Tierärzte waren chancenlos – Pony im Essener Grugapark totgefüttert

Pferd auf der WeideAlle Warnungen und Verbotsschilder haben nicht ausgereicht: Im Essener Grugapark wurde das Pony Zappen zu Tode gefüttert. Todesursache war eine Kolik, wie die Tierärzte feststellen mussten. Diese wurde durch übermäßige und unsachgemäße Fütterung verursacht. Obwohl die Fütterung der Tiere im Grugapark untersagt ist, haben Besucher dieses Verbot missachtet und damit den Tod des Ponys verursacht.

Kampf gegen die Wildfütterung

Der Leiter des Tierhofes, Hermann-Josef Golbach berichtet, dass Besucher immer wieder die Tiere füttern. Im Tierpark gibt es neben Ponys auch Ziegen und Schafe. Im Abstand von fünf Metern sind Hinweisschilder zu lesen, dass die Tiere nicht gefüttert werden dürfen. Selbst Sicherheitspersonal ist im Einsatz, die Mitarbeiter können die Koppel natürlich dauerhaft überwachen. Manche Besucher gehen sogar soweit, dass sie das Futter in Plastiktüten über den Zaun werfen. Diese werden dann von den Tieren teilweise mitgefressen.

Fütterungsverbote haben ihren Sinn

Nicht nur im Grugapark kam es zum Tod eines Tieres durch die falsche Fütterung. In öffentlichen Parks und Grünanlagen ist immer wieder zu beobachten, wie Besucher beispielsweise Gänse und Enten mit Brotresten füttern. Ihnen ist nicht klar, dass das für die Tiere tödlich enden kann. Es Handelt sich dabei nicht im artgerechtes Futter, Zudem können Brotreste im Magen gären und dadurch tödliche Erkrankungen auslösen. Zudem verunreinigt das Brot die Teiche dadurch ist dann wiederum der Fischbestand gefährdet.

Füttern Sie niemals Tiere auf eigene Faust

Stellen Sie sich mal die folgende Situation vor. Ein Pony steht auf einer Weide und wird regelmäßig von spazierenden Leuten gefüttert. Dadurch kann es auch zu einer Kolik kommen. Damit tragen Sie dazu bei, dass das Pony in dem Beispiel qualvoll verendet. Wenn Sie Tiere in Parks füttern möchten, fragen sie nach Futterausgabestellen. Im Kaisergarten Oberhausen können Besucher Futter und Möhren kaufen und die Tiere damit füttern. Die Futtermenge ist begrenzt, damit die dort untergebrachten Tiere eben nicht überfüttert werden.

Eine Forderung der Tierschützer, Tiere nicht mehr Parks unterzubringen, ist Unfug. Schließlich sind es ahnungslose und auch teilweise ignorante Besucher, die dazu beitragen, dass die Tiere überfüttert werden. Aber wie soll man der einsamen Seniorin klarmachen, dass die Enten, die sie am Teich füttert, dadurch lebensgefährlich erkranken können?

Die Futtermittel-ALLERGIE – schlimm-schlimm-schlimm…

© tierarzt-jonigkeit.de
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Eines DER Tiermedizin-Themen online üüüüberhaupt!

Jeder hat bestimmt schon davon gelesen oder gehört. Und viele haben ihr Wissen von Doc Google und Schwester Wiki schon kundgetan.

Hier mal die vereinfachte Darstellung – ganz ohne Werbung

Eine Allergie ist, nüchtern betrachtet, eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen Stoff, den es glaubt bekämpfen zu müssen. Dabei unterscheidet man verschiedene Formen: teils Sofortreaktionen, langsam Ansteigende oder erst nach mehrfachen Kontakten Aktive. Gemein haben sie, dass die fremden Stoffe bekämpft werden so gut und durchschlagend es geht.

Der überwiegende Teil der Unverträglichkeiten wird durch Eiweiße (Proteine) ausgelöst – sie sind u.a. die Grundbausteine tierischer Produkte. So spielt es bei einem Allergiker gegen Rind keine Rolle ob er Fleisch oder Milch davon zu sich nimmt – das Ergebnis bleibt durch die in beiden enthaltenen tierartspezifischen Proteine die Gleiche: eine Allergie.

