Passivrauchen – wenn Haustiere mitqualmen und leiden

Raucher mit Hundvon Manfred Weiblen

Ungefähr 20 Millionen Erwachsene greifen täglich zur Zigarette. Sie setzen sich damit dem Risiko aus, ihre Lebenszeit deutlich zu verkürzen. Lungenkrebs ist da nur ein Stichwort. Das Bewusstsein scheint sich aber zu ändern, da Rauchen in geschlossenen Räumen so gut wie nirgendwo mehr erlaubt ist – außer natürlich in den eigenen vier Wänden oder im Auto. Dort kann aber auch allerlei Schaden angerichtet werden, nämlich für diejenigen, die mit dem Raucher unter einem Dach leben. Wir reden dabei nicht nur von Kindern, von denen viele täglich dem Rauchschwaden ihrer Eltern ausgesetzt sind, sondern auch von  Haustieren. Sie können sich kaum dagegen wehren.

Gedankenlosigkeit der Tierbesitzer

Nach dem Essen ein Zigarettchen – das kann doch wohl kaum schaden. Eben mal das Fenster öffnen zum Lüften und danach ist gut. Ein typischer Denkfehler, denn die Luft ist danach immer noch rauchgeschwängert und setzt sich so langsam in Richtung Boden ab – dort wo unsere Haustiere sich normalerweise aufhalten. Haustiere können durch diese Genussgifte ähnliche Krankheiten wie wir Menschen bekommen und daran unter Umständen auch sterben.

Wo liegen beim Passivrauchen die Gefahren für Katzen?

Unsere Stubentiger sind direkt in zweierlei Hinsicht durch das Passivrauchen gefährdet. Sie nehmen den Rauch nicht nur über ihre Atemwege auf, sondern auch über die Zunge. Sie sind im Laufe des Tages immer wieder mit der Fellpflege beschäftigt. Dort sammelt sich das Nikotin in einem Raucherhaushalt an und die Katze nimmt es mit ihrer Zunge auf. Es kommt bei Katzen dadurch vor allem zu Krankheiten im Nasen- und Rachenraum. Durch das Einatmen der freiwerdenden Gifte erkranken Katzen vor allem an Lymphonknotenkrebs und natürlich Lungenkrebs. Freigängerkatzen haben darüber hinaus noch ein anderes Problem. Ihr Fell ist rauchgeschwängert und das erschwert die Kommunikation mit anderen Artgenossen im Freien. Der eigene Körpergeruch wird damit quasi überlagert.

Erhöhtes Krebsrisiko bei Hunden

Hunde, die Passivrauchern ausgesetzt sind, haben ein um 60 Prozent höheres Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Langnasige Hunde haben damit auch noch ein weiteres Problem: Die Nasenschleimhaut hat eine größere Oberfläche wie bei kurznasigen Hunden. Damit nimmt die Nasenschleimhaut wesentlich mehr schädliche Rauchpartikel auf. Das Risiko steigt, an Nasenkrebs oder Nasenebenhöhlenkrebs zu erkranken. Ein besonderes Risiko tritt bei Welpen auf: Sie neigen dazu, ihre Welt mit Pfoten, Augen und auch mit dem Maul zu erkunden. Ein voller Aschenbecher mit Kippen ist eine tödliche Gefahr, wenn der kleine Vierbeiner einen Stummel aufnimmt. Allein das noch im Kippenrest vorhandene Nikotin kann tödlich wirken.

Vögel, Hamster und Co können dem rauch nicht ausweichen

Während Hunde oder Katzen sich schlicht und ergreifend irgendwo anders hin verziehen, wenn ihnen die Luft zu dick wird, haben andere Haustiere da größere Probleme, sich der Rauchlust ihres Herrchens oder Frauchens zu entziehen. Vögel in ihrer Volliere, der Hamster im Gehege oder das Meerschweinchen im Käfig: Sie sind dem Zigarettenrauch hilflos ausgeliefert und erkranken schleichend. Sie können sich schließlich kaum bemerkbar machen, wenn bei ihnen etwas nicht in Ordnung ist.

Danken Sie bei der nächsten Zigarette mal an Ihr Haustier

Gewiss, es ist vor allem in der kalten Jahreszeit bequemer, im Sessel eine Zigarette anzuzünden als vor die Tür zu gehen. Selbst wenn sie keinen Mitbewohner haben, der sich über den Qualm beschwert – Ihre Haustiere werden sich daran nicht erfreuen. Durch das Einatmen von Rauch sinkt ihre Lebenserwartung deutlich gegenüber ihren rauchfreien Artgenossen. Auch wenn es noch so unbequem ist: Rauchen Sie nicht in Anwesenheit Ihrer Haustiere, sondern gehen mal für fünf Minuten auf den Balkon oder die Terrasse. Schließlich möchten Sie, dass Ihr Liebling Ihnen noch lange Jahre ein treuer Gefährte ist – ohne Krankheiten, die beim Tierarzt teuer behandelt werden müssen.

Übrigens: Selbst das Rauchen beim Gassi gehen kann Erkrankungen bei Ihrem Hund auslösen. Schließlich wird lediglich ein Viertel des Rauches von Raucher selber inhaliert, der Rest verteilt sich und kann im ungünstigen Fall durch den Hund aufgenommen werden. Diese Form von Passivrauchen kann über Jahre  hinweg auch irgendwann zu Erkrankungen führen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.