Knochenbrüche bei Katzen

Katze wird versorgt

Wir sagen unseren Stubentigern gerne nach, dass sie eine Vielzahl von Leben haben. Nicht selten kommt es durch Unfälle zu schweren Verletzungen: Knochenbrüche bei Katzen, wenn sie aus größerer Höhe abstürzen oder vom Auto oder einem Radfahrer angefahren werden, sind die Regel. 

Wie können Sie im Notfall Erste Hilfe leisten und wie entwickelt sich der Genesungsprozess bei einer Fraktur? Können wir als Katzenhalter möglichen Gefahren vorbeugen? Generell gilt: Ein Knochenbruch stellt einen ernsthaften Notfall dar, da in der Regel auch andere Bereiche wie Gewebe, Muskeln oder Organe betroffen sind. Zudem kann eine solche Verletzung auch zu einem hohen Blutverlust führen.

Wodurch kommt es zu Knochenbrüchen bei Katzen?

Die Ursachen dafür sind sehr vielfältig. Freigängerkatzen sind von diesem Risiko deutlich häufiger betroffen als Wohnungskatzen. So ereignen sich Frakturen beispielweise durch:

  • Stürze aus größerer Höhe
  • Zusammenprall mit einem Radfahrer oder Auto
  • Hängenbleiben mit den Gliedmaßen
  • Schwere Bisse durch einen Hund
  • Schläge durch Menschen
  • Kippfenster-Syndrom

Knochenbrüche bei Katzen lösen hohe Tierarztkosten aus. Es bleibt keine Zeit, sich über die Kosten Gedanken zu machen. Die Gesundheit der Katze geht vor. In solchen Fällen bietet sich die Katzenoperationsversicherung an. Je nach Art und Schwere der Fraktur kommen etwa zwischen 400 Euro und 1.200 Euro zusammen.

Stichwort Kippfenster-Syndrom

Gekippte Fenster können für Katzen eine gefährliche oder sogar tödliche Falle sein: Während der Stubentiger drinnen beobachtet, was sich draußen vor dem Fenster alles so regt, wird sein Jagdinstinkt geweckt. Er will nach draußen und zwar auf dem kürzesten Weg. Das ist der Spalt des gekippten Fensters.

Katze schaut aus dem Fenster

In vielen Fällen unterschätzen Katzen das Risiko und bleiben entweder mit den Hinterpfoten oder mit dem Körper selber in dem Spalt hängen. Durch panische Bewegung rutscht die Katze immer weiter in den Spalt, wodurch es zu einer Krafteinwirkung auf den Körper kommt. Knochenbrüche sind die Folge und auch Organquetschungen – wenn die Rippen brechen. 

Welche Folgen haben Knochenbrüche bei Katzen?

Bei einem Knochenbruch ist in den meisten Fällen nicht allein der Knochen in Mitleidenschaft gezogen. Denken Sie mal daran, welche Kraft auf einen Knochen einwirkt, damit er bricht. In solchen Fällen ist eben nicht nur der Knochen gebrochen, sondern es sind im unmittelbaren Umfeld der Bruchstelle auch Muskeln, Sehnen und Gewebe betroffen. Zudem kommt es bei einer Fraktur bedingt durch die Verletzung von Körperweichteilen zu Blutungen durch eingerissene Blutgefäße. Nerven können außerdem beschädigt sein. Dazu kommt, dass eine Fraktur im Bereich des Thorax auch innere Verletzungen an den Organen zur Folge haben kann. Auch ohne dass womöglich von außen Knochenbrüche sichtbar sind, kann der Gesamtzustand lebensbedrohlich sein. 

Wodurch erkennen Sie Knochenbrüche bei Katzen?

