Kann die Ernährung das Verhalten von Hunden beeinflussen?

Basset vor Hundenapf mit Salat

Liebe geht durch den Magen, das Auge isst mit und ein voller Bauch macht glücklich. Das sind alles Aussprüche, die wir Zweibeiner mit dem Essen verbinden. Was für uns gilt, zählt auch für unsere vierbeinigen Lieblinge:

Eine gesunde Ernährung hat großen Einfluss auf das Wohlbefinden des Hundes. Falsches oder zu eintöniges Futter kann bei Hunden zu Nervosität und Aggressionen führen. Scheinbar nicht anders als bei uns. Was steckt dahinter?

Tipp: Bei Ernährungsproblemen kann ein Tierarztbesuch sinnvoll sein. Die Kosten dafür trägt die Hundekrankenversicherung.

Eine gute Mischung geeigneter Lebensmittel

Hundefreunde diskutieren gerne darüber, was für ihren Liebling gut ist und was nicht. Dabei kommen die unterschiedlichsten Sichtweisen zum Tragen. Fakt ist: Es gibt kein Patentrezept, aber eine grobe Richtung, nämlich die Ausgewogenheit zwischen verschiedenen Lebensmitteln. Die eine schwören beispielsweise auf gekochtes Gemüse, bei den anderen steht wiederum Fleisch als Hauptmahlzeit auf der Speisekarte und wieder andere versuchen es sogar vegetarisch. Wobei bei Letzteren eher die eigene Ideologe das Fressverhalten des Hundes bestimmt. Ein Hund ist anders als Katzen kein reiner Fleischfresser, sondern eher eine Mischung aus Fleischfresser und Allesfresser. Daher ist es relativ einfach, das Futter der jeweiligen Lebensphase anzupassen. Für Welpen gilt beispielsweise, dass sie viele Proteine benötigen.

Kann Protein das Verhalten unserer Hunde beeinflussen?

Hund macht einen Sessel kaputt

Studien gibt es für jede Lebenssituation. So auch für die Wirkung von Futter auf das Gemüt von Hunden. Forscher haben schon vor einiger Zeit herausgefunden, in welcher Form sich Protein auf das Verhalten von Hunden auswirkt. Dabei kam heraus, dass beim Herabsetzen von Proteinen in der Hundenahrung auch das Verhalten insgesamt weniger aggressiv wirkte. Im umgekehrten Fall führte eine höhere Zufuhr von Proteinen dazu, dass Hunde verhaltensauffälliger waren in Bezug ein aggressives Verhalten. Daraus lässt sich schließen, dass vor allem nervöse Hunde nicht allein mit Fleisch gefüttert werden sollten. Das betrifft auch Hunde, die aus Sicht ihrer Herrchen oder Frauchen ein ab und zu aggressives Verhalten an den Tag legen.

Kohlenhydrate als Ergänzung der Hundenahrung?

Weniger Fleisch bedeutet weniger Proteine. An den Kohlenhydraten sollten Hundefreunde nicht zwangsläufig sparen, da diese den Studien zur Folge eine ganz bestimmte Wirkung erzielen. Reis, Kartoffeln oder sogar Nudeln enthalten jede Menge Kohlenhydrate. Diese erzielen bei Hunden eine eher beruhigende Wirkung. Unter Umständen ist es je nach Gemütslage des Hundes sinnvoll, den Fleischanteil zu reduzieren und gegarte Sättigungsbeilagen mit zu füttern wie eben Kartoffeln oder Reis. Von minderwertiger Ernährung kann hier, wie es manche Hundefreunde gerne darstellen, kaum die Rede sein. Nicht zuletzt hat die Domestizierung von Hunden dazu geführt, dass die Enzyme zur Stärkeverdauung wesentlich ausgeprägter sind als beim Wolf. Der wird ja immer noch als Referenz herangezogen, wenn es um die Fütterung von Hunden geht. Mit anderen Worten: Hunde können Kohlenhydrate sehr gut verwerten.

Wie wirken sich Kohlenhydrate auf den Hund aus?

Zunächst müssen wir einen andern Stoff betrachten, der sich auf das Gemüt du den Körper des Hundes auswirkt. Die Rede ist von Serotonin, besser bekannt als Glückshormon. Serotonin muss im ausreichenden Zustand vorhanden sein, damit der Hund ausgeglichen und fröhlich ist. Stress ist ein Faktor, der einen erhöhten Serotonin-Verbrauch zur Folge hat. Das wiederum führt zu einem Serotonin-Mangel beim Hund, der dadurch aggressiver und unausgeglichener wirkt. Jetzt kommen die Kohlenhydrate ins Spiel. Die Aufnahme von Kohlenhydraten führt dazu, dass der Hund Insulin produziert. Jetzt setzt der chemische Vorgang fort und durch die Insulinproduktion kommt es zur Umleitung von Aminosäuren in die Muskeln. Ein weiterer Stoff in diesem Prozess, das L-Tryptophan, gelangt dadurch leichter ins Gehirn und wird dort in Serotonin umgewandelt. Es ist also ein sehr komplexer Vorgang, der sich dort abspielt.

