riechen. Das gehört aber dazu und trägt dazu bei, dass Kinder Verantwortung übernehmen und auch darin einen regelmäßigen Rhythmus finden.

Wie sieht es mit dem Platz im Haus aus?

Wo findet sich ein Plätzchen zum Schlafen für den Hund. In welchem Zimmer kann der Käfig für das Meerschweinchen aufgestellt werden? Jede Menge Fragen, die Sie sich auf alle Fälle vor der Anschaffung stellen müssen. Es bringt beispielsweise nichts, wenn Sie den Hamsterkäfig im Kinderzimmer unterbringen, damit Ihr Nachwuchs dem kleinen Hausgenossen nahe ist. Hamster sind nachtaktiv und werden dadurch den Schlaf Ihrer Kinder empfindlich stören. Ebenso können Hasen, Kaninchen und Meerschweinchen in der Nacht für Unruhe sorgen. Wenn Ihnen also an Ihrem Schlaf gelegen ist, müssen Sie dafür einen anderen Platz suchen. Für Katzen wird eine abwechslungsreiche Umgebung benötigt. Kletterbaum, Kratzbaum und viel Spielzeug ist notwendig, damit es dem Stubentiger nicht langweilig wird. Schließlich möchten Sie ja nicht, dass Ihre Katze ihre Krallen an der Tapete wetzt. Für Hunde ist ein gemütliches und warmes Plätzchen, vor allem in der kalten Jahreszeit notwendig. Hier kann er sich zurückziehen, ausruhen du auch schlafen. Wichtig ist dabei immer: Haustiere gehören nicht ins Bett Ihrer Kinder. Es sind schließlich keine Kuscheltiere. Zumal sollte der hygienische Aspekt dabei auch eine Rolle spielen.

Die Bindung zu einem Haustier – was müssen Sie als Eltern beachten?

Tiere werden nun einmal nicht so alt wie wir Menschen. Da kann es mitunter der Fall sein, dass das geleibte Haustier schon in jungen Kinderjahren verstirbt und dann ist die Trauer groß. Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber: Ein Hamster ist vielleicht niedlich und possierlich, aber die Lebenserwartung ist relativ niedrig im Vergleich von zum Beispiel Katzen oder Hunden. Zudem vertragen Hunde und Katzen weitaus mehr Zuneigung als kleine Nager. Zu größeren Tieren können Kinder eine wesentlich bessere Bindung aufbauen und mit ihnen viel mehr aktiv sein. Das fängt schon beim Spielen an. Bälle sind da einfachste Spielzeuge und für Hunde und Katzen gleichermaßen interessant. Übrigens: Nicht jede Familie bleibt auf Dauer zusammen. Die Trennung von Vater oder Mutter ist für Kinder eine sehr emotionale Angelegenheit. Das kann aber durch das vorhandene Haustier kompensiert werden, wenn bereits eine gute Beziehung zu dem tierischen Hausgenossen besteht. Somit tragen Haustiere auch dazu bei, in bestimmten Situation Stress abzufedern und zu beruhigen.

Wenn Haustiere mit ins Grab dürfen

Urne für HaustiereVon Manfred Weiblen

Für viele Menschen sind Haustiere wie ein Familienmitglied. Besonders ältere Menschen möchten nicht auf die Nähe von Hunden, Katzen oder Vögel verzichten. Sie bringen Lebensfreude in den oft tristen Alltag und sorgen somit für ein bisschen Abwechslung. Selbst wenn die Rente nicht immer zum Leben reicht, das Haustier bleibt an der Seite von Herrchen und Frauchen. Der Tod eines Haustieres ist für diese Menschen eine schwierige Zeit, vor allem für allein stehende Menschen. Da wird das Geld zusammengekratzt, um den Hund, der Katze oder dem Hasen einzuäschern und in einer Urne aufzubewahren. Die Liebe zu Haustieren geht so weit, dass viele Menschen mittlerweile ihren Liebling nach dem eigenen Ableben mit ins Grab nehmen.

