Frieren Pferde im Winter?

Pferd im Schnee

Auf der Weide oder im Stall? Wo bringen Sie Pferde im Winter am besten unter? In den kommenden Monaten kann es vielerorts in Deutschland knackig kalt werden. Kein Wunder, dass wir uns in dieser Zeit nach einem warmen Plätzchen in unseren eigenen vier Wänden sehnen, wenn wir von der Arbeit oder vom Einkaufen nach Hause kommen.

Für unsere Pferde wollen wir das Beste, damit sie zu dieser Jahreszeit nicht frieren. Also ab in den Stall, alles verriegeln und verrammeln und die Stallheizung in Betrieb nehmen. So wird es kuschelig warm. Ist das auch das Beste für Ihr Pferd?

Können Pferde frieren?

Viele Pferdefreunde haben im Winter Angst, dass ihr großer Liebling bei Frost und Eiseskälte friert. Ein häufiger Trugschluss, denn wir übertragen unsere Bedürfnisse auf das Pferd. Aus der Vergangenheit sind wir Höhlenbewohner, die sich bei Kälte in der Höhle bei einem wärmenden Feuerchen saßen. Pferde sind Steppentiere und leben draußen in der freien Wildbahn. Sie passen sich großen Schwankungen bei Temperaturen gut an. Ihre ursprünglichen Lebensräume waren im Winter kalt und im Sommer heiß. Dadurch halten Pferde ihre Körperwärme durch den Stoffwechsel konstant.

Temperaturen zwischen fünf und 15 Grad sind optimal für Pferde, da wo mancher Pferdefreund den geistigen Erfrierungstod erleidet. Bei Offenstallpferden liegt die thermoneutrale Zone zwischen – 15 Grad und + 25 Grad. Sinkt die Temperatur unter die Grenze von – 15 Grad, muss mehr zugefüttert werden, damit das Pferd seine Körpertemperatur durch den Stoffwechsel aufrechterhält.

Wie funktioniert bei Pferden die Regulierung der Körpertemperatur?

Beim Pferd ist das Zusammenspiel der Hautorgane wichtig. Dazu gehören die Pferdehaut, das Fell, die Blutgefäße und die Schweißdrüsen. Eine gute Isolierung hat das Pferd durch seine dicke Hautschicht, das Fell trägt darüber hinaus zu einer weiteren wärmenden Funktion bei. Wenn es auf den Herbst zugeht, wird langsam das Sommerfell abgestoßen und das Winterfell bildet sich aus. Die Haarbalgmuskeln steuern das Fell, je nach Bedürfnis angelegt, aufgestellt oder gedreht. Die Talgschicht auf dem Fell ist wasserabweisend. Die Haut bleibt trocken. Für Pferde im Winter gilt: Nicht zu heftig putzen, auch nicht bei groben Verschmutzungen. Dadurch beschädigen Sie die Talgschicht, die eine Schutzfunktion hat.

Zusätzlich erfüllen die Arterien eine Temperatur regulierende Aufgabe: Soll der Wärmeverlust gedämmt werden, verengen sich die Arterien. Ist eine Abkühlung notwendig, weiten sie sich. Daneben setzen Pferde bei warmen Temperaturen ihre Schweißdrüsen ein, um mit der produzierten Flüssigkeit die Körperoberfläche zu kühlen.

Warum ist eine Pferdedecke im Winter nicht sinnvoll?

Die beste Körperregulierung funktioniert nicht, wenn von außen in das System eingegriffen wird. Viele Pferdefreunde verwenden Pferdedecken in dem Glauben, ihr Pferd vor dem Frieren zu bewahren. Damit bewirken sie oft das Gegenteil. Die Decke bei Kälte auf dem Körper des Pferdes schützt zwar den Torso, aber nicht die Gliedmaßen. Kommt es zu einer Unterkühlung am Hals oder an den Beinen, versucht das Pferd, die Körpertemperatur hochzufahren. Das klappt nicht partiell, sondern geschieht am ganzen Körper. Damit kommt es unter der Decke zu einer Überhitzung. Daneben kann es passieren, dass beim Auftreffen von kalter Luft auf kleine Stellen des Körpers die innerliche Heizung nicht startet. Dadurch passiert es, dass Pferde im Stall krank werden, wenn es zieht. Sind sie ohne Decke im Stall, beginnt der ganze Körper mit der Steuerung der Temperatur.

