Nasenbluten bei Pferden

Nase eines Pferdes

Der Schreck ist erst einmal groß: Das Pferd blutet aus der Nase und wir können im ersten Moment nicht feststellen, warum die Blutung eingesetzt hat. Für uns ist in dieser Situation wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. Können wir feststellen, welche Ursache zum Nasenbluten bei Pferden führt?

Dann können wir womöglich selbst eingreifen und die Blutung stoppen. Beginnt das Nasenbluten ohne erkennbare Ursachen, dann sollten Sie in jedem Fall einen Tierarzt hinzuziehen. Wir beschreiben einmal, auf welche Symptome Sie achten müssen, um Ihrem Pferd zu helfen.

Welche Ursachen hat das Nasenbluten bei Pferden?

Häufig sind für das Nasenbluten mechanische Einflüsse die Ursache. Es kam auf der Weide zu einer Rangelei und das Pferd wurde von einem Artgenossen am Kopf getroffen. Durch die Verletzung von Stirnknochen, Nase oder Kieferknochen kann es zu Blutungen kommen, die dann über die Nüstern abfließen. Nicht selten ist es der Fall, dass durch eine tierärztliche Behandlung das Nasenbluten auftritt. Das kann passieren, wenn der Tierarzt für bestimmte Untersuchungen eine Nasenschlundsonde verwendet. Selbst wenn der Tierarzt noch so vorsichtig arbeitet, eine hektische Bewegung des Pferdes kann dazu führen, dass es dann durch die Sonde zur inneren Verletzung kommt. Zumeist sind diese aber harmlos, das Nasenbluten hört kurz darauf wieder auf.

Kritischer ist das Nasenbluten zu bewerten, wenn es durch einen Pilzbefall im Luftsack entsteht. Oft ist das Problem nicht sofort erkennbar, weil die Luftsackmykose erst nur ein leichtes Nasenbluten auslöst. Das kann nach einer kurzen Zeit von alleine aufhören. Sind die Blutgefäße aber schwerer geschädigt, kommt es zu einer heftigen Blutung aus der Nasenpartie, die fatal enden kann. Bluterkrankheiten treten bei Pferden eher selten auf. Die Ursachen dafür liegen an einem Mangel der Blutplättchen, an einer Störung der Blutgerinnung oder an einer Veränderung der Blutgefäße.

Welche Folgen hat das Nasenbluten bei Pferden?

Ein leichtes Nasenbluten ist noch kein Grund zur Unruhe. Damit eine Blutarmut auftritt, muss ein Pferd mit einem Gewicht von 500 Kilogramm erst einmal zehn Liter Blut verlieren. Das ist in etwa ein Viertel der gesamten Blutmenge im Körper des Pferdes. Achten Sie dennoch darauf, wie hoch der Blutverlust ist. Große Mengen Blut, die das Pferd verliert, können auch ohne eine bestimmte Mindestmenge zu einem Schock führen.

Woran können Sie Nasenbluten beim Pferd erkennen?

Ein klares Symptom für das Nasenbluten ist die Blutung aus beiden Nüstern. Diese Blutung kann schon nach wenigen Minuten aufhören, aber auch mit längeren Unterbrechungen Stunden oder sogar Tage anhalten. Das Blut hat eine hellrote Färbung und kann schaumig aussehen. Ebenso kann die Blutung eine bräunliche Färbung aufweisen und mit Gewebefetzen versehen sein. Dazu kommt je nach Ursache des Nasenblutens auch noch lautes Schnaufen, Husten, Kopfschütteln oder sogar ein übel riechender Atem hinzu. Dazu zeigt das Pferd starke Schluckbeschwerden, in seltenen Fällen ist sogar ein Teil der Gesichtsnerven gelähmt.

Was ist beim Nasenbluten zu tun?

Wie eingangs beschrieben ist nicht jeder Fall von Nasenbluten direkt ein Fall für den Tierarzt. Eine leichte Blutung, die nach kurzer Zeit stoppt, ist noch unbedenklich. Ebenso rötlicher Schleimabsatz über die Nase während einer Grippewelle oder Erkältungswelle im Stall oder auf der Weide.

Stellen Sie jedoch fest, dass das Nasenbluten stärker ausgeprägt ist, so müssen Sie einen Tierarzt hinzuziehen. Wichtig dabei ist, dass Ihr Pferd nicht mehr übermäßig bewegt wird und Sie jede Aufregung oder Anstrengung für Ihr Pferd vermeiden. Das könnte zu einem erhöhten Blutdruck führen, so dass die Blutung noch heftiger ausfällt. Der Hals des Pferdes sollte nach oben gerichtet sein, wobei der Nasenrücken wieder leicht nach unten zeigt. So vermeiden Sie, dass Blut in die Lunge gelangen kann.

Nasenbluten bei Pferden: erste Maßnahmen

Versuchen Sie, Ihr Pferd auf einer Stelle stehen zu lassen. Wenn es auch etwas merkwürdig anmutet: Stellen Sie einen Eimer hin, damit das Blut aufgefangen werden kann. So kann der Tierarzt den Blutverlust besser einschätzen. Versuchen Sie nicht, die Blutung eigenmächtig zu stoppen, indem Sie beispielsweise die Nüstern mit einem Handtuch verschließen. Das führt dazu, dass Ihr Pferd auf kurz oder lang das Blut quasi einatmet und es dadurch in die Lunge gerät. Bei Benachrichtigung des Tierarztes sind für den insbesondere die folgenden Punkte wichtig:

  • Welche Menge Blut hat Ihr Pferd in etwa verloren?
  • Zu welchem Zeitpunkt hat die Blutung begonnen?
  • Gibt es Hinweise auf die Ursache der Blutung?
  • Blutet die Nase nach wie vor noch?
  • Ist bei Ihrem Pferd eine Kopfverletzung erkennbar?
  • Tritt das Nasenbluten zum ersten Mal auf oder geschieht das öfter?
  • Tritt das Nasenbluten beidseitig oder einseitig auf?

