Magendrehung beim Hund – Früherkennung rettet Hundeleben

Die Magendrehung beim Hund muss umgehend behandelt werden.

Die Magendrehung ist der Albtraum eines jeden Hundebesitzers. Erkennt man die Warnsignale nicht rechtzeitig, verläuft sie immer tödlich. Und es kann jeden Hund treffen. Für einen Hundebesitzer sollte es daher unerlässlich sein, die wichtigsten Symptome der tödlichen Erkrankung erkennen und deuten zu können. Aber welche Anzeichen sind das genau? Was ist eine Magendrehung eigentlich? Und wie entsteht sie? Sind alle Hunde gleich betroffen oder gibt es Unterschiede? Kann man irgendetwas tun, um seinen Vierbeiner vor einer Magendrehung zu schützen?

Was ist eine Magendrehung beim Hund?

Schuld an einer Magendrehung beim Hund ist eine plötzlich auftretende Magenerweiterung, die mit einer Drehung des Magens um die eigene Achse einhergeht. Durch die Drehbewegung werden sowohl Mageneingang als auch -ausgang abgeschnürt.

Aufbau des Hundemagens.
Das Fatale: Die sich im Hundemagen befindenden Nahrungsmittel verursachen Gase, die normalerweise über die Speiseröhre oder den Darm abgeleitet werden. Da dies jetzt nicht mehr möglich ist – ein Erbrechen oder Kotabsetzen des Hundes funktioniert nicht mehr – sammelt sich das Gas im Magen und bläht ihn lebensgefährlich auf. Durch den verdrehten Magen werden die zu- und ablaufenden Blutgefäße abgeklemmt. Kohlendioxid und Stoffwechselprodukte können nicht abtransportiert werden und neues sauerstoff- und nährstoffreiches Blut hat keine Chance zum Magen zu gelangen.

Die Magendrehung beim Hund ist ein Wettlauf gegen die Zeit

Nicht nur, dass das Gewebe schwer geschädigt und sogar absterben kann, der aufgeblähte Magen drückt auf das Zwerchfell und beeinträchtigt damit Herz und Atmung. Die hochgradigen Atmungs- und Kreislaufbeeinträchtigung machen die Magendrehung zu einem dramatischen Notfall, der unbehandelt innerhalb kürzester Zeit zu einem qualvollen Tod führt. Bei Hunden, die einer Behandlung unterzogen werden, liegt die Sterberate trotzdem (je nach Literaturangabe) bei 15 bis 45 Prozent. Je schneller man handelt, desto höher sind die Rettungschancen für den Vierbeiner. Die Frage ist also nicht, ob man den Tierarzt aufsucht, sondern wann. Jede Minute zählt!

Die Symptome einer Magendrehung beim Hund

opSie fragen sich jetzt wahrscheinlich: „Woran erkenne ich, dass mein Hund eine Magendrehung hat?“ Wenn Ihr Vierbeiner unruhig hin und her läuft, sich immer wieder hinsetzt, dann wieder aufsteht, umhergeht, nur um sich dann wieder hinzulegen, sollten Sie aufmerksam werden. Wenn er dabei auch noch den Rücken gekrümmt, den Bauch eingezogenem hat und den Kopf tief trägt, raten wir, den Hundebauch auf eine Aufblähung abzutasten. Weist der Bauch eine solche Aufblähung auf, kann das schon ein klares Anzeichen einer Magendrehung beim Hund sein. Sie sollten ihren Vierbeiner schleunigst einpacken und sich auf den Weg zum Tierarzt machen.

 

Je nach Einzelfall können auch folgende Symptome einer Magendrehung mehr oder weniger stark auftreten.

  • Appetitlosigkeit
  • Würgereiz: Das Tier versucht vergeblich zu erbrechen.
  • Der Hund versucht Kot erfolglos abzusetzen.
  • starker Speichelfluss
  • erhöhter Puls
  • Wasser kann nicht mehr aufgenommen werden.
  • Bauchumfang trommelartig: Ein vorsichtiges Klopfen auf Höhe der letzten hinteren Rippen gegen die Hundebauchwand lässt ein trommel-ähnliches Geräusch vernehmen.
  • Atemnothund_decke
  • Stöhnen vor Schmerzen
  • Apathie: Je nach Stadium, in dem der Hund sich befindet, wird er immer teilnahmsloser und zunehmend schwächer, was bis zum Schockzustand führen kann.

