Die Borreliose bei Pferden

Pferde stehen im Regen

Als Borreliose bei Pferden bezeichnen Tiermediziner eine Erkrankung, die durch die Infektion mit Bakterien hervorgerufen wird. Dabei handelt es sich um Bakterien aus der Gruppe der Borrelia burgdorferi.

Zur Borreliose bei Pferden kommt es durch die Übertragung von Borrelien durch den Zeckenbiss. In den meisten Fällen steckt dahinter der gemeine Holzbock, eine in Europa sehr häufig auftretende Zeckenart. Ungefähr jeder fünfte Holzbock ist mit Borreliosen infiziert und gibt diese beim Biss weiter.

Symptome der Borreliose bei Pferden

Problem der Borreliose ist, dass diese bei Pferden erst in einem chronischen Stadium zu erkennen ist. Das liegt daran, dass Sie Zecken im dichten Fell Ihres Pferds erst spät erkennen können. Für einen Zeckenbiss ist eine kreisrunde Rötung auf der Hautoberfläche typisch. Diese lässt sich ebenfalls wegen der Dichte des Fells nicht erkennen. Die Borreliose bei Pferden lässt sich vor allem an den folgenden Symptomen festmachen:

  • Muskelverspannungen
  • Hautveränderungen und Augenerkrankungen
  • Abmagerungserscheinungen
  • Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen und Allergien
  • Koliken und kolikartige Symptome
  • Ausfallerscheinungen wie Aggressivität, Überreaktionen und Lethargie
  • Organerkrankungen
  • Hufrehe und Huflederhautentzündungen

Wie entwickeln sich Borrelien?

Viele kleine Säugetiere tragen bereits Borrelien in sich, ohne dass sie an einer Borreliose erkranken. Besonders Mäuse zeigen diese Eigenschaft. Sie sind wie eine Art Speicher für diese Borrelien. Wenn Mäuse von Zecken befallen werden, nehmen diese die Bakterien auf und die Borrelien bleiben dann im Darm der Zecke.

Saugt die Zecke dann erneut Blut, reagieren die Borrelien und werden aktiv. Sie beginnen sich zu vermehren und steigen etwa 12 Stunden nach der Blutmahlzeit in die Speicheldrüse der Zecke auf. Dort angelangt, können sie die Borrelien beim Biss auf das neue Wirtstier, in diesem Fall ein Pferd übertragen.

Positiv für Pferdefreunde ist, dass die Borreliose bei Pferden nicht sehr häufig auftritt. Es gibt mehr Infektionen als tatsächliche Krankheitsfälle. Forscher haben herausgefunden, dass die meisten Pferde Antikörper gegen Borrelien gebildet haben, ohne dass sie an einer Borreliose erkrankt sind. Das führt wiederum dazu, dass der Tierarzt umfangreiche Diagnosemaßnahmen treffen muss, um eine Borreliose zweifelsfrei festzustellen.

Wie kommt es zu einer Borreliose bei Pferden?

Um an einer Borreliose zu erkranken, müssen die Borrelien wirksam auf das Pferd übertragen werden. Das geschieht durch die infizierte Zecke beim Saugakt, indem sich die Bakterien in der Bissstelle auf der Pferdehaut verbreiten können. In den meisten Fällen gelingt es der inneren Abwehr des Pferdes, sich gegen diese Borrelien zu wehren. Gelingt das allerdings nicht, können sich die Borrelien von der Bissstelle aus im Körper des Pferdes verbreiten, Entzündungen auslösen und Organe befallen. Die Infektion mit einer Borreliose setzt frühestens 12 Stunden nach dem Beginn der Blutmahlzeit ein. Eine Übertragung der Borreliose bei Pferden ist nur durch Zecken möglich, nicht aber von Pferd zu Pferd. Eine Ansteckung ist dem zu Folge auszuschließen.

Borreliose – die Wirkung auf Pferde

Die gängigen Leitsymptome der Borreliose bei Pferden sind bereits oben beschrieben. Nun kann es aber passieren, dass die Borreliose verschiedene Körperpartien oder Organe befällt. Dann sind noch diese spezifischen Symptome zu beachten:

  • Augen: Lidödeme, Hornhautentzündung, Bindehautentzündung, Entzündung der Augenhaut (Uveitis)
  • Haut: Verdickungen, Überempfindlichkeit, kreisrunde Rötungen an der Bissstelle
  • Nervensystem: Schläfrigkeit, Bewegungsstörungen (Ataxie)
  • Gliedmaßen: Steifheit, Gelenkschwellungen, Bewegungsunlust, Hufrehe, Arthritis, Lahmheit
  • Allgemeinzustand: Mattigkeit, Fieber, Abmagerung, Leistungsverlust

Wie lässt sich die Borreliose bei Pferden diagnostizieren?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass bei Ihrem Pferd eine Borreliose aufgetreten ist, dann führt kein Weg um den Tierarzt herum. Denn viele Symptome der Borreliose bei Pferden können Begleiterscheinungen anderer Krankheiten sein.

Dafür sind verschiedene Laboruntersuchungen notwendig. Die Kosten für diese Untersuchungen können Sie sich über die Pferdekrankenversicherung erstatten lassen, wenn diese vorhanden ist.  Möglich sind die folgenden Untersuchungsprozesse:

  • Nachweis von Erregern in Proben: Aus Blut, Gewebe, Gelenkflüssigkeit oder mittels einer Biopsie lassen sich Proben entnehmen. Mit einem PCR-Test lässt sich das Erbgut der Borrelien gut nachweisen. Auf der anderen Seite kann der PCR-Test aber nicht zwischen lebenden und toten Erregern unterscheiden.
  • Antikörpernachweis im Blut des Pferdes: Durch die Borrelien kommt es zu einer Stimulation im Immunsystem des Pferds. Dadurch werden Antikörper gebildet, die sich im Blut nachweisen lassen. Allerdings lässt nicht jede Testmethode den Unterschied erkennen, ob es sich dabei um eine alte oder frische Infektion handelt.

Da beide Testmethoden nicht immer ein zuverlässiges Ergebnis abbilden, ist es sinnvoll, beide Tests durchführen zu lassen, damit eine kleinere Schnittmenge zwischen beiden Methoden zustande kommt.

Dabei ist auch auszuschließen, dass es sich um andere Infektionskrankheiten handelt, die mit einer Erhöhung der Körpertemperatur einhergehen oder Lahmheitserscheinungen und neurologische Veränderungen auslösen.

Wie verläuft die Borreliose bei Pferden?

Der Verlauf der Borreliose bei Pferden hängt vom Immunsystem und der individuellen Situation des Pferdes ab. Möglich sind drei verschiedene Verläufe:

  • Symptomlos: Lokale Entzündung mit einer Hautrötung, die aber unentdeckt bleibt und keine Symptome auslöst.
  • Akute Phase: Es treten Symptome auf, die in den obigen Abschnitten beschrieben sind. Allerdings werden die Symptome zumeist anderen Krankheiten zugeschrieben, so dass die Borreliose unentdeckt bleibt.
  • Chronische Borreliose: Werden die Symptome aus der akuten Phase nicht richtig eingeschätzt, entwickelt sich daraus die chronische Phase. Dann treten neurologische Veränderungen auf, es entwickelt sich eine Hufrehe oder Lahmheitserscheinungen sind deutlich wahrnehmbar.

Generell sind die Heilungschancen bei Pferden, bei denen die Borreliose rechtzeitig erkannt wird, sehr gut. Werden allerdings die ersten Symptome nicht erkannt und die Borreliose entwickelt sich chronisch, dann sind Heilungsprognosen mit Vorsicht zu stellen.

Lässt sich die Borreliose bei Pferden behandeln?

Die Behandlung der Borreliose bei Pferden erfolgt über einen längeren Zeitraum mit geeigneten Antibiotika. Ebenso muss Ihr Tierarzt auftretende Begleiterscheinungen mit entsprechenden Medikamenten therapieren. Dabei kann es passieren, dass die Therapie nicht anschlägt: Sogenannte schlafende Borrelienformen werden nicht immer durch die Antibiotika erreicht. Unter Umständen ist es sinnvoll, den Erfolg der Behandlung durch eine zweite Untersuchung prüfen zu lassen.

Wie können Sie Ihr Pferd gegen eine Borreliose schützen?

Die Borreliose wird durch Zecken übertragen. Daher gilt die Weidesaison auch als Risikozeit für Pferde. Zecken mögen hohes Gras und können sich so einfacher auf Ihrem Pferd festsetzen. Wenn eine Weide kurzgehalten wird, führt das dazu, dass das Gras leicht trockener ist und sich Zecken weniger gerne niederlassen. Hinzukommt, dass im niedrigen Gras mit wenig Unkrautdurchsatz sich weniger Mäuse befinden, die als Speicher von Borrelien gelten.

Können Pferde gegen eine Borreliose geimpft werden?

Eine Impfung gegen die Borreliose bei Pferden ist möglich. Bei der Impfung bildet das Immunsystem des Pferdes Antikörper, die beim Blutsaugen von der Zecke aufgenommen werden. Diese aufgenommenen Antikörper verhindern die Wanderung der Borrelien von der Zecke auf die Haut des Pferdes. Die Grundimmunisierung erfolgt mit zwei Impfdosen im Abstand von etwa zwei bis drei Wochen. Einen Monat nach der zweiten Impfdosis ist ein wirksamer Schutz gegeben. Die Auffrischung der Impfung kann mit einer Einzeldosis danach jährlich erfolgen.

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