Wenn das Gehirn verrückt spielt – die Epilepsie bei Hunden

Hand berührt eine Hundepfote

„Mein Hund hat mit einzelnen Gliedmaßen und Muskeln gezuckt, nach irgendwelchen imaginären Fliegen geschnappt und unmotiviert gebellt. Es war so, als wenn er für einen Moment völlig von der Rolle war.“ So beschreiben Hundefreunde ihren Liebling, wenn das Gehirn für einen Moment außer Kontrolle gerät. Die Epilepsie bei Hunden ist keine Seltenheit. Ob die Epilepsie heilbar ist, hängt von ihrer Form ab.

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Eine heimtückische Infektionskrankheit: die Fohlenlähme

Innerhalb von kurzer Zeit entwickeln sich beim Fohlen krankhafte Störungen wie Fieber, eine Saugunlust und ein gestörtes Allgemeinbefinden. Dazu kommen in manchen Fällen eine Lungenentzündung und Durchfall. Die Rede ist von der Fohlenlähme.

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Können Haustiere erben?

Hund auf dem Arm einer Seniorinvon Manfred Weiblen

Wer kennt es nicht aus irgendeinem amerikanischen Spielfilm: Da werden im Todesfall die missliebigen Erben vom Erblasser ausgestochen und stattdessen erbt der Hund mehrere Millionen Euro und darf bis zum Lebzeitende in der Millionärsvilla leben. Was in so manchen Film möglich ist, lässt sich in Deutschland nicht bewerkstelligen. Hierzulande gelten strenge Vorschriften beim Erbrecht und Haustiere können definitiv nicht beerbt werden. Wer also in seinem Testament verfügt, dass der Hund oder die Katze das gesamte Barvermögen bekommen, bewirkt, dass das Testament ungültig wird. Haustiere können lediglich vererbt werden.

Kann das Haustier nach dem Todesfall abgesichert werden?

Herrchen ist verstorben und wohin nun mit Hund, Katze oder Vogel? Wenn die Erben keine Haustiere mögen, dass kann der Vierbeiner oder andere Haustiere schnell im Tierheim landen. Das können Tierfreunde natürlich verhindern. So können Haustierbesitzer verfügen, dass der Hund, die Katze oder sogar das Pferd gegen einen Geldbetrag regelmäßig verpflegt und versorgt werden. Gegenüber des Erben wird verfügt, dass das Haustier bis zum natürlichen Lebensende gepflegt wird, dafür erhält der Erben einen festen Geldbetrag. Das kann natürlich losgelöst vom gesamten zu vererbenden Vermögen erfolgen. Diese Summe wird demnach im Rahmen der Nachlassauseinandersetzung dem Nachlass entnommen.

Können auch außenstehende Personen beerbt werden?

Sind keine Angehörigen vorhanden, die sich um das Haustier kümmern können oder möchten, kann der Erblasser natürlich auch jede andere Personen mit der Pflege des Haustieres betrauen. Dafür wird im Rahmen des Testamentes entweder eine einmalige Summe aus dem Nachlass bereitgestellt oder monatlich von den eigentlichen Erben bezahlt. In der Regel gilt eine solche Verfügung dann bis zum natürlichen Lebensende des Haustieres, das damit auch an den neuen Halter übergeht.

Wie kann die Verpflegung des Haustieres überwacht werden?

Es kann natürlich immer mal passieren, dass der Erbe des Haustieres überdrüssig wird und sich nicht um die Pflege kümmern möchte. Um das zu vermeiden, kann im Vorfeld über das Nachlassgericht ein Testamentsvollstrecker bestellt werden. Dieser überwacht regelmäßig den letzten Willen des Verstorbenen. Kommt der neue Tierhalter seinen testamentarischen Pflichten nicht nach, so muss dieser einen anderen artgerechten Pflegeplatz finden. Die Kosten dafür trägt dann der zuvor beerbte Tierhalter. Es ist also nicht so einfach, sich dieser Verantwortung zu entledigen.

Wie kann das Haustier bestattet werden?

Viele Tierfreunde wünsche sich auch über ihren eigenen Tod hinaus eine würdevolle Bestattung für ihr Haustier, dass sie bis zum Lebensende begleitet haben. Der letzte Gang in die Tierverwertung ist daher kaum ein Gedanke wert. In den Hausmüll dürfen Tiere ebenfalls nicht entsorgt werden. Das Begräbnis im Garten ist natürlich möglich. Bei größeren Hunden ist eine Genehmigung durch das Veterinäramt notwendig. Ist das Haustier durch eine meldepflichtige Krankheit verstorben, ist eine Bestattung im Garten nicht möglich. Liegt das Gartengrundstück in einem von der Behörde ausgewiesenen Wasserschutzgebiet, darf eine Beisetzung im Garten nicht erfolgen. Die Leichengifte können das Grundwasser verunreinigen.

