Die Lahmheit beim Pferd – eine der häufigsten Erkrankungen

Pferd wird von TIerärztin behandeltvon Manfred Weiblen

Pferde sind große und anmutige Tiere, sie verfügen über einen komplizierten Bewegungsapparat, der anfällig für Krankheiten und Verletzungen ist. Betrachtet man das Verhältnis von der Körpermasse zu den Beinen, lässt sich leicht sehen, welche Lasten beim Pferd darauf verteilt werden. Eine der am häufigsten Erkrankung beim Bewegungsapparat ist die Lahmheit. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung, die den Bewegungsablauf stört: Das Pferd kann nicht mehr normal bewegen. In der Tiermedizin wird zwischen zwei Formen der Lahmheit unterschieden: der Hangbein-Lahmheit und der Stützbein-Lahmheit. Die Stützbein-Lahmheit sorgt dafür, dass das Pferd sein betroffenes Bein nur kurz belastet, hingegen kommt es bei der Hangbein-Lahmheit zu Unregelmäßigkeiten in der Schrittfolge.

So erkennen Sie die Symptome der Lahmheit bei Ihrem Pferd

Die Lahmheit ist bei Pferden relativ einfach zu erkennen. Der Bewegungsapparat ist gestört und es zeigen sich Unregelmäßigkeiten beim Lauf oder in anderen Bewegungen. Dabei belastet Ihr Pferd die Beine nicht regelmäßig, sondern verteilt sein Gewicht auf die gesunden Beine. In manchen Fällen ist die Lahmheit nur unter starker Belastung zu erkennen, daher unterscheiden Tierärzte zwischen vier Graden der Lahmheit:

Grad 1: Die Lahmheit ist nur im Trab erkennbar und bei normalen Bewegungen kaum zu sehen

Grad 2: Bereits im Schritt sind Anzeichen der Lahmheit sichtbar.

Grad 3: Im Schritt und im Trab ist die Lahmheit sichtbar, dabei hebt das Pferd den Kopf und den Hals bei Schmerzen in den Vorderbeinen.

Grad 4: Die betroffenen Gliedmaßen werden überhaupt nicht mehr belastet.

Welche Ursachen können bei Pferden zur Lahmheit führen?

Sind die Gliedmaßen von der Lahmheit betroffen, können die Ursachen vielfältig sein. Verletzungen spielen sicherlich eine große Rolle – hier ist die Ursache in der Regel auch offensichtlich. Neben Konchenbrüchen, Stauchungen und Sehnenverletzungen können Gelenkserkrankungen, Infektionen oder auch angeborene Missbildungen eine gravierende Rolle spielen. Diese lassen sich natürlich nicht auf den ersten Blick erkennen.

Wie beugen Sie einer Lahmheit beim Pferd vor?

Durch die vielfältigen Ursachen ist eine Vorbeugung nur bedingt möglich. Erkrankungen wie die Hufrehe oder Arthrose können die Lahmheit begünstigen. Diese Krankheiten sind vielfach auf Haltungsfehler zurückzuführen. Pferde sollten gerade in jungen Jahren nicht zu hart und nicht unregelmäßig trainiert oder belastet werden. Ebenso ist es sinnvoll, wenn Sie das Verletzungsrisiko minimieren. Dort, wo Ihr Pferd herumtoben kann, sollten keine Gegenstände vorhanden sein, an denen es sich mechanische Verletzungen oder Stichverletzungen zuziehen kann. Eine ausgewogene Ernährung trägt im Übrigen generell dazu bei, dass der Gesundheitszustand Ihres Pferdes in bester Ordnung ist.

Wodurch kann Ihr Tierarzt Lähmungserscheinungen bei Ihrem Pferd feststellen?

Wenn Sie den Verdacht auf eine Lahmheit haben und der Tierarzt führt die Untersuchung durch, gibt es mehrere Möglichkeiten, der Erkrankung auf den Grund zu gehen. Relativ einfach ist es, die Bewegungsabläufe in verschiedenen Gangarten oder bei unterschiedlicher Belastung zu beobachten. Durch eine Provokationsprobe kann der Tierarzt eine bestehende Lahmheit kurzfristig verstärken und besser erkennen. Dazu beugt er ein Bein des Pferdes etwa anderthalb Minuten durch und verstärkt damit künstlich und für einen Moment die Lahmheit. In der Folge kann die Lahmheit am betreffenden Bein besser beurteilt werden. Eine andere Möglichkeit ist, den betroffenen Bereich des Beines örtlich zu betäuben. Das Pferd verspürt in dem Moment keinen Schmerz und kann wohlmöglich besser auftreten oder gehen.