Eine solche Immunreaktion bei der Futtermittel-Allergie kann sich in zwei FORMEN äußern: entweder in der deutlich häufigeren Form des Juckreizes, vornehmlich beginnend an den Pfoten, oder in Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen.

Was die URSACHE dafür ist, dass sich heutzutage solche Allergien bei unseren fleischfressenden Tieren häufen kann ich persönlich nicht sagen. Dass es durch den Verzehr von Getreide und anderer Füllstoffen in herkömmlichen Fertigfuttern kommt halte ich allerdings für sehr abwegig. In meinen Augen ist die deutlich peniblere Entwurmung ein Hinweis. Früher waren sowohl Menschen als auch natürlich Haustiere deutlich häufiger und länger verwurmt. Das Immunsystem hatte was zum ’spielen‘ bzw. zum bekämpfen – in Ermangelung an Gegnern (Würmern und Co) sucht es sich halt Beschäftigung. Da kommt ein Rind- oder Schweine-Protein gerade recht… und schwupp ist sie da: die Allergie!

Eine solche Immunreaktion ist zwar bestimmt nichts Schönes, aber sie ist doch sehr einfach zu umgehen (wenn man die entsprechenden Allergene identifiziert hat) – dazu gibt es zwei Möglichkeiten: entweder den Allergietest übers Blut oder eine Eliminationsdiät mit anschließender Provokationsdiät. Euer Haustierarzt wird euch da eingehender aufklären als ich es hier schriftlich vermag. Für weitere offene Fragen steht euch euer Haustierarzt sicherlich mit Rat und Tat persönlich zur Verfügung.

Nur noch eins: die vegetarische oder gar vegane Ernährung von Katze und Hund ist vollkommener Unsinn und kann böse enden. Wer aus moralischen oder ethischen Gründen kein Fleisch verfüttern kann, sollte vor der Anschaffung eines Haustieres überlegen ob er/sie nicht mit einem Pflanzenfresser besser bedient ist…

Autor / Quelle: Tierarzt Sebastian Goßmann- Jonigkeit

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Giftköder – was müssen Sie im Notfall unternehmen?

Hund an der Leine
Hoffentlich schnappt er keinen Giftköder auf

Es kann so schnell gehen und Sie bekommen nichts davon mit: Ihr Hund schnuppert im Gebüsch, verschluckt einen Gegenstand und zeigt nach kurzer Zeit Anzeichen einer Vergiftung. Das passiert Hundefreunden überall in Deutschland, wenn Hundehasser wieder einmal unterwegs waren, um ihre giftige Beute dort auszulegen, wo Hunde Gassi gehen. Was müssen Sie in einem solchen Fall unternehmen? Welche Maßnahmen sind notwendig, um Ihrem Hund zu helfen? Wie können Sie sich davor schützen?

An erster Stelle steht die Hilfe für Ihren Hund

Wenn Ihr Hund einen Giftköder verschluckt hat, äußert sich das bei Ihrem vierbeinigen Freund nach kurzer Zeit durch Erbrechen, Fieber, Durchfall oder Mattigkeit. Allein der Verdacht sollte ausreichen, dass Sie umgehend mit Ihrem Liebling zum Tierarzt gehen. Versuchen Sie nicht, eigenmächtig Ihren Hund zu kurieren. Sie haben nicht die Möglichkeiten zur Analyse wie der Tierarzt. Er muss beispielweise Kot- und Blutproben analysieren, um dem Gift auf die Spur zu kommen. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Hund etwas verschluckt hat, versuchen Sie es ihm aus den Fang zu nehmen. Handelt es sich beispielsweise um ein Stückchen Fleisch oder Wurst, packen Sie es in einen Kotbeutel und nehmen Sie den Fund mit zum Tierarzt. Das erleichtert die Analyse für den Tierarzt.

Informieren Sie die Polizei über den Vergiftungsvorfall

Je mehr Informationen die Polizei bekommt, desto eher kann sie einem Verdacht nachgehen. Nach dem Besuch beim Tierarzt steht die Anzeige bei der Polizei über diesen Vorfall an. Schildern Sie genau, wo und wann Sie den Giftköder gefunden haben. Sofern möglich, kann die Analyse des Tierarztes zum Giftstoff weiterhelfen. Vielleicht handelt es sich nicht um einen Anschlag auf den Hund, sondern der Gartenfreund mit dem Grundstück an der Straße hat lediglich zu sorglos Pflanzenschutzmittel verteilt. Das kann die Polizei schnell herausbekommen und hier entsprechende Maßnahmen treffen. Warnungen über Facebook oder andere Medien sind mitunter fragwürdig, da hier auch jede Menge Panik geschürt wird.