Katzen sind wahre Meister im Verbergen von Krankheiten, Schmerzen und Verletzungen. Aus gutem Grund, denn sie wollen nicht sichtbar anfällig sein für Fressfeinde. Das hat sich trotz ihrer Domestizierung bis heute bei ihnen festgesetzt. Deshalb müssen wir auf bestimmte Symptome achten, die auf einen Knochenbruch hinweisen. Schließlich sind wir im Moment des Unfalles nicht bei unserer Samtpfote. Daran erkennen Sie einen Knochenbruch:

  • Die Katze lahmt, hat einen deutlich humpelnden Gang 
  • Gliedmaßen sind geschwollen oder sind unnatürlich abgewinkelt
  • Knochenbrüche bei Katzen in der Wirbelsäulengegend führen zu allgemeinen Lähmungen
  • Blutungen aus der Nase, den Ohren oder dem Maul deuten auf eine Fraktur des Schädels hin
  • Symptome eines Schockes sind erkennbar
  • Es ist ersichtlich, dass die Katze starke Schmerzen hat

Stichwort Schock: Durch die schwere mechanische Verletzung kommt es in vielen Fällen zu einem Schockzustand. Dieser ist unter Umständen lebensbedrohlich. Sie erkennen den Schockzustand bei Ihrer Katze durch schnelle und flache Atmung, blasse Schleimhäute, einen schnellen Puls und eine niedrige Körpertemperatur. Ein Schock stellt einen Notfall dar. Sie müssen mit Ihrer Katze sofort zum Tierarzt.

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen müssen Sie bei einer Fraktur einleiten?

Katze an einem Erste-Hilfe-Kasten

Es besteht die Gefahr, dass die Katze bedingt durch die schwere mechanische Einwirkung, die zu dem Knochenbruch geführt hat, unter Schock steht. Weiterhin können Blutungen auftreten. Daher gilt unsere Aufmerksamkeit zuerst dem Schockzustand, dann der Blutung und danach der Faktur selber.

Bei einem vorliegenden Schock müssen wir die Katze zunächst beruhigen und mit Wärme versorgen. Selbst wenn wir erschüttert sind über das, was da vielleicht passiert ist: Wir müssen jetzt den kühlen Kopf bewahren, um die Gesundheit unserer Katzen zu retten. Also, beruhigend auf die Katze einwirken und sie an einer warmen Stellen schonend ablegen. Möglichst auf einer harten Unterlage, die Sie zuvor mit einer Decke oder Handtüchern abpolstern. 

Prüfen Sie, ob eine offene Wunde sichtbar ist. Verwenden Sie zum Verbinden der Wunde Verbandsmaterial aus dem häuslichen Erste-Hilfe-Kasten oder dem Verbandskasten aus dem Auto. Legen Sie bei einer starken Blutung einen Druckverband an. Damit Blutgefäße nicht gestaut werden, müssen Sie den Druckverband nach etwa 15 bis 20 Minuten kurz lösen und dann wieder fixieren. 

Handelt es sich um eine geschlossene Fraktur? Dann versuchen Sie nicht, den Knochen wieder in seine normale Form zu bringen. Sie müssen den Knochen ruhig stellen: Fixieren Sie den Knochen in der Stellung, in der er sich befindet. Ansonsten lösen Sie weitere Schmerzen oder gar Verletzungen am Gewebe, Muskeln oder Sehnen aus. Zum Fixieren und zum ruhigstellen der Fraktur können Sie problemlos Kochlöffel oder andere langstielige Utensilien aus der Besteckschublade verwenden, die Sie mit Verband an der betroffenen Stelle anbringen. 

Welche Behandlung erfolgt beim Tierarzt

Katze wird opriert

Es hängt von der Art der Fraktur ab, wie nun die Behandlung beim Tierarzt verläuft. Wir unterscheiden zwischen dem geschlossenen Bruch und dem offenen Bruch. Der geschlossene Bruch hat zumindest den Vorteil, dass die verletzte Stelle mit der Haut noch vollständig bedeckt ist. Damit ist das Risiko des Eindringens von Keimen relativ gering. Bei einem offenen Bruch muss die Katze zusätzlich noch bis zu vier Wochen mit Antibiotika versorgt werden, damit es nicht zu Infektionen kommt. Ist die Operation im Rahmen der Knochenchirurgie erforderlich, kommen Implantate in Form von Platten, Nägeln, Schrauben oder Drähte zum Einsatz. In der Fachsprache ist hier von der Osteosynthese die Rede. 