Besteht hingegen der Verdacht auf eine Gelenkserkrankung, so muss der Tierarzt Gelenkflüssigkeit entnehmen und diese im Labor untersuchen. Zusätzlich können Röntgenaufnahmen, eine Computer-Tomografie oder eine Magnet-Resonanz-Tomografie Aufschluss über die Ursachen der Lahmheit geben.

Welche Behandlungsmöglichkeiten hat der Tierarzt?

Wenn sich der Verdacht auf die Lahmheit bestätigt, wird der Tierarzt zunächst einmal schmerzlindernde Medikamente verabreichen. Das Pferd benötigt nun viel Ruhe und darf nicht belastet werden – in manchen Fällen ist sogar eine Physiotherapie notwendig.  Je nach Schwere der Lahmheit oder bei Gelenkserkrankungen muss der Tierarzt operieren. Eine Lahmheit verläuft zwar nicht tödlich, schränkt die Lebensqualität des Pferdes aber erheblich ein. Generell sind die Heilungschancen als positiv einzustufen – das hängt aber auch davon ab, wie schnell die Lahmheit erkannt und auch unmittelbar behandelt wird.

Lahmheit beim Pferd – Ursachen, Symptome und Behandlung

Pferd beim TierarztPferde haben einen komplizierten Bewegungsapparat, der anfällig für Verletzungen und Krankheiten ist. Eine häufig auftretende Erkrankung ist die Lahmheit, die den Bewegungsablauf des Pferdes erheblich einschränkt. Dabei entlastet das Pferd die betroffenen Beine und stützt sich auf die anderen Beine, es kann auch zu einer Änderung der Schrittlänge kommen.

Wodurch kann die Lahmheit beim Pferd entstehen?

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Verletzungen am Knochenbau wie Frakturen oder Stauchungen treten häufig auf. Durch Entzündungen, Infektionen, Arthritis und Arthrose kann es ebenfalls zur Lahmheit kommen. Hinzu kommen noch Sehnenrisse, Sehnendehnungen und angeborene Missbildungen.

Wie kann man die Lahmheit beim Pferd erkennen?

Wenn das Pferd nicht mehr normal läuft, kann das schon ein Anzeichen für die Lahmheit sein. Das Gewicht wird nicht gleichmäßig verteilt, sondern nur die gesunden Beine belastet. Je nach Schwere ist die Lahmheit erst bei starker Belastung des Pferdes erkennbar. Die undeutliche Lahmheit ist erst im Trab erkennbar, hingegen versucht das Pferd bei starker Lahmheit, das betroffene Bein komplett zu entlasten.

Welche Untersuchungen führt der Tierarzt durch?

Der Tierarzt muss den Pferdehalter nach möglichen Unfällen oder Verletzungen befragen. Danach erfolgt die Prüfung der Pulsation: Ist das betroffene Bein entzündet, kann man den Puls am Bein wesentlich deutlicher spüren. Danach erfolgt die Inaugenscheinnahme des Pferdes im Stand, beim Gang und beim Ritt, wenn möglich, sogar auf verschiedenen Bodenbelägen. Die Beine und die Hufe werden abgetastet und auf Schmerzreaktion getestet. Wenn die Stelle der Ursache für die Lahmheit gefunden ist, spritzt der Tierarzt lokal ein Betäubungsmittel. Sind die Schmerzen betäubt, kann das Pferd weniger schmerzvoll sich bewegen. Unter Umständen muss das Pferd auch geröntgt werden.

Wie erfolgt die Behandlung der Lahmheit?

Die Behandlung ist abhängig von der Ursache. Als entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente kommen Kortison, Nichtsteroidale Antiphlogistika und Dimethyl-Sulfoxid zum Einsatz. Eventuell sind auch physiotherapeutische Maßnahmen erforderlich, abhängig vom Befund muss das Pferd auch operiert werden.

Ist Vorbeugung gegen die Lahmheit möglich?

Da die Lahmheit beim Pferd viele Ursachen haben kann, ist eine Vorbeugung nur schwer möglich. Insbesondere gegen Verletzungen und Unfälle ist es kaum möglich, das Pferd zu schützen. Für das Pferd es ist wichtig, dass es gelichmäßig trainiert wird. Eine pferdegerechte Haltung kann schon dazu beitragen, dass das Risiko von Erkrankungen reduziert wird. Die artgerechte Ernährung trägt dazu bei, dass auch die Knochen und die Gelenkte gesund bleiben.

In jedem Fall ist es ratsam, das Pferd beim Anzeichen von Lahmheit durch den Tierarzt untersuchen zu lassen. Je eher die Lahmheit erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Das trägt schließlich zu einer guten Lebensqualität für das Pferd bei.