Ist eine gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier möglich?

Der Gedanke, nach dem Tod wieder mit dem geliebten Haustier vereint zu sein, ist für viele Senioren und Tierfreunde sicherlich erfreulich. Leider gibt es in Deutschland kaum Friedhöfe, wo eine gemeinsame Bestattung von Herrchen und Vierbeiner möglich ist. Dennoch: Verschieden Städte und Kirchengemeinden sind auf dem Vormarsch. Essen, Grefrath, Koblenz – in Hamburg wird darüber nachgedacht. Für die Kirchen als Träger von Friedhöfen ist der Gedanke neu, aber nicht abwegig. Schließlich sind Haustiere auch Gottesgeschöpfe und sollten, wenn es nach Herrchen oder Frauchen geht, würdevoll bestattet werden. dazu gibt es in einigen Städten bereits bestimmte Grabfelder, auf denen die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier möglich ist.

Grundsätzlich gilt: Der Mensch muss vorher bestattet worden sein und das Haustier darf nur in einer Urne dem Grab beigesetzt werden. Verstirbt das Haustier noch vor Herrchen oder Frauchen, dann kann es eingeäschert werden. Die Urne darf zu Hause aufbewahrt werden, hier gilt kein Friedhofszwang wie bei den Menschen. Nach dem Tod von Herrchen oder Frauchen kann dann die Urne nach der Beisetzung dem Grad zeitversetzt beigegeben werden. So sind Mensch und Tier im Tod wieder vereint. Diese Bestattung kann natürlich auch testamentarisch verfügt werden.

Der Sommer kommt nur langsam in Gang – Ihre Haustiere brauchen dennoch Schutz gegen Hitze

schwarzer Schnauzer im Wasservon Manfred Weiblen

So wirklich hat uns der Sommer in diesem Jahr noch nicht verwöhnt. Die ersten beiden Juniwochen erinnern eher an den Weltuntergang mit seinen zahlreichen Regengüssen. Wir geben die Hoffnung aber noch nicht auf. Das Wochenende war ja schon mal ein Vorbote auf mehr Sonnenschein. Was in uns Wohlbefinden auslöst, ist für Ihre Haustiere aber nicht immer ein Vergnügen. Sie müssen mit Hitze ganz anders zu echt kommen als wir Zweibeiner. Schließlich können wir uns jederzeit Abkühlung verschaffen.

Wenn sich Katzen zurückziehen, suchen sie die Abkühlung

Ist ihre Katze eher häufig unterwegs und zieht sich in diesen Tagen in kühlere Bereiche der Wohnung zurück? Dann ist ihr draußen vermutlich zu warm und sie sucht ein wenig Entspannung. Wir ziehen uns ja schließlich auch in den Schatten zurück, wenn es uns zu warm wird. Wichtig ist, dass Ihre Katze ausreichend trinkt und Flüssigkeit zu sich nimmt. Stellen Sie ihr mehrmals am Tag frisches Wasser hin. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Katze nicht genug trinkt, dann machen Sie mal den folgenden Test: Greifen Sie in die Nackenfalte und heben Sie Ihre Katze ein wenig an. Bildet sich die Nackenfalte sofort zurück, bekommt Ihre Katze ausreichend Flüssigkeit. Nebenbei: Ihre Katze trinkt nicht zwangsläufig aus dem Napf. Sie wird die unterschiedlichsten Stellen finden, wo sie Flüssigkeit zu sich nimmt. Das reicht von der Blumenvase bis hin zur Gießkanne oder dem Goldfischglas. Darüber hinaus nimmt Ihre Katze mit dem Feuchtfutter auch viel Flüssigkeit auf.

Hunde brauchen permanent Wasser und Rückzugsmöglichkeiten

Hunden macht die Sommerhitze noch mehr zu schaffen als Katzen. Sie können  einerseits nicht schwitzen und werden andererseits von Herrchen und Frauchen oftmals übermäßig strapaziert. Hunde schwitzen lediglich über die Pfoten, darüber hinaus können sie Hitze nur über das Hecheln abgeben. Über die Hautoberfläche können Hunde nicht schwitzen. Achten Sie daher darauf, dass Sie ausgedehnte Spaziergänge in der Sonne vermeiden oder diese in die frühen Morgenstunden oder in den Abend verlegen. Nebenbei ist das laufen auf erwärmten Gehwegen oder heißen Asphalt für Hunde kein Vergnügen. Sie tragen schließlich keine Schuhe, mit denen sie sich gegen die Hitze schützen können.