Es gibt dabei aber auch Ausnahmen. Bestimmte Pferde können eine Decke gegen Kälte gut gebrauchen. Dazu gehören:

  • Pferde, die an leichten Erkrankungen leiden und keine Boxenruhe benötigen
  • Senioren unter den Pferden
  • Jungtiere, deren Fell noch nicht ausreichend Schutz bietet

Sind ausreichend Trinkmöglichkeiten gegeben?

Eine knackig kalte Nacht mit ordentlichem Frost kann dazu führen, dass Tränken oder Zuleitungsrohre eingefroren sind. Dann können die Pferde im Winter nicht ausreichend trinken. Dazu führt dazu, dass Ihr Pferd durch zu wenig Flüssigkeit eine Verstopfungskolik erleiden kann. Deshalb sollten Sie diese Tipps beherzigen, damit Ihr Pferd jederzeit trinken kann:

  • Bieten Sie Ihrem Pferd temperiertes Wasser an, falls es zu wenig trinkt.
  • Für die Tränke ist ein regelmäßiger Durchlauf erforderlich, damit das Wasser nicht einfriert.
  • Tauen Sie keine vereisten Wasserleitungen auf. Der Temperaturunterschied kann zum Bruch der Leitung führen.
  • Ummanteln Sie Wasserleitungen im Freien besser mit Isolierung, um ein Einfrieren zu vermeiden.

Wichtiger Schutz für das Pferdefutter

Je nach Lagerung kann Heu anfeuchten, dadurch Schimmel bilden und ungenießbar werden. Deshalb ist eine trockene Lagerung in der kalten Jahreszeit sehr wichtig. Die Lagerstätte sollte nicht luftdurchströmt sein, da im Winter sehr viel Feuchtigkeit mit eindringen kann. Stapeln Sie Heuballen so, dass zwischen ihnen ausreichend Platz bleibt, damit die Luft dazwischen zirkulieren kann. Damit beugen Sie einer Schimmelbildung am besten vor.

Saftfutter wie Möhren oder Rübenschnitzel können Sie nicht mehr verfüttern, wenn diese einmal gefroren waren. Dadurch können sich ebenfalls Schimmel und Pilze bilden, wodurch das Futter nicht mehr zu gebrauchen ist. Bewahren Sie das Futter in Boxen auf, die isoliert sind. Dafür bieten sich beispielsweise Thermoboxen, die von Imbiss-Lieferdiensten ausgemustert wurden. Legen Sie diese dazu noch ein wenig mit Stroh aus und fertig ist der Schutz gegen Frost für das Futter. Für Kraftfutter ist die ideale Lagertemperatur zwischen 10 und 20 Grad.

Wann brauchen Pferde eine höhere Energiezufuhr?

Auch wenn Pferde gut durch die kalte Jahreszeit kommen, gibt es in Einzelfällen Anzeichen dafür, dass Sie aufgrund der Kälte Maßnahmen ergreifen müssen, um die Energiezufuhr für Ihr Pferd hochzufahren. Kälte zehrt und das führt dazu, dass Pferde an Gewicht verlieren. Fettpölsterchen lösen sich auf, Muskeln bauen ab und der Organismus hat mit dem Fellwechsel zu kämpfen. Das ist alles nicht bedrohlich, der der Energiehaushalt Ihres Pferdes benötigt mehr Schwung, auf Hochtopuren arbeiten kann. Typische Anzeichen dafür sind:

  • Das Fell Ihres Pferdes ist aufgerichtet, um eine bessere Wärmedämmung zu bilden.
  • Ihr Pferd sucht bei Wind und Wetter Schutz in einem Unterstand.

Wenn dieser Zustand länger als zwei bis drei Tage andauernd, sind das Anzeichen dafür, dass Ihr Pferd friert. Dann wird es Zeit, die Fütterung und damit die Zufuhr von Energie anzupassen.

