Hund, Katze, Meerschweinchen und Co – warum tun Haustiere Kindern gut?

Kind mit Hundvon Manfred Weiblen

Wer hat als Eltern nicht schon die Frage mit den eigenen Kindern diskutiert, ob ein Haustier angeschafft werden soll? Irgendwann wird in jeder Familie bei den Kindern der Wunsch nach einem Meerschweinchen, Hund oder einfach nur Wellensittich zum Thema. Für Kinder können Haustiere, wenn alle Voraussetzungen stimmen, gute Begleiter und auch sogar pädagogisch wertvoll sein. Schließlich bringt ein Haustier viel Abwechslung. Während Eltern da in der Regel nur an die Kosten und den Zeitaufwand für Pflege denken, sind Kinder da eher unkompliziert. Eine optimale Haustierhaltung ist nur dann möglich, wenn der Nachwuchs sich vollständig darüber im Klaren ist, welche Aufgaben da kommen werden. Ein Haustier ist ja nicht nur zu Besuch, sondern ein dauerhafter Mitbewohner.

Verträgt Ihr Kind Haustiere?

Die Frage mag vielleicht komisch klingen, aber im heutigen Zeitalter leiden viele Kindern an Allergien. Dabei spielen nicht nur Umwelteinflüsse eine Rolle. Ist Ihr Kind beispielsweise allergisch gegen Tierhaare, sind Hund, Katze und Co sicher nicht die geeignetsten Hausbewohner. Hinzu kommt, dass natürlich nicht nur die Kinder, sondern auch Eltern oder Geschwister nicht allergisch auf die tierischen Hausbewohner reagieren. Was nützt das schönste und liebste Tier in Haus, wenn Papa, Mama oder der große Bruder ständig mit geröteten Augen und unter Niesen fortan ihr Dasein fristen müssen. Zudem muss das Alter der Kinder einfach passen. Ein Dreijähriger wird einen Hund sicherlich lieben, aber es auch manchmal zu dolle mit ihm treiben. Die Folge: Ein Biss ist unvermeidlich und schon war es der böse Hund Schuld. Das funktioniert so nun einmal nicht.

Welches Haustier ist geeignet für Ihr Kind?

Viele Eltern schaffen zum Ausprobieren zunächst ein kleines Haustier an. Das kann ein Hamster sein, aber auch Kaninchen oder Hasen stehen hier hoch im Kurs. Diese Tiere scheinen pflegeleicht zu sein, muss doch lediglich der Käfig regelmäßig gereinigt und das Tier gefüttert werden. Gassi gehen wie mit Hunden ist hier nicht notwendig. Allerdings neigen viele Kinder dazu, das kleine Haustier wie ein Spielzeug zu betrachten. Ihr Kind kann und sollte den Hamster oder das Meerschweinchen nicht dauerhaft bespielen und schon gar nicht mit sich herumtragen oder zu sehr vor Liebe drücken. Das widerspricht der Natur dieser Nager und sie können dadurch sehr leicht in Unruhe verfallen. Die Folge: Die Haustiere neigen dazu, bissig zu werden. Das ist schließlich die einzig mögliche Abwehrreaktion.

Haustiere sind eine Familienaufgabe

Wenn der Entschluss gefasst ist, einen tierischen Hausgenossen zu beschaffen, muss die Rollen- und Aufgabenverteilung klar geregelt sein. Vor allem in der Erziehung gelten für alle Familienmitglieder die gleichen Regeln. Es funktioniert nicht, wenn Papa klare Anweisungen dem Hund erteilt und hinten rum der Sohnemann mit einer Handvoll Leckerlis diese Erziehungsmaßnahmen unbewusst sabotiert. Das Füttern, das Gassi gehen bei Hunden, die Käfigreinigung oder einfach nur das Einkaufen von Futter: Wer übernimmt welchen Part innerhalb der Familie? Klar, wenn die Kinder sich ein Haustier wünschen, müssen sie auch mit ran – auch wenn der Käfig oder das Katzenklo noch so unangenehm riechen. Das gehört aber dazu und trägt dazu bei, dass Kinder Verantwortung übernehmen und auch darin einen regelmäßigen Rhythmus finden.

Wie sieht es mit dem Platz im Haus aus?

Wo findet sich ein Plätzchen zum Schlafen für den Hund. In welchem Zimmer kann der Käfig für das Meerschweinchen aufgestellt werden? Jede Menge Fragen, die Sie sich auf alle Fälle vor der Anschaffung stellen müssen. Es bringt beispielsweise nichts, wenn Sie den Hamsterkäfig im Kinderzimmer unterbringen, damit Ihr Nachwuchs dem kleinen Hausgenossen nahe ist. Hamster sind nachtaktiv und werden dadurch den Schlaf Ihrer Kinder empfindlich stören. Ebenso können Hasen, Kaninchen und Meerschweinchen in der Nacht für Unruhe sorgen. Wenn Ihnen also an Ihrem Schlaf gelegen ist, müssen Sie dafür einen anderen Platz suchen. Für Katzen wird eine abwechslungsreiche Umgebung benötigt. Kletterbaum, Kratzbaum und viel Spielzeug ist notwendig, damit es dem Stubentiger nicht langweilig wird. Schließlich möchten Sie ja nicht, dass Ihre Katze ihre Krallen an der Tapete wetzt. Für Hunde ist ein gemütliches und warmes Plätzchen, vor allem in der kalten Jahreszeit notwendig. Hier kann er sich zurückziehen, ausruhen du auch schlafen. Wichtig ist dabei immer: Haustiere gehören nicht ins Bett Ihrer Kinder. Es sind schließlich keine Kuscheltiere. Zumal sollte der hygienische Aspekt dabei auch eine Rolle spielen.

Die Bindung zu einem Haustier – was müssen Sie als Eltern beachten?

Tiere werden nun einmal nicht so alt wie wir Menschen. Da kann es mitunter der Fall sein, dass das geleibte Haustier schon in jungen Kinderjahren verstirbt und dann ist die Trauer groß. Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber: Ein Hamster ist vielleicht niedlich und possierlich, aber die Lebenserwartung ist relativ niedrig im Vergleich von zum Beispiel Katzen oder Hunden. Zudem vertragen Hunde und Katzen weitaus mehr Zuneigung als kleine Nager. Zu größeren Tieren können Kinder eine wesentlich bessere Bindung aufbauen und mit ihnen viel mehr aktiv sein. Das fängt schon beim Spielen an. Bälle sind da einfachste Spielzeuge und für Hunde und Katzen gleichermaßen interessant. Übrigens: Nicht jede Familie bleibt auf Dauer zusammen. Die Trennung von Vater oder Mutter ist für Kinder eine sehr emotionale Angelegenheit. Das kann aber durch das vorhandene Haustier kompensiert werden, wenn bereits eine gute Beziehung zu dem tierischen Hausgenossen besteht. Somit tragen Haustiere auch dazu bei, in bestimmten Situation Stress abzufedern und zu beruhigen.

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