Die Hufrehe beim Pferd

Zu den mittlerweile sehr häufig auftretenden Krankheiten bei Pferden gehört die Hufrehe. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Hufbeiträgers und der Huflederhaut, die unterschiedliche Ursachen haben kann.

Wodurch kommt es zur Hufrehe bei Pferden?

In der Regel ist davon der vordere Bereich des Hufes betroffen. Teilweise dehnt sich die Entzündung sogar auf die Sohle und auch auf die Seitenbereiche des Hufes aus. Die Hufrehe betrifft in den meisten Fällen die Vorderhufe. Es kommt eher selten vor, dass alle vier Hufe des Pferdes betroffen sind. Beim Verdacht auf eine Hufrehe empfehlen wir dringend, den Tierarzt dazu zu holen.

Wie bereits eingangs beschrieben sind die Ursachen für die Hufrehe vielfältig. Auf der einen Seite spielen Infektionskrankheiten eine Rolle, auf der anderen Seite kann es durch unangepasste Fütterung zu einer Hufrehe kommen. Das ist dann der Fall, wenn sich im Futter des Pferdes zu viele Kohlenhydrate befinden, beispielsweise durch einen sehr hohen Anteil an Getreide oder Gras im Futter. Daneben kann die Hufrehe durch eine Vergiftung nach der Aufnahme von Eiben-Gewächsen auftreten. Zu guter Letzt gehören auch mechanische Ursachen dazu bedingt durch Fehlbelastung der Hufe oder auch Verletzungen.

Woran erkennen Sie bei Ihrem Pferd die Hufrehe?

Eine Entzündung des Hufes wie bei der Hufrehe führt automatisch dazu, dass das Pferd Lahmheitserscheinungen zeigt. Bei Betroffenheit der Vorderhufe streckt das Pferd diese weit von sich, sodass die Hinterbeine schon fast unter dem Bauch stehen. Sie können sehen, wie Ihr Pferd den Huf nicht mehr mit der Vorderseite zuerst aufsetzt, sondern mit der hinteren Seite. Die Mittelfuß-Aterien pulsieren stärker, das Pferd hat einen höheren Pulsschlag und eine schnellere Atmung. Die Körpertemperatur ist erhöht.

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Beim chronischen Verlauf der Hufrehe kommt es zu einer fortschreitenden Schädigung des Hufes. Die Hufkapsel verformt sich, das Hufbein knickt ab und die Hufsohle wölbt sich durch das unregelmäßige Wachstum des Hufhorns und der Hufhornkapsel. Es bilden sich sogenannte Reheringe und mit der Zeit bricht das Hufbein durch den Hufbeinträger und die Hufbeinkapsel durch. Eine Hufrehe ist also ein Fall für den Tierarzt – hier sollten Sie nicht mit einer eigenen Therapie versuchen, Abhilfe zu schaffen.

Erste Maßnahmen bei einer Hufrehe

Sind Sie sich anhand der Symptome sicher, dass es sich um eine Hufrehe handelt, verständigen Sie Ihren Tierarzt. Er muss sich die Ausprägung anschauen und danach die Form der Behandlung vorgeben. Bis zum Eintreffen des Tierarztes können Sie Maßnahmen ergreifen, um die Schmerzen Ihres Pferdes zu lindern. Sorgen Sie dafür, dass es auf einem weichen Untergrund steht. Kühlen Sie die Hufe, in dem Sie Kühlpacks darum legen.

Welche Maßnahmen sind bei einer Hufrehe erforderlich?

Mit den genannten Symptomen kann der Tierarzt die Hufrehe relativ eindeutig diagnostizieren. Um den Fortschritt der Erkrankung zu erkennen, ist einer eine Röntgen-Untersuchung notwendig. Diese Untersuchung sollte schnell wie möglich nach dem Erkennen der ersten Symptome erfolgen, um einen chronischen Verlauf der Hufrehe auszuschließen. Mit Medikamenten lässt sich die Hufrehe nicht behandelt. Hier sind nun orthopädische Maßnahmen des Tierarztes erforderlich. Ausnahme: Die Hufrehe ist Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung wie das Cushing-Syndrom, gutartigen Tumoren im Gehirn oder Fettstoffwechselstörungen. Nun muss der Tierarzt den erkrankten Teil des Hufes entlasten unten nicht betroffenen Teil mehr belasten. Dazu muss er den vorderen Teil des Hufes sägen und den hinteren Teil erhöhen. Dadurch wird Zug auf die Beugesehne abgefedert. Als Maßnahme eigenen sich dafür Hufschuhe oder Gipsverbände. Nun muss das Pferd in Ruhe genesen. Nach etwa zehn bis zwölf Tagen kann der Tierarzt mittels einer Röntgenaufnahme kontrollieren, ob die Verlagerung des Hufbeines gestoppt werden konnte. Anzeichen für einen Erfolg der Behandlung ist unter anderem, wenn das Pferd keine Lahmheitserscheinungen mehr zeigt.

Bei einem chronischen Verlauf der Erkrankung ist die Behandlung etwas aufwendiger, bleibt aber immer noch im orthopädischen Rahmen. Wie bei der akuten Hufrehe bekommt das Pferd einen Hufschuh oder einen Gipsverband. Etwas fünf bis sechs Wochen später legt der Tierarzt oder der Hufschmied ein speziell gestaltetes Hufeisen an, das nach hinten geschossen ist. Zudem verfügt das Hufeisen über ein Hufpolster im hinteren Bereich. Je nach Verlagerung des Hufbeines kann die Behandlung ein Jahr oder länger andauern. Daher ist eine rechtzeitige Erkennung der Hufrehe notwendig, um nicht zuletzt auch Komplikationen wie einen Sohlendurchbruch oder Knochenentzündungen zu vermeiden.

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