Hunde gehören nicht ins Auto

Man kann es noch so oft sagen und davor warnen: Das Auto wird bei Sommerhitze für Hunde zur tödlichen  Falle, wenn sie auch nur für kurze Zeit zurück gelassen werden. Dennoch gibt es immer noch Hundehalter, die ihr Tier während eines Einkaufes im Auto zurücklassen. Das der Innenraum Temperaturen von 40 bis 50 Grad entwickeln kann, blenden sie dabei aus, frei nach dem Motto: „Wird schon gut gehen.“ Dann brauchen sie sich aber nicht wundern, wenn im Ernstfall die Polizei vor Ort ist und bereits zur Rettung des Hundes eine Seitenscheibe eingeschlagen hat. Dazu gibt es auch noch eine Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Selbst Pferde leiden unter Sommerhitze

Manche Pferde kommen mit den sommerlichen Temperaturen gut zu Recht, andere Vierbeiner wiederum zieht es in den Schatten. Das Verhalten der Pferde ist hier völlig unterschiedlich. Es versteht sich dabei von selber, dass Aktivitäten, die mit Anstrengungen verbunden sind, nicht unbedingt in den Mittagsstunden vorgenommen werden sollten. Besser sind auch hier – wie beim Gassi gehen mit dem Hund – Ausritte am frühen Morgen oder in den Abendstunden. Auf der Weide selber muss für die Pferde ein Plätzchen zur Verfügung stehen, wohin sie sich bei zu viel Sonneneinstrahlung zurückziehen können. Frisches Wasser sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Das Wasser darf aber nicht eiskalt sein, dadurch wird sonst der Kreislauf belastet und Ihr Pferd gerät nur noch mehr ins Schwitzen. Mitunter tut eine Abkühlung mit dem Wasserschlauch gut. Bitte kühlen Sie Ihr Pferd dabei aber schonend ab: Beginnen Sie bei den Hufen und arbeiten Sie sich an den Beinen hoch. Erst dann werden der Brust- und der Halsbereich abgekühlt. Kaltes Wasser in der Nierengegend ist hingegen nicht gut für Ihr Pferd. Lässt sich Ihr Pferd nicht gerne abspritzen, helfen auch feuchte Handtücher, mit denen Sie Ihr Pferd abreiben. Kontrollieren Sie vor einem Ausritt immer den Sattel, damit dieser nicht noch verkrusteten Schweiß oder Dreck aufweist. Das führt ansonsten zu Scheuerstellen auf dem Rücken Ihres Pferdes.

Endstation Autobahn – so endet für viele Haustiere die Fahrt in den Urlaub

Hund am Autofenstervon Manfred Weiblen

In der nächsten Woche beginnen in den ersten beiden Bundesländern die Sommerferien. Die Urlaubskarawane kommt ins Rollen, die ganze Familie ist auf dem Weg an die See, in den Süden oder die Berge. Vielfach können Haustiere mit in den Urlaub oder sie bleiben bei Verwandten oder Freunden. Das ist jedoch nicht immer der Fall: Bei der Anschaffung ist das Haustier noch der beste Spielgefährte im Haus oder im Garten, zur Urlaubszeit wird der Vierbeiner an der Autobahn ausgesetzt. Das ist die bittere Realität, die mehr als 70.000 Haustieren jedes Jahr droht. Wenn erst einmal die Koffer gepackt und im Auto verstaut sind, kommt die Frage auf: Wohin mit dem Haustier? In vielen Fällen werden die tierischen Hausgenossen an der Autobahn ausgesetzt oder landen im Tierheim. Kein schönes Ende.

Tierheime geraten in den Sommerferien an ihre Grenzen

In jedem Jahr wiederholt sich das Elend von Haustieren: Wenn sich die Familie auf den Urlaub vorbereitet, droht vielen Tieren der Abschied aus der Familie. Der Welpe, der bei der Anschaffung noch klein und süß war, macht nun Arbeit und ist groß geworden. Wohin mit ihm? Bei der großen Anzahl von Tieren, die jedes Jahr abgegeben und ausgesetzt werden, kommen die Tierheime in den Ferien an ihre Grenzen. Schließlich ist diese Abschiebung vor dem Urlaub kein Einzelfall, bei 70.000 zusätzlichen Tieren ist das schon eher ein Massenphänomen. Dabei geht es hier nicht immer um Hunde oder Katzen, sondern auch in manchen Fällen um exotische Tiere. Dafür sind die meisten Tierheime kaum ausgelegt. Das größte Problem dieser Überbelegung ist, dass den Tierheimen wichtige Einnahmen entgehen. Schließlich sind sie dafür ausgerichtet, Haustiere gegen kleines Entgelt für einen kurzen Zeitraum in Pflege zu nehmen. In den Ferien bieten viele Tierheime diese Möglichkeit aber nicht mehr an, um auf ausgesetzte Tiere vorbereitet zu sein.

