Depressionen bei Katzen

Können Katzen depressiv sein? Leider ja! Tatsächlich sind Depressionen bei Katzen keine Seltenheit. Sie fressen nicht genug, vernachlässigen die Fellpflege und wirken lustlos.

Doch wo liegen die Ursachen dafür? Wie erkennen Sie bei Ihrer Katze eine Depression? Wie können Sie Ihrer Katze aus ihrem Tief helfen?

Ist die Katze einfach nur ausgeglichen oder depressiv?

Vor ein paar Tagen wirbelte die Katze Lissy noch durchs Haus, rannte den ganzen Tag durch die Katzenklappe nach draußen, um dort herumzutoben und hat sogar abends noch keine Anzeichen von Müdigkeit gezeigt. Vor zwei Tagen fing es an: Die Katze wurde ruhiger, wollte nicht mehr so oft nach draußen und hat sich im Laufe des Tages in eine ruhige Ecke verzogen. Kein Herumgetobe, kein Herumgehüpfe über Katzenbäume oder Möbel. Es schien Ruhe einzukehren. Doch diese Ruhe ist trügerisch. Es gibt Merkmale, die klare Anzeichen für Depressionen bei Katzen sind. Doch zunächst gilt es erst einmal zu klären, was überhaupt eine Depression ist.

Stichwort Depression

Die Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich durch eine gedrückte Stimmung, Lustlosigkeit, Interessenverlust, Antriebslosigkeit oder Appetitlosigkeit äußert. In Deutschland sind davon etwa fünf Prozent der Menschen betroffen. Wie häufig Depressionen bei Katzen auftreten, ist nicht erfasst. Fakt ist aber auch, dass sich die Symptome ähneln. Ausnahme: Bei schweren Depressionen sterben etwa 10 bis 15 Prozent der Betroffenen durch Suizid. Das ist bei Katzen nicht der Fall. Dennoch sind Depressionen bei Katzen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Was sind die Ursachen für Depressionen bei Katzen?

Wie bereits beschrieben, können die Ursachen im Falle einer depressiven Katze vielfältig sein. Bei manchen Katzen sind es Veränderungen der Lebensumstände. Schlechte Erfahrungen im Umgang mit Menschen oder Krankheiten sind eine Ursache dafür, warum Katzen an Depressionen leiden.

Ursachen für Depressionen

  • Eine neue Umgebung durch einen Umzug
  • Es zieht eine weitere Katze ins Haus ein
  • Ein vertrautes Familienmitglied ist auf einmal nicht mehr da – durch Tod, Trennung oder Auszug
  • Fehlende artgerechte Haltung
  • Nicht ausreichend Schlaf oder Nahrung
  • Keine Sozialkontakte mit anderen Katzen
  • Kein regelmäßig sauberes Katzenklo
  • Fehlende Bewegung oder Spielmöglichkeiten

Depression sind vielfach hausgemacht

Es scheint auf den ersten Blick ganz schön schwierig zu sein, eine Depression bei der Katze zu vermeiden. Auf den zweiten Blick sind es aber viele Dinge, die Sie durch eine artgerechte Haltung Ihrer Katze ausmerzen können. Veränderungen im häuslichen Umfeld sollten Sie also behutsam vornehmen und Ihrer Katze ein abwechslungsreiches Leben bieten. Dann sind schon mal viele Ursachen erst mal vom Tisch. Bei Krankheiten sieht es natürlich anders aus. Dabei kommt es auf die Art der Erkrankung an und welche Maßnahmen wir oder der Tierarzt zur Genesung ergreifen können.

Depressionen bei Katzen erkennen – welche Symptome treten auf?

Katzen sind nun mal keine Menschen, die allein durch ihre Grundstimmung depressiv wirken. Im Gegenteil, wie schon so oft beschrieben, versuchen Katzen, Krankheiten oder Störungen nicht nach außen dringen zu lassen. Von ihrem früheren Wesen her waren sie dann bei Krankheiten Beutetiere für andere Jäger.  Das Verhalten kriegen auch domestizierte Katzen einfach nicht raus.

Symptome einer depressiven Katze:

  • Sie wirkt weniger lebensfroh
  • Die Katze schläft dadurch deutlich häufiger und auch länger
  • Bei Ansprache wendet sie den Kopf, ihre Gestik deutet darauf hin, dass sie in Ruhe gelassen werden möchte
  • Appetitlosigkeit macht sich breit, sie verschmäht sogar ihr Lieblingsfutter und hat keine Lust mehr auf Leckerchen
  • Das Katzenspielzeug bleibt in der Ecke liegen und auch die vorbeiflitzende Aufziehmaus zieht keine Aufmerksamkeit auf sich

Stichwort Trauma bei Katzen

Liegt es womöglich an der Vergangenheit Ihrer Katze, dass sie Anzeichen einer Depression zeigt? Das kann der Fall sein, wenn Ihre Katze im gesetzten Alter zu Ihnen gekommen ist. Etwa aus dem Tierheim oder durch die Abgabe anderer Personen. Daher lässt sich nie genau hinter die Fassaden blicken. So kann es sein, dass Ihre Katze deshalb Erlebnisse hinter sich hat, die sich in die Seele eingebrannt haben.

