Frostschutzmittel - Gefahr für Hunde und Katzen im Winter

Publiziert am Dienstag, 24. Januar 2017 von Manfred Weiblen
Frostschutzmittel

Schon seit längerer Zeit halten uns die niedrigen und teilweise auch eiskalten Temperaturen im Griff. Für Autofahrer geht vor allem darum, ihr Auto winterfest zu machen. Wenn das Auto vereist ist, werden Eiskratzer eingesetzt und auch Scheibenspray zum Enteisen. Der Wischwasserbehälter ist gut aufgefüllt mit Frostschutzmittel, damit während der Fahrt mal ab und zu nachgesprüht werden kann.

Gerade jetzt wird der Tank der Scheibenwaschanlage reichlich aufgefüllt. Das ist mitunter unkomfortabel, da große Kanister mit der Flüssigkeit nur unpraktisch zu handhaben sind. Da geht im ersten Moment auch mal etwas daneben. Macht ja auch nichts, das Frostschutzmittel kostet ja nicht die Welt. Für Hunde und Katzen kann diese Flüssigkeit jedoch zu einer echten Gefahr werden.

Wie funktioniert Frostschutzmittel?

Frostschutzmittel soll dazu dienen, das Wasser in der Scheibenwaschanlage im Winter nicht gefrieren zu lassen. Durch die Zugabe von Frostschutzmittel wird der Gefrierpunkt des Wassers erheblich reduziert. Besteht das Mischungsverhältnis zur Hälfte aus Wasser und Frostschutzmittel, so liegt der Gefrierpunkt bei minus 40 Grad. Hoffentlich bleiben wir davon verschont. Im Frostschutzmittel befindet sich eine Substanz, das Ethylenglykol. Das sorgt dafür, dass das Wasser nicht einfriert. Diese Flüssigkeit wird auch bei Schlossenteisern eingesetzt. In der Flüssigkeit ist Glykol enthalten, aus diesem Wort leitet sich auch der Begriff Glukose ab. Daher riecht das Frostschutzmittel süßlich und sondert nicht, wie viele andere Chemikalien, einen unangenehmen Geruch ab.

Hunde und Katzen reagieren auf den süßlichen Duft des Frostschutzmittels

Beim Befüllen des Scheibenwassertanks können Pfützen entstehen, wenn die Flüssigkeit zu großzügig eingefüllt wird. Diese Pfützen bilden sich unter dem Auