Erstickungsanfall bei Hunden

Ein Erstickungsanfall bei Hunden ist ein akuter Notfall, bei dem unsere Fellnase sofort Hilfe benötigt. Wir müssen die richtigen Schritte einleiten, damit wir die Atemwege freimachen können.

Wie passiert es, dass Hunde auf einmal einen Erstickungsanfall erleiden? Wodurch werden die Atemwege blockiert, so dass unser Hund keine Luft mehr bekommt? Welche Maßnahmen können wie ergreifen, um bei einem Erstickungsanfall das Leben unseres Hundes zu retten? Wir haben für Sie die Sofort-Maßnahmen zusammengestellt.

Stichwort Notfall: Ab dem nächsten Jahr fällt bei Notfällen die Tierarztrechnung deutlich höher aus. Jetzt ist wichtig, dass Sie diese Kosten mit einer Hundekrankenversicherung abdecken.

Wie gelangen Fremdkörper in die Atemwege meines Hundes?

Es sind vielfach kleine Fremdkörper, die den Weg in die Atemwege finden. Da der Hund sich ausgiebig mit der Nase am Boden bewegt, besteht das Risiko, dass er darüber Kleinstteilchen aufnimmt und diese in die Atemwege gelangen. Diese Dinge führen beispielsweise zu einem Erstickungsanfall bei Hunden:

  • Tannennadeln
  • Gräser
  • Pollen
  • Grannen
  • Steinchen
  • Holzstückchen

Es besteht die Gefahr, dass die Teilchen bedingt durch ihre raue und unebene Oberfläche in der Luftröhre steckenbleiben.

Die Atemwege sind blockiert – welche Symptome zeigt ein Erstickungsanfall bei Hunden?

Durch die Blockade der Atemwege kommt es zu einer akuten Atemnot. Es besteht also Lebensgefahr. Ihr Hund versucht, durch Abhusten oder Niesen den Gegenstand wieder nach oben zu befördern. Teilweise sprechen Tierärzte bei dieser Form von Niesanfällen von Rückwärtsniesen. Das gelingt in vielen Fällen nicht, so dass Sie Ihren Hund unterstützen müssen.

Zunächst überprüfen Sie die Atemwege. Öffnen Sie dazu das Maul Ihres Hundes und kontrollieren den Rachen nd Hals. Drehen Sie seinen Kopf so, dass Sie genügend Lichteinfall haben. Ideal ist eine Taschenlampe. Denken Sie dabei immer an den Eigenschutz. Atemnot ist ein Zustand, in dem nicht nur Menschen in Panik geraten, sondern auch Hunde. Immerhin bekommt er keine oder nur unzureichend Luft. Es kann zu einer Beißattacke kommen. Klemmen Sie daher ein ausreichend großes Stück Holz zwischen Oberkiefer und Unterkiefer.

Versuchen Sie nun die Zunge so weit wie möglich herauszuziehen. Prüfen Sie, ob sich der Fremdkörper noch im Rachen befindet oder Erbrochenes bereits vorhanden ist. Ist der Fremdkörper sichtbar, versuchen Sie diesen mit einem geeigneten Gegenstand wie einem stumpfen Stock, einer kleinen Zange oder auch einem Holzlineal herauszubefördern. Ist Ihr Hund bereits bewusstlos, können Sie gefahrlos in den Rachen hineinfassen und die Atemwege freimachen. Sie müssen hier ohne Zögern vorgehen, da ein Erstickungsanfall bei Hunden tödlich enden kann.

Der Fremdkörper steckt in der Luftröhre

In vielen Fällen steckt der Fremdkörper bereits im Bereich der Luftröhre. Da hier Erstickungsgefahr besteht, müssen Sie innerhalb von kürzester Zeit mit den richtigen Schritten die Atemwege freimachen. Prüfen Sie zunächst, ob noch Atmung vorhanden ist.