Pferde im Winter: Tipps für die Haltung im Offenstall

Wenn Sie Ihr geliebtes Pferd im Offenstall halten, besteht kein Grund zur Sorge, dass es dort erfrieren kann. Wichtig ist hier vor allem, dass genug Raufutter vorhanden ist. Die langen Fasern des Futters führen dazu, dass bei der Verdauung viel Wärme produziert wird. Je nach Tagestemperatur muss die Futtermenge variieren, damit durch die Verdauung die Körpertemperatur reguliert werden kann. Eine gleichbleibende Futtermenge lässt den Effekt verpuffen. Sicherlich, bei älteren oder kranken Pferden ist eine Decke eine sinnvolle Maßnahme, um ein Auskühlen zu verhindern. Bei gesunden Pferden brauchen Sie solche Maßnahmen nicht ergreifen.

Vom Stall ab auf die Weide oder zum Ausritt

Wichtig ist es, dass die Temperatur im Stall nicht großartig von den Außentemperaturen abweicht, auch wenn es für uns frostig wirkt. Letztendlich führt der Temperaturunterschied zu Problemen, wenn das Pferd vom Stall unmittelbar in den Außenbereich gelangt, der 20 Grad kälter ist. In diesem Fall passen sich die Blutgefäße des Pferdes nicht schnell genug der Temperatur an. Das kann zu Erkrankungen führen. Ebenso ist es wichtig, dass die Temperaturen im Stall der Nachtzeit und der Tagzeit draußen angepasst bleiben. Eine dauerhaft konstante Temperatur würde dazu führen, dass die Thermoregulierung des Pferdes nicht ausreichend trainiert wird. Beim Ausritt und bei Bewegung ist es wichtig, dass das Pferd nicht ins Schwitzen kommt. Dadurch kann es passieren, dass Pferde im Winter auskühlen. Die Flüssigkeit des Schweißes steht, anders als bei Feuchtigkeit durch Regen, direkt auf der Hautoberfläche. Damit begünstigt der Schweißfilm ein Auskühlen bei winterlichen Temperaturen. 

Noch ein Wintertipp für uns für Pferdefeunde: Gibt es bei Pferden eine Winter-Depression? Mehr dazu in unserem Blogbeitrag „Winter-Depressionen vermeiden“.

32 Gedanken zu “Frieren Pferde im Winter?

  1. Hallo Manfred Weiblen, das ist ein super Beitrag. Ich finde besonders den Teil interessant, wo du Pferdestall erwähnst. Ich stimme diesem Punkt voll und ganz zu.

    1. Hallo Safiya,

      vielen Dank für deinen Beitrag. Freut mich, dass der Beitrag dein Interesse geweckt hat.

      Viele Grüße aus Bottrop

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de-Team

  2. Hallo Manfred Weiblen, mit großem Interesse habe ich deinen Artikel gelesen…..könntest Du mir einen Tipp geben, wie wir ein Boxenpferd (Sportpferd) zu dieser Jahreszeit in unseren Offenstall gewöhnen können? Wir haben eine schöne Krankenbox mit Paddock…aber gegen den Stall aus dem es kommt ist es bei uns einfach „kalt“.

    1. Hallo Barbara,

      vielen Dank für deine Frage. Den ultimativen Tipp dazu kann ich dir nicht geben, da jedes Pferd anders auf den neue Situation reagiert.

      Manche befürworten eine Umstellung auf die Offenstallhaltung erst im Frühjahr, damit sich das Pferd an die Temperaturen gewöhnen kann.

      Das Fell sei zu dünn und die Fettschicht nicht genügend ausgeprägt, um sich vor Kälte zu schützen.

      Wiederum andere Pferdefreunde vertreten die Ansicht, dass sich Pferde sehrt schnell an die Temperaturen gewöhnen. Es kann durchaus sein, dass ein Boxenpferd innerhalb kurzer Zeit dickeres oder längeres Fell entwickelt.

      Es gibt hier einfach zu viele unterschiedliche Meinungen. Vor allen die Verwendung von Decken wird sehr zwiespältig diskutiert, da diese einerseits eine wärmende Wirkung haben, andererseits auch hinderlich sein können.