Bistum Aachen stimmt Tierbestattung zu

Vor kurzem ist ein Rentner in Grefrath (Nordrhein-Westfalen) verstorben. Sein Dackel Muck ist bereits vor ihm gegangen und wurde von seinem Herrchen eingeäschert und in einer Urne aufbewahrt. Nun hat das Bistum Aachen einer gemeinsamen Bestattung zugestimmt. Eine entsprechende Änderung wurde in der Satzung des katholischen Friedhofes im Ortsteil Mühlhausen zugestimmt. Die Beisetzung findet allerdings nicht zeitgleich statt, die Urne des Dackels wird zeitversetzt dem Grab beigegeben. Nach den Bestimmungen des Landes Nordrhein-Westfalen dürfen Haustiere nur eingeäschert im Grab beigesetzt werden. Darüber hinaus hat sich auch das Bistum Köln geäußert, man werde sich mit der Grabbeigabe von Haustieren befassen. Schön für den Rentner – er hatte bei seinem Ableben die Gewissheit, dass sein treuer Vierbeiner mit ihm wieder vereint wird.

In Nordrhein-Westfalen wurde Friedhöfe für Mensch und Tier im Juni 2015 genehmigt

Die rot-grüne Landesregierung hat im Juni 2015 der gemeinsamen Beisetzung von Menschen und ihren Haustieren zugestimmt. Nach eingehender Prüfung des Bestattungsgesetzes wurde grünes Licht gegeben. Der erste Mensch-Tier-Friedhof entstand in Essen. Auf einem abgegrenzten Teil des Friedhofes in Frintrop wurde ein Grabfeld geschaffen. In den sogenannten Freundschaftsgräber können die Urnen beigesetzt werden. Insgesamt sechs Urnen, davon maximal zwei für Menschen, finden in den Freundschaftsgräbern Platz. Auch hier gilt aber: Eine gemeinsame Trauerfeier wird es nicht geben. Das Haustier wird als Grabbeigabe später beigesetzt. Ebenso muss zuvor die getrennte Einäscherung erfolgt sein. Durch die Gesetzesänderung können in Nordrhein-Westfalen auch andere Friedhofsträger die Beisetzung von Haustieren und Herrchen und Frauchen ermöglichen.

Zuspruch in der Bevölkerung für die gemeinsame Bestattung

Es schadet niemanden, wenn das Haustier mit Herrchen oder Frauchen ins Grab geht. Schließlich werden die Haustiere dafür ja nicht extra getötet. Wir leben in einem Land mit Religionsfreiheit und Tiere sind ja schließlich auch von Gott erschaffen worden. So äußern sich viele Menschen zu diesem Thema. Bei einer Umfrage einer Hamburger Zeitung kam es bei rund 1.000 Stimmen zu einem deutlichen Zuspruch. Immer rund 87 Prozent aller Umfrageteilnehmer hielten die gemeinsame Bestattung für eine gute Idee. Warum sollen Haustiere, die ihrem Herrchen und Frauchen im Alltag stets eine große Bereicherung waren, im Tod von ihnen getrennt werden.

Dritter Mensch-Tier-Friedhof soll in Forst (Brandenburg) entstehen

Bislang gibt es in Deutschland zwei Mensch-Tier-Friedhöfe, in Essen und in Braubach bei Koblenz. In Forst in der Lausitz soll nun ein dritter Friedhof hinzukommen. Der Hauptfriedhof dort hat eine Fläche von 15 Hektar. Die Lücken wurden durch den sich ändernden Bestattungsgeist immer größer. Ein Umdenken war erforderlich. Ein Teil der freien Fläche soll nun für die gemeinsame Bestattung von Menschen und Tieren genutzt werden. Hier wird das Haustier ebenfalls eingeäschert in einer Urne dem Grab von Herrchen und Frauchen beigesetzt.

Die Bestattung von Haustieren ist archäologisch belegt

Bereits vor 12.000 Jahren wurde Haustieren gemeinsam mit dem Menschen beigesetzt. Entsprechende Funde wurden von Archäologen auf dem heutigen Gebiet Israels gemacht. Bereits vor 10.000 Jahren schon wurden auf Zypern Katzen als Haustiere gehalten, auch hier erfolgte eine gemeinsame Bestattung. In Ägypten wollten viele Menschen auch nach dem Tod nicht auf ihre Haustiere verzichten. Diese wurde mumifiziert und mit ins Grab gegeben. Selbst noch im Mittelalter war die Bestattung von Pferden und Jagdhunden zusammen mit ihrem Herrchen nicht ungewöhnlich. Was spricht also dagegen, dass Tiere nach ihrem Ableben gemeinsam mit Herrchen und Frauchen die letzte Ruhe antreten? Eigentlich überhaupt nichts – selbst die Kirchenverbände erheben hier keinen Einspruch. Warum auch – es sind ja schließlich Gottes Geschöpfe.

