Hochwasserkatastrophe - so sind Tiere davon betroffen

Publiziert am Montag, 10. Juni 2013 von Manfred Weiblen

Die Hochwasserkatastrophe im Südosten Deutschlands ist nicht nur für die Bürger dort ein schlimmes Szenario. Auch viele Tiere sind von den Wassermassen bedroht. Egal ob in der Landwirtschaft, in Tierparks oder Haustiere – überall ist das Wasser eine Bedrohung für die Vierbeiner. Teilweise konnten Landwirte ihre Tierherden nicht mehr retten, sie verendeten in den Fluten. Mancherorts gelang es den Menschen, bedrohte Tiere zu retten.

80 Zirkustiere in letzter Minute gerettet

Für den kleinen „Circus Bely“ kam es am vorherigen Wochenende ganz dick: Bei einem Gastspiel in Vaihingen (Baden-Württemberg) trat die Enz, ein kleiner Fluss, über die Ufer. Das Wasser stieg so schnell an, dass die Tiere bereits bis zum Bauch in den Fluten standen. In einer Blitzaktion mussten rund 80 Tiere, darunter Pferde, Kamele und Zebras gerettet werden. Doch die Tierunterkünfte fielen dem Hochwasser zum Opfer, ebenso wie die ganzen Futtervorräte. Das Wasser stand rund 1,70 Meter hoch auf dem Platz.

Tierpark in Bernburg meldet „Land unter“

Wenn ein Tierpark überschwemmt wird, ist das ein logistischer Aufwand, der seinesgleichen sucht. So auch im Tierpark Bernburg. Seit Beginn der Woche mussten die Tiere, die teilweise schon im Wasser standen, evakuiert werden. Dabei konnten viele Tierparkbewohner von Zoos in der Umgebung kurzfristig aufgenommen werden. Problematisch wurde es allerdings für die Bären und Wölfe. Die Tiere sind einfach zu groß, um mit Booten evakuiert zu werden. Nun hat das Technische Hilfswerk Notpodeste erreichtet, auf die sich die Tiere zurückziehen können und hoffentlich vor den noch steigenden Fluten sicher sind. Anders hingegen stellt sich die Lage im Halleschen Bergzoo dar: Aufgrund seiner Lage auf dem Reilsberg stellt er so etwas wie eine Arche Noah dar. Teilweise sind hier auch noch andere Tiere untergekommen.

Kleintiere und Vögel sind besonders gefährdet

Was man nicht für möglich halten mag: Sogar Enten und Gänse sind von dem Hochwasser bedroht und verenden. Da keine Möglichkeit besteht, dass sich die Tiere irgendwo an Land ausruhen können, saugt sich ihr Gefieder immer mehr mit Wasser voll. Das führt irgendwann zur Erschöpfung, woran die Tiere letztendlich sterben. Hasen, Kaninchen und andere Wildtiere haben bei dem Hochwasser keine Chance, weil ihre Bauten überflutet werden und sie den Wassermassen nicht mehr entkommen können. Ebenso sind davon auch Jungvögel betroffen, die gerade ausgebrütet wurden und noch nicht flugfähig sind.

Tierheim in Not

Das Tierheim in Merseburg ist den Wassermengen schonungslos ausgeliefert. Da es in einer Senke liegt, steigt dort der Wasserpegel sehr schnell an. Alle Tiere mussten mit einer landwirtschaftlichen Maschine, die zur Verfügung stand, gerettet werden. Dafür sind nun alle Hunde und die anderen dort untergebrachten Tiere in Sicherheit. Sobald das Wasser sinkt, können die Vierbeiner wieder zurück. Für die Rettung der Tiere brachten sich die Menschen teilweise in Lebensgefahr. So auch ein Tierschützer, der die Wassermassen zu Fuß durchqueren wollte, um die Hunde zu retten.

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