Es gibt viele Alternativen während der Urlaubszeit

Vielleicht ist der Urlaub nicht der Grund, aber der Auslöser, ein Haustier abzugeben. Mittlerweile gibt es nämlich genug Alternativen für den Urlaub, damit das vierbeinige Familienmitglied auch nach dem Urlaub dazu gehört. Viele Hotels und Anbieter von Ferienwohnungen ermöglichen Tierfreunden, ihre Haustiere mitzunehmen. Auf der anderen Seite gibt es, wenn sich der Transport in den Urlaub als zu aufwendig gestaltet, eine Vielzahl von Tierpensionen, die während der Abwesenheit ein waches Auge auf die Haustiere haben. In vielen Fällen sind die Halter aber schon vor dem Urlaub ihrem Tier überdrüssig geworden und geben es vor dem Urlaub endgültig ab.

Bei der Anschaffung des Haustieres wird oft nicht weit genug gedacht

Natürlich ist ein Haustier ein wertvoller Familienzuwachs. Langweilig wird es nie. Viele Familien machen sich aber kaum Gedanken über die Zukunft. Wenn die Tiere noch klein sind, machen sie nicht viel Arbeit. Vor allem die Tiere, die zu Weihnachten verschenkt werden, werden zur Urlaubszeit wieder abgegeben. Es hat sich keiner darüber Gedanken gemacht, was geschieht, wenn der Urlaub ansteht. Eigentlich schade, denn das Tier hat in der kurzen Zeit bereits einen Bezug zur Familie, Herrchen oder Frauchen aufgebaut.

Wie reagieren Sie, wenn Sie ein ausgesetztes Haustier auffinden?

Ausgesetzte Haustiere können in der freien Wildbahn nicht überleben. Daher ist es umso wichtiger, dass Sie eingreifen, wenn Sie auf ein herrenloses Tier aufmerksam werden. Es verlangt keiner von Ihnen, dass Sie den an der Autobahn angebundenen Hund mit in Ihr Auto nehmen und zum Tierarzt fahren. Aber der Griff zum Handy, um die Polizei zu verständigen, kostet Sie nur wenig Zeit. Warten Sie ab, bis die Polizei eintrifft. Diese wird das Tier entweder zum Tierarzt oder ins Tierheim fahren. Ist eine Notsituation erkennbar, können Sie auch die Feuerwehr anrufen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Tier erkennbar sich in einer Notlage befindet.

 

Haustiere im Wandel der Zeit – waren wir früher Tierquäler?

Pärchen mit Hundvon Manfred Weiblen

Ein schöner Tag in der Hundeschule: Gerade hat Luna, die Hundedame ihre sechste Hundeprüfung mit der Note „sehr gut“ bestanden. Ihre Besitzerin ist stolz auf ihre Hündin. Daher ist sie mit regelmäßig unterwegs, um an Kursen für Hunde teilzunehmen. Zuletzt stand Agility auf dem Programm. Luna zeigte, wie gut sie durch Reifen springen, über Barren balancieren und durch Tunnel rennen kann. Zuhause gibt es für Luna ausgesuchtes Essen. Kein Fertigfutter, sondern selbst angerichtete Fleischgerichte, ein bisschen Gemüse, garniert mit Kräutern. Ähnlich wie Luna geht es vielen Hunden in Deutschland. Sie werden gehegt und gepflegt, sie sind eben vollwertiger Bestandteil einer Familie.