Silvester bedeutet enormen Stress für Haustiere

Morgen Abend werden wieder für rund 130 Millionen Euro Knaller und Raketen gezündet, um das neue Jahr zu begrüßen. Wir feiern zu Hause mit der Familie oder im Freundeskreis ausgelassen und mit guter Stimmung. Silvester hat in manchen Fällen auch seine Schattenseiten: Entweder kommt es zu Verletzungen durch den unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerk oder es kommt durch fehlgeleitete Raketen zu Wohnhausbränden. Nicht zuletzt bedeutet die Knallerei auch für Haustiere enormen Stress, schließlich hören sie viel besser als wir Menschen und nehmen die Knallerei verstärkt wahr. Gegen das Feuerwerk zu Silvester spricht nichts, aber denken Sie zum Jahreswechsel auch mal an Ihr Haustier.

Frühzeitig Gassi gehen – Schrecksituationen vermeiden

Üblicherweise fängt in den Mittgasstunden des Silvestertages schon an vielen Stellen die Knallerei an. Kinder sind mit Böllern ausgestattet und machen mancherorts schon die Straßen unsicher. Sie können sich leicht vorstellen, was es bedeutet, wenn unmittelbar in der Nähe Ihres Hundes beim Gassi gehen ein Böller explodiert. Von diesem Schreck erholt er sich nicht so schnell. Noch schlimmer: Er reißt aus und Sie müssen Ihren Liebling nun suchen. Dabei wird er sich irgendwo verstecken, damit er nichts von dem Lärm mitbekommt. So mancher Hund und auch manche Katze sind an diesem Tag verloren gegangen und erst Tage später wieder aufgetaucht. Richtig problematisch wird es, wenn Ihr Hund aufgeschreckt auf die Straße und vor ein Auto rennt. Den Schaden müssen Sie neben einer eventuellen Tierarztbehandlung müssen Sie auch noch bezahlen. Da macht eine Hundehaftpflichtversicherung schon Sinn, damit unvorhergesehene Schadensereignisse abgesichert sind.

Am Neujahrstag sind die Straßen noch sehr verunreinigt und es wird hier und da noch geböllert. Klar, dass Sie mit Ihrem Hund mal raus müssen, aber achten Sie konkret auf alles, was er beschnüffeln will. Ausgebrannte Böller sind zwar kein Explosionsrisiko, aber die Reste vom Schwarzpulver sind für Ihren Hund sehr schädlich.

Besuch zu Hause oder bei Freunden

Wenn Sie das Haus voller Gäste haben, ist das für Ihren Hund eine ungewöhnliche Situation – vor allem, wenn es dabei etwas lauter zugeht. Das sorgt natürlich auch für Unruhe. Vermeiden Sie in jedem Fall, dass einer Ihrer Gäste im angetrunkenen Zustand mit Ihrem Hund spielen möchte. Das kann gewaltig in die Hose gehen, etwa, wenn Ihr Hund zubeißt, weil er sich bedrängt fühlt. Vermeiden Sie es möglichst, Ihren Hund allein zu Hause zu lassen, wenn Sie auswärts zu Besuch sind. Selbst wenn im Haus die Rollos unten sind, wird Ihr Liebling die Knallerei wahrnehmen und gerät in Unruhe. Vor allem, wenn Sie als Herrchen oder Frauchen nicht dabei sind. Nehmen Sie Ihren Hund ruhig mit, aber schauen Sie regelmäßig nach ihm. Eine fremde Wohnung ist vor der Neugier nicht zwangsläufig sicher, hier und da können leicht fremde Dinge angeknabbert werden. in solchen Fällen ist die Hundehaftpflicht für die Kostenübernahme von Schäden unverzichtbar.

Katzen, Kaninchen und Co – ab ins Haus zu Silvester

Viele Haustiere werden im Freien gehalten oder treiben sich draußen herum. Der Kaninchenstall im Garten, die Katze strömt durch die Nachbarschaft – das müssen Sie zu Silvester vermeiden, damit Ihre Haustiere die Nacht ohne allzu großen Schrecken überstehen. Sorgen Sie für ein sicheres und gemütliches Plätzchen im Haus, ein Behelfsgehege im Keller, das hilft schon weiter. Sorgen Sie für eine normale Geräuschkulisse durch Radios, das ist den meisten Tieren vertraut und dämmt den Lärm von draußen. Das Asyl im Haus sollte am Tag nach Neujahr dann wieder beendet werden können. Es dürfte draußen wieder ruhiger sein.

Risiko Reitstall – Stress für Pferde

Pferde sind vom Wesen her Fluchttiere und neigen zu heftigen Schreckreaktionen, besonders wenn es zu Silvester mal lauter wird. Auf der Weide können Sie schnell einen Elektrozaun durchbrechen, wenn die Panik mit ihnen durchgeht. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Pferd in den Stall kommt Nicht zuletzt gibt es leider genug Chaoten, die Feuerwerk auch auf Tiere abfeuern. Dabei sind neben dem Schrecken auch Verletzungen gut möglich. Sprechen Sie unter Umständen auch ab, ob jemand im Stall regelmäßig nach den Pferden schaut. Im Stall selber können die Geräusche von außen durchaus wahrgenommen werden und für Unruhe sorgen. Nicht zuletzt stellen Silvesterraketen auch ein hohes Feuerrisiko dar. Deshalb ist es notwendig, wenn Sie oder andere Personen regelmäßig vor Ort nach dem Rechten sehen.

Import von Haustieren schafft Probleme für Tierheime

Schon seit Jahren ist der Trend gleichbleibend: Vor allem Hunde und Katzen werden durch private Tierschutzorganisationen aus südeuropäischen Ländern nach Deutschland geholt, um sie hier zu vermitteln. Woanders leben sie auf der Straße oder unter qualvollen Haltungsbedingungen, hier sollen sie ein neues Zuhause finden. Teilweise fallen blauäugige Tierfreunde immer wieder auf Züchter aus Osteuropa herein, die Welpen zu Schleuderpreisen hier auf Autobahnraststäten zum Kauf übergeben. Die Folge: So mancher Tierfreund überschätzt seine Möglichkeiten zur Haltung von Haustieren völligstens. Das Tier landet im Tierheim und verschärft so den Platzmangel, der eh schon besteht.

Vermittlung aus Südeuropa ist oftmals kritisch zu bewerten

Es ist mit der Gesundheit vieler Tiere, die aus Süd- und Osteuropa zu uns kommen, nicht zum Besten gestellt. Oftmals haben die Tiere zuvor unter erbärmlichen Bedingungen ihr Dasein gefristet. Viele Tierfreunde adoptieren ein solches Tier, vor allem Hunde und Katzen, und überschätzen dabei den Aufwand, der nun betrieben werden muss. Einerseits benötigen Hunde und Katzen eine artgerechte Umgebung, andererseits fallen bei erkrankten Tieren regelmäßig Tierarztkosten an. Problematisch sind vor allem die sogenannten Wühltischwelpen: Sie werden aus Osteuropa hier zu Schleuderpreisen feilgeboten und finden auch Absatz. In der Folgezeit stellt sich allerdings heraus, dass die kleinen Vierbeiner alles andere als gesund sind. Teilweise liegen sogar chronische Erkrankungen vor, die eine lebenslange medizinische Versorgung notwendig machen.

Problem: Welpen werden irgendwann mal größer

Seit Jahren schon sind Herdenschutzhunde als Welpen aus Südosteuropa im Trend. Klein, wie die Welpen sind, sehen sie absolut knuffig aus. Problematisch wird es, wenn die Hunde so langsam ihre rassetypische Größe erreichen. Da wird die Sechzig-Quadratmeter-Wohnung auf einmal zu klein. Die Folge: Der Hund muss weg. Teilweise verschätzen sich viele Welpenkäufer auch bei der Hunderasse. Ein Kangal oder Rottweiler als Welpen sind einfach zum knuddeln. Werden sie größer und sind falsch erzogen, werden sie möglicherweise zu einem Risiko hinsichtlich einer möglichen Attacke. Hier haben sich in Nordrhein-Westfalen im Sommer bereits zwei schwere Unfälle ereignet, die gezeigt haben, dass die Hundehalter nicht Herr ihrer Hunde waren. Noch bevor es zu solchen Situationen kommt, ziehen manche Tierfreunde die Reißleine und geben ihren Hund im Tierheim ab. Zu den schon vorhandenen Hunden kommen jetzt eben noch die importierten Vierbeiner hinzu, die auch auf der anderen Seite nicht einfach zu vermitteln sind.

Denken Sie in der Weihnachtszeit auch an Ihre Haustiere – Sicherheit geht vor

Wir stehen kurz vor dem zweiten Advent und in knapp zwei Wochen ist Heiligabend. Fahren Sie über die Feiertage weg? Sicherlich haben Sie sich viele Gedanken gemacht, damit es ein unvergessliches Weihnachtsfest wird. Denken Sie zu Weihnachten an Ihre Haustiere? Vor allem für Hunde und Katzen ist die Weihnachtszeit schon etwas Ungewöhnliches – schließlich prangt im Wohnzimmer einer großer Baum, der dazu auch noch mit allerlei bunten und leuchtenden Dingen behängt ist. Das weckt Neugier, die Risiken birgt. Was müssen Sie beachten, damit es für Ihr Haustier und für Sie zu unangenehmen Überraschungen kommt?