Tipp: die Hunde-Vergiftungsversicherung

Eine schnelle Behandlung durch den Tierarzt darf nicht hinter den finanziellen Überlegungen zurückstehen. Es gibt eine sogenannte Hunde-Vergiftungsversicherung, die die Tierarztkosten in genau so einem Fall übernimmt. Sie bezahlen für eine solche Versicherung weniger als fünf Euro im Monat und die Hunde-Vergiftungsversicherung übernimmt die Kosten durch die Tierarztbehandlung bis zu 1.000 Euro. Diese Art der Versicherung stellt zwar keinen Schutz gegen das Risiko einer Vergiftung, aber zumindest ist außer Frage, dass eine umfangreiche notwendige Tierarztbehandlung bezahlt wird.

Tierarzt verhindert illegalen Tiertransport

Er wollte bloß bei einer Autopanne helfen und konnte dadurch sieben Hunde retten. Als der Tierarzt mit seinem Auto unterwegs war, bemerkte er einen Transporter, der mit einem Motorschaden liegengeblieben war. Was zunächst nach einer harmlosen Autopanne aussah, entpuppte sich als Versuch, Hunde illegal auf dem Schwarzmarkt zu verschachern. Ein Blick in den Transporter genügte dem Tierarzt, um die Polizei zu alarmieren. Im Wagen befanden sich sieben Hunde, eingepfercht ohne Licht, total verdreckt und voller Flöhe. Darüber hinaus waren zwei erwachsenen Dobermännern die Schwänze kupiert worden – was in Deutschland verboten ist.

Die Polizei stellte die Hunde sicher

Als die alarmierte Polizei vor Ort eintraf, konnte der Fahrer des Fahrzeuges keine Papiere für die Hunde nachweisen. Daher wurden sie auf Veranlassung des Veterinäramtes zunächst beschlagnahmt und in Tierheimen untergebracht. Die Tiere zitterten regelrecht vor Aufregung, vermutlich haben die Hunde zuvor noch kein Tageslicht gesehen. Kaum im Tierheim untergebracht, standen die ungarischen Tierhändler bereits dort vor der Tür, bedrohten die Mitarbeiter des Tierheimes und forderten die Herausgabe der Hunde. Selbst Tage danach lauerten die Hundehändler noch auf dem Parkplatz vor dem Tierheim. Daher wurden die Welpen unmittelbar in sichere Pflegestellen gegeben.

Illegale Tiertransporte nehmen nicht ab

Deutschland ist für die illegalen Tierhändler ein besonders attraktiver Markt. Vielfach werden Welpen auf Autobahnraststätten zum Verlauf angeboten. Zumeist zu Preisen, die nicht annähernd eines Welpen aus einer Zucht entsprechen. Für diesen Preis bekommt man auch keinen gesunden Hund. Auf den ersten Blick wirken die kleinen Knäuel gesund. Dabei wurden sie in osteuropäischen Ländern von brutalen Züchtern ihren Muttertieren entrissen und tagelang unter den schlimmsten Verhältnissen nach Deutschland gebracht. Hat der Hund erst einmal seinen Besitzer gewechselt, stellt sich sehr schnell heraus, dass weder Impfungen vorhanden und die Tiere sich in einem desolaten Zustand befinden.

Teilweise werden in Deutschland sogar Hunde entführt

Für die illegale Zucht werden in Deutschland Hunde entführt. Medien berichten über gestohlene Hunde vor Supermärkten oder Geschäften, teilweise werden Hunde sogar auf der Straße direkt von der Leine getrennt und in Transporter gezerrt. In Osteuropa angekommen, werden sie unter den unwürdigsten Bedingungen für die Zucht gehalten. Die Welpen befinden sich in einem desolaten körperlichen Zustand, was auf den ersten Blick nicht zu sehen ist. Verzichten Sie darauf, auf einer Autobahnraststelle oder an anderen öffentlichen Plätzen einen Hund zu kaufen. Die Ersparnis beim Kauf wird durch die anfallenden Tierarztkosten locker dreimal wieder aufgezehrt.