Das Hundeleben hat ein Ende

Luna führt kein Hundeleben im wahrsten Sinne des Wortes. Sie bekommt jeden Tag Beschäftigung, hervorragendes Essen und viel Zuneigung. Ihre Vorfahren noch vor Jahrzehnten fristeten da eher ein anderes Dasein. Wie auch andere Haustiere. Der Hund war für das Bewachen von Haus und Hof zuständig. Nachts bleib er draußen in seiner Hundehütte – bei Wind und Wetter. Ebenso die Katze, die für die Mäusejagd zuständig war. Heute wird ein Großteil der Stubentiger als Wohnungskatze gehalten. Sie kennen teilweise keine Mäuse mehr. Ach ja, die heute bei Kinder so beliebten Kaninchen und Hasen waren noch vor einiger Zeit einfach nur Fleischlieferanten. Der Wandel kam in den 1980er Jahren mit dem Tierschutzgesetz. Hier wurde festgelegt, dass Tiere Mitgeschöpfe des Menschen sind. Sie gelten zivilrechtlich auch nicht mehr als Sache und zuletzt wurde im Jahr 2002 der Tierschutz als Verfassungsziel ins Grundgesetz aufgenommen.

Luna ist nicht einfach nur eine Hündin

Vor drei Jahren, als ihre Besitzern Luna aus dem Tierheim holte, steckte da ein anderer Gedanke hinter. Ihr Frauchen war alleinstehend, ohne Job und Perspektive. Da sollte ein Hund Abwechslung in den Alltag bringen und für eine neue Aufgabe sorgen. Seitdem ist Luna mit ihrem Frauchen ständig unterwegs. Hundesport, Veranstaltungen und natürlich das regelmäßige Gassi gehen. Forscher kennen das Phänomen uns bestätigen: Haustiere, vor allem Hunde, bringen Lebensfreude und Abwechslung in den Alltag. Das kann vor allem älteren Menschen gut tun. Vor allem Hunde brauchen eine Bezugsperson, ihnen fällt es schwer, allein zu bleiben.

Aus heutiger Sicht waren früher Tierhalter schon fast Tierquäler

Das mag vielleicht überspitzt klingen, aber im Vergleich zur heutigen Zeit muss das schon fast so anmuten. Schließlich haben sich vor 40 Jahren nur die wenigsten Hundehalter Gedanken über solche Dinge wie Hundesport oder eine ausgewogene Ernährung gemacht. Gassi gehen, Futter aus dem Sack oder der Dose und fertig. Regelmäßige Tierarztbesuche zum Entwurmen oder Impfen? Kaum denkbar vor 40 Jahren. Heute gibt es Internet unzählige Foren, die sich mit der Haltung von Haustieren beschäftigen. Viele Buchhandlungen haben regalweise Buchtitel zum Thema Tierhaltung vorrätig. Hundeschulen sprießen wie Pilze aus dem Boden. Allein in den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl fast verdreifacht. Mittlerweile gibt es mehr als 2.000 private Hundeschulen. Das ist aber letztendlich auch der Entwicklung in der Gesetzgebung geschuldet. Immer mehr Bundesländer verlangen, dass Hunde ausgebildet werden, damit sie keine Gefahrenquelle in der Öffentlichkeit darstellen.

Problematischer Wandel in der Zucht von Hunden

Da Hunde vielfach als Familienmitglied behandelt werden, müssen sie auch dementsprechend aussehen. Teilweise nimmt das schon groteske Züge an. Hunde und Katzen sollen wie süße Kinder aussehen, das schlägt sich natürlich auch in der Zucht wieder. Kleinsthunde in jeder Form, Möpse und kleine Bulldoggen stehen hoch im Kurs. Diese sind jahrelang in bestimmte Richtungen gezüchtet worden und werden nun zum gesundheitlichen Problemfall. Vor allem die vermeintlich süßen Hunde mit den kurzen Nasen bekommen arge Probleme mit der Atmung und vor allem bei Hitze, da sie sich lediglich über die Atemwege Kühlung verschaffen können. Französische Bulldoggen und Möpse sind mittlerweile so kopflastig entwickelt, dass sie vornerüber kippen oder bei Hitze kollabieren. Zuviel Tierliebe kann schon erdrückend und für das Tier zur Qual werden. Ist es da nicht besser, sich ein wenig auf die vergangenen Zeiten zu besinnen und nicht Gott zu spielen, was die Züchtung von Hunden angeht? Positiv bleibt in jedem Fall das gestärkte Bewusstsein für Haustiere. Sie sollen nicht leiden und die meisten Tierhalter wissen – Schläge tun einem Tier nicht gut. Allerdings sollte der Besuch von Hundeschulen oder anderen Veranstaltungen in Maßen erfolgen. Mancher Hund ist nicht in der Lage, das Geforderte umzusetzen und dann wird es stressig für Herrchen oder Frauchen. Ähnlich, als wenn das Kind in der Schule seine Leistungen nicht bringt. Bei Haustieren liegt aber kein Zwang dahinter, was spricht also dagegen, das Tier einfach Tier sein zu lassen? Das ändert ja letztendlich nichts an der Zuneigung.