Weihnachtsdeko ist für Haustiere giftig

Der Weihnachtsstern gehört mit seiner kräftigen roten Farbe unbedingt in die Wohnung. Ihn gibt es in allen Variationen – mit Goldstaub oder Schnee. Der Weihnachtsstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen und ist in allen Bestandteilen giftig für Ihre Haustiere. Der weiße Milchsaft stellt ein hohes Risiko dar. Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze daran geknabbert hat, sollte Ihr Liebling viel trinken, um die Gifte im Magen zu verdünnen. Es kommt Natürlich ungelegen, wenn Sie zu Weihnachten mit Ihrem Vierbeiner zum Tierarzt müssen, aber die Gesundheit geht vor. Übrigens, im Zimmer aufgehängte Dekoration oder Mistelzweige, die unter der Zimmerdecke hängen, sind für Vögel pures Gift. Zumal sie sich darin sogar verfangen können. Schließlich gehören solche Dinge im Laufe des Jahres ja nicht zum häuslichen Lebensraum.

Brandgefahr bei Kerzen am Adventskranz oder im Weihnachtsbaum

Echte Kerzen stellen grundsätzlich ein Feuerrisiko dar. Zwar wird in den wenigsten Haushalten der Weihnachtsbaum mit echten Kerzen dekoriert, aber für Hunde und Katzen ist das ein Schauspiel, das neugierig macht. Deshalb darf ein Weihnachtsbaum mit Echtkerzen niemals unbeaufsichtigt bleiben. Sie sollten hier besser auf Lichterketten zurückgreifen. Diese gibt es mittlerweile auch mit Batteriebetrieb, so dass auch die Gefahr eines Kurzschlusses bei einer defekten Kette ausgeschlossen werden kann. Den Adventskranz können Sie auf einer feuerfesten Unterlage auf dem Tisch platzieren. So bleibt der Schaden gering, wenn Ihre Katze mal auf den Tisch springt und eine Kerze umstößt. Besser ist, wenn Sie die Kerzen grundsätzlich löschen, wenn Sie sich nicht dauerhaft im betreffenden Raum aufhalten. Dazu kommt, dass Kerzen beim Beschnuppern schon ein echtes Unfallrisiko für Haustiere darstellen. Sicherlich wird die Hitze der Flamme allzu neugierigen Fellnasen von einer genaueren Untersuchung abhalten. Es ist aber nicht auszuschließen, dass mal mit der Pfote nach der Flamme geschlagen wird. Verbrennungen – auch im kleinen Umfang – sind somit möglich.

Weihnachtsbesuche sind Stress für Haustiere

In der Regel werden die Feiertage auch dazu genutzt, um die Verwandten zu besuchen. Wenn Sie Ihren Hund mitnehmen, denken Sie immer daran, dass viele Personen in einer Wohnung auf nicht allzu großem Raum Stress für Ihren Hund bedeuten kann. Sofern er es gewohnt, mal für zwei bis drei Stunden zu Hause zu bleiben, dann lassen Sie ihn dort. Er kann dabei praktischerweise auch aufs Haus aufpassen, da in der Weihnachtszeit selbst die Einbrecher sich keine Auszeit gönnen und ein Auge darauf haben, wo die Hausbesitzer nicht zu Hause sind. Haben Sie für Ihren Hund eine Hundehaftpflichtversicherung? Diese ist dann notwendig, wenn Sie Ihren Hund doch mitnehmen und er in der Aufregung beim Gastgeber einen Schaden verursacht. Dafür kommt die Hundehaftpflicht auf.

Das Christkind kommt auch zu Hund und Katze

In den meisten Familien ist der Hund oder die Katze ein fester Bestandteil des Familienlebens. Natürlich bekommen die Vierbeiner auch etwas vom Christkind oder Weihnachtsmann. Achten Sie bei der Auswahl des Geschenkes aber darauf, dass es artgerecht ist. Eine Weihnachtsmannmütze mit blinkenden Lichtern gehört sicherlich nicht dazu. Vielmehr gibt es im Zoofachhandel Spielzeuge, die zum Herumtollen, Klettern und Herumkauen einladen. Diese sind wesentlich besser geeignet, als das Handtäschchen, um kleine Hunderassen darin spazieren zu tragen. Auf dem Gabentisch finden sich zumeist auch Teller mit Süßigkeiten für die Kinder. Hier sollten Sie aber tunlichst darauf verzichten, Ihrer Katze oder dem Hund davon etwas zuzustecken. Süßigkeiten sind nun mal nicht artgerecht und vor allem Schokolade birgt mit dem Inhaltsstoff Theobromin ein tödliches Risiko beim Verzehr der Leckereien.