Der Tierarztberuf – ein Traumberuf?

TierärztinEs ist der Traumberuf vieler junger Frauen: Tierarzt zu werden und Tieren zu helfen. Kein Wunder, dass in den Hörsälen der Universitäten Leipzig, Hamburg, München, Gießen und Berlin der Frauenanteil überwiegt. Für viele junge Frauen bietet der Beruf Tierarzt die ideale Kombination zwischen der Versorgung von Tieren und der Naturwissenschaft. Wenn das Studium nach erst einmal geschafft ist, wartet ein einjähriges Praktikum, bevor die Zulassung als Facharzt erfolgen kann. Viele Studienabgänger entscheiden sich für eine städtische Tierarztpraxis, denn hier ist das Potenzial zahlungswilliger Tierfreunde relativ hoch.

Keine Angst vor Tieren

Egal, wie groß das Tier ist – der Tierarzt darf keine Angst haben. Das gilt bei Behandlung eines ausgewachsenen Bullen genauso wie der Versorgung eines bissigen Hundes. Die tierischen Patienten merken, wenn der Tierarzt Angst bekommt und nutzen das aus. Ein Tritt mit dem Huf oder ein Biss sind unangenehme Erfahrungen, die mit Sicherheit schon viele Tierärzte machen mussten. Erfahrene Tierärzte raten, sich nicht auf den Besitzer zu konzentrieren, sondern immer das Tier im Auge zu behalten. Vor allem bei Großtieren ist oft Kreativität gefragt, da sie i vielen Fällen nicht in der Tierarztpraxis, sondern direkt vor Ort versorgt werden müssen. Das wird der Tierarzt auch mal zum Techniker, wenn er provisorisch mit Brettern und Seilen eine Untersuchungshilfe bauen muss.

Auf dem Land schwinden die Tierarztpraxen

In ländlichen Gegenden sinkt die Zahl der Tierarztpraxen. Vor allem für die Versorgung von Pferden, Rindern oder Schafen ist ein hoher Aufwand notwendig. Eine lange Anfahrt, wohlmöglich auch in der Nacht, ein schlecht beleuchteter Stall – das alles sind Umstände, die eine Behandlung von Tieren auf dem Land als schwierig gestaltet. Durch die dünne Versorgungsdecke von Tierärzten in ländlichen Regionen ist es häufig notwendig, dass sich Tierärzte zu einem Notdienst zusammenschließen. Die vielen Mühen werden aber immer wieder belohnt, etwa wenn eine Stute fohlt und der Tierarzt dazu beiträgt, das junge Tier auf die Welt zu bringen. Da bleibt der Knochenjob in einem solchen Fall mal in der Weste stecken.

Für die meisten Berufsstarter erfüllt sich der Traum

Auch wenn der Beruf des Tierarztes mit vielen Mühen und Aufwendungen verbunden ist, ein Traum ist es dennoch für viele Veterinärmediziner. Nicht nur die medizinische Versorgung steht im Vordergrund, sondern auch die Gesundheitsvorsorge und die Beratung der Tierbesitzer zur artgerechten Haltung. Viele Tierärzte setzen sich erfolgreich für den Tierschutz ein und tragen dazu bei, dass in Deutschland die artgerechte Tierhaltung einen hohen Stellenwert hat.

 

 

 

Der fliegende Tierarzt aus Baden-Württemberg

Da wundert sich schon mancher Landwirt im Kreis Ludwigsburg: Ist auf dem Hof ein Notfall eingetreten, etwa weil eine Stute fohlt oder sich ein anderes Tier verletzt hat, dann landet nicht selten ein kleiner Hubschrauber mit dem Tierarzt direkt vor dem Stall. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Ultraleicht-Helikopter, der dem Tierarzt es ermöglicht, innerhalb weniger Minuten in einer Notlage bei seinen tierischen Patienten zu sein. Ein Umstand, der dem hohen Verkehrsaufkommen in der Region rund um die Autobahn A 81 geschuldet ist.

Eine kalbende Kuh war der Auslöser für die Idee

Es war ein eher trauriger Umstand, der den Tierarzt Dr. Stefan Kappelmann auf diese Idee gebracht hat. Er wurde zu einem Notfall auf einem weiter entfernten Bauernhof in Remseck gerufen. Dort kalbte eine Kuh, es gab Komplikationen. Das Kalb stecke fest. Der Verkehr auf den umliegenden Straßen war aber so dicht, dass der Tierarzt den Hof nicht mehr rechtzeitig erreichen konnte. Bei seinem Eintreffen war das Kalb tot. Keiner schöner Moment für einen Menschen, der sich der Hilfe für Tiere verschrieben hat. Damals dachte der Tierarzt, dass sich ein solcher Fall nicht mehr ereignen sollte. Das ist nun zehn Jahre her.

Der Tierarzt erwirbt die Hubschrauber-Lizenz

Gedacht, getan. Nach dem Erwerb der Hubschrauber-Lizenz ging es an die Formalitäten. Dazu gehörte auch, bei Regierungspräsidenten die Flug- und Landeerlaubnis einzuholen, damit er rund 30 entlegene Bauerhöfe mit seinem Ultraleicht-Helikopter ansteuern konnte. Der erste Flug wurde im Jahr 2009 absolviert. Der Landwirt, der den Tierarzt angefordert hatte, staunte nach Dr. Kappelmanns Aussage jedenfalls nicht schlecht, als der Veterinär mit dem Flugobjekt vor seinem Stall landete. Mittlerweile ist es fast alle zwei Wochen erforderlich, dass der Tierarzt mit seinem Helikopter entlegene Höfe ansteuert. Die größte Entfernung, die er zu überbrücken hatte, waren 70 Kilometer zu einem Hof im benachbarten Hohenlohekreis. Die Fahrtzeit mit dem Auto wäre einfach zu lang gewesen, um schnelle Hilfe zu leisten.

Von der Tierarztpraxis in den Hubschrauber

Der kleine Helikopter ist schon ziemlich auffällig. Rot lackiert und mit der großen Aufschrift „Tierarzt“, so bewegt sich Dr. Kappelmann durch die Lüfte. Bei einem Anruf in seiner Praxis fährt er mit dem Auto wenige Minuten zu dem Hof, wo der Helikopter untergebracht ist. Dann hebt er ab, um in Notfällen schnell am Einsatzort zu sein. In der kalten Jahreszeit ist warme Kleidung angesagt, denn in der unüberdachten Kanzel herrschen in 300 Mieter Flughöhe natürlich ziemlich eisige Temperaturen. Dennoch lässt er sich den Spaß am Fliegen nicht nehmen. So überbrückt er auch schon Mal längere Strecken, wenn es z. B. zu einer Fortbildung ins benachbarte Bundesland Bayern geht. Sein nächstes Ziel ist die Berufspilotenausbildung. Dann muss er beim Regierungspräsidenten nicht die Bürokratie bemühen, wenn er andere Ziele wie die bisher angesteuerten Bauernhöfe anfliegen möchte.

Erbrechen beim Haustier – wie leisten Sie Erste Hilfe?

Kranker Hund mit FieberthermometerGenauso wie wir Menschen können Haustiere Krankheiten ausbrüten oder sich bei anderen Artgenossen anstecken. Eine häufige Begleiterscheinung von Krankheiten ist das Erbrechen. Die Ursachen können ebenso harmlos wie auch schwerwiegend sein. Dieser Reflex dient dazu, den Magen schnell zu entleeren, um z. B. Gifte, Krankheitserreger oder Fremdkörper loszuwerden. Dabei tritt das Erbrechen bei Haustieren wesentlich häufiger auf als beim Menschen. Wenn Ihr Haustier über ein bis zwei Tage erbricht und einen munteren Eindruck macht, besteht noch kein Anlass zur Sorge. Dauern diese Symptome aber an oder das Erbrechen wiederholt sich nach ein paar Tagen wieder, müssen Sie zum Tierarzt.

Welche Ursachen kann das Erbrechen haben?

Eine genaue Untersuchung kann nur der Tierarzt vornehmen. Faktisch kommt aber eine Vielzahl von Ursachen infrage, wenn Ihr Hund oder Ihrer Katze erbricht. Dazu gehören z. B. Infektionen mit Viren, Bakterien, Pilzen und Parasiten oder auch Fremdkörper, die in den Magen-Darm-Trakt geraten sind. Ebenso spielen innere Erkrankungen eine Rolle wie die Erkrankung der Leber oder eine Bauchspeicheldrüsen-Entzündung. Vor allem bei Hunden sind Vergiftungen, nicht zuletzt auch durch Giftköder, eine nicht selten auftretende Ursache.

Können Sie Erste Hilfe leisten?

Erbricht Ihr Hund oder Ihre Katze, sollten Sie zunächst vermeiden, ihm Futter zu geben. Das gilt auch für den Fall, wenn das Tier Anzeichen von Durchfall zeigt. Wenn sich Ihr Tier häufig im Freien aufhält, ist es sinnvoll, den Vierbeiner in der Wohnung zu behalten. So können Sie besser beobachten, ob sich die Beschwerden verstärken. Gleichzeitig wird damit vermieden, dass Ihr Tier aus Pfützen trinkt oder sich an anderer Stelle weitere Krankheitserreger einfängt, wie z. B. bei anderen Artgenossen. Bieten Sie Ihrem Haustier ausreichend und regelmäßig frisches Wasser an. Spezielle Lösungen aus der Apotheke, angereichert mit Vitaminen, Elektrolyten und Mineralstoffen können ruhig ins Trinkwasser gemischt werden. Klingen die Symptome nach ein bis zwei Tagen nicht ab, müssen Sie unbedingt den Tierarzt aufsuchen.

Welche Folgen kann Erbrechen oder Durchfall haben?

Zunächst besteht für Tiere die Gefahr der Austrocknung. Durch das Erbrechen oder Durchfall wird in der Regel eine Menge an Flüssigkeit ausgeschieden, diese fehlt dem Tier. Vor allem für junge Katzen und Welpen ist das ein sehr großes Gesundheitsrisiko, das auch tödlich verlaufen kann. Zudem kann hier auch eine Erkrankung stecken, die vom Tierarzt behandelt werden muss. Haben Sie den Verdacht, dass sich Ihr Tier vergiftet hat, dann ist es sinnvoll, wenn Sie Erbrochenes mit zum Tierarzt nehmen. Eine Vergiftung ist z. B. dann offensichtlich, wenn Ihr Hund beim Gassigehen etwas in den Fang genommen hat und wenige Zeit später erbricht. In solchen Fällen ist höchste Eile geboten, um die Gesundheit des Tieres zu retten.

Die Lahmheit beim Pferd – eine der häufigsten Erkrankungen

Pferd beim TierarztPferde sind große und anmutige Tiere, sie verfügen über einen komplizierten Bewegungsapparat, der anfällig für Krankheiten und Verletzungen ist. Zu den am häufigsten auftretenden Krankheiten gehört die Lahmheit. Hier handelt es sich um eine Erkrankung, die den Bewegungsablauf stört, sodass sich das Pferd nicht mehr normal bewegen kann. Tierärzte unterscheiden zwischen zwei Formen: der Hangbein-Lahmheit und der Stützbein-Lahmheit. Die Stützbein-Lahmheit sorgt dafür, dass das Pferd sein betroffene Bein nur kurz belastet, hingegen kommt es bei der Hangbein-Lahmheit zu Unregelmäßigkeiten in der Schrittfolge.

So erkennen Sie die Symptome der Lahmheit bei Ihrem Pferd

Auf den ersten Blick erkennen Sie die Lahmheit Ihres Pferdes am gestörten Bewegungsapparat. Ihr Pferd belastet die Beine nicht regelmäßig, sondern verteilt sein Gewicht auf die gesunden Beine. Dabei kann es vorkommen, dass die Lahmheit nur unter starker Belastung sichtbar ist. Insgesamt unterscheiden Tierärzte zwischen vier Graden der Lahmheit:

Grad 1: Die Lahmheit ist nur im Trab erkennbar.

Grad 2: Bereits im Schritt sind Anzeichen der Lahmheit zu sehen.

Grad 3: Im Schritt und im Trab ist die Lahmheit sichtbar, dabei hebt das Pferd den Kopf und den Hals bei Schmerzen in den Vorderbeinen.

Grad 4: Die betroffenen Gliedmaßen werden überhaupt nicht mehr belastet.

Wodurch kann es zu einer Lahmheit beim Pferd kommen?

Die Ursachen für diese Erkrankung sind vielfältig – verantwortlich sind Schmerzen und mechanische Verletzungen. Neben Konchenbrüchen, Stauchungen und Sehnenverletzungen können Gelenkserkrankungen, Infektionen oder auch angeborene Missbildungen eine gravierende Rolle spielen.

Wie beugen Sie einer Lahmheit beim Pferd vor´?

Durch die vielfältigen Ursachen ist eine Vorbeugung nur bedingt möglich. Generell ist wichtig, dass Sie das Pferd nicht unregelmäßig belasten und nicht zu hart trainieren. Achten Sie darauf, dass die Beschläge immer im guten Zustand sind. Wenn Sie Ihr Pferd im Stall halten, sorgen Sie dafür, dass es sich nicht an spitzen Gegenständen verletzen kann. Darüber hinaus spielt natürlich die pferdegerechte Haltung, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung auch eine Rolle, um einer Lahmheit vorzubeugen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten hat der Tierarzt?

Wenn die Lahmheit erkannt ist, kann der Tierarzt schmerzlindernde Medikamente verabreichen. Das Pferd muss ruhig gehalten werden und benötigt in manchen Fällen sogar eine Physiotherapie. In Einzelfällen, z. B. bei Verletzungen oder Gelenkserkrankungen kann auch eine Operation notwendig sein. In jedem Fall muss der Tierarzt eine Behandlung vornehmen, da die Lahmheit für das Pferd nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch eine erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsmöglichkeiten nach sich zieht. Je eher eine Erlahmung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Droht auf dem Land ein Tierarztmangel?

Tierarzt im StallFür viele Absolventen des Studiums der Tiermedizin ist die Ausbildung und die Qualifikation zum Tierarzt immer noch ein Traumberuf. Langsam stellt sich aber heraus, dass es in absehbarer Zeit Mängel bei der Versorgung von Großtieren, gerade auf dem Land geben wird. Das liegt vielfach auch daran, dass der Beruf des Nutztierarztes eine Männerdomäne ist, auf den Universitäten aber überwiegend junge Frauen studieren, um im Bereich der Kleintiermedizin aktiv zu werden. Die Folge: In ländlichen Regionen droht ein Mangel an Tierärzten.

Unattraktive Arbeitszeiten machen es dem Landtierarzt schwer

Gerade bei der tierärztlichen Versorgung von Pferden, Schweinen oder Kühen ist Manpower gefragt. Da überlegt sich manche Studentin der Tiermedizin, ob sie sich nicht lieber direkt auf den Kleintierbereich spezialisiert. Vor allem auf dem Land müssen die Tierärzte bei Wind und Wetter die Nutztiere versorgen, oftmals zu unwirtlichen Uhrzeiten wie in der Nacht oder an Feiertagen. Die eigenen Kosten wie z. B. die Anfahrt mit dem eigenen Auto, werden durch die Behandlung kaum hereingeholt. Es steckt aber bei den praktizierenden Tierärzten immer noch genug Motivation im Blut, um diesen beschwerlichen Job mit viel Idealismus auszufüllen.

Frauen planen ihre Zukunft anders

Die Versorgung von Großtieren zu jeder Tag- und Nachtzeit ist mit ein Grund, warum Frauen sich von vorneherein nicht für den Nutztierbereich entscheiden. Zu aufwendig ist es, den Beruf und später die Familie unter einen Hut zu bekommen. Mit geregelten Arbeitszeiten in einer Tierklinik oder einer Tierarztpraxis lässt sich vieles einfacher planen.

Arztpraxen reichen aus – aber nicht die Ärzte

Im ländlichen Raum ist die Versorgung mit Tierarztpraxen durchweg ausreichend. Das bestätigen die Tierärztekammern. Allerdings fehlt es an Tierärzten, die sich mit der medizinischen Versorgung von Nutztieren befassen. Ein Tierarzt vom Niederrhein klagt, dass in seiner Praxis zwar vier Tierärzte damit beschäftigt sind, die Versorgung von Großtieren zu gewährleisten. Doch auch sie arbeiten alle am Limit, Unterstützung durch einen neuen Tierarzt ist nicht zu erwarten.