Ein tragisches Ereignis im früheren Zuhause? Eine leidvolle Erfahrung in einer Tierpension oder körperliche Qualen durch den Vorbesitzer? Daher gilt es, viel Zeit in Ihren neuen Mitbewohner zu investieren, um Vertrauen aufzubauen. Katzen sind Gewohnheitstiere und können Erlebtes oder bestimmte Angewohnheiten deshalb nur sehr schwer wegstecken.

Wie kann ich meiner depressiven Katze helfen?

Da die Ursachen für die Depression sehr vielfältig sind, müssen Sie deshalb sehr viel Zeit in Ihre Katze investieren. Zuerst gilt es festzustellen, ob vielleicht eine Erkrankung dahinter steckt. Wenn es durch eine Krankheit oder sogar eine Verletzung zu Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen kommt, kann das ein Grund für die Depression sein. Also am besten einmal zum Tierarzt und die depressive Katze durchchecken lassen. Können Sie diese Punkte ausschließen, kommen jetzt andere mögliche Faktoren unter die Lupe.

Der Gesundheits-Check beim Tierarzt wird übrigens von der Katzenkrankenversicherung übernommen. Außerdem deckt die Katzenkrankenversicherung auch die Kosten für die Heilbehandlung Ihrer Katze ab.

Führt Zuwachs in der Familie zu Depressionen?

Katzen sind Gewohnheitstiere und schätzen es, wenn Sie sich mit Hingabe um sie kümmern. Familiärer Zuwachs oder ein neues Haustier können schnell dazu führen, dass der Katze weniger Aufmerksamkeit zuteil wird. Sie leidet unter einem Aufmerksamkeitsdefizit, das wiederum führt zu Depressionen. Achten Sie darauf, dass Sie trotz Zuwachs, egal ob menschlich oder tierisch, Ihre Katze nicht aus den Augen verlieren.

Hilft Ablenkung gegen Depressionen bei Katzen? 

Das ist zwar nicht wissenschaftlich erwiesen, kann aber auch nicht schaden. Da Katzen sehr verspielt sind, hilft es, ihren Jagdinstinkt zu animieren. Ein neues Spielzeug, das so richtig Lust auf Jagen macht, kann schon eine Menge ausrichten. Hauptsache, Ihre Katze kommt auf andere Gedanken. Gibt es dann noch eine kleine Belohnung in Form von Leckerchen, dann tut das der Seele gut. Unter Umständen macht es Sinn, für die Katze sogenannte Fummelbretter zu beschaffen. Diese sind in der Regel aus Holz oder anderen soliden Stoffen gefertigt und bieten der Katze dadurch eine Menge Abwechslung bei der Beschaffung von Leckerchen. Sie ist damit eine Weile beschäftigt.

Muss der Tierarzt Depressionen bei Katzen behandeln?

Es hängt einfach vom Zustand Ihrer Katze ab, ob Ihr Tierarzt in die Behandlung einsteigen muss. Bei einer schweren Depression macht das mit Sicherheit Sinn, daher ist es schwer zu sagen, ab wann eine schwere Depression bei Ihrer Katze vorliegt. Auf alle Fälle ist eine Behandlung sinnvoll, wenn keine Maßnahmen greifen und die Katze sich nach wie vor wie ein Häufchen Elend gibt. In diesen Fällen verschreibt der Tierarzt Psychopharmaka. Allerdings dürfen Sie hier nicht zur Eigentherapie greifen. Falsche Medikamente können daher schwerste Schäden bei Ihrer Katze auslösen.

Können Sie mit Bachblüten Depressionen behandeln? 

Die Bachblüten gehen auf den englischen Arzt Dr. Edward Bach zurück. Je nach Krankheitsbild der Katze können unterschiedliche Bachblüten als Essenzen zum Einsatz kommen. Es gibt zwar keinen wissenschaftlichen Beleg darüber, dass eine Wirkung generell anschlägt. Viele Katzenfreunde aber berichten von positiven Auswirkungen im Rahmen der Anwendung bei ihrer Katze.

Welche Bachblüten können zur Anwendung kommen?

Zur Anwendung bei Depressionen können beispielsweise Hornbeam, Mustard, Olive, Wild Oat oder auch Wild Rose kommen. In der Regel werden die Bachblüten in Tropfenform verabreicht. Das funktioniert am besten als Zugabe zum Trinkwasser oder zum Futter. Lassen Sie sich deshalb vom Tierarzt beraten, welche Bachblüten hier zur Anwendung kommen können. Positiv: Sie können keine falschen Bachblüten anwenden. Die Bachblüten, die sich nicht zur Anwendung bei einer Depression eignen, zeigen daher schlicht und ergreifend dann keine Wirkung.

Raus aus der Depression

Es braucht viel Zeit, Ihre Katze aus der Depression herauszuholen. Frühere Lebensumstände, neue Gewohnheiten oder ungewohnte Umgebung – dadurch entwickeln sich viele Dinge im Leben der Katze zum Negativen. Daher hilft in vielen Fällen sehr viel Zuwendung, Abwechslung und Beschäftigung, um eine Depression zu heilen. Die Risiken bei Depressionen sind nämlich, dass die Lebensqualität darunter enorm leidet.

Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit oder sogar Aggressionen sind nur ein paar Punkte, wie sich eine Depression auf Ihre Katze oder Ihren Kater auswirken kann. Anders als Menschen sind Katzen deswegen aber nicht suizidgefährdet. Wir wünschen Ihnen daher, dass es Ihrer Katze lange gut geht und Sie erfolgreich gegen die Depression ankämpfen können.  

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