      Spreche doch mal die Pferdefreunde an, die bereits ihr Pferd in eurem Offenstall untergebracht haben.

      Viele Grüße aus Bottrop.

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de-Team

  3. Hallo Manfrad Weiblein,
    vorab erstmal vielen Dank für den Beitrag und deine Mühe!

    Ich bin seit 4 Monaten Besitzerin eines mittlerweilen 18 Monaten alten Brabanter Hengstes.
    Er steht z. Z. in der Hengstaufzucht in Offenstallhaltung.
    Liegebereich – eingestreut, allerdings Matratzenhaltung(nicht mein Fall, allerdings ist bei uns nur sehr schwer was zu bekommen und die liebevolle Betreuung macht das wieder wett) anschließend Paddock mit Heuraufe 24/7 und danach riesige Koppeln.
    Nach langem überlegen hab ich mich entschlossen ihn schon mit 2 statt mit 3 Jahren legen zu lassen, weil er einfach zu weit weg steht und ich nur jeden zweiten oder dritten Tag zu ihm fahren kann und ich einfach mehr Zeit mit ihm verbringen will.

    Jetzt hab ich einen super tollen Offenstall in meiner Nähe gefunden mit insgesamt 20 Pferden, davon 8 Kalte.
    Sowas ist bei uns die absolute Rarität, da sehr viele Ställe gar keine Kalten nehmen.

    Das einzige was mich ein bisschen abgeschreckt ist dass die Unterstell- und Ruhemöglichkeiten nicht eingestreut sind mit der Begründung die Pferde gehen eh nur zum pisseln rein.
    Laut SB liegen die Pferde eh lieber draußen auf Koppel oder einfach so im Paddockbereich mit unterschiedlichen Böden.

    Die SB betreiben ihren Stall schon über 20 Jahre, die Einsteller sind langjährig.

    Alles in allem macht der Stall und die Pferde einen Top Eindruck, für meinen Seelenfrieden dennoch meine Frage an dich, braucht mein Bub „sein warmes Bettchen“? oder ist es so wie es ist völlig in Ordnung?

    Im Voraus schon mal besten Dank für deine Antwort!

    Liebe Grüße Claudia

    1. Hallo Claudia,

      es ist schön, dass du bei der Wahl deines Stalls ein gutes Händchen hattest und dieser auf dich einen guten Eindruck macht.

      Jetzt steht natürlich noch die Erfahrung des Stallbetreibers ein bisschen im Wege. Du machst dir Gedanken, ob dein Liebling es in seiner Box zum Schlafen warm hat.

      Er wiederum argumentiert, dass die Pferde draußen oder im Paddockbereich liegen. Ich denke, er wird seine Erfahrung „lebensnah“ mitgeteilt haben.

      Dein Vorteil ist jetzt natürlich, dass der Stall in deiner Nähe ist. Spreche doch einfach mal mit dem Stallbettreiber über die bisherige Unterbringung deines Pferdes. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, dass du mit ihm zusammen eine Einigung erzielst und dich an der Ausgestaltung und Reinigung der Box deines Pferdes beteiligst.

      Wichtig ist aus meiner Sicht, dass du dir deiner Entscheidung sicher bist und es deinem Pferd gut geht.

      Vielleicht haben ja noch andere Pferdefreude ein paar wertvolle Tipps für dich.

      Viele Grüße aus Bottrop

      Manfred vom VS.-vergleichen-und-sparen.de-Team

    2. Hallo!
      Ich betreibe seit 5 Jahren einen Offenstall.
      Tatsächlich ist meine Erfahrung ebenfalls dass sich die Pferde überwiegend im Freien hinlegen. 2 von meinen Unterständen sind mir Sand eingestreut, so dass es dort auch weich ist. Es gibt Eine Stute die sich vermehrt dort hinlegt. Sie ist das zarteste Geschöpf von meinen zehn. Stroh oder Späne halte ich für überflüssig!

