Der Kreuzbandriss bei Katzen

Tierarzt behandelt Knochenbruch bei einer Katze

Die Kreuzbänder erfüllen bei Katzen eine wichtige Funktion: Sie stützen das Kniegelenk bei seinen Bewegungen und verhindern, dass es zu Verdrehungen kommt. Der Kreuzbandriss bei Katzen hat wie auch bei Hunden und bei uns Menschen in der Regel zwei Ursachen:

Einmal sind es degenerative Veränderungen, die zu einem Kreuzbandriss führen können. Auf der anderen Seite können akute Ereignisse dazu führen, dass es zu einem Riss des Kreuzbandes kommt.

Welche Symptome treten bei einem Kreuzbandriss auf?

In der Regel löst der Kreuzbandriss bei Katzen eine Schmerzäußerung während des Ereignisses aus und führt zu Lahmeitserscheinungen und deutlichen Entlastungsversuchen des betroffenen Bereiches. Das allein sollte Anlass sein, dass Sie mit Ihrer Katze zum Tierarzt fahren. Daneben können auch noch die folgenden Symptome auftreten:

  • Während eines Sprungs äußert Ihre Katze deutliche Schmerzlaute durch Miauen.
  • Die Bewegungen erscheinen auf einmal holprig, Lahmheit kann phasenweise auftreten.
  • Ihre Katze hat auf einmal Probleme beim Treppensteigen oder Erklimmen der Fensterbank und anderen Lieblingsplätzen.
  • Ihre Katze versucht das Bein mit dem betroffenen Gelenk zu entlasten und stellt sich damit auf die Zehenspitzen.
  • Das betroffene Bein wird im Sitzen abgespreizt.
  • Treten gleichzeitig noch Meniskusverletzungen auf, dann versucht Ihre Katze, das Bein vollständig zu entlasten.
  • Schwellungen können sichtbar sein.
  • Bei Wendungen im Bewegungsprozess zeigt sich Lahmheit.

Denken Sie immer daran, dass Katzen echte Meister darin sind, Schmerzen oder Verletzungen zu verbergen. Von ihrem Wesen her sind sie nämlich in solchen Fällen Beute für andere Räuber. Das haben Katzen trotz ihrer Domestizierung nicht verdrängt.

Wie wirken Kreuzbänder?

Um den Kreuzbandriss bei Katzen besser zu beschreiben, hilft es zu wissen, wie Kreuzbänder eigentlich funktionieren und wo sie sitzen. Wenn wir das Kniegelenk der Katze betrachten, besteht es aus drei Teilen: Dem Oberschenkelknochen (Femur), dem Schienbein (Tibia) und dem Wadenbein (Fibula). Das Gelenk ist nach außen durch eine Gelenkkapsel begrenzt. Diese schützt und stabilisiert das Gelenk. Stabilisiert wird das Gelenk zusätzlich durch Seitenbänder in der Gelenkkapsel.

Innerhalb der Gelenkkapsel befinden sich das vordere und das hinter Kreuzband. Sie verlaufen, wie der Name schon sagt, über Kreuz zwischen dem Oberschenkel und dem Unterschenkel. Dadurch können sich die beiden Schenkel nicht verschieben. Das vordere Kreuzband ist in der Regel den größeren Belastungen ausgesetzt, daher ist es auch kräftiger ausgebildet. Der Kreuzbandriss bei Katzen tritt häufiger am vorderen Kreuzband auf, sofern nur eines der beiden Kreuzbänder betroffen ist.

Wie kommt es zum Kreuzbandriss bei Katzen?

In der Regel hat der Kreuzbandriss zwei Hauptursachen. Auf der einen Seite kann es die generative Veränderung sein, die zur Schwächung des Kreuzbandes und damit irgendwann zu einem Riss führt. Degenerative Verletzungen treten dann auf, wenn im Laufe der Zeit durch Alterserscheinungen, Belastungen oder unangepasste Fütterung ein Abbau von Körperstrukturen stattfindet.

Eine weite Ursache sind akut auftretende Verletzungen durch Unfälle. Bei Katzen ist das vor allem nach Autounfällen oder Sprüngen aus größerer Höhe der Fall.

Bei der Degeneration kommt es im Laufe der Zeit zu einer Auffaserung der Kreuzbänder. In diesen Fällen liegt eine Schwächung der Kreuzbänder vor, sie können im Alltag ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen und reißen durch die auf sie einwirkenden Kräfte.

Übergewicht kann ebenfalls zu einem Kreuzbandriss bei Katzen führen. In diesen Fällen muss das Kniegelenk der Katze mehr Last aufnehmen, als es verkraften kann. Problem dabei ist, dass eine solche Überlastung nicht punktuell, sondern dauerhaft auftritt.

Ein Unfall führt dazu, dass Kreuzbänder für einen kurzen Moment massiven Belastungen ausgesetzt sind und dann der Belastung nicht mehr Stand halten. Dafür gibt es reichlich Ursachen, etwa ein Autounfall, das falsche Aufkommen auf dem Boden nach dem Sprung vom Katzenbaum oder ein Sturz aus der Höhe.

Wie lässt sich ein Kreuzbandriss diagnostizieren?

Wenn Sie bei den bereits beschriebenen Symptomen zum Tierarzt gehen, gibt es für ihn mehrere Möglichkeiten, einem möglichen Kreuzbandriss auf die Spur zu kommen. Dazu gehört zunächst eine gründliche Betrachtung Ihrer Katze. Zeigen sich bereits bei der Untersuchung Schmerzen? Sind Schwellungen vorhanden? Sind Anzeichen von Lahmheit oder Unregelmäßigkeiten erkennbar?

Nach dieser Erstuntersuchung wird Ihr Tierarzt den sogenannten Schubladentest machen. Dazu versucht Ihr Tierarzt, den Unterschenkel gegen den Oberschenkel zu verschieben. Das ist eine Bewegung, die die Kreuzbänder normalerweise verhindern. Durch bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT (Magnetresonanztomografie) oder CT (Computertomografie) lässt sich dem Ausmaß des Kreuzbandrisses auf die Spur kommen.

Dazu kann Ihr Tierarzt feststellen, ob auch noch begleitende Schäden auftreten. Das ist bei einem Autounfall oder einem Sturz ja nicht auszuschließen.

Welche Maßnahmen ergreift der Tierarzt bei einem Kreuzbandriss?

Um es vorweg zu sagen: Ein Kreuzbandriss ist erst einmal kein lebensbedrohlicher Notfall, kann aber die Lebensqualität Ihrer Katze ganz erheblich einschränken. Da der Kreuzbandriss zu Störungen in den Bewegungsvorgängen führen kann, ist eine Arthrose als Folgeerkrankung möglich.

Der Kreuzbandriss bei Katzen ist ein Ereignis, das sich nur in seltenen Fällen mit konservierenden Maßnahmen in den Griff bekommen lässt. Denkbar sind unter Umständen schmerzstillende Mittel, viel Ruhe, Ruhigstellung des betroffenen Gelenkes und Physiotherapie. Vor allem bei Katzen ist es aber schwer, die erforderliche Ruhe durchzusetzen. Da sie regelmäßig in Bewegung sind und es dadurch dann dennoch zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen am Bewegungsapparat kommen kann.

Bei einem Riss (Ruptur) beider Kreuzbänder bleibt nur eine Operation als Ausweg. Ziel dieser Operation ist es, die Beweglichkeit des Gelenkes wieder herzustellen und langfristig zu gewährleisten. Glücklicherweise haben Katzen ein sehr geringes Eigengewicht. Daher kann es bereits ausreichen, wenn in einer Operation die Gelenkkapsel gestrafft wird. Parallel dazu kann der Tierarzt künstliche Bänder einsetzen. Dabei muss er innerhalb der Operation das Gelenk vollständig behandeln, um Blutungen zu beseitigen und Faserreste oder Knochenabsplitterungen zu entfernen.

Wie hoch sind die Operationskosten bei einem Kreuzbandriss?

Da ein Kreuzbandriss in der Regel ein plötzlich auftretendes Ereignis ist, bleibt hier auch keine Zeit, sich tatsächlich um die Kosten einer Operation Gedanken zu machen. Das Wohl Ihrer Katze steht jetzt im Vordergrund. Leider ist die Operation beim Kreuzbandriss ein sehr hoher Kostenfaktor, der schnell mal eben auf 1.000 Euro auslaufen kann. Hinzu kommen dann noch Mehrkosten, wenn dieser Kreuzbandriss als Notfall in der Tierklinik versorgt wird. Ebenso sind womöglich noch Nachbehandlungen notwendig. Absichern lassen sich diese Kosten jedoch im Rahmen einer Katzenoperationsversicherung.

Nachsorge bei einem Kreuzbandriss

Nach der Operation ist strikte Ruhe angesagt, auch wenn es Ihrer Katze nicht immer ganz leicht fällt. Gegen die Folgen der Operation bekommt Ihre Katze Schmerzmittel und gegen das Infektionsrisiko Antibiotika. Wenn die Heilung gut voranschreitet, dann wird es langsam Zeit für die Rehabilitationsphase. Dabei ist es wichtig, die Muskeln langsam wieder aufzubauen und die Belastung des betroffenen Beines zu steigern, damit ein normaler Bewegungsablauf bald wieder möglich ist.

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