Erbrechen bei Katzen – wie können Sie Ihrem Schmusetiger helfen?

Das Erbrechen bei Katzen muss das nicht automatisch ein Anzeichen für eine Erkrankung sein. In vielen Fällen macht Ihre Katze dabei nämlich einen gesunden Eindruck. Gerade bei Hauskatzen ist das Erbrechen normal.

Durch die Fellpflege und das Lecken werden Haare aufgenommen, diese bilden im Magen einen Klumpen, der durch das Erbrechen herausgewürgt wird. Erbricht sich Ihre Katze hingegen mehrmals in der Woche oder sogar mehrmals täglich, können verschiedene Krankheiten dahinterstecken. Bei Unsicherheit sollten Sie in jedem Fall den Tierarzt aufsuchen.

Wann ist das Erbrechen bei Katzen harmlos?

Eine üppige Mahlzeit führt schnell dazu, dass sich Ihre Katze übergeben muss. Das ist noch nicht weiter schlimm, denn Ihre Katze hat sich einfach nur überfressen. Wichtig zu wissen ist generell: Was erbricht die Katze? Harmlos beispielsweise sind die folgenden Auslöser:

  • das Erbrechen von Gras 
  • das Erbrechen von Haaren und Haarballen
  • einige wenige feuchte Speisereste

Wann wird das Erbrechen zu einem gesundheitlichen Risiko?

Gelegentliches Erbrechen bei Katzen sollten Sie dagegen ernst nehmen. Es kann ein Symptom einer schweren Erkrankung sein. Wenn das Erbrochene dunkel gefärbt ist und dabei auch noch nach Fäkalien riecht, kann das ein Anzeichen für einen Darmverschluss sein. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall – Sie müssen sofort zum Tierarzt. Dieser kann entstehen, wenn Ihre Katze beispielsweise im Kinderzimmer ein kleines Spielzeug verschluckt wie Legosteine oder eine Figur aus dem Überraschungsei. Ebenso sind die folgenden Symptome ein Anlass, beim Erbrechen zum Tierarzt zu gehen. Er muss nun untersuchen, woran Ihre Katze leidet:

  • Austrocknung Ihrer Katze durch häufiges Erbrechen
  • Durchfall
  • Fieber
  • glasige Augen und Teilnahmslosigkeit
  • Mattigkeit und Entkräftung
  • Schmerzen beim Hochheben der Katze

Warum bricht die Katze?

Sind es nicht die Fellklumpen, die Ihre Katze herauswürgt, steckt eine andere Ursache dahinter. In der Regel ist es eine Krankheit. Das kann beispielsweise eine Magenschleimhautentzündung bei Katzen sein, die durch Bakterien, Viren oder Parasiten ausgelöst wird. Schließlich ist der Magen der Katze ein hochsensibles Organ. Es gibt auch Ursachen, die nicht unbedingt mit einer Erkrankung des Magen-Darm-Traktes zusammenhängen. Eine Nierenschwäche bei Katzen, Stoffwechselerkrankungen oder Vergiftungen können ebenso dazu führen, dass Ihre Katze brechen muss. Vor allem für die Katze giftige Pflanzen in der Wohnung sind ein Hauptproblem, genauso wie das Verschlucken von Kleinteilen, die sich überall in einer Wohnung befinden können.

Die Katze würgt unter krampfartigen Bewegungen ihrer Bauchmuskulatur ihren Mageninhalt aus. Dabei können bedingt durch vorhandene Erkrankungen auch noch Fieber, Abgeschlagenheit oder Appetitlosigkeit hinzukommen.

Welche Maßnahmen kann Ihr Tierarzt ergreifen?

Für eine gesicherte Diagnose ist vor allem wichtig zu wissen, in welchen Abständen sich die Katze erbricht. Wenn Ihre Katze sich zu Hause erbricht, achten Sie einmal darauf, was sich in dem Erbrochenen befindet. Es mag für Sie wahrscheinlich unappetitlich sein, das Erbrochene zu untersuchen, es lässt aber schon erste Rückschlüsse zu. Befinden sich in dem Erbrochenen Katzenhaare oder vielleicht Pflanzenreste? Nehmen Sie etwas von dem Erbrochenen in ein kleines Gefäß auf, damit die Probe vom Tierarzt untersucht werden kann. So kann Ihr Tierarzt feststellen, ob sich Krankheitserreger in dem Erbrochenen wiederfinden. 

Beim Tierarzt selber wird Ihre Katze gründlich untersucht, da die Ursachen für das Erbrechen vielfältig sein können. Dazu wird Ihre Katze gründlich abgetastet und abgehört. Es finden noch weitere Untersuchungen statt wie beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung oder eine Blutuntersuchung. Außerdem kann der Tierarzt den Kot Ihrer Katze analysieren oder sogar eine Magen-Darm-Spiegelung vornehmen.

Einen Tipp am Rande hat dazu Katzenexperte Ralf Becker parat: „Viele Katzenfreunde sichern ihre Lieblinge mittlerweile mit einer Katzenkrankenversicherung ab. Diese bietet den Vorteil, dass Sie im Notfall sich nicht mit der Frage beschäftigen müssen, wie Sie die Tierarztrechnung bezahlen. Das übernimmt nämlich die Katzenkrankenversicherung und Sie können sich um die Genesung Ihrer Katze kümmern.“

Wie können Sie Ihre kranke Katze wieder aufpäppeln?