Das Fatale ist, dass Magendrehungen häufig abends und morgens oder in der Nacht auftreten. Es ist sinnvoll, dass sich Ihr Hund in den Nachtstunden in Ihrer Nähe aufhält, damit ein plötzlich entstehendes Unwohlsein des Tieres von Ihnen rechtzeitig wahrgenommen werden kann.

Was ist die Ursache für die Magendrehung beim Hund?

Die eigentliche Ursache der Magendrehung ist nicht bekannt, nur eine Reihe von Risikofaktoren. Dabei geht man von einem Zusammenwirken vieler Einzelfaktoren aus.

Rasse: Große Hunderassen sind häufiger betroffen als kleine. Meist trifft es Rassen mit großem Brustkorb wie Boxer, Doggen, Schäferhunde oder Bernhardiner und Dobermänner. Bei diesen Vierbeinern hat der Magen viel Platz, sich um die eigene Achse zu drehen.

hund_spieltFamiliäre Vorbelastung: Hat der Hund Eltern oder Geschwister, die bereits eine Magendrehung hatten, ist das Risiko groß, dass auch dieser Hund daran erkrankt.

Alter des Hundes: Eine Magendrehung tritt vor allem bei älteren Tieren auf (> als zwei Jahre).  Durch eine Bindegewebeschwäche scheint die Festigkeit der Bänder, die den Magen halten,im Laufe des Hundelebens nachzulassen.

Inzucht: Oft werden Hunde, die miteinander verwandt sind, verpaart. Das hat zwar einerseits den Vorteil, dass die typischen, gewünschten Rassemerkmale gestärkt werden, gleichzeitig aber eine höhere Empfindlichkeit gegenüber neuen, äußeren Einflüssen entstehen kann. In diesem Fall kann so eine Verpaarung gegebenenfalls das Risiko einer Magendrehung fördern.

Falsche Fütterung: Das Füttern einer einzigen, großen Futterportion am Tag geht manchmal einher mit hastigem Schlingen des Hundes, was eine Magendrehung hervorrufen kann. Erhöhte Futterschüsseln stehen im Verdacht, das Risiko einer Magendrehung ebenfalls zu steigern (es wird vermutet, dass das Mitschlucken von Luft sie begünstigen kann). Trockenfutter in dem viel Fett enthalten ist, soll ebenfalls ein Risikofaktor sein. Auch, weil es im Hundemagen stark aufquillt und an Volumen zunimmt.hund_napf

Herumtollen mit vollem Magen: Viel hört man von Hunden, bei denen nach dem Fressen und anschließendem wilden Herumtollen die Symptome einer Magendrehung auftreten. Dies kann passieren, unterliegt aber wie die anderen Ursachen keiner allgemein gültigen Regel. Die Magendrehung kann auch bei Tieren mit leerem Magen, im Ruhezustand, häufig über Nacht, auftreten.

Stress: Hunde, die starken Stresssituationen ausgesetzt sind, häufig Luft schlucken oder gestörte Magenbewegungen haben, sollen ebenfalls zu Magendrehungen neigen.

Was muss ich tun, wenn mein Hund eine Magendrehung hat?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund eine Magendrehung hat, warten Sie nicht ab. Jetzt zählt jede Minute. Die Überlebenschance Ihres Hundes ist umso höher, je schneller er zum Tierarzt kommt. Denn schon nach kurzer Zeit können Magen und andere lebenswichtige Organe schweren, inoperablen Schaden nehmen. Ohne einen chirurgischen Eingriff wird das Tier sterben. Und wenn Ihr Vierbeiner doch nur etwas Harmloses hatte, werden Sie froh sein, es abgeklärt zu haben. Lieber einmal mehr zum Tierarzt, als am Ende um den Vierbeiner trauern zu müssen.

