Die Lahmheit bei Pferden und die häufigsten Ursachen

Ein Pferd auf sandigem Untergrund

Im Laufe eines langen Pferdelebens ist so gut wie jeder Pferdehalter von der Lahmheit seines Tieres betroffen. Die Ursachen dafür sind vielfältig und zu den Sorgen um unser Pferd kommt auch noch eine dicke Tierarztrechnung dazu.

Liegt es an der Belastung des Bewegungsapparates durch das Reiten? Immerhin ist der Körper des Pferdes von Grund auf ja für das Laufen geschaffen, aber nicht zwangsläufig für das Reiten. Oder liegt es vielmehr am Zusammenspiel der Bewegungen und der einzelnen Körperpartien, die eine Lahmheit auslösen können? Tragen auch Krankheiten dazu bei?

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Wie wirken die Körperteile des Pferdes zusammen?

Beim Pferd besteht der Bewegungsapparat grob betrachtet aus Knochen, Muskeln, Sehnen, Bindegewebe, Schleimbeuteln und Bändern. Kommt es bei einem Pferd zu einem Schaden an der Sehne, liegt das nicht zwangsläufig an der Sehne. Der Muskel, der die Sehne stützen soll, kann zu schwach sein. Entweder ist er zu schlecht trainiert oder der Stützmuskel wird durch die Schwäche anderer Muskeln beeinflusst. Kommt es dazu, dass ein Pferd mit verspannten Muskeln hart auftritt, kann es dadurch zu eine Spannung oder einem Riss der Sehne kommen. Nur ein Beispiel, wie die einzelnen Elemente des Bewegungsapparates zusammenwirken.

Die Lastenverteilung beim Pferd

Die Anatomie des Pferdes führt dazu, dass die Vorderbeine rund 70 Prozent des Körpergewichtes aufnehmen müssen. Hinzu kommt beim gemeinsamen Ausritt natürlich auch noch das Gewicht des Reiters. Springt das Pferd, wirken die Kräfte natürlich sich um ein Vielfaches auf die Vorderbbeine aus. Diese kommen mit einer hohen Belastung als Erstes auf und müssen das ganze Gewicht im Gegensatz zu den Hinterbeinen aufnehmen. Das kann naturgemäß zu Verletzungen der Gliedmaßen führen, die wiederum eine der Ursachen für eine Lahmheit sind.

Lahmheit durch Verletzungen

Tierarzt tastet Pferdebein ab

Verletzungen an den Gliedmaßen sind die Hauptursache für die Lahmheit bei einem Pferd. Sie entstehen beim Reiten, Springen, Herumtoben auf der Weide, einfach überall, wo viel Bewegung im Spiel ist. In der Regel lassen sich Verletzungen schnell erkennen und tierärztlich behandeln, so dass die Lahmheit hier nur ein kurzer Prozess als Folge der Verletzung selbst ist. Kleine Wunden können Sie selbst mit Wundsalbe versorgen. Ist die Wunde nach zwei Tagen noch warm oder druckanfällig, so müssen Sie einen Tierarzt hinzuziehen. Eventuell hat sich die Verletzung durch Schmutz entzündet. Fleischwunden muss der Tierarzt generell in Augenschein nehmen und entscheiden, ob er diese nähen muss. Trittverletzungen durch andere Pferde sind ebenfalls ein Fall für den Tierarzt.

Die Hufrehe und ihre Folgen

Vor allem bei Ponys und untrainierten Pferden kommt es häufig zu einer Erkrankung mit der Hufrehe. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Huflederhaut. Je nach Ausprägung zeigt sich Lahmheit, ein unsicherer Stand und das Pferd versucht, Belastungen zu vermeiden. Durch den Tierarzt bekommt das Pferd schmerzstillende Medikamente verabreicht und Präparate, die den Druck des Blutes im Huf senken. Auslöser für die Hufrehe ist in der Regel eine zu kalorienreiche Nahrung. Daher hilft bei der Hufrehe erst einmal eine radikale Futterumstellung und natürlich Boxenruhe zum Regenerieren.

Ursache Griffelbein

Das Griffelbein ist ein langer und dünner Knochen, der sich auf der Rückseite des Röhrbeines befindet und durch ein Band in seiner Position gehalten wird. Das Griffelbein ist vergleichbar mit unserem Mittelfußknochen. Kommt es zu einer Destabilisierung des Bandes zwischen Röhrbein und Griffelbein, reiben diese aneinander und das Röhrbein entzündet sich. Dadurch kommt es zu Schmerzen und Schwellungen in diesem Bereich. Ist das Griffelbein gebrochen, wirkt das lose Ende wie ein Fremdkörper und löst ebenfalls Entzündungen aus. Diese lösen wiederum Schmerzen und damit Lahmheit aus. In vielen Fällen ist eine Operation notwendig, um Gewebezubildungen zu entfernen. Dann ist Boxenruhe für das Pferd angesagt, mindestens vier bis sechs Wochen. Auch hier gilt: Bei ersten Anzeichen von Lahmheitserscheinungen müssen Sie den Tierarzt informieren.

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Problemfall Hufabszess

Tierarzt  verbindet einen Pferdehuf

Die infektiöse Entzündung der Huflederhaut wird als Hufabszess oder auch Hufgeschwür bezeichnet. Durch eine Verletzung der Hornkapsel kommt es zum Eindringen von Keimen, die teilweise die Hornschicht auflösen und die Lederhaut entzünden. Hinzu kommen bei starken Entzündungen sogar Fieber und allgemeine Störungen des Gesundheitszustandes hinzu. Die Entzündung durch den Hufabszess führt dazu, dass die betroffenen Pferde ihr Bein nicht mehr belasten wollen und viel liegen. Erkennbar ist der Hufabszess an der Wärme des Hufes, dazu ist ein Pulsieren im Mittelfuß ertastbar. Der Tierarzt muss einen Teil des Hufes ausschneiden und dann mit einem entzündungshemmenden Druckverband versorgen. Auch hier gilt: Je schneller Sie die Anzeichen eines Hufabszesses erkennen, desto besser sind die Chancen, dass keine Schädigung der Lederhaut zurückbleibt.

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