Die Hufrehe beim Pferd

Zu den mittlerweile sehr häufig auftretenden Krankheiten bei Pferden gehört die Hufrehe. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Hufbeinträgers und der Huflederhaut, die unterschiedliche Ursachen haben kann. In der Regel ist davon der vordere Bereich des Hufes betroffen.

Teilweise dehnt sich die Entzündung sogar auf die Sohle und auch auf die Seitenbereiche des Hufes aus. Die Hufrehe betrifft in den meisten Fällen die Vorderhufe. Es kommt eher selten vor, dass alle vier Hufe des Pferdes betroffen sind. Beim Verdacht auf eine Hufrehe empfehlen wir dringend, den Tierarzt dazu zu holen.

Wodurch kommt es zur Hufrehe bei Pferden?

In der Regel ist davon der vordere Bereich des Hufes betroffen. Teilweise dehnt sich die Entzündung sogar auf die Sohle und auch auf die Seitenbereiche des Hufes aus. Die Hufrehe betrifft in den meisten Fällen die Vorderhufe. Es kommt eher selten vor, dass alle vier Hufe des Pferdes betroffen sind. Beim Verdacht auf eine Hufrehe empfehlen wir dringend, den Tierarzt dazu zu holen.

Woran erkennen Sie bei Ihrem Pferd die Hufrehe?

Eine Entzündung des Hufes wie bei der Hufrehe führt automatisch dazu, dass das Pferd Lahmheitserscheinungen zeigt. Bei Betroffenheit der Vorderhufe streckt das Pferd diese weit von sich, sodass die Hinterbeine schon fast unter dem Bauch stehen.

Auf einen Blick – Die Symptome der Hufrehe bei Pferden:

Bei diesen Anzeichen ist es sinnvoll, Ihr Pferd genauer unter die Lupe zu nehmen. Die nachstehenden Verhaltensweisen sind ein klares Indiz dafür, dass sich eine Hufrehe gebildet hat:

  • Je nach Pferdeart äußern sich die Schmerzen mehr oder weniger stark. Bei Ponys sind diese weniger stark als bei Großpferden.
  • Ist die Huflederhaut Ihres Pferdes leicht entzündet, so hebt Ihr Pferd die betroffenen Hufe auf und ab, um diese zu entlasten.
  • Beim Hufschmied zeigt sich Ihr Pferd widerspenstig, wenn es um das Auskratzen der Hufe geht.
  • Wenn Ihr Pferd sich im Schritt oder Trab bewegt, dann wirkt die Bewegung unrund. Vor allem auf harten Boden treten diese Bewegungsstörungen auf.
  • Sie können beim Ertasten der Zehenarterie deutliches Pulsieren fühlen.
  • Die Pferdehufe fühlen sich etwas wärmer und beim Betasten reagiert Ihr Pferd mit Schmerzen.

Die unterschiedlichen Stadien der Hufrehe beim Pferd

Der Schweregrad der Hufrehe lässt sich in drei unterschiedliche Stadien unterteilen. Je nach Schweregrad treten dann auch unterschiedliche Symptome auf – unabhängig von den bereits oben genannten Symptomen der Hufrehe.

Vorläuferstadium – Phase 1

  • Leichte Lahmheit, die Sie erst einmal als ungelenken Gang wahrnehmen
  • Beim Abtasten der Hufe wirken diese leicht erwärmt
  • Ihr Pferd versucht abwechselnd die Hufe zu entlasten

Akutes Stadium – Phase 2

  • Ihr Pferd bewegt sich nur widerwillig
  • Die Erwärmung der Hufe ist deutlich spürbar
  • Es kommt zu einer Pulsation im Zehenbereich
  • Auf hartem Boden zeigt Ihr Pferd deutliche Lahmheitserscheinungen
  • Ihr Pferd setzt zuerst mit dem Ballen statt mit den Zehen auf

Chronisches Stadium –- Phase 3

Beim chronischen Verlauf der Hufrehe kommt es zu einer fortschreitenden Schädigung des Hufes. Ihr Pferd lahmt bereits mehr als 48 Stunden. Die Hufkapsel verformt sich, das Hufbein knickt ab und die Hufsohle wölbt sich durch das unregelmäßige Wachstum des Hufhorns und der Hufhornkapsel. Es bilden sich sogenannte Reheringe und mit der Zeit bricht das Hufbein durch den Hufbeinträger und die Hufbeinkapsel durch. Eine Hufrehe ist also ein Fall für den Tierarzt – hier sollten Sie nicht mit einer eigenen Therapie versuchen, Abhilfe zu schaffen. Die Phase der chronischen Hufrehe kann sich unter Umständen über Wochen, Monate oder sogar Jahre hinziehen.