Haustiere eignen sich nicht als Weihnachtsgeschenk

Zum guten Schluss noch ein Appell an Sie als Eltern: Geben Sie dem Drängen Ihrer Kinde beim Wunsch nach einem Haustier nicht nach. Haustiere für Kinder setzen eine gute Vorbereitung voraus. Da fängt schon mit der Platzfrage an und endet möglichweise mit dem Problem, ob eines der Kinder nicht etwa gegen Hunde- oder Katzenhaare allergisch ist. Mal eben so ein Haustier anschaffen funktioniert nicht. Es landen vor allem nach den Feiertagen viele Haustiere wieder im Tierheim, weil die Möglichkeiten zur Unterbringung, Versorgung und Betreuung unterschätzt wurden. Denken Sie daran, dass ein Haustier unter Umständen nur ein sehr kurzzeitiges Interesse bei Ihren Kindern auslöst und Sie damit am Ende mehr Verantwortung tragen und Aufwand betrieben müssen, als es Ihnen lieb ist. Dann lassen Sie lieber direkt die Finger davon – auch zum Wohle des Tieres.

Kinder und Haustiere – wie sieht es mit dem Wunschzettel für Weihnachten aus?

Noch knapp sechs Wochen bis Weihnachten. Wir freuen uns gemeinsam auf die bevorstehende Adventszeit und die Feiertage mit der Familie. Vor allem unsere Kinder schmieden jetzt schon Pläne, welche Geschenke der Weihnachtsmann oder das Christkind bringen soll. Neben den klassischen Spielzeugen oder Unterhaltungselektronik steht bei vielen Kindern ein Haustier weit oben auf dem Wunschzettel. Gehen Sie als Eltern diesen Wünschen nach? Planen Sie schon im Vorfeld, wie etwa ein Hund, eine Katze oder Goldfische versorgt werden, damit die Kinder nicht schon nach einer Woche das Interesse daran verlieren?

Viele Haustiere sind Spontankäufe – Weihnachten ist oftmals der Anlass dazu

Ein Haustier zu besitzen bedeutet viel Verantwortung. Mal eben so den Wünschen der Kinder nachgeben, nur damit Weihnachten gerettet ist, kann erheblich daneben gehen. Sie müssen mit Ihren Kindern vor der Anschaffung alle Vor- und Nachteile besprechen und den Kindern auch damit deutlich machen, welche Verantwortung ein Haustier bedeutet. Es ist mal eben nicht damit getan, die Katze oder den Hund zu packen und mit ihm zu kuscheln. Es gibt nun einmal Momente, in denen die Tiere so gar keine Lust darauf haben und dann ist natürlich die Enttäuschung groß, weil vor allem kleine Kinder diese Ablehnung nicht verstehen. Im Kindergartenalter ist der Nachwuchs noch deutlich mit der Pflege und Fütterung überfordert. Hier sind die Eltern weitestgehend noch selber gefragt.

Mit sieben bis acht Jahren können Kinder selber sich um ein Haustier kümmern – aber immer noch unter Anleitung der Eltern. Hingegen sind zwölfjährige Kinder schon in der Lage, selbstständig Verantwortung für ihren Vierbeiner zu übernehmen, die Verantwortung bleibt aber letztendlich bei den Eltern. Vor allem beim Kauf eines Hundes muss immer berücksichtigt werden, dass neben der Hundesteuer auch noch die Kosten für eine Hudenhaftpflichtversicherung unumgänglich sind. Schließlich kann selbst ein kleiner Hund einen Schaden verursachen, für den Sie als Eltern letztendlich in der Haftung stehen. Das gilt auch dann, wenn Ihr Kind mit dem Hund Gassi geht. Ohne Hundehaftpflicht bleibt jeder Schaden an Ihnen hängen.

