Falsche Medikamente bei Katzen

Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung – damit haben auch Katzen zu kämpfen. Doch welche Medikamente sind für Katzen geeignet? Arzneimittel aus der Humanmedizin sind gefährlich für Haustiere. Falsche Medikamente bei Katzen können im schlimmsten Fall sogar tödliche Folgen haben.

Warum müssen Sie die tierische Medizin immer beim Tierarzt besorgen? Können Katzen auch ohne Ihr Zutun an falsche Medikamente gelangen? Was kann dabei schlimmstenfalls passieren?

Welche Medikamente sind für Katzen besonders gefährlich?

Falsche Medikamente bei Katzen lösen gefährliche Vergiftungen aus – eine falsche Anwendung kann tödlich enden. Viele Arzneimittel, die für Menschen in den verschriebenen Mengen verträglich sind, sind für eine Anwendung bei Katzen nicht geeignet. Nicht selten kommt es vor, dass eine Katze bei Anzeichen von Schmerzen eine Tablette aus der Hausapotheke bekommt, etwa, weil der Gang zum Tierarzt jetzt gerade nicht passt oder dafür sogar das nötige Kleingeld nicht vorhanden ist. Das sind teilweise tödliche Medikamente für Katzen:

Aspirin:

Dieses Medikament beinhaltet den Wirkstoff der Acetylsalicylsäure. Dieser ist für Katzen in höherer Dosierung tödlich. Die maximale Verträglichkeit liegt bei 5 – 25 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht. Das können Sie zu Hause kaum in dieser Form dosieren.

Diclofenac:

Dieser Wirkstoff wird in vielen Fällen äußerlich angewendet und ist Bestandteil gängiger Schmerzsalben. Dadurch, dass sich Katzen fast permanent ihr Fell lecken, kann dieser Wirkstoff über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden. Das führt zu Magen-Darm-Schädigungen, Nierenversagen und sogar zum Herzinfarkt.

Ibuprofen:

Dieses Schmerzmittel verschafft in manchen Fällen zwar dem Menschen Linderung, aber hat schwerste toxische Wirkungen bei Katzen. Bereits eine Dosis von 8 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht sind tödlich. Eine Tablette hat ein Volumen von etwa 800 Milligramm. Daher ist dieses Medikament in dieser Dosierung tödlich.

Naproxen:

Dabei handelt es sich um ein Medikament, das schmerzlindernd und entzündungshemmend wirkt. Zwar kann dieses vom Tierarzt auch zur Therapie eingesetzt werden, eine Eigendosierung ist aber kaum möglich und würde schwere Vergiftungen sowie neurologische Schäden auslösen.

Paracetamol:

Die Universalwaffe gegen Schmerzen – für Menschen. Jedoch nicht für Katzen, denn der Wirkstoff Paracetamol ist für Katzen giftig und je nach Dosierung auch tödlich. Es gibt Katzenhalter, die Ihrer Katze bei Schmerzen dennoch ein Stückchen einer Tablette verabreichen – mit schweren gesundheitlichen Folgen.

Die Katze hat ein falsches Medikament bekommen – was müssen Sie jetzt beachten?

Warum hat die Katze ein falsches Medikament bekommen? In vielen Fällen ist es der Griff in die Hausapotheke, in anderen Fällen kann es auch passieren, dass die Katze aus Neugier frei zugängliche Tabletten aufnimmt. Glücklicherweise schmecken diese in der Regel so bitter, dass die Katze diese sofort wieder ausspucken wird. In manchen Fällen gerät das Medikament trotzdem in dem Magen-Darm-Trakt. Falsche Medikamente bei Katzen – das sind die ersten Anzeichen einer Vergiftung:

  • Erbrechen und Durchfall
  • vermehrtes Speicheln
  • Zittern und Krämpfe
  • unsichere Gangart, Gleichgewichtsstörungen
  • Verengung oder Erweiterung der Pupillen

Wenn Sie zuvor Ihrer Katze eine Tablette gegeben haben oder Sie bemerken, dass die Katze irgendwo etwas stibitzt hat, dann müssen Sie sofort zum Tierarzt. Ein falsches Medikament für die Katze kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. 

Unser Hinweis: Eine Vergiftung ist immer ein Notfall. Dafür dürfen Sie ungeachtet der möglichen Kosten nicht zögern, mit Ihrer Katze sofort zum Tierarzt zu fahren. Die Kosten für eine solche Notfallbehandlung trägt die Katzenkrankenversicherung. Also rechtzeitig im Vorfeld abschließen!

Bekomme ich Medikamente für Katzen in der Apotheke?

Beim ersten Gedanken an die Apotheke denken viele Menschen nur an Medikamente, die von Humanmedizinern verordnet werden. Dabei ist diese Sichtweise falsch. Apotheken führen sehr wohl Medikamente, die für Haustiere geeignet sind. Diese spielen allerdings im Bestand einer Apotheke eine untergeordnete Rolle. Es gibt rezeptpflichtige Medikamente für Katzen. Das Prozedere läuft da genauso ab, wie bei der Beschaffung von Medikamenten für Menschen. Der Tierarzt muss ein Rezept ausstellen, damit Sie das Arzneimittel in der Apotheke erhalten. 

Bekomme ich Medikamente durch den Tierarzt?