  4. Hallo!

    Ich bin eigentlich ein Verfechter von „Mein Pferd hat Winterfell, der braucht keine Decke.“ Jetzt hatte er (Wallach, 15 Jahre) aber schon mehrmals Verstopfungsprobleme, einmal sogar eine Kolik, im Winter. Sicherheitshalber gab es heute Mash, ganz viel Liebe – und eine Decke.

    Kann es sein, dass Pferde die Verdauung runterfahren, wenn ihnen zu kalt ist?

    Liebe Grüße aus dem nasskalten Harsefeld!

    1. Hallo Tanja,

      es ist nicht zwingend die Verdauung, die heruntergefahren wird- Vielmehr bleibt die Verdauung erhalten, es führen aber andere Umstände dazu, dass es zu Verdauungskoliken kommen kann.

      Einerseits werden Pferde, die regelmäßig auf der Weide befinden, nun im Stall untergebracht. Dort gibt es im Winter jede Menge zu tun, sodass das Pferd nicht die gewohnte Bewegung hat. Fehlende Bewegung führt dazu, dass der Darm weniger arbeitet und das Verdauungssystem nur mit halber Kraft arbeitet.

      Ebenso kann die verringerte Aufnahme von Wasser, etwa durch eingefrorene Tröge oder Leitungen dazu führen, dass die Verdauung aus dem Rhythmus gerät.

      Viele Grüße nach Harsefeld

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de-Team

  5. Hallo Manfred,

    meine Norweger Stute lebt im Offenstall und kommt damit super zurecht. Sie ist jetzt 6 Jahre jung. Ich habe hier die Möglichkeit am Strand zu reiten und unter anderem auch ins Wasser.
    Da sie danach wieder direkt auf die Weide kommt bin ich verunsichert ob ich sie auch bei Frost und Schnee ins Wasser reiten darf?…
    Ist abrubbeln gut oder eher kontra produktiv?

    Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit.

    S

    1. Hallo Syo-Bing,

      vielen Dank für deine Frage.

      Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sind Gewässer naheliegenderweise auch sehr kalt. Es kann also zu einer Auskühlung der Bauchgegend kommen. Auf der anderen Seite kommen Pferde mit niedrigen Temperaturen besser klar, als wir denken. Es kann also sein, dass der kurze Ausflug in das kalte Wasser wie ein Jungbrunnen wirkt. Es hängt auch davon ab, wie lange der Aufenthalt im Wasser ausfällt. Auf der anderen Seite jedoch haben Pferde im Winter ein dickeres Fell, wodurch das Trocknen deutlich länger dauert als im Sommer. Da musst du schon kräftig und ausdauern rubbeln, damit dein Pferd wieder trocken ist.

      Ich kann dir da leider keine konkrete Empfehlung geben, denn du kennst dein Pferd ja viel besser.

      Vielleicht haben andere Pferdefreunde dazu Erfahrungen gesammelt, die sie mit dir hier teilen können.

      Herzliche Grüße aus Bottrop

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de-Team

  6. Hallo Herr Weiblein,

    Nehmen Sie mit dem Artikel nur Bezug auf das mögliche Frieren oder ist der Text allgemein auf das Eindecken bezogen.

    Mein Pferd leidet seit Jahren unter einem erst jetzt entdeckten Gendefekt mit dem schwere Myopathie einhergeht. Bis zur Entdeckung der Ursache ihrer Problematik wurde ich immer wieder darauf angesprochen, dass sie doch keine Decke bräuchte, aber ich den Eindruck hatte, dass diese ihr gut tut. Somit stellt sich mir die Frage, ob das Eindecken nicht eine individuelle Angelegenheit sein muss, da lt. meiner bisherigen Erfahrungen es doch dem einen oder anderen Pferd mehr Wohlbefinden verschafft, wenn es eingedeckt wird. Viele Pferdebesitzer wissen ja auch nicht, ob ihr Pferd an einer versteckten Erkrankung leidet, sehen aber, dass es den Tieren mit Decke eindeutig besser geht.

    1. Hallo Martina,

      in dem Blogbeitrag geht es ganz allgemein darum, ob Pferde im Winter frieren können und welche Maßnahmen im Winter sinnvoll sein können.

