Früher ein Todesurteil – heute Chancen auf Heilung: der Beinbruch bei Pferden

Pferd mit mobilem RöntgengerätFür Pferdefreunde ist es der absolute Albtraum: ein heftiger Schlag auf der Koppel gegen das Bein des eigenen Pferdes oder ein falscher Tritt beim Ausritt im Gelände.

Das Risiko eines Beinbruches bei Pferden ist allgegenwärtig und hat vor einigen Jahren noch dazu geführt, dass ein Pferd eingeschläfert werden musste. Glücklicherweise sind heute die Behandlungsmethoden um ein Vielfaches verbessert – so dass Tierärzte oft die Chance haben, einem Pferd das Leben zu retten. Nicht nur das: Je nach Behandlung können die großen Tiere wieder als Reitpferde aktiv sein.

Hohe Spezialisierung der Tierärzte und medizinischer Fortschritt

Ein Bruch gleicht nicht dem anderen. Glatte Brüche oder Fissuren heilen naturgemäß besser als offene Brüche, die die Haut durchstoßen haben. Bei einem Knochenbruch muss der Tierarzt die Knochenfragmente wieder zusammenführen, mit Schrauben fixieren oder mit Platten stabilisieren. Ziel ist es hier, eine anatomische Rekonstruktion zu erzielen, die größtmögliche Stabilität für den betroffenen Knochen bietet. Hierbei ist es die Kunst des Tierarztes, die Kräfte zu berücksichtigen, die auf einen Knochen wirken, um dem Pferd eine bestmögliche Lebensqualität nach dem Eingriff zu verschaffen.

Neue Technik unterstützt die Heilung

In vielen Tierkliniken kommen bei Frakturen bei Pferden mittlerweile spezielle Kompressionsplatten zum Einsatz und nennen sich im Fachjargon Locking Compression Plates, also kurz LCP. Der Vorteil für den Tierarzt liegt darin, dass diese Platten mit speziellen Verriegelungsschrauben ausgestattet sind, die wiederum dazu beitragen, dass eine höhere Belastbarkeit des Beines nach der Operation gegeben ist. Die Tatsache, dass auf die Beine von Pferden sehr hohe Kräfte wirken – allein schon durch das Eigengewicht des Pferdes – macht diese LPCs zu einem wichtigen Instrument bei Operationen an den Gliedmaßen. Es kann aber von Fall zu Fall sein, dass die Platten auf Dauer im Bein bleiben müssen.

Was geschieht mit dem Pferd nach der Operation weiter?

Für viele Pferde ist gerade die Phase nach der überstandenen Operation besonders heikel. Es gibt Pferde, die innerhalb der Aufwachphase sofort ungestüm aufstehen und damit unter Umständen das ganze Operationsergebnis wieder zunichtemachen. Daher ist es wichtig, das Pferd in dieser Phase sehr intensiv zu begleiten, damit es in Ruhe aufstehen kann. Dazu kommt, dass in der Box dann absolute Ruhe angesagt ist, also kein Herumspringen und Toben.

In manchen Fällen macht es Sinn, wenn das Pferd einen ruhigstellenden Verband bekommt, so dass das operierte Bein besser geschont wird. Dazu kommt, dass eine Operation immer ein hohes Infektionsrisiko nach sich zieht. Je größer der Einschnitt, desto höher das Risiko einer Infektion. Gelangen Bakterien in den operierten Bereich, so kann das den Knochen porös machen. Daher ist eine umfangreiche Beobachtung nach der Operation durch den Tierarzt notwendig: Bei den kleinsten Anzeichen einer Infektion muss er Antibiotika einsetzen.

Kostenaufwand für eine Operation ist sehr hoch

Wenn sich ein Pferd ein Bein gebrochen hat, setzen Pferdefreunde alles daran, um das Leben ihres Lieblings retten zu lassen. Dazu müssen sie in Kauf nehmen, dass die Kosten für die Operation im mittleren vierstelligen Bereich liegen. Vergleichbar sind hier die Kosten einer Kolikoperation. Die Erfolgsgeschichte in den meisten Fällen gibt den Pferdefreunden aber recht, wenn es dem großen Tier erst einmal wieder besser geht. Für solche Zwecke gibt es als Absicherung gegen die hohen Operationskosten die sogenannte Pferdeoperationsversicherung. Nähere Informationen finden Sie unter: https://www.vergleichen-und-sparen.de/pferdeversicherung/pferdeopversicherung/

Wie verhalten Sie sich im Notfall?

Die ersten Minuten nach einem Unfall entscheiden über Leben und Tod des Pferdes. Wichtig ist, dass Sie in diesem Moment richtig reagieren. Bei dem kleinsten Verdacht auf eine Fissur oder einen Bruch dürfen Sie das Pferd nicht einen Schritt mehr bewegen. Eine Fissur kann sich zu einem Bruch entwickeln und bei einem bestehenden Bruch kann sich die Bruchstelle verschieben. Der Tierarzt muss vor Ort mit mobiler Röntgentechnik beurteilen, welche Schritte nun notwendig sind.

Liegt ein offener Bruch vor, so wird der Tierarzt als erstens ein Antibiotikum verabreichen, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Für den Transport in die Tierklinik muss er das betroffene Bein fixieren, damit sich die Bruchstelle nicht verschiebt oder Bruchstücke ins Gewebe eindringen können. In der Tierklinik angekommen, zählt nicht sofort jede Minute, wenn der Zustand der Fraktur erst einmal fixiert ist. Jetzt können  die beteiligten Tierärzte in Ruhe die Maßnahmen einleiten, die für die heilende Operation notwendig sind.

2 Gedanken zu “Früher ein Todesurteil – heute Chancen auf Heilung: der Beinbruch bei Pferden

  1. Mein Pegasus zieht sein rechtes Vorderbein nach. Es wurde eine Bänderriß festgestellt. Das Band kann doch wieder zusammenwachsen, oder? Danke für die Tipps!

    1. Hallo Helga,

      vielen Dank für Ihren Beitrag. Leider können wir keine Prognosen über den Heilungsverlauf bei Pegaus abgeben. Bitte sprechen sie den behandelnden Tierarzt darauf an, er wird Ihnen hier sicherlich Hilfestellung und Antwort geben können.

      Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihren Pegasus und vor allem besinnliche Feiertage.

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de-Team

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