Welche Haustiere eignen sich am ehesten für Ihre Kinder

Meerschweinchen, Hamster und Kaninchen sind beliebte Tiere. Klar, wenn sie mit ihren Knopfaugen durch die Gegend schauen, muss man sie einfach knuddeln. Das kann aber durchaus zu einem Problem werden. Natürlich lieben Kinder ihr Haustier und möchten regelmäßig mit ihm schmusen. Viele Nagetiere sind eher nachtaktiv und schlafen tagsüber. Das kann es natürlich vorkommen, dass das Meerscheinchen ungehalten reagiert, wenn es aus dem Käfig genommen und auf dem Arm herumgetragen wird. Die Folge – es kann zubeißen und Ihr Kind versteht nicht warum.

Hunde und Katzen – optimal für Kinder

Hunde und Katzen sind da von ihrem Wesen her schon einfacher zu handhaben. Katzen können durchaus auch mal auf sich allein gestellt sein und sind relativ pflegeleicht. Natürlich muss auch mal das Katzenklo gereinigt werden, dass lässt sich aber innerhalb der Familie auf alle Schultern verteilen. Wichtig ist bei Katzen: Sie haben ihren eigenen Kopf. Wenn die Kinder schmusen wollen, heißt das noch lange nicht, dass die Katze das auch möchte. Hunde sind dafür wesentlich mehr auf die Personen im Haushalt bezogen. Er bleibt nicht gern allein. Das muss natürlich im Vorfeld geklärt werden, wenn beispielsweise beide Elternteile berufstätig sind. Sicherlich, von klein auf kann man Hunde dazu erziehen, dass sie auch mal vier, fünf Stunden allein bleiben. Wichtig ist aber dabei, dass sie einen entsprechenden Rückzugsort in der Wohnung oder im Haus haben, wo sie sich ausruhen können.

Bewegung braucht Ihr Hund dann, wenn er mal vor die Tür muss oder Gassi gehen will. Zwei bis drei Stunden Zeit müssen Sie dabei schon im Laufe des Tages investieren. Nachmittags können sich die Kinder hier aber sicherlich gut einbringen. Denken Sie aber immer daran, dass für die Katze in der Wohnung genug Platz für eine Spielmöglichkeit, etwa ein Kratzbaum bleibt. Sonst können Sie sich irgendwann von Ihren Tapeten verabschieden. Größere Hunde in einer Mietwohnung zu halten, ist schon grenzwertig. Hier müssen Sie je nach Wohnsituation auch bei der Anschaffung des Hundes auf die Rasse achten. Eine Deutsche Dogge ist mit Sicherheit nicht geeignet für eine kleine Drei-Zimmer-Wohnung. Sie möchten ja schließlich – und auch Ihre Kinder – eine langfristige Bindung zu Ihrem Haustier aufbauen. Diese soll ja nicht unbedingt an den Platzverhältnissen scheitern.

Tierhaare und Allergien

Das Haustiere Überträger von Krankheiten sein können, dürfte Ihnen nicht fremd sein. Bevor Sie einen Hund oder Katze anschaffen, sollten Sie prüfen, ob Sie oder Ihre Kinder nicht etwa gegen die Tierhaare allergisch sind. Was bringt es, wenn Ihr Sohn kurz nach der Anschaffung des Vierbeiners nur noch mit Atemwegsproblemen zu kämpfen hat. Das bringt für beide Seiten nichts. Klären Sie auch mit Ihren Kindern ab, dass Haustiere auch einen Abwehrmechanismus haben, der sich üblicherweise durch Beißen oder Kratzen äußert. Wird das Spiel mit Hund, Katze und Co zu dolle, kann es auch mal rote Striemen hageln. Somit sind Haustiere, die gerade schlafen, sich ausruhen oder vor allem fressen, absolut tabu.

Gesundheitsboom bei Haustieren – Tierfreunde investieren Milliarden in die tierärztliche Versorgung

Hund beim TierarztDas sind schon starke Zahlen, die aus einer Studie der Universität Göttingen hervorgehen: Im Jahr 2013 investierten die Bundesbürger mehr als zwei Milliarden Euro in die Gesunderhaltung ihrer Haustiere, hinzu kamen noch rund 500 Millionen Euro für Medikamente. Damit zeigt sich: Die Gesundheitsversorgung für Haustiere in Deutschland boomt. Viele Tierfreunde würden ihr letztes Hemd dafür geben, damit es ihrem Vierbeiner, Vogel oder auch Reptil gesundheitlich gut geht und lange lebt. Kein Wunder, die Bindung zu Haustiere ist stärker denn je.

