Treue Begleiter im Alltag – so leben Senioren mit Haustieren auf

Senioren wandern mit Hundvon Manfred Weiblen

Vorgestern noch haben wir beschrieben, warum Haustiere für Kinder wichtig sein können. Es gibt aber noch eine andere Gruppe von Menschen, für die Haustiere unverzichtbar sein können, nämlich die Senioren unter uns. Sie bringen die besten Voraussetzungen für die Haltung von Haustieren mit, da sie nicht von Arbeitszeiten abhängig sind und ganztätig sich um ihren Liebling kümmern können. Haustiere erfüllen für Senioren im Gegenzug einen wichtigen Zweck. Sie sind Begleiter im Alltag, schaffen Abwechslung und sorgen für Bewegung.

Sind Senioren gesünder durch Hausiere?

Wer sich im Alter noch einen Hund, eine Katze oder Vögel anschafft, hat eine lang währende Aufgabe für sich geschaffen. Haustiere brauchen die Liebe und Zuneigung von Herrchen oder Frauchen. Es ist erwiesen, dass Senioren, die Haustiere halten und sich um sie kümmern, deutlich seltener unter Depressionen, Schlafproblemen oder Bluthochdruck leiden. Uns Menschen macht es glücklich, wenn wir uns um jemanden kümmern können – selbst wenn es ein Haustier ist. Im Alter vermissen ältere Menschen das Gefühl gebraucht zu werden – dieses Defizit gleicht ein Haustier mühelos aus. Vor allen Hunde und Katzen brauchen viel Nähe zum Menschen, sie möchten gestreichelt und verwöhnt werden. Das Streicheln selber setzt wiederum im Gehirn das Hormon Oxytocin frei, dadurch geht das Stimmungsbarometer nach oben.

Soziale Kontakte durch Haustiere

Vor allem Hunde fordern ihre Besitzer regelmäßig. Sie müssen Gassi gehen, wollen spielen oder müssen als Welpe in die Hundeschule. Klar, dass da Herrchen du Frauchen aktiv sein müssen, um am Ball zu bleiben. Der Vorteil: Bei so vielen Aktivitäten bleibt der Kontakt mit anderen Hunde- oder Tierfreunden nicht aus: In der Hundeschule treffen sie auf gleichgesinnte Hundefreunde, das schafft zusätzlich Abwechslung. Das ist allemal besser, als ohne tierischen Freund daheim zu sitzen und in der Einsamkeit oder vor Langeweile Trübsal zu blasen. In Deutschland leben mehr als 30 Millionen Haustiere in rund 15 Millionen Haushalten. Ein Viertel davon sind Menschen über 60 Jahre, die am liebsten Hunde und Katzen halten.

Struktur im Alltag statt Langeweile – Haustiere sorgen immer für Bewegung

Was kann besser gegen Langeweile helfen als ein beschäftigungsreiches Hobby oder eben ein Haustier? Hund, Katze und Co fordern von ihren Besitzern viel Zeit. Es geht um die Pflege, regelmäßige Fütterung, Tierarztbesuche und natürlich auch die Spielchen zwischendurch. Mit anderen Worten: Tierhalter unter den Senioren haben mitunter ein straffes Tagesprogramm. Vor allem mit einem Hund muss der Alltag schon fest durchstrukturiert sein. Dazu gehört vor allem das regelmäßige Gassi gehen nicht nur bei schönem Wetter. Also, statt in den Tag hinein zu dümpeln, müssen sich die Senioren unter den Tierfreunden jeden Tag immer wieder aufs Neue mit ihren tierischen Freunden beschäftigen. Da kann kaum Langeweile aufkommen, die ja letztendlich auch zu Tristesse und alterstypische Erkrankungen wie Depressionen führen kann.

Helfer gegen die Einsamkeit – warum Haustiere so wichtig sind

Viele Menschen im Alter sind alleinstehend. Der Partner ist verstorben, die Kinder sind längst in andere Stadt gezogen und schaffen es nur unregelmäßig, mal zu Besuch zu kommen. Die Einsamkeit ist neben der Langeweile ein großes Problem, das Senioren befallen kann. Also alternativ ein Haustier anschaffen. Neben den vielfältigen Aufgaben bei der Versorgung von Hunden und Katzen gehören auch die Kontakte mit Gleichgesinnten dazu. Zudem tragen Haustiere auch in den eigenen vier Wänden dazu bei, nicht der Einsamkeit zu verfallen. Schließlich ist mit einem Vierbeiner den ganzen Tag Leben in der Bude, wie man so schön sagt. Dabei muss aber auch die Versorgung im Krankheitsfall geklärt sein. Wohin kommt die Katze, der Hund oder der Wellensittich, wenn Herrchen oder Frauchen mal ins Krankenhaus müssen? Sind Nachbarn bereit zu unterstützen? Gibt es Tierpensionen in der Umgebung, die kurzfristig den vierbeinigen Liebling aufnehmen können?

Haustiere als Begleiter auf dem letzten Lebensweg

Irgendwann ist bei manchen älteren Menschen der Punkt gekommen, wo eine eigenständige Versorgung zu Hause nicht mehr möglich ist. Der Umzug in ein Seniorenheim steht an. Das muss nicht allein durch den Eintritt des Pflegefalls begründet sein: Manche ältere Menschen benötigen einfach die Sicherheit, das im Notfall jemand schnell verfügbar ist. Vielleicht ist auch die Wohnung einfach zu groß geworden. Dabei darf das Haustier aber nicht auf der Strecke bleiben. Der Umzug in eine Seniorenheim und die gleichzeitige Abgabe des Haustieres verschaffen ein drückendes Gefühl, frei nach dem Motto: Jetzt kann der Tod kommen. Vom dem spricht man ja sowieso nur hinter vorgehaltener Hand. Mensch und Tier müssen nach dem Tod aber nicht getrennt werden. Mittlerweile gibt es Mensch-Tier-Friedhöfe – wenn auch nur vereinzelt – wo eine Bestattung von Mensch und Haustier gemeinsam möglich sit. Allerdings muss der Menschen zuerst beigesetzt werden. Wenn ihm sein Haustier folgt, kann es eingeäschert in einer Urne im gleichen Grab mit beigesetzt werden. Das ist natürlich auch dann der Fall, wenn das Haustier vorher aus dem Leben scheidet. Dann wird die Urne bis zum Ableben von Herrchen und Frauchen aufbewahrt und danach beigesetzt.