Hat Ihr Pferd im Sommer Lust auf eine Abkühlung?

Pferd trinkt Wasser

Im Sommer sind Trockenheit und Temperaturen von mehr als 30 Grad keine Seltenheit und für Pferde nicht immer angenehm. Daher ist es an heißen Tagen wichtig, dass Ihr großer Vierbeiner ein schattiges Plätzchen hat und auch ausreichend Wasser zum Trinken. Pferde können die Hitze weitaus weniger gut vertragen als wir Menschen.

Was passiert eigentlich, wenn das Pferd schwitzt oder überhitzt und wie können Sie für Abkühlung sorgen, ohne dem Pferd damit zu schaden? Wir haben mal einige Tipps zusammengestellt.

Überhitzung bei Pferden erfolgt zehnmal so schnell wie beim Menschen

Bedingt durch ihre Größe haben Pferde auch mehr Muskeln. Wenn die Muskeln in Arbeit versetzt werden, produzieren sie Wärme. Das bedeutet: 15 bis 20 Minuten extreme Belastung bei feuchter und heißer Witterung reichen aus, um die Körpertemperatur in einen gefährlichen Bereich zu treiben. Das geschieht bei Pferden bis zu zehnmal schneller als beim Menschen. Steigt die Temperatur des Pferdes von normalen 37 bis 38 Grad auf 41 Grad an, dann liegt die Temperatur der Muskeln schon bei mehr als 43 Grad. Das sind Temperaturen, die die Muskel-Proteine schon bald zum Kochen bringen.

Welche Mengen Schweiß produzieren Pferde?

Wenn wir uns an heißen Tagen viel bewegen, dann läuft uns, salopp gesagt, die Suppe den Rücken hinab. Pferde, die zum Beispiel einen drei- oder vierstündigen Distanzritt hinter sich bringen, verlieren dabei sogar rund 30 bis 40 Liter Schweiß. Das kann je nach Gewicht des Pferdes bedrohlich werden: Wenn Pferde dadurch mehr als zehn Prozent ihres Körpergewichtes verlieren, wird es aus gesundheitlicher Sicht kritisch.

Wie können Sie Ihrem Pferd die nötige Abkühlung verschaffen?

Zunächst einmal verzichten Sie auf übermäßige Beanspruchung Ihres Pferdes. Sicherlich, der große Freund benötigt Bewegung, aber größere Ausritte sollten nicht in der prallen Sonne oder der Mittagshitze durchgeführt werden. In den Abendstunden sind die Temperaturen hierbei deutlich erträglicher. Damit Ihr Pferd eine angenehme Kühlung bekommt, können Sie es mehrfach mit dem Schlauch abspritzen. Dabei sollte das Wasser aber nicht zu kalt sein. Damit sich nicht zu viel Wasser im Fell des Pferdes sammelt, ziehen Sie die Feuchtigkeit immer wieder mit dem Schweißmesser ab. Bleibt das Wasser im Fell, erhitzt es sich wieder und macht den Kühleffekt zunichte. Übrigens: Bei warmen Temperaturen ist es gut, wenn Ihr Pferd größere Mengen Gras frisst. Da Gras zu 90 Prozent aus Wasser besteht, verschafft sich Ihr Pferd zusätzliche Kühlung von innen.

Wie können Sie Hitzeprobleme erkennen?

Ist Ihr Pferd überhitzt, können Sie den einfachen Fingertest am Hals des Pferdes vornehmen. Drücken Sie dabei eine Hautfalte im Halsbereich mit dem Daumen und dem Zeigefinger zusammen. Wenn sich die Falte nicht sofort wieder glättet, kann das schon ein Anzeichen für Überhitzung und Dehydrierung sein. Versuchen Sie jetzt schon, dem Risiko der Dehydrierung entgegenzuwirken, indem Sie dem Pferd viel frisches Wasser geben.

Pferde trinken Wasser

Was passiert, wenn das Pferd dehydriert?

Wenn das Pferd durch das Schwitzen oder auch bei einer Durchfallerkrankung mehr als zehn Prozent seines Körpergewichtes verliert, erfolgt eine Verdickung des Blutes. Dadurch gerät der Blutkreislauf aus der Bahn und die Organe werden nicht mehr mit dem notwendigen Sauerstoff versorgt. Dadurch brechen zuerst der Stoffwechsel zusammen und danach der Kreislauf. Zudem besteht bei einem Hitzschlag die Gefahr, dass nur das Gehirn übermäßig mit Blut versorgt wird. Die Folge kann ein Kreislaufschock sein. Ein weiteres Problem kommt hier noch hinzu: Da stark dehydrierte Pferde nicht mehr trinken wollen, muss der Tierarzt eine Nasenschlundsonde oder eine Infusion anlegen, mit der eine größere Menge Kochsalzlösung verabreicht wird. Die Menge kann durchaus 30 bis 50 Liter betragen. Ergänzend dazu kann der Tierarzt noch kreislaufstärkende Medikamente spritzen.

Unser Tipp: Sichern Sie Ihren großen Vierbeiner doch einfach mit der Pferdekrankenversicherung ab. So sind nämlich die Tierarztkosten versichert.

Wie können Sie die Überhitzung des Pferdes vermeiden?

Schatten gegen die Sonne und Wasser gegen das Austrocknen sind die beiden wichtigsten Dinge, die Ihr Pferd bei sommerlichen Temperaturen haben sollte. Ist es draußen zu heiß, kann es besser tagsüber die Zeit im schattigen Stall verbringen und abends auf die Weide. Da Ihr Pferd auch ausreichend bewegt werden soll, macht es Sinn, wenn Sie Spaziergänge oder Ausritte in der Umgebung von Bächen, Seen oder Flüssen machen, so dass sich Ihr Pferd regelmäßig abkühlen und auch Wasser trinken kann. Wenn Ihr Pferd nur das Wasser vom Stall trinkt, führen Sie ausreichend Reserven mit sich. Bei der Fütterung sind vor allem Möhren und Äpfel ideal, da sie viel Wasser und auch Elektrolyte enthalten.

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