Erste Hilfe für Katzen – Teil 2 unserer Serie

Katze mit TierärztinIn der vergangenen Woche haben wir Ihnen Tipps für den Notfall gegeben, wie Sie nach einem Unfall den Gesundheitszustand Ihrer Katze stabilisieren können, bevor es zum Tierarzt geht. Heute stellen wir Ihnen weitere Szenarien vor, die vor Ihre Katze eine gesundheitliche Gefährdung darstellen.

Wie können Sie im entscheidenden Moment Erste Hilfe leisten? Denken Sie bei allen Maßnahmen immer daran, selber die Ruhe zu bewahren. Hektik und Stress schlägt sich auf Ihre Katze nieder, das kann im Ernstfall fatale Folgen haben.

Verletzungen am Auge

Durch eine Rauferei mit einem Artgenossen kann es zu einer Verletzung der Augenoberfläche kommen. Ein Schlag mit der Kralle durch den Gegner und es ist passiert. Ebenso kann es geschehen, dass Ihre Katze beim Herumtoben einen Fremdkörper in das Auge bekommen hat. Sie erkennen die Verletzung daran, dass Ihre Katze mit dem Auge kneift oder auch sichtbar der Lidrand eingerissen ist. Bei einer Verletzung der Hornhaut ist diese leicht getrübt, Ihr Stubentiger hat Schmerzen und lässt sich nicht am Kopf anfassen. Die Katze versucht immer wieder, den Fremdkörper mit der Pfote wegzuwischen.

Eine Verletzung am Auge können Sie selber nicht behandeln, wohl aber dafür sorgen, dass diese sich nicht noch verschlimmert. Tragen Sie keine Salben auf und versuchen Sie auch nicht, einen Fremdkörper selber zu entfernen. Lediglich frei bewegliche Fremdkörper können Sie mit lauwarmem Wasser versuchen auszuspülen. Damit Ihre Katze nicht weiter mit den Pfoten reibt, sollten Sie das Auge mit einer Wundauflage bedecken und verbinden. Dann geht es zum Tierarzt.

Verbrennungen

In der Regel kommt es an Herdplatten oder in der Grillsaison am Gartengrill zu Verbrennungen. Die Katze ist auf den eingeschalteten Herd gesprungen oder hat glühende Funken vom Grill abbekommen. Kommt es zu einer Verbrennung, dann ist die betroffene Stelle frei von Haaren und die Hautoberfläche ist leicht oder auch massiv gerötet. Es kann bei schweren Verbrennungen zu Bläschenbildung kommen oder sogar zu offenen Brandwunden. Generell gilt: Bei großflächigen Verbrennungen besteht das Risiko, dass dadurch eine lebensbedrohliche Kreislaufschwächung ausgelöst wird. Es kommt zum Schock. Die Katze hechelt, die Schleimhäute sind blass und die Körperhaltung schlaff.

Bei einer Verbrennung dürfen Sie in keinem Fall Wundgels oder andere Medikamente aus der Hausapotheke auftragen. Die betroffene Stelle können Sie nur mit lauwarmem Wasser herunterkühlen. Kaltes Wasser ist hier nicht zu empfehlen. Wenn die Verbrennung mit einer sterilen Gaze-Auflage versorgt ist, können Sie beim Transport zum Tierarzt die Verletzung mit einem Kühlakku oder einem Eisbeutel weiter versorgen. Wickeln Sie es dazu in ein Handtuch ein, damit die unmittelbare Kälteeinwirkung gedämmt ist. Lassen Sie sich beim Transport zum Tierarzt begleiten, damit stets eine Person die Versorgung der Katze aufrechterhalten kann.

Quetschungen durch ein gekipptes Fenster

Für uns ist ein gekipptes Fenster eine willkommene Abkühlung oder das Mittel zum Luftaustausch. Für Ihre Katze kann das hingegen zu einer tödlichen Gefahr werden. Katzen sind eben neugierige Tiere und verfolgen mitunter auch am Fenster das Geschehen außerhalb der vier Wände. Ein Schmetterling oder Vogel vor dem Fenster kann die Katze dazu animieren, durch den gekippten Spalt nach draußen zu gelangen. Dabei bleibt sie stecken und rutscht immer tiefer in den Spalt. Das wilde Strampeln verschärft die Situation noch. Organe werden gequetscht. Finden Sie Ihre Katze in dieser Situation vor, nehmen Sie sich einen Stuhl, um Ihre Katze möglichst optimal zu erreichen. Schieben Sie eine Hand nach draußen, um die Katze von unten zu stützen. Greifen Sie mit der anderen Hand in den Nacken und ziehen Sie die Katzen nach oben. Selbst ein kurzer Moment in dieser Zwangslage kann lebensbedrohliche innere Verletzungen ausgelöst haben. Fahren Sie daher unmittelbar zum Tierarzt, damit dieser eine gründliche Untersuchung einleiten kann.

Behalten Sie im Ernstfall immer einen kühlen Kopf!

So schlimm die Situation auch ist, in der Sie Ihre Katze auffinden oder sie zu Ihnen kommt: Sie müssen jetzt einen klaren Kopf behalten, damit Sie den Gesundheitszustand der Katze stabilisieren können. Geraten Sie aus der Fassung, spürt das Ihre Katze und lässt sich von Ihnen nicht versorgen. Sie müssen die nötige Ruhe ausstrahlen, so dass Ihre Katze spürt: Jetzt wird mir geholfen, mein Herrchen oder Frauchen werden es schon richten. Daher ist es auch wichtig, dass Sie bei der Fahrt zum Tierarzt eine Begleitperson dabei haben, die entweder fährt oder die Versorgung Ihrer Katze sicherstellt. Allein können Sie das nicht bewerkstelligen. Dazu ist allein schon der Stress zu groß, mit dem Sie sich dann auch noch auf die Straße begeben. Sie bringen sich, wenn Sie allein fahren, unter Umständen selber in Gefahr.

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