Die Wirtschaftlichkeit ist ein Problem

Immermehr landwirtschaftliche Betriebe schließen. Wo ein Landtierarzt früher noch im Umfeld diverse Höfe versorgen konnte, muss er nun z. B. wegen der Geburt eines Kalbes zig Kilometer fahren. Anders als bei Kleintieren ist der Versorgungsaufwand auch wesentlich zeitintensiver. Schließlich kommen Großtiere nicht zum Tierarzt in die Praxis, sondern die Behandlung muss vor Ort durchgeführt werden. Das kann sich von der Zeit her strecken, ein geregelter Feierabend ist da nicht immer in Sicht.

Ist die Tätigkeit als Tierarzt ein Traumberuf?

Tierarzt im StallHaustiere nehmen in Deutschland einen immer höheren Stellenwert ein. Neben Hunden, Katzen und Pferden tummeln sich zahlreiche Tierarten in deutschen Haushalten, wie z. B. Vögel, Nagetiere, Fische oder Reptilien. Kein Wunder, dass die Tierärzte in Deutschland alle Hände voll zu tun haben. Für viele Jugendliche ist der Beruf des Tierarztes ein Traum: Kranken Tieren zu helfen ist das Ziel vieler jungen Menschen. Doch dafür sind auch einige Hürden zu nehmen. Bei einem Abiturschnitt zwischen 1,2 und 1,5 sind die Anforderungen der Veterinärmedizin sehr hoch. Und dennoch sind die Hörsäle überfüllt.

Die Hürden sind zu Beginn sehr hoch

Gerade für Frauen ist der Beruf des Tierarztes ein Traum. Rund 80 Prozent aller Absolventen im Bereich der Tiermedizin sind weiblich. Wenn das Studium erst einmal geschafft ist, wartet ein einjähriges Praktikum, bevor die Zulassung als Facharzt erfolgen kann. Viele Studienabgänger entscheiden sich für eine städtische Tierarztpraxis, denn hier ist das Potenzial zahlungswilliger Tierfreunde relativ hoch. Die Zeiten haben sich geändert: Früher wurden Katzen gehalten, um Mäuseplagen vorzubeugen und Hunde galten als Hüter von Haus und Hof. Heute sind Haustiere mehr und mehr zu einem Familienmitglied geworden, die Gesunderhaltung lassen sich Frauchen und Herrchen einiges kosten.

Tierarztpraxen auf dem Land sind weniger gefragt

Ein Knochenjob mit viel Idealismus, das ist das Bild des Landtierarztes. Hier geht es nicht mehr um den Hund, der gebissen wurde oder die Katze, die sich bei einer Rauferei am Auge verletzt hat. Großtiere wie Kühe oder Pferde warten auf ihre Behandlung und das teilweise zu sehr ungünstigen Zeiten. Wenn die Kuh kalbt, bleibt bei Komplikationen keine Zeit. Da muss der Tierarzt auch mal nachts raus in den Stall. Lange Anfahrtswege inklusive. Auch Pferde können nicht immer in der Tierarztpraxis behandelt werden. Dafür sind sie zu groß. Viele medizinische Maßnahmen lassen sich vor Ort besser durchführen. Hier gibt es keine geregelte Arbeitszeit wie in in einer Kleintierpraxis. Ein 24-Stunden-Service ist quasi Voraussetzung. Mittlerweise schließen sich aber immer mehr Tierärzte zusammen, um die tiermedizinische Versorgung in ländlichen Regionen sicherzustellen.

Für die meisten Berufsstarter erfüllt sich der Traum

Auch wenn der Beruf des Tierarztes mit vielen Mühen und Aufwendungen verbunden ist, ein Traum ist es dennoch für viele Veterinärmediziner. Nicht nur die medizinische Versorgung steht im Vordergrund, sondern auch die Gesundheitsvorsorge und die Beratung der Tierbesitzer zur artgerechten Haltung. Viele Tierärzte setzen sich erfolgreich für den Tierschutz ein und tragen dazu bei, dass in Deutschland die artgerechte Tierhaltung einen hohen Stellenwert hat.