  • Tierarzt anrufen: Stellen Sie sicher, dass die Praxis geöffnet hat. Und kündigen Sie ihren Hund schon einmal an, so dass man auf ihn vorbereitet ist.
    • Tipp: Haben Sie immer eine Liste mit den 24-Stunden-Notfallrufnummern von tiermedizinischen Einrichtungen griffbereit. Achten Sie darauf, dass Sie diese in maximal 20 Minuten erreichen können. Am besten steht eine Tierklinik dabei. Gerade bei Tierarztpraxen ist es wichtig sich zu erkundigen, ob sie überhaupt eine Notrufnummer haben und ob sie die Möglichkeit eine Magendrehungs-Operation zu nachtschlafender Zeit durchzuführen können (die Kleintierpraxis in der Nachbarschaft bietet nicht zwangsläufig diese Möglichkeit).
  • Die Fortbewegungsfähigkeit Ihres Hundes nimmt bei einer Magendrehung rasch ab. Das kann sich bei schweren Rassen sehr schnell zu einem Problem entwickeln, wenn Sie alleine nicht in der Lage sind, das Tier zu tragen. Es macht also durchaus Sinn, schwere Tiere so lange es noch geht zügig ins Auto zu laden.
  • Wenn Sie die Sache emotional zu sehr mitnimmt, und sie deshalb zu aufgeregt zum Autofahren sind, bitten Sie einen Freund oder Nachbarn Sie und den Vierbeiner zu fahren.

 

Die Magendrehung beim Hund macht eine OP unerlässlich

hund_operiertBestätigt sich beim Tierarzt der Verdacht einer Magendrehung, muss zunächst der Kreislauf des Hundes stabilisiert werden, um überhaupt erst eine Narkose möglich zu machen. Ist der Vierbeiner soweit stabil, wird der Magen entgast, der Mageninhalt ausgespült und dann die Verdrehung des Organs rückgängig gemacht. Bereits abgestorbene Teile der Magenwand werden mit einer einstülpenden Naht in das Organinnere verbracht. Abschließend wird der Magen im Bauchraum fixiert, um eine erneute Torsion zu verhindern. Die Kosten des ganzen Prozedere bewegen sich im Schnitt zwischen 700 und 1.300 Euro.

Aber selbst nach einer erfolgreichen Operation ist nicht gewährleistet, dass der Hund überlebt. Oft sterben operierte Tiere in den ersten zwei Tagen nach der OP an einer Blutvergiftung oder Herzversagen. Durch die mangelnde Durchblutung gelangen manchmal Giftstoffe durch die Magenwand in den Blutkreislauf und fügen den Organen irreparable Schäden zu. Das Überleben nach einer Operation hängt auch davon ab, wie schnell die Magendrehung erkannt und operiert wird. Deshalb ist Vorbeugen und das Kennen der Symptome der einzig richtige Weg, Ihrem Hund im Fall des Falles das Leben zu retten.

Kann ich einer Magendrehung bei meinem Hund vorbeugen?

Die Magendrehung kann im Prinzip jeden Hund treffen. Zählt Ihr Vierbeiner auch noch zu den Risiko-Rassen, kann es nicht schaden, folgende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen:

  • Füttern Sie lieber zwei – drei kleinere Mahlzeiten am Tag anstatt einer großen.
  • Füttern Sie abwechslungsreich.
  • Lassen Sie einige Zeit verstreichen, bevor Sie den Vierbeiner nach einer Mahlzeit wieder Toben lassen.
  • Stellen Sie die Futternäpfe auf den Boden. Von erhöhten Näpfen wird abgeraten.
  • Achten Sie auf die Inhaltsstoffe bei Trockenfutter und meiden Sie zu fetthaltiges Futter.
  • Es wird auch empfohlen, übermäßiges Wälzen um die Körperachse und das Treppensteigen kurz nach der Nahrungsaufnahme zu vermeiden.

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Da die konkreten Auslöser der Magendrehung aber bisher immer noch nicht klar erforscht sind, bedeutet das nicht, dass diese Vorsichtsmaßnahmen Ihren Vierbeiner vor einer Magendrehung schützen. Deshalb ist es umso wichtiger die Zeichen einer Magendrehung frühzeitig zu erkennen.

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