Futtermittelallergie bei Hunden: Wenn der Hund sein Futter nicht mehr verträgt

Vegetarische Ernährung beim Hund

Aus dem menschlichen Umfeld ist es nicht ungewöhnlich, wenn jemand bestimmte Speisen nicht verträgt und darauf sogar allergisch reagiert. Ebenso kann eine Futtermittelallergie bei Hunden auftreten.

Tiermediziner schätzen, dass etwa 15 bis 20 Prozent aller Hunde gegen Futtermittelbestandteile allergisch sind. Wie lässt sich eine Futtermittelallergie diagnostizieren? Gibt es Unterschiede zur Futtermittelunverträglichkeit? Wie können Sie Ihren Hund unterstützen?

Die Symptome der Futtermittelallergie

Auf den ersten Blick lässt sich nicht ohne weiteres klären, ob Ihr Hund an einer Futtermittelallergie leidet. Die typischen Leitsymptome treten nämlich vielfach auch bei anderen Krankheiten auf. Ebenso sind die meisten allergischen Reaktionen bei Ihrem Hund Spätreaktionen. Sie treten nämlich erst nach einigen Tagen auf und lassen sich entsprechend erst einmal nicht auf das Futter zurückführen. Typische Symptome:

  • Juckreiz, der häufig im Bereich der Pfoten, der Ohren, des Gesichts sowie am Bauch und im Analbereich auftritt
  • Auftreten von Bläschen und Rötungen, die durch das vermehrte Kratzen entstehen
  • Durch Bakterien und Hautpilze kommt es häufig zu Sekundärinfektionen
  • Ihr Hund leidet an einer Ohrentzündung
  • In einigen Fällen kommt es zu Durchfall und Erbrechen

Wo liegt die Ursache für die Futtermittelallergie bei Hunden?

Tierärzte tun sich schwer damit, eindeutige Ursachen für die Futtermittelallergie bei Hunden zu benennen. So können Erkrankungen dafür verantwortlich sein, aber auch spontane Reaktionen auf bestimmte Proteine oder auch parasitärer Befall.

In der Regel bildet das Abwehrsystem Ihres Hundes eine Toleranz gegen Futtermittelbestandteile. Der Körper toleriert also diese Bestandteile, ohne dagegen anzukämpfen. Bei einer Futtermittelallergie hingegen ist das Toleranzverhalten gegen einen dieser Bestandteile gestört und es kommt zu den oben genannten Reaktionen.

Gegen diese Lebensmittel sind Hunde häufig allergisch

Häufig lösen Eiweiße die Allergie aus. Allergene sind in diesem Fall vielfach Fleischsorten wie Rind, Huhn oder Schwein, aber auch Milch, Soja, Getreide und Eier können diese allergischen Reaktionen auslösen. Teilweise sind es auch die Leckerchen oder Vitaminpräparate, die Ihr Hund nicht verträgt.

Gibt es Unterschiede zwischen der Futtermittelallergie und der Futtermittelunverträglichkeit?

Beide Erkrankungen sind von ihrem Erscheinungsbild gleich, aber von den Ursachen unterschiedlich. Die Futtermittelunverträglichkeit tritt häufiger auf als die Futtermittelallergie. Die Unverträglichkeit rührt von einer Intoleranz her. Ihr Hund verfügt in bestimmten Fällen nicht über die Enzyme, um Nährstoffe im Körper zu verarbeiten. Es kommt zu Verdauungsproblemen.

Die Futtermittelallergie hingegen ist eine Überreaktion des Körpers, genau genommen des Immunsystem auf bestimmte Futterbestandteile. Von den Symptomen gleichen sich die Erkrankungen, es ist aber eine unterschiedliche Behandlung notwendig, um Ihrem Hund eine gewisse Lebensqualität zu ermöglichen.

Diagnose der Futtermittelallergie

Die Futtermittelallergie bei Hunden lässt sich nur in einem langwierigen Verfahren diagnostizieren. Da Ihr Hund nur auf einige wenige Stoffe allergisch reagiert, muss Ihr Tierarzt der Ursache im Ausschlussverfahren auf die Spur kommen. Denn verträgliche Futtermittelbestandteile lösen ja keine Reaktionen aus.

Vorweg sei gesagt, dass Allergietests nicht zu einem Ergebnis führen werden, da es unmöglich ist, alle Futterbestandteile zu testen. Zumal reagieren Hunde völlig unterschiedlich auf diese Verfahren. Womöglich wird daraus eine Futtermittelallergie diagnostiziert, obwohl keine vorliegt – einfach nur, weil ihr Hund auf den Test anschlägt.

Futtermittelallergie – ja oder nein?

Die Diagnose, ob Ihr Hund an einer Futtermittelallergie leidet, ist nicht so einfach zu stellen. Das liegt daran, dass viele Faktoren, die mit einer Futtermittelallergie bei Hunden einhergehen, auch in anderen Bereichen auftreten können:

  • Wie bereits beschrieben treten Juckreiz und Entzündungen durch das Kratzen auch bei anderen Krankheiten auf.
  • Die meisten Hunde zeigen bei einer Futtermittelallergie sogenannten Spätreaktionen, die sich Tage später nicht mehr einer Ursache zuordnen lassen.
  • Es gibt bei der Futtermittelallergie im Gegensatz zu anderen Allergieformen keine Schnelltests.
  • Viele Hunde, die von einer Futtermittelallergie betroffen sind, leiden zudem an anderen Allergien wie Hausstaubmilben oder Flohspeichel.

Diagnose durch Eliminationsdiät

Hundekekse

Das ultimative Mittel ist hier die Eliminationsdiät. Über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten erhält Ihr Hund nur Futter aus einzelnen Quellen. Das sind dann einzelne Träger von Kohlenhydraten wie Kartoffeln oder eine einzelne Fleischsorte. Dabei sollte es sich um Fleischsorten handeln, die Ihr Hund zuvor noch nicht gefressen hat.  Wenn Ihr Hund vier bis sechs Wochen nach dieser Futterumstellung keine Symptome mehr zeigt, dann gilt die Futtermittelallergie als nachgewiesen.

Diese Eliminationsdiät können Sie danach noch weiterführen, um zu testen, auf welche Lebensmittel Ihr Hund nicht reagiert. Sollten Sie unsicher sein, welches Futter Sie aus der Zeit vor der Diät noch verfüttern können, machen Sie zusammen mit dem Tierarzt eine Provokationsprobe. Geben Sie Ihrem Hund beispielsweise Fleisch, das er zuvor gefressen hat, wie beispielsweise Huhn. Treten die Symptome der Futtermittelallergie erneut auf, können Sie Huhn von seinem Speiseplan streichen.

Lassen sich die Tierarztkosten bei einer Futtermittelallergie absichern?

Das ist möglich im Rahmen einer Hundekrankenversicherung. Diese kann im Falle einer Futtermittelallergie bei Hunden die Tierarztkosten übernehmen, so dass Sie diese nicht mehr selber tragen müssen. Erstattungsfähig hingegen ist jedoch nicht das Diätfutter. Hierfür leistet keine Versicherung, die Mehrkosten müssen Sie also selber tragen.

Behandlung der Futtermittelallergie bei Hunden

Im Grunde genommen klingt es einfach: Alles, worauf Ihr Hund nicht allergisch reagiert, darf er auch fressen. Das Problem ist: Sie müssen langwierig erst einmal herausbekommen, was er verträgt und was er nicht verträgt. Durch die Eliminationsdiät baut sich langsam ein Speiseplan auf, mit dem Ihr Tierarzt einen konkreten Futterplan aufstellen kann. Zudem muss sichergestellt werden, dass Ihr Hund auch im Rahmen dieses Futterplans weiter ausreichend mit Vitaminen, Nährstoffen und Mineralien versorgt wird. Halten Sie diese Diät streng ein, dann sollte die Lebensqualität für Ihren Hund erhalten bleiben. Allerdings kann es passieren, dass im Laufe der Jahre der eine oder andere Futterbestandteil aus dem Speiseplan herausfällt, da Ihr Hund nun darauf auch allergisch reagiert.

Die Anforderungen an Spezialfutter sind hoch

Bei einer Futtermittelallergie reicht es nicht aus, wenn Sie nach der Eliminationsdiät im Tierfutterhandel bestimmte Sorten Futter holen, auf die Ihr Hund vermeintlich nicht reagiert. Wenn Ihr Hund nur Rind fressen darf, heißt das noch lange nicht, dass er das Futter aus dem Futtermittelmarkt verträgt. Nur weil Rind drauf steht, heißt das noch lange nicht, dass allein Rind darin verarbeitet ist.

  • Bei einem Diätfutter müssen alle Inhaltsstoffe von hoher Qualität sein.
  • Damit Ihr Hund die vorhandenen Eiweißquellen gut verwerten kann, müssen diese behutsam ausgesucht werden.
  • Fischöl, das wegen der Omega-3-Fettsäuren zugesetzt wird, darf beispielsweise kein Fischeiweiß enthalten.
  • Die Zutaten des Spezialfutters müssen gut verdaulich sein, da eine Futtermittelallergie in manchen Fällen auch mit Verdauungsproblemen einhergeht.
  • Achten Sie nach Maßgabe des Tierarztes darauf, welche Konservierungsstoffe und Farbstoffe verarbeitet sind. Diese können zusätzlich allergische Reaktionen auslösen.

Worauf müssen Sie bei einem Allergiker-Hund nun achten?

Wenn die Diät durch den Tierarzt festgelegt wird und Sie sich streng daran halten, ist ja eigentlich alles in Ordnung. Sollte man meinen. Es gibt aber zahlreiche Faktoren, die eine solche Diät schnell konterkarieren können:

  • Ihr Hund stöbert in unbeobachteten Momenten im Müll und entdeckt vermeintliche Leckereien für sich.
  • Besucher oder Freunde versorgen Ihren Hund mit Leckerchen – nicht aus böser Absicht, sondern weil sie es nicht wissen.
  • Bei Tisch fällt dennoch mal das eine oder andere Leckerchen ab, nach dem Motto: Die Kleinigkeit schadet schon nicht.
  • Sie verwenden Medikamente oder Zahnpflegemittel mit Geschmackszusätzen.
  • Sie stellen das Futter selber her, nachdem Sie den Speiseplan über die Eliminationsdiät erstellt haben. Durch den fehlenden Zusatz von Vitaminen, Nährstoffen oder Ballaststoffen kommt es zu einer Mangelernährung.

Wenn Ihr Hund tatsächlich an einer Futtermittelallergie leidet, dann müssen Sie alle Futtermittel auf den Prüfstand stellen. Leckerchen aussortieren, Freunde und Bekannte in Kenntnis setzen und regelmäßig beim Tierarzt den Gesundheitszustand auf eine Mangelernährung überprüfen. Wenn Ihr Hund auf Diät ist, sind alle Futterbestandteile, die nicht auf dem Speiseplan stehen, absolut tabu. Ohne jegliche Ausnahme. Denn sonst erleidet Ihre Fellnase wieder einen Rückfall, wo Sie erst mal wieder forschen können, wodurch dieser ausgelöst wurde.

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