Wenn Blutspenden Hundeleben retten können

Publiziert am Donnerstag, 9. August 2018 von Manfred Weiblen
Beutel für Blutspende

Hasso tut es, Balou macht ebenfalls mit und Luna hat sich auch schon daran gewöhnt: Sie sind allesamt Hunde und tragen dazu bei, dass bei Unfällen oder schweren Erkrankungen andere Hundeleben mit ihrer Blutspende gerettet werden können.

Was für uns Menschen der Normalfall ist, kommt bei Hunden noch sehr selten vor, obwohl die Blutspende auch für die Vierbeiner lebenswichtig sein kann. Das ist zum Beispiel nach schweren Unfällen, Vergiftungen oder Krebserkrankungen der Fall.

Welche Hunde können Blut spenden?

Entweder kommt es nach einem Unfall oder einem Hundebiss zu einem größeren Blutverlust oder durch Erkrankungen werden nicht mehr genug rote Blutkörperchen gebildet. Beides führt zu einer lebensbedrohlichen Situation, wenn der betroffene Hund keine Blutspende erhält. Blutspenden sind daher notwendig, um diesen Hunden die notwendige tierärztliche Versorgung zu ermöglichen. Wie bei uns Menschen auch sind bei Hunden nicht alle Vierbeiner als Blutspender geeignet. Vom Alter her sollte der Hund jünger als zehn Jahre sein. Das Körpergewicht muss mindestens zwanzig Kilogramm betragen. Dazu dürfen keine Grunderkrankungen vorliegen, die durch die Blutspende auf den zu versorgenden Hund übertragen werden können. Übrigens, die Hunderasse selbst spielt bei der Blutspende keine Rolle. Ein Collie kann ohne weiteres das Blut einer Bulldogge vertragen. Im Laufe eines Jahres sollten maximal vier Blutspenden erfolgen.

Wie läuft die Blutspende ab?

Zunächst einmal ist wichtig, dass Ihr Hund als Spender registriert wird. Dafür gibt es mittlerweile Datenbanken in Deutschland. Bei der Registrierung wird Blut abgenommen und untersucht. Eignet sich Ihr Hund als Spender und welche Charakteristik hat das Blut Ihres Hundes? So stellen die Tierärzte fest, ob Ihr Hund gesund ist und welche Blutgruppe er hat. Das ist für Sie ja auch nicht ohne Bedeutung, wenn Sie wissen, dass mit Ihrem Liebling alles in Ordnung ist. Außerdem ist er dadurch in den Datenbanken gelistet – für den Fall, dass er selbst mal eine Blutspende benötigt. Bei der ersten Spende wird der Hund an einer kleinen Stelle am Hals geschoren, dort erfolgt die Blutabnahme. Bei nervösen Hunde gibt es eine leichte Beruhigungsspritze, aber keine Narkose. Etwa eine halbe Stunde dauert die Blutentnahme. Dann gibt es erst einmal ein bisschen Futter und auch Wasser, damit sich der Kreislauf Ihres Lieblings wieder stabilisiert. 300 bis 500 Milliliter Blut sind für den Hund ja keine Kleinigkeit. In der Regel werden die Blutkonserven bis zu 30 Tagen gelagert und kommen in dieser Zeit zum Einsatz, wenn ein anderer Vierbeiner auf die Blutspende angewiesen ist.

Welche Vorteile hat die Blutspende für Hund und Herrchen?

Im Vordergrund steht natürlich der gute Zweck. Richtige Hundefreunde sind gerne bereit, mit der Blutspende ihres Hundes anderen Artgenossen zu helfen. Sicherlich, zunächst ist die Blutspende eine Strapaze für den eigenen Hund: Was ist aber, wenn der Liebling selbst mal in der Situation ist, dass er auf eine Blutspende angewiesen ist? Der größere Vorteil ist, dass sich der Spenderhund vor der Blutspende einer größeren Untersuchung unterziehen muss. Das spart natürlich die sonst anfallenden Tierarztkosten bei den eigentlichen Routineuntersuchungen. Wer also mit seinem Hund zweimal im Jahr zur Blutspende geht, kann die Untersuchung des Hundes quasi umsonst mitnehmen.

Warum ist eine Hundekrankenversicherung sinnvoll?

Die Blutspende ist für den Spenderhund natürlich kostenlos und geht auch mit einer gründlichen Untersuchung einher. Für den Empfängerhund muss Herrchen oder Frauchen aber für die Bluttransfusion bezahlen. Die Kosten liegen hier je nach Aufwand zwischen 100 bis 600 Euro. Kosten, die im Notfall unabwendbar sind und ein großes Loch in die Haushaltskasse reißen können. Daher ist es sinnvoll, auf lebensbedrohliche Erkrankungen und Unfälle finanziell vorbereitet zu sein. Dafür gibt es mittlerweile über fünf Versicherer in Deutschland die Hundekrankenversicherung: Diese leistet, wenn der eigene Hunde bei Krankheiten oder Unfällen tierärztlich versorgt werden muss. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Behandlung in der Tierarztpraxis oder der Tierklinik durchgeführt wird. Da zu einer notwendigen Heilbehandlung unter Umständen auch die Bluttransfusion gehört, fallen diese Kosten auch in den Leistungsbereich der Hundekrankenversicherung.

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