  • Prüfen Sie, ob sich der Brustkorb hebt und senkt.
  • Ist keine Sichtprüfung möglich: Finger auf den Brustkorb legen und Hebebewegungen ertasten.
  • Falls Atmung nicht ertastbar: Finger befeuchten und vor die Nase des Hundes halten

Falls Atmung noch vorhanden ist, können Sie nun die folgenden Schritte ausüben, um die Atemwege freizumachen:

Atmung bei Hund erkennen

  1. Schlagen Sie mit dem flachen Handballen fünfmal auf die Schulterblätter Ihres Hundes, um den Fremdkörper zu lockern.
  2. Bei kleinen Hunden: Packen Sie ihn an den Hinterläufen und schütteln Sie ihn vorsichtig nach unten
  3. Bei großen Hunden: Packen Sie den Hund hinter dem Brustkorb und heben den hinteren Bereich an, so dass Sie den Oberkörper nach unten schütteln können.
  4. Kommt der Gegenstand zum Vorschein, entfernen Sie diesen sofort, damit Ihr Hund diesen nicht erneut verschluckt.

Keine Atmung vorhanden: Die Luftröhre ist vollständig blockiert

Sie stellen keine Atmung mehr fest und der Hund droht an einem Erstickungsanfall zu sterben: Jetzt müssen Sie brachial die Atemwege freimachen.

Dazu wenden Sie den Heimlich-Griff an. Zunächst legen Sie den Hund auf seine rechte Körperseite. Dann schlagen Sie mit dem flachen Handballen auf das Schulterblatt, um den Fremdkörper zu lockern. Jetzt müssen wir einen Luftstoß erzeugen, der dazu führt, dass der Fremdkörper nach oben gelangt.

  • Positionieren Sie Ihre Hand mit dem Ballen unterhalb des Brustbeines oder unter dem Rippenbogen am Bauch Ihres Hundes.
  • Üben Sie einen ruckhaften Druck aus und wiederholen den Vorgang bis zu fünfmal. Dadurch erzeugen Sie über das Zwerchfell einen Überdruck auf die Lunge, der den Fremdkörper lockern soll.
  • Ist der Fremdkörper noch nicht sichtbar: Kleine Hunde an den Hinterpfoten packen, hochheben und vorsichtig nach unten schütteln. Große Hunde hinter dem Brustkorb anheben und den Oberkörper nach unten schütteln.
  • Falls der Fremdkörper immer noch nicht sichtbar ist, beginnen Sie die Rettungsmaßnahmen erneut.

Stichwort Heimlich-Griff

Den Heimlich-Griff dürfen Sie nur anwenden, wenn keine andere Maßnahme Erfolg zeigt und der Hund vor dem Ersticken steht. Es besteht die Gefahr von inneren Verletzungen. Wenn Sie den Griff anwenden, müssen Sie unabhängig vom vorherigen Atemstillstand zum Tierarzt, um Ihren Hund auf innere Verletzungen untersuchen zu lassen.

Stichwort Innere Verletzungen: Wenn die Atmung Ihres Hundes wieder einsetzt, müssen Sie dennoch unbedingt zum Tierarzt. Mögliche Innere Verletzungen kann nur der Tierarzt erkennen. Auch für diesen Fall ist die Hundekrankenversicherung eine unverzichtbare finanzielle Absicherung.

Eine Anwendung des Heimlich-Griffes wie beim Menschen ist nur dann eine Option, wenn keine andere Maßnahme mehr das Leben des Hundes retten kann und er ansonsten erstickt.

Wir wünschen Ihnen, dass Ihnen ein solches Erlebnis bei Ihrem Hund erspart bleibt und Sie dem Verschlucken von Gegenständen vorbeugen können. Dennoch ist es gut zu wissen, wie Sie im Notfall beim Hund die Atemwege freimachen können. Erste-Hilfe-Kenntnisse haben noch nie geschadet, um die Gesundheit oder das Leben eines Hundes zu retten.

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