Endstation Autobahn – so endet für viele Haustiere die Fahrt in den Urlaub

Hund am Autofenstervon Manfred Weiblen

In der nächsten Woche beginnen in den ersten beiden Bundesländern die Sommerferien. Die Urlaubskarawane kommt ins Rollen, die ganze Familie ist auf dem Weg an die See, in den Süden oder die Berge. Vielfach können Haustiere mit in den Urlaub oder sie bleiben bei Verwandten oder Freunden. Das ist jedoch nicht immer der Fall: Bei der Anschaffung ist das Haustier noch der beste Spielgefährte im Haus oder im Garten, zur Urlaubszeit wird der Vierbeiner an der Autobahn ausgesetzt. Das ist die bittere Realität, die mehr als 70.000 Haustieren jedes Jahr droht. Wenn erst einmal die Koffer gepackt und im Auto verstaut sind, kommt die Frage auf: Wohin mit dem Haustier? In vielen Fällen werden die tierischen Hausgenossen an der Autobahn ausgesetzt oder landen im Tierheim. Kein schönes Ende.

Tierheime geraten in den Sommerferien an ihre Grenzen

In jedem Jahr wiederholt sich das Elend von Haustieren: Wenn sich die Familie auf den Urlaub vorbereitet, droht vielen Tieren der Abschied aus der Familie. Der Welpe, der bei der Anschaffung noch klein und süß war, macht nun Arbeit und ist groß geworden. Wohin mit ihm? Bei der großen Anzahl von Tieren, die jedes Jahr abgegeben und ausgesetzt werden, kommen die Tierheime in den Ferien an ihre Grenzen. Schließlich ist diese Abschiebung vor dem Urlaub kein Einzelfall, bei 70.000 zusätzlichen Tieren ist das schon eher ein Massenphänomen. Dabei geht es hier nicht immer um Hunde oder Katzen, sondern auch in manchen Fällen um exotische Tiere. Dafür sind die meisten Tierheime kaum ausgelegt. Das größte Problem dieser Überbelegung ist, dass den Tierheimen wichtige Einnahmen entgehen. Schließlich sind sie dafür ausgerichtet, Haustiere gegen kleines Entgelt für einen kurzen Zeitraum in Pflege zu nehmen. In den Ferien bieten viele Tierheime diese Möglichkeit aber nicht mehr an, um auf ausgesetzte Tiere vorbereitet zu sein.

Es gibt viele Alternativen während der Urlaubszeit

Vielleicht ist der Urlaub nicht der Grund, aber der Auslöser, ein Haustier abzugeben. Mittlerweile gibt es nämlich genug Alternativen für den Urlaub, damit das vierbeinige Familienmitglied auch nach dem Urlaub dazu gehört. Viele Hotels und Anbieter von Ferienwohnungen ermöglichen Tierfreunden, ihre Haustiere mitzunehmen. Auf der anderen Seite gibt es, wenn sich der Transport in den Urlaub als zu aufwendig gestaltet, eine Vielzahl von Tierpensionen, die während der Abwesenheit ein waches Auge auf die Haustiere haben. In vielen Fällen sind die Halter aber schon vor dem Urlaub ihrem Tier überdrüssig geworden und geben es vor dem Urlaub endgültig ab.

Bei der Anschaffung des Haustieres wird oft nicht weit genug gedacht

Natürlich ist ein Haustier ein wertvoller Familienzuwachs. Langweilig wird es nie. Viele Familien machen sich aber kaum Gedanken über die Zukunft. Wenn die Tiere noch klein sind, machen sie nicht viel Arbeit. Vor allem die Tiere, die zu Weihnachten verschenkt werden, werden zur Urlaubszeit wieder abgegeben. Es hat sich keiner darüber Gedanken gemacht, was geschieht, wenn der Urlaub ansteht. Eigentlich schade, denn das Tier hat in der kurzen Zeit bereits einen Bezug zur Familie, Herrchen oder Frauchen aufgebaut.

Wie reagieren Sie, wenn Sie ein ausgesetztes Haustier auffinden?

Ausgesetzte Haustiere können in der freien Wildbahn nicht überleben. Daher ist es umso wichtiger, dass Sie eingreifen, wenn Sie auf ein herrenloses Tier aufmerksam werden. Es verlangt keiner von Ihnen, dass Sie den an der Autobahn angebundenen Hund mit in Ihr Auto nehmen und zum Tierarzt fahren. Aber der Griff zum Handy, um die Polizei zu verständigen, kostet Sie nur wenig Zeit. Warten Sie ab, bis die Polizei eintrifft. Diese wird das Tier entweder zum Tierarzt oder ins Tierheim fahren. Ist eine Notsituation erkennbar, können Sie auch die Feuerwehr anrufen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Tier erkennbar sich in einer Notlage befindet.