In vielen Fällen halten Tierärzte und Tierkliniken selber Medikamente für Haustiere vor. Das liegt einfach daran, dass – wie bereits beschrieben – für viele klassische Apotheken die Arzneimittel für Tiere keinen großen Absatz darstellen und diese entsprechend selten geführt werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll, wenn anhand der Diagnose beim Tierarzt direkt das passende Medikament mitgegeben wird. Dabei orientiert sich der Tierarzt am Alter der Katze, an der Größe und auch am Gewicht, um Arzneimittel für Tiere richtig zu dosieren.

Dazu kommt, dass viele Katzen in der Tierklinik oder beim Tierarzt vorgestellt werden, wenn die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist. Da Katzen zu Beginn einer Erkrankung kaum Regungen zeigen, ist es für viele Katzenfreunde schwer zu erkennen, ob eine Erkrankung vorliegt und wann diese eingetreten ist. In Folge dessen ist die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten und eine zügige Verabreichung von Medikamenten ist wichtig. Daher führen Tierärzte gleichzeitig auch eine Apotheke. 

Medikamentenvergiftung bei Katzen

Wie bereits beschrieben sind es nicht immer falsch verabreichte Medikamente, die bei der Katze zu einer Vergiftung führen. Es kann durchaus passieren, dass sich die Katze aus Neugier mal an einer Arzneikapsel oder Filmtablette vergreift, da diese nicht sorgfältig genug weggeräumt wurden. Anders als normale Tabletten setzt hier der Schutzmechanismus des Ausspuckens nicht ein, da die Kapsel oder Filmtabletten nicht so bitter schmecken und relativ leicht heruntergeschluckt werden können. Die folgenden Medikamente sind in den deutschen Haushalten besonders häufig anzutreffen:

Gefahren durch Schlafmittel

Schlafmittel sind nicht immer verschreibungspflichtig, sondern in der Apotheke teilweise auch ohne Rezept erhältlich. Sie sind in den Haushalten sehr häufig vorhanden. Wenn eine Katze Schlafmittel aufnimmt, führt das zu einem schnellen und flachen Puls. Die Atmung ist ebenfalls flach, die Schleimhäute weisen eine blaue Einfärbung auf. Die Katze kann in einen Komazustand fallen, Atem- und Herzstillstand sind ebenfalls Folgen der ungewollten Medikamentenaufnahme.

Antibabypille

Es gibt viele Haushalte, in denen die Antibabypille Anwendung findet. Falls die Katze sich versehentlich eine Tablette einverleibt, hat das eine massive Störung des Hormonhaushaltes zur Folge. Daneben treten Symptome wie Erbrechen und Durchfall auf. Es kommt zu einem Kreislaufkollaps, Leberversagen und Schädigungen im Magen-Darm-Trakt.

Antidepressiva und Beruhigungsmittel

Zu den mit am häufigsten verwendeten Medikamenten gehören Beruhigungsmittel. Darin enthaltene Wirkstoffe wie Diazepam oder Oxazepam haben schwerwiegende Folgen für die Katze: Zuerst tritt Schläfrigkeit auf, im weiteren Verlauf kommt es zu Lähmungserscheinungen und einem taumelnden Gang. Dann setzen der Atemstillstand und der Herzstillstand ein. 

Was mache ich bei einer Medikamentenvergiftung?

Katze wird mit einem Stethoskop untersucht

Egal, aus welchem Grund die Katze ein ungeeignetes Medikament geschluckt hat – eine tierärztliche Behandlung ist zwingend erforderlich. Zusammengefasst noch einmal die typischen Vergiftungserscheinungen:

  • Erbrechen und Durchfall
  • starkes Speicheln
  • Zittern und Krämpfe
  • taumelnder Gang
  • Lähmungserscheinungen 
  • auffällige Weitung oder Verengung der Pupillen

Wenn Sie wissen, um welches Medikament es sich handelt, nehmen Sie es mit zum Tierarzt. Entsprechend kann dieser reagieren und Maßnahmen einleiten. Es hängt von der Form der Vergiftung ab, was nun notwendig ist. Da Vergiftungen akute Notfälle sind, muss der Tierarzt entweder eine Magenspülung vornehmen oder die Katze mit anderen Medikamenten zum Erbrechen bringen. Wichtig ist, dass Sie auf die ersten Anzeichen einer Vergiftung reagieren und das nicht etwa auf ein Unwohlsein der Katze zurückführen. 

Vorbeugung gegen Medikamentenvergiftung

Noch besser ist es natürlich, wenn Sie alle im Haushalt vorhandenen Medikamente sicher unterbringen – dort, wo eben keine Katze herankommt. Es ist vielleicht ein bisschen aufwendiger, wenn Tabletten, Arzneimittel und Medikamente an einem Ort verschlossen aufbewahrt werden. Dafür besteht aber keine Gefahr, dass Ihre Katze dort versehentlich darauf Zugriff hat. 

Ebenso müssen Sie zwingend darauf verzichten, Ihre Katze mit Mittelchen aus der Hausapotheke selber zu behalten. Dafür gibt es den Tierarzt, der die richtige Medikation vornehmen kann. Für die Gesundheit und das Leben Ihrer Katze ist dieses Vorgehen immens wichtig – auch, wenn es mehr Geld kostet. Dafür gibt es Versicherungen, die diese Kosten übernehmen. 

Veröffentlicht unter Katze

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.