Die Nachbehandlung hängt von der Diagnose ab. In den meisten Fällen hat das Erbrechen eine harmlose Ursache. Dann ist es empfehlenswert, dass Ihre Katze für ein paar Tage auf Schonkost gesetzt wird. Dazu eignen sich vor allem gekochter Reis, Hühnerfleisch und zerkleinerte Karotten. Das Essen sollte in kleinen Portionen verabreicht werden. Daneben ist eine ausreichende Menge an Wasser notwendig, damit der Flüssigkeitshaushalt Ihrer Katze ausgeglichen bleibt.

Allerdings müssen Sie unter Umständen auch standhaft sein. Bei einer gereizten Magenschleimhaut ist es notwendig, dass Ihre Katze 24 Stunden auf Diät gesetzt wird. Das ist allemal besser, als den schon ohnehin gereizten Magen erneut auf eine Belastungsprobe zu stellen. Erst wenn sich die Magenschleimhaut beruhigt hat, darf Ihre Katze wieder in kleinen Mengen Futter zu sich nehmen. Bei Erkrankungen wird der Tierarzt Ihrer Katze Medikamente verschreiben, die zur Anwendung kommen sollen. Achten Sie dabei genau auf die Dosis und die Einteilung der verschriebenen Medikamente, lassen Sie sich die Dosen vom Tierarzt aufschreiben. Schließlich sind Sie in diesem Moment um Ihre Katze besorgt und nehmen nicht alle Hinweise ausreichend zur Kenntnis.

Wann darf Ihre Katze nicht auf Diät gesetzt werden?

Wenn Ihre Katze noch ein sehr junges Tier ist oder bereits an einer chronischen Erkrankung leidet, darf sie nicht ohne weiteres auf Diät gesetzt werden. Dafür hat Ihr Katze zu wenige Reserven. Es besteht nämlich das Risiko einer lebensgefährlichen Störung des Fettstoffwechsels. Hier ist nach Absprache mit dem Tierarzt eine sorgfältig und gering dosierte Gabe von Schonkost notwendig. Das kann beispielsweise ein wenig Reis mit Hühnchen sein, gewürzt mit einem kleinem bisschen Fleischbrühe. Sprechen Sie die Menge aber in jedem Fall mit Ihrem Tierarzt ab. In Ausnahmefällen kann es sein, dass Ihre Katze über eine Infusion mit wichtigen Nährstoffen versorgt werden muss. 

Wie können Sie dem Erbrechen bei Ihrer Katze vorbeugen?

Vor allem für Hauskatzen sind die Gefahren in der Wohnung größer als Sie denken: Welche Pflanzen befinden sich in Ihrem Haushalt, haben Sie unverträgliche Lebensmittel offen herumstehen oder kann Ihre Katze an schädliche Flüssigkeiten gelangen? Das sind alles Gefahrenquellen, die eine Vergiftung auslösen. Sie können eine Menge dazu beitragen, dass Sie dieses Risiko minimieren. Parallel dazu sollte Ihre Katze ausgewogenes Futter erhalten und artgerecht gefüttert werden. Reste vom Grill oder Sonntagsbraten sind absolut unverträglich, weil sie zu fettig und zu stark gewürzt sind. Gefährliche Lebensmittel für Katzen sind:

  • Zwiebeln und Knoblauch
  • Brot und Toast
  • Salze und Gewürze
  • Weintrauben
  • Schokolade
  • Schweinefleisch
  • Rohe Kartoffeln und Auberginen
  • Avocados
  • Tee und Kaffee

Mehr dazu finden Sie auch in unserem Ratgeber „Giftig für Katzen„. Hier finden Sie eine ausführliche Auflistung von giftigen Lebensmittel und Pflanzen. 

Wenn das Erbrechen bei Katzen nicht am Magen liegt

Der Verdauungstrakt der Katze ist nicht immer die Ursache dafür, dass es zum Erbrechen bei Katzen kommt. Es gibt viele schleichende Krankheiten, bei denen es in unregelmäßigen Abständen zum Erbrechen kommt. Diese sind womöglich nicht so auffällig, dass Sie ihnen besondere Aufmerksamkeit schenken. Dennoch kann dahinter eine ernsthafte Erkrankung stecken. Achten Sie daher auf die folgenden Punkte:

  • Wie oft bricht die Katze?
  • Schläft Ihre Katze häufiger als sonst?
  • Zeigt Ihre Katze eine unsichere oder holprige Gangart?
  • Trinkt Ihre Katze sehr häufig und muss ebenso oft das Katzenklo aufsuchen?
  • Wirkt sie nervös und ruhelos?
  • Hat sich der Kot verändert?

Diese Details sind wichtig für Ihren Tierarzt, wenn es darum geht, einer anderen Krankheit auf die Spur zu kommen. Es sind eben nicht nur die Störungen des Magen-Darm-Traktes. Eine Vergiftung der Katze kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso sind Stoffwechselstörungen, Nierenleiden, neurologische Erkrankungen und Infektionen der Grund dafür, dass bei Ihrer Katze zum Erbrechen kommt. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.