      Natürlich spielt die individuelle Situation eines jeden Pferdes auch eine Rolle dabei, welche Dinge man im Winter beherzigen sollte.

      Liebe Grüße aus Bottrop

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de-Team

    1. Hallo Ulrike,

      die klimaneutrale Zone liegt bei Pferden bei etwa Minus 15 Grad. Darunter haben Pferde einen deutlich höheren Energiebedarf, der durch entsprechende Fütterung kompensiert werden kann. Die Temperaturen stellen an sich noch kein großes Problem dar, wenn dein Pferd vor allem bei feuchter Witterung regelmäßig trocken gerubbelt wird. Es gibt viele Pferde, die sich noch bei Minus 20 Grad im Schnee herumwälzen.

      Welche Minustemperaturen Pferde vertragen, hängt auch von ihrer Konstitution ab. Bedingt durch ihren ursprünglichen Lebensraum sind sie Temperaturunterschiede von rund 90 Grand gewohnt.

      Wenn das Pferd friert, beginnt es zu zittern. Dann wird es Zeit, Wärme erhaltende Maßnahmen zu treffen.

      Viele Grüße

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de-Team

  7. Ich finde den Beitrag sehr interessant und wissenswert – ich halte seit bald 50 Jahren Ponies – winters je nach Schnee und Temperaturen im Stall, aber auch stundenweise draussen – beim genauer betrachten sieht man sehr gut, wenn die Herde nur noch im Schnee rumsteht und zu frieren beginnt, Fohlen und Senioren sich beim Weidetor zum Rückzug in den Stall versammeln… unser Stall kann nicht beheizt werden und die Temperaturen unterscheiden sich dadurch drinnen und draussen nicht sehr stark – habe einiges gelernt – danke !

    1. Hallo Katrin,

      es freut mich, dass unser Beitrag für dich noch ein paar neue Erkenntnisse gebracht hat.

      Liebe Grüße aus Bottrop

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de-Team

  8. Sehr geehrter Herr Weiblen,
    ein aus Neugierde entstandenes Experiment brachte folgende Situation;
    Ich erlebe mit meinem Pferd jetzt den 3. Winter. 2+3. bewusst ohne Decke aber mit schlechtem Gewissen.
    Habe mein Pferd aus lauter Neugierde heute Nacht bei -7 Grad mit einer geliehenen Wärmebildkamera, die bei der Nachsuche Jagd eingesetzt wird, beobachtet. Mein Pferd steht 24/7 auf einem Paddocktrail mit 24/7 Heu. Dabei ist mir aufgefallen, das der Körper meines Pferdes weiß war und nur das Maul und die Hufe im Bereich Kronenrand rot. Meiner ist der Einzige ohne Decke. Die Pferde mit Decke hatten unterschiedlich rote Hälse und Köpfe. Die Beine waren auch unterschiedlich. Mal war nur ein Knie oder nur ein Bein rot, oder nur die Vorderbeine.
    Was kann man daraus schließen? Ich war plötzlich total verwirrt. Wem geht es besser Pferd mit oder ohne Decke?
    Für mich hieß das sichtbare Rot Wärmeverlust bzw. punktuelle extreme Durchblutung, dadurch mehr Wärme, ggf. weil dort sogar evtl. ein Entzündungsherd oder eine beginnende Erkrankung liegt.
    Wie gesagt, ich bin komplett verwirrt.
    Haben Sie eine Erklärung.
    VG Birgit

    1. Hallo Birgit,

      vielen Dank für die ausführliche Schilderung Ihres Experimentes. Dass bei den anderen Pferden Hälse oder Beine errötet sind, deutet für mich auf eine stärkere Durchblutung hin. Schließlich sind diese Bereiche nicht von der Decke geschützt und die gesteigerte Durchblutung produziert mehr Wärme.

      Dass bei Ihrem Pferd die erwärmten Bereiche nur punktuell auftreten ist für mich von der Ursache her schwer auszumachen. Wenn Sie die Gelegenheit haben, sollten Sie einfach mal schauen, ob diese Beobachtung erneut auftritt. Vielleicht lassen sich diese Wärmebilder ja mal abfotografieren und Sie legen diese dann Ihrem Tierarzt vor. Es ist nämlich von außen sehr schwierig, eine plausible Erklärung zu finden.