Wodurch kommt es zur Hufrehe bei Pferden?

Wie bereits eingangs beschrieben sind die Ursachen für die Hufrehe vielfältig. Auf der einen Seite spielen Infektionskrankheiten eine Rolle, auf der anderen Seite kann es durch unangepasste Fütterung zu einer Hufrehe kommen. Das ist dann der Fall, wenn sich im Futter des Pferdes zu viele Kohlenhydrate befinden, beispielsweise durch einen sehr hohen Anteil an Getreide oder Gras im Futter. Daneben kann die Hufrehe durch eine Vergiftung nach der Aufnahme von Eiben-Gewächsen auftreten. Zu guter Letzt gehören auch mechanische Ursachen dazu bedingt durch Fehlbelastung der Hufe oder auch Verletzungen.

Erhöhte Fruktanwerte als Ursache für die Hufrehe

Fruktane sind leicht vergärbare Kohlenhydrate. Bei der Aufnahme von Fruktanen kommt es im Darm zu einer erhöhten Freisetzung von Milchsäure, der pH-Wert im Dickdarm sinkt. Rohfaserverdauende Bakterien sterben ab, es bilden sich stattdessen Giftstoffe. Diese wiederum gelangen in die Blutbahn, stören die Durchblutung und führen zu einer Entzündung der Huflederhaut. Insbesondere in den folgenden Jahreszeiten kann es zu erhöhten Fruktanwerten im Weidegras kommen:

  • Im Frühling bilden Pflanzen bei frostigen Temperaturen Fruktane und wandeln diese erst nachts bei Temperaturen von mehr als acht Grad in Wachstum um. Grasen Pferde früh morgens auf der Weide, nehmen sie vor allem im Frühjahr große Mengen an Fruktan auf.
  • Durch die nächtlich höheren Temperaturen setzen Pflanzen im Sommer die gebildeten Fruktane vermehrt in das Wachstum um. Dadurch nehmen Pferde am Tag deutlich weniger Fruktane auf als im Frühjahr.
  • Im Herbst entwickeln sich ebenfalls Fruktane, die durch die nächtlich kalten Temperaturen nicht in Wachstum umgesetzt werden können. Hier nehmen Pferde wieder deutlich mehr Fruktane auf als im Sommer.

Stress auf der Weide

Damit ist nicht gemeint, dass es unter den Pferden auf der Weide zu Rangeleien kommt. Vielmehr kann Stress für die Gräser dazu führen, dass diese mehr Fruktan bilden. Das liegt daran, dass Gräser regelmäßig abgemäht oder abgefressen werden. Dadurch entwickeln Gräser Stress und speichern Energie in Form von Fruktanen.

Geburtsrehe

Kann die Hufrehe auch durch die Folgen einer Geburt ausgelöst werden? Möglich ist so etwas durch die Geburtsrehe. Dabei bleiben Kleinstteilchen von der Nachgeburt in der Gebärmutter der Stute zurück. Es kommt zu einer bakteriellen Zersetzung und diese Zerfallsprodukte gelangen in die Blutbahn. Diese bakterielle Vergiftung kann nun zur Schädigung der Blutgefäße in der Huflederhaut führen.

Vergiftungsrehe

Die Vergiftungsrehe unterliegt einem ähnlichen Prozess wie die Futterrehe. Bei der Aufnahme von giftigen Pflanzen, Schimmelpilzen oder auch Pestiziden kommt es zu einer Schädigung der Huflederhaut. In manchen Fällen kann es sogar passieren, dass eine Wurmkur der Auslöser für die Hufrehe ist. Das ist dann der Fall, wenn es zuvor zu einem massiven Parasitenbefall gekommen ist. Durch die Wurmkur sterben diese Parasiten nun ab und lösen Vergiftungserscheinungen aus. Auslöser ist zwar die Wurmkur, die Ursache selber aber der vorherige Parasitenbefall, der ja auch bekämpft werden muss.

Hufrehe durch Borreliose?

Zeckenbisse sind bei Pferden keine Seltenheit, die Zecken können mit ihrem Biss Krankheiten übertragen. In manchen Fällen führen die Begleiterscheinungen der übertragenen Krankheiten zu einer Entzündung der Huflederhaut.