Steht das Pferd bei sommerlichen Temperaturen draußen oder der Stall ist erwärmt, so können Sie die Gliedmaßen Ihres Pferdes mit ein wenig kaltem Wasser benetzen. So verengen sich die Blutgefäße und das Nasenbluten kann ein wenig eingedämmt werden. Kann der Tierarzt die Ursache der Blutung relativ schnell lokalisieren, dann kann er auch vor Ort eine gezielte Behandlung einleiten. In manchen Fällen reicht aber die vor Ort mögliche Diagnostik nicht aus. Dann muss das Pferd in die Tierklink transportiert werden. Hier sind ganz andere Untersuchungsmöglichkeiten gegeben, um möglichen Krankheiten schnell auf die Spur zu kommen.

Tückische Ursache: die Luftsackmykose

Pferd mit einer Nasensonde

In der Regel sind leichte Blutungen harmlos und Sie messen dem Nasenbluten womöglich keine Bedeutung bei. Es gibt aber auch eine Form des Nasenblutens, die höchst tückisch sein kann und auch lebensbedrohlich ist. Die Rede ist hier von der Luftsackmykose. Dabei handelt es sich um einen Pilz, der die Struktur der Luftsäcke an der Schädelbasis und am Halswirbel schädigt. Dabei frisst sich der Pilz in die Schleimhaut und schädigt damit Nervenstränge und Arterien. Es kann daher zu lebensbedrohlichen Blutungen kommen und zu Nervenausfällen führen. Die wichtigsten Symptome einer Luftsackmykose sehen wie folgt aus:

  • Die Blutungen treten ohne erkennbare Ursache auf.
  • Das Nasenbluten setzt plötzlich ein.
  • Es kommt zum Nasenbluten während einer Ruhephase – ohne vorherige Anstrengung.
  • Die Blutungen treten über mehrere Tage unregelmäßig auf.

Hier ist ein schnelles Handeln erforderlich: Messen Sie dem Nasenbluten keine besondere Bedeutung bei, kann Ihr Pferd innerhalb von drei Wochen regelrecht verbluten.

Von dieser Luftsackmykose sind Pferde aller Rassen und jeden Alters betroffen. Da diese Form des Nasenblutens häufig in den Sommermonaten auftritt und insbesondere bei Stallpferden auffällig ist, sehen Experten hier einen Zusammenhang zwischen womöglich mit Pilzen verunreinigtem Stroh und Heu. Bestätigt ist das allerdings nicht. Abgesehen davon sollte die Stallhygiene auch zur Vermeidung anderer Erkrankungen eine hohe Priorität haben.

Behandelt wird die Luftsackmykose entweder durch eine Operation oder durch Medikamente. Wenn die Erkrankung im Frühstadium erkannt wird, sind die Überlebenschancen sehr hoch. Bei einem weiteren Fortschreiten der Erkrankung stehen die Chancen allerdings nur noch 50 zu 50. Etwa die Hälfte der Pferde, die nicht mehr gerettet werden können, sterben durch Verbluten.

Weitere Ursachen für das Nasenbluten bei Pferden

Ein wachsender Tumor, das sogenannten Siebenbeinhämatom, kann bei Pferden zum Nasenbluten führen. Dabei handelt es sich um einen wachsenden Tumor, der sich auf der Höhe der Siebenbeinmuschel entwickelt. Diese liegt etwa in Höhe der Augen des Pferdes. Wächst dieser an, schädigt der Tumor den Bereich von Nasenhöhle, Stirnhöhle und Kieferhöhle sowie das Gewebe. Dadurch kommt es zu den Blutungen aus der Nase. Das Nasenbluten tritt vor allem dann auf, wenn Ihr Pferd körperlich belastet wird. Dabei sind Kopfschütteln und eine übelriechende Atemluft ein Anzeichen für die Erkrankung. Hier erfolgt die Diagnostik durch den Tierarzt in der Regel mittels Computertomographie oder Endoskopie. Die Entfernung des Siebenbeinhämatoms erfolgt durch eine Operation. Ist der Tumor vollständig entfernt, kann Ihr Pferd in der Folgezeit wieder beschwerdefrei sportlich tätig sein oder arbeiten.

Nasenbluten bei Pferden: ein Fall für den Tierarzt

Beim Nasenbluten gilt es, so früh wie möglich die Ursache zu ergründen. So können Sie Ihr Pferd vor womöglichen schweren Erkrankungen schützen. Wichtig ist, dass Sie zeitnah Ihren Tierarzt mit ins Boot holen. Sofern Sie über eine Pferdekrankenversicherung verfügen, können Sie die Kosten der Diagnostik darüber abrechnen, ebenso die Kosten der ambulanten Behandlung oder einer Operation. Wenn Sie über eine Pferde-OP-Versicherung verfügen, lassen sich darüber die Kosten einer Operation erstatten. 

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