      Liebe Grüße aus Bottrop

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de-Team

  9. Guten Abend Herr Weiblen,
    Ich besitze eine Quarter,Appaloosa mix Stute und einen Haflinger. Da es die Nächte kalt werden soll bin ich mir nicht sicher ob meine Quarter Stute eine Decke brauch oder nicht. Bei dem Haflinger hatten wir nie eine Decke aber dadurch die Stute dünneres Fell hat überlegen wir eine Decke zu kaufen und die stehen das ganze Jahr draußen im Moment haben die ein Paddock mit Unterstand und Heu .Das Wasser friert leider andauernd weshalb wir alles versuchen das es nicht friert und ich hoffe das es nichts schlimmes ist wenn wir jeden Tag ausreiten.
    Auf schnelle Antwort würde ich mich freuen.
    LG Marie

    1. Hallo Marie,

      wie kalt wird es denn nachts in deiner Region? Hier im Ruhrgebiet bekommen wir in der kommenden Nacht beispielsweise Temperaturen von minus 14 Grad. Das ist so gerade an der thermoneutralen Grenze von minus 15 Grad. BIs zu dieser Temperatur musst du noch keine besonderen Maßnahmen treffen, um dein Pferd warm zu halten. Nimmst du allerdings Anzeichen dafür wahr, dass dein Pferd friert, solltest du dann über den Einsatz einer Decke nachdenken. Wie sind denn die Erfahrungen der anderen Pferdehalter auf dem Paddock? Oder sind deine Pferd dort die einzigen Tiere?

      Viele Grüße aus Bottrop

      Manfred vom tierarzt-onlinevezeichnis.de-Team

      1. Ich habe zwei Mini-shettys die bei dem Wetter ganz gern draußen stehen Heu gibt es rund um die Uhr. Aber ich hab ein Problem meine Stute ist komplett voller Eis die hat richtige Eiszapfen an den Seiten runter hängen das ganze Fell ist vereist wie kann ich denn da Gegenwirken? Sowas hab ich noch nie gesehen

      2. Guten Tag Herr Weiblen
        Unsere Pferde sind alleine auf dem Paddock also in der Nacht wo es so kalt war hatte meine Stute eine Decke aber am Tag danach merkte ich das sie keine brauch weshalb wir bis jetzt ohne Decke sie stehen lassen haben und jetzt werden es + Grade .
        Danke für ihre Antwort.
        LG aus Hessen

  10. Guten Morgen,

    wir haben für unsere beiden Shettys einen Offenstall. Ein Unterstand ist gepflastert, darüber liegen EVA Stallmatten. Der andere Unterstand hat Sand.

    Höre nun öfter, dass es doch „wärmer“ wäre den Unterstand noch einzustreuen. Liegen tun die beiden erfahrungsgemäß nur draußen. Als wir mal kurzzeitig eingestreut haben, wurde der Unterstand vorrangig als Klo genutzt.
    Ist es nicht so, dass isolierende Stallmatten besser wärmen als Stroh?

    Muss man sich Gedanken machen, wenn die beiden Shettys nun bei den jetzigen Temperaturen (-15 / -16 Grad) draußen im Schnee schlafen?

    Gruß Victoria

  11. Guten Abend Herr Weiblen,
    Ich habe zwei 27 jährige Islandstute bei mir im Stall stehen. Der Stall ist lediglich aus Holz. Jetzt sagt unser Wetterbericht bis zu -17 Grad. Ich habe zwei Winterdecke da. Ohne Halsteil. Würden Sie empfehlen diese über Nacht den Pferden anzulegen? Bisher haben die beiden keine Decken diesen Winter getragen.
    Vielen Dank und liebe Grüße
    Annemie

    1. Hallo Annemie,

      es ist völlig normal, dass du die eisigen Temperaturen für deine Stuten für bedenklich hältst. In Anbetracht des Alters deiner Pferde würde ich die Decken tatsächlich nutzen und ihnen damit ein kleines Wärmepolster verschaffen.