Stichwort Operation Kosten: Je mehr Bruchstücke vorhanden sind und je näher die Fraktur sich an einem Gelenk befindet oder unter Umständen das Gelenk betroffen ist, umso aufwendiger ist die Operation. Das hat auch zur Folge, dass die Kosten für die Operation schnell im unteren vierstelligen Bereich liegen. Dieses Kostenrisiko können Sie mit einer Katzenkrankenversicherung abfedern. Damit sind ja nicht nur Operationen versichert, sondern Ihre Katze ist dann generell Privatpatient beim Tierarzt.

Bei jungen Katzen, die einen Knochenbruch an den unteren Vorder- oder Hinterbeinen erlitten haben, reicht in den meisten Fällen ein Stützverband aus, um das Zusammenwachsen des Knochens herbeizuführen. 

Wie lange dauert es, bis die Fraktur bei einer Katze ausheilt?

Es hängt vom Allgemeinzustand, dem Alter und der Art der Fraktur ab, wie schnell Knochenbrüche bei Katzen ausheilen. Zunächst ist es wichtig, dass eine kräftige Muskulatur sowie eine ausreichende Durchblutung vorhanden sind. Diese Punkte sind für das Zusammenwachsen ein wichtiger Faktor. Jüngere Katzen benötigen etwa ein bis drei Monate Zeit, bis der betroffene Knochen wieder vollständig belastet werden kann. Bei älteren Katzen kann das bis zu fünf Monate dauern. Hat die Katze einen Beckenbruch erlitten, so gilt für den Stubentiger einige Wochen strenge Ruhe und eine Menge Schonzeit innerhalb der eigenen vier Wände. Draußen herumtoben ist für die nächsten sechs bis acht Wochen nicht drin. 

Die Nachsorge nach einem Knochenbruch

Katze wird verbunden

Wenn die Operation gut verlaufen ist, dann darf die Samtpfote kurze Zeit später wieder nach Hause. Wichtig ist jetzt, dass eine lückenlose Nachsorge erfolgt, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Bei Jungtieren gilt: Lassen Sie die Katze nach etwa zehn Tage erneut röntgen. Dabei kommt es vor allem darauf an, Wachstumsstörungen auszuschließen. Sind die Katzen hingegen ausgewachsen, ist eine Röntgenuntersuchung nach drei Wochen erforderlich. Bei einem einfachen Bruch reicht es aus, wenn der Tierarzt drei Monate später die Katze noch einmal röntgt. Bei einer offenen Fraktur sollte eine Röntgenkontrolle im Abstand von drei Wochen regelmäßig erfolgen. 

Sofern Implantate wie Schrauben, Platten oder Drähte das Wachstum behindern oder im Körper wandern können, müssen diese nach der Heilung wieder entfernt werden. Das gilt auch für den Fall, dass diese Dinge den Bewegungsspielraum der Katze einschränken oder wenn die Katze einen offenen Bruch erlitten hat. In allen anderen Fällen müssen diese Implantate nicht entfernt werden. 

Können Krankheiten zu Knochenbrüchen führen?

Ja, das ist tatsächlich der Fall. Es gibt eine Vielzahl von Krankheiten, die sich auf die Knochenstruktur auswirken und diese schwächen. Dazu gehört die Schilddrüsen-Überfunktion oder auch Nierenkrankheiten. Dazu kommen Fehler bei der Ernährung. Ein hoher Leberanteil im Futter führt zu einer Überversorgung mit Vitamin A. Andersherum kann bei reiner Fleischfütterung ein Calcium-Mangel auftreten. Eine ausgewogene Ernährung ist also notwendig, um mögliche Risiken zur Schwächung der Knochen auszuschließen. 

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