Viele Haustiere gehören zur Familie

Anders als noch vor 20 Jahren gehören mittlerweile viele Haustiere fest zum Familienkreis. Ohne sie läuft nichts, Hunde werden mit den Urlaub genommen, manche Tierfreunde feiern den Geburtstag ihres Lieblings und nach dem Tod kennt die Fürsorge und Liebe auch keine Grenzen. Die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier wird immer häufiger ermöglicht. Eine feste emotionale Bindung, die sich da in den letzten Jahren aufgebaut hat. Nebenbei: für viele alleinstehende Menschen ist das Haustier, in den meisten Fällen der Hund oder die Katze, der einzige Bezugspunkt. Diese Menschen unternehmen so gut wie alles, damit ihr Hund oder die Katze möglichst lange bei ihnen bleibt.

Mehr als 28 Millionen Haustiere in Deutschland

Die Zahl wächst jährlich und mit ihr der Aufwand zur Gesunderhaltung der Haustiere. Allein zwölf Millionen Katzen und sieben Millionen Hunde werden in Deutschland gehalten. Noch vor 20 Jahren haben Krankheiten wie Diabetes oder Allergien kaum einen Tierhalter dazu bewegt, eine längere tierärztliche Behandlung vornehmen zu lassen und diese auch noch zu bezahlen. Heute sieht das anders aus: Wo eine Behandlung Sinn macht, greifen Herrchen und Frauchen gerne ins Portmonee. Mitunter erreichen aufwendige Behandlungen oder sogar Operation vierstellige Beträge. Aber was wären wir ohne unser Haustier. Demzufolge erfolgt für den tierischen Liebling eine genauso aufwendige Behandlung wie auch für jedes andere menschliche Mitglied der Familie. Nur: Für uns Menschen leistet in der Regel die Gesetzliche Krankenversicherung oder die Private Krankenversicherung. Wer trägt die Kosten für die medizinische Versorgung von Haustieren?

Tierkrankenversicherung für Hund, Katze und Pferd

Eine Kolikoperation beim Pferd, eine Magendrehung beim Hund oder eine Vergiftung der Katze – eine lebensbedrohliche Situation ist eingetreten. Und nun? Es bleibt keine Zeit zum Überlegen, schließlich steht das Leben des Haustieres an vorderster Stelle. So mancher Tierfreund muss sich nach gelungener Operation oder Behandlung nun um die Bezahlung der Tierarztkosten kümmern. Das ist nicht immer einfach, auch wenn viele Tierärzte bei einer größeren Rechnung auch einer Ratenzahlung zustimmen.

Mittlerweile gibt es für Hunde, Katzen und auch Pferde Krankenversicherungen. Diese leisten bei ambulanten Behandlungen, Operationen und auch bei Aufenthalten in der Tierklinik. In Deutschland gibt es fünf Versicherungen, die beispielsweise eine Hundekrankenversicherung oder eine Pferdeoperationsversicherung anbieten. Dazu gehören die AGILA, die Allianz, die Helvetia, Petplan und die Uelzener.

Verbraucherschützer stellen sich gegen Tierkrankenversicherungen

Als überflüssig bezeichnen viele Verbraucherschützer die Krankenversicherung für Haustiere. Hohe monatliche Kosten und dennoch sind nicht alle Eingriffe oder Behandlungen versichert. Das mag auch der Fall sein, da beispielsweise rassebedingte Erkrankungen nicht immer abgedeckt sind. Dennoch hat sich herausgestellt, dass der Markt wächst. Viele Tierfreunde möchte einfach eine Absicherung haben, falls ihr tierischer Freund wirklich mal eine kostenintensive Behandlung benötigt, die unter Umständen sogar lebensrettend ist. Die Beiträge variieren stark – das liegt auch daran, ob eine Krankenversicherung ausgewählt wird oder eine reine Operationskostenversicherung.

Medizinischer Fortschritt schreitet voran – aber auch die Häufigkeit von Krankheiten

In den letzten Jahren hat sich viel getan in der Tiermedizin. Eine höhere Lebenserwartung ist durch die gute Versorgung der Tierärzte deutlich erkennbar. Allergien werden behandelt, gegen Diabetes gibt es passende Medikamente und bei Gelenkserkrankungen wird sogar die Physiotherapie angeboten. Allerdings schlichen sich bei Haustieren auch immer mehr Wohlstandskrankheiten ein. Die oben genannten Beispiel hängen teilweise auch mit der immer stärkeren Domestizierung der Haustiere zusammen – damit verbunden ist oftmals eine falsche Fütterung, fehlende Bewegung oder sogar falsche Bewegung. Die Instinkte werden langsam, aber sich vermenschlicht.