      Liebe Grüße aus Bottrop

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de

  12. Hallo Manfred, ich habe einen 24 jährigen Lewitzschecken seit jetzt 21 Jahren in Offenstallhaltung. Seit eh und je ohne Decke. Im Regen und wenn es schneit steht er mit Vorliebe draussen und wälzt sich auch gerne im Schnee und auch im Matsch. Wir haben auch schon Temperaturen bis über -20 Grad überstanden. Ich hatte und habe nie das Gefühl, dass der Bub friert.
    Meine Nachbarn wundern sich nur immer noch, dass wir keinen warmen Stall haben.
    Viele Grüße aus Mecklenburg
    Iris

    1. Hallo Iris,

      das ist toll, dass sich dein großer Freund bei dem Wetter so wohl fühlt. Minus 20 Grad ist ja schon eine Hausnummer.

      Aber vielleicht hilft das ja auch anderen Pferdefreunden bei der Frage, ob diese ihr Pferd eindecken sollen oder nicht.

      Trotzdem will ich nicht hoffen, dass diese Temperaturen noch länger anhalten.

      Viele Grüße aus Bottrop

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de-Team

  13. Hallo Herr Weiblen,
    wir halten 3 Shettys in einem offen Stall. Am Tage lassen wir sie z.Zt. auf der Weide im Schnee laufen. Die Schneehöhe 10-20 cm, die Temperaturen ca 4-12 Grad. Wie lange sollten wir sie im Moment draußen lassen?
    Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.
    MfG Johannes

    1. Hallo Johannes,

      ist es richtig, dass die Temperaturen eher minus 12 bis minus 4 Grad betragen? Aus meiner Sicht würde ich hier noch nicht aktiv werden. Schau mal den Beitrag von Iris an. Sie beschreibt, wieviel Spaß ihr Pferd auch bei minus 20 Grad noch hat und im Schnee tobt.

      Es gibt ja tatsächlich Anzeichen dafür, wann ein Pferd friert. Wenn diese auftreten kannst du immer noch reagieren und sie mit einer Decke versorgen oder anderweitig unterstellen,

      Viele Grüße aus Bottrop

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de-Team

  14. Hallo Herr Weiblen,
    ich habe eine Vollblutmixstute. Steht nachts in einer Paddockbox und tagsüber auf einem paddock ohne Unterstand. Ich habe meine Stute seit nun mehr als 8 Jahren. Die ersten zwei Jahre stand sie ohne Decke bis zu dem Zeitpunkt als sie wirklich krank wurde. TA meinte ich solle sie vor nasser Kälte schützen was ich auch tat. Sie fühlte sich sichtlich wohler mit der Decke. Des Weiteren schiebt sie meines Erachtens nach so gut wie kein Fell. Im Gegensatz zu unsere anderen Stute die echt aufplüscht. Nun ist sie bei den momentanen Temperaturen mit 200 Gramm eingedeckt und man merkt das sie zufrieden ist. Sie verlangt regelrecht nach ihrer Decke. Ist das jetzt falsch von mir? Unsere andere Stute bekam einen Tag wo es nachts minus 21 grad waren eine Decke und was soll ich sagen sie fror darunter also kam die Decke sofort wieder ab und sie fror nicht mehr. Ich muss zu meiner Stute auch sagen das sie chronischer Huster ist. Im Sommer mehr als im Winter was aber eher an der Trockenheit und dem damit verbundenen Staub von Sand und Heu liegt, zudem reagiert sie allergisch auf Ambrosia.

    1. Hallo Jessica,

      vielen Dank für deinen Beitrag.

      Warum sollte es falsch sein, deine Stute einzudecken, wenn sie sich damit wohl fühlt? Wenn sie damit gut klar kommt, dann lasse sie doch weiter bei diesen Temperauren unter der Decke.

      Was deine andere Stute angeht: Ich vermute mal, dass hier die Decke zu einem Ungleichgewicht bei der Körpertemperatur geführt haben könnte. Das kann wiederum den Effekt des Frierens auslösen.

      Viele Grüße aus Bottrop

      Manfred vom tierarzt-onlineverzeichnis.de-Team

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