Erste Maßnahmen bei einer Hufrehe

Sind Sie sich anhand der Symptome sicher, dass es sich um eine Hufrehe handelt, verständigen Sie Ihren Tierarzt. Er muss sich die Ausprägung anschauen und danach die Form der Behandlung vorgeben. Bis zum Eintreffen des Tierarztes können Sie Maßnahmen ergreifen, um die Schmerzen Ihres Pferdes zu lindern. Kühlen Sie Huf und Bein, indem Sie einen großen Eimer mit Eiswasser bereitstellen und im Abstand von drei bis fünf Stunden mit Crushed-Eis auffüllen.

Welche Maßnahmen sind bei einer Hufrehe erforderlich?

Ärzt hält ein Röntgenbild von einem Pferdhuf in der Hand

Mit den genannten Symptomen kann der Tierarzt die Hufrehe relativ eindeutig diagnostizieren. Um den Fortschritt der Erkrankung zu erkennen, ist einer eine Röntgen-Untersuchung notwendig. Diese Untersuchung sollte so schnell wie möglich nach dem Erkennen der ersten Symptome erfolgen, um einen chronischen Verlauf der Hufrehe auszuschließen. Mit Medikamenten lässt sich die Hufrehe nicht behandelt. Hier sind nun orthopädische Maßnahmen des Tierarztes erforderlich. Ausnahme: Die Hufrehe ist Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung wie das Cushing-Syndrom, gutartigen Tumoren im Gehirn oder Fettstoffwechselstörungen.

Unser Tipp: Wenn Sie über eine Pferdekrankenversicherung verfügen, setzen Sie Ihren Versicherer rechtzeitig in Kenntnis. Die Versicherung wird mit Ihnen abstimmen, wie Sie die einzelnen Rechnungen des Tierarztes am besten einreichen können.

Nun muss der Tierarzt den erkrankten Teil des Hufes entlasten. Dazu muss er den vorderen Teil des Hufes sägen und den hinteren Teil erhöhen. Dadurch wird Zug auf die Beugesehne abgefedert. Als Maßnahme eigenen sich dafür Hufschuhe oder Gipsverbände. Nun muss das Pferd in Ruhe genesen. Nach etwa zehn bis zwölf Tagen kann der Tierarzt mittels einer Röntgenaufnahme kontrollieren, ob die Verlagerung des Hufbeines gestoppt werden konnte. Anzeichen für einen Erfolg der Behandlung ist unter anderem, wenn das Pferd keine Lahmheitserscheinungen mehr zeigt.

Bei einem chronischen Verlauf der Erkrankung ist die Behandlung etwas aufwendiger, bleibt aber immer noch im orthopädischen Rahmen. Wie bei der akuten Hufrehe bekommt das Pferd einen Hufschuh oder einen Gipsverband. Etwa fünf bis sechs Wochen später legt der Tierarzt oder der Hufschmied ein speziell gestaltetes Hufeisen an, das nach hinten geschlossen ist. Zudem verfügt das Hufeisen über ein Hufpolster im hinteren Bereich. Je nach Verlagerung des Hufbeines kann die Behandlung ein Jahr oder länger andauern. Daher ist eine rechtzeitige Erkennung der Hufrehe notwendig, um nicht zuletzt auch Komplikationen wie einen Sohlendurchbruch oder Knochenentzündungen zu vermeiden.

Vorbeugung gegen Hufrehe – wie können Sie Ihr Pferd schützen?

Da die Ursachen für die Hufrehe sehr vielfältig sind, müssen Sie eine Vielzahl von vorbeugenden Maßnahmen berücksichtigen. Zudem fallen die Risikofaktoren je nach Alter und Rasse Ihres Pferdes unterschiedlich aus. Haltungsform, Gesundheitszustand und Fütterung spielen ebenfalls eine gewichtige Rolle.

So können Sie das Risiko Hufrehe mindern:

  • Vermeiden Sie Übergewicht und sorgen Sie für ausreichend Bewegung.
  • Stellen Sie die Fütterung zum Jahreszeitenwechsel langsam um.
  • Kontrollieren Sie Ihre Weide regelmäßig, ob dort Giftpflanzen gewachsen sind.
  • Prüfen Sie, ob der Fruktangehalt in Gras und Heu nicht zu hoch ist.
  • Lassen Sei regelmäßig den Tierarzt oder einen Hufschmied die Hufe Ihres Pferds überprüfen
  • Versuchen Sie, Bewegungseinheiten auf harten Bodenbelägen zu vermeiden
  • Frisches Gras und kohlenhydratreiches Futter sollten im wohldosierten Maße zugänglich sein
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