Hunger ist immer eine schlechte Voraussetzung

Frau füttert Hund

Wer kennt das nicht: Der Magen knurrt, nicht Essbares in der Nähe und es dauert noch, bis es die nächste Mahlzeit gibt. Da kann unsereins schon mächtig unleidlich werden. Wenn die Akustik des Magens einem Sägewerk gleicht, denn wird es Zeit, sonst kann so mancher zweibeinige Zeitgenosse richtig ungemütlich werden. Das betrifft aber nicht nur Menschen, sondern natürlich auch Hunde.

Eine Studie hat sich mit den Fressgewohnheiten verschiedener Hunde befasst. Darunter waren auch Fellnasen, die gerade einmal am Tag eine große Mahlzeit bekamen. Zwar in der richtigen Menge für die Größe des Hundes, aber eben nur einmal am Tag. Haben diese Hunde morgens bereits ihre Tagesration erhalten, so waren sie am Ende des Tages zu nichts mehr zu gebrauchen. Unruhig, keine Lust auf spielerische Aufgaben, teilweise sogar leicht aggressiv. Hingegen zeigten die Hunde, die mindestens zwei Mal am Tag ihre Mahlzeit bekamen, keine solche Auffälligkeiten.

Regelmäßige Fütterung ist eine Grundvoraussetzung für ein positives Verhalten

Fleisch, Gemüse, Eier

Eine einzelne Mahlzeit am Tag macht den Hund zwar zunächst satt, aber nicht zufrieden. Würde uns ja auch nicht anders gehen. Also, zwei Mahlzeiten am Tag sind das Minimum. Natürlich immer mit einem guten Mix aus allen benötigten Nährstoffen. Dazu gilt: Mindestens ein Stündchen Ruhe nach dem Essen. Da kann sich der Magen erst einmal beruhigen, bevor es an die Gassirunde geht oder in den Garten zum Herumtoben. Halten Sie die Ruhezeiten nicht ein, kann das zu einer Magendrehung führen.

Bekommt Ihr Liebling im Laufe des Tages regelmäßig Belohnungen? Das ist nicht verkehrt, nur denken Sie daran, diese kleinen Leckerlis von den Hauptmahlzeiten abzuziehen. Sonst schleift irgendwann der Bauch über dem Boden. Vorteil der Leckerchen ist, dass hier eine klare Rollenverteilung herrscht. Der Hund muss das Leckerchen aus der Hand entgegennehmen, also vom Boss des Rudels. Das sind in diesem Fall Sie.

Folgen Sie nicht jedem Ernährungstrend

Egal ob Futtermittelhersteller oder Hundefreunde selbst: Jeder nimmt für sich in Anspruch, die beste  Form der Fütterung für Hunde gefunden zu haben. Dabei gibt es so viele unterschiedliche Meinungen, dass es schon zu einer Herausforderung wird, den eigenen Hund artgerecht mit Nahrung zu versorgen. Die einen schwören aufs Barfen, die anderen sehen aus ihrer ideologischen Brillen den Hund als vegetarischen Mitstreiter. Sie sollten sich hingegen nicht sofort auf jeden neuen Trend in der Hundefütterung stürzen. Vielmehr kommt es darauf an, dass Sie die richtige Zusammensetzung des Futters für Ihren Liebling im Auge behalten und einfach auch darauf schauen, was Ihr Liebling gerne frisst.

Sind Sie sich nicht sicher, wie die ausgewogene Ernährung aussehen soll, wenden Sie sich einfach an Ihren Tierarzt direkt oder einen Tierarzt, der sich auf Ernährungsfragen spezialisiert hat. Das ist immer noch besser, als sich ständig irgendwelchen Experimenten hinzugeben.

Abgesehen davon spielt die körperliche Entwicklung und das Alter eine große Rolle, was die Zusammensetzung des Futters angeht. Ist ein Hund verhaltensauffällig, ist es nicht schwer, mal anhand der Ernährung zu prüfen, ob diese vielleicht mit eine Ursache für Aggressionen ist. Sicherlich wird der Wolf nicht sofort zum Schaf, wenn er täglich eine  Portion Reis oder Nudeln verzehrt. Aber hat es definitiv Einfluss auf das Verhalten. Kommt dann noch die regelmäßige Fütterung hinzu, lassen sich so zwei Ursachen für möglicherweise unleidliches Verhalten abschalten.

Übrigens, die regelmäßige Fütterung mindestens zweimal täglich – oder sogar noch öfter – trägt dazu bei, dass Sie eine Unterzuckerung vermeiden. Durch die gelichmäßige Aufnahme von Nahrung bleibt der Organismus Ihres Hundes in einem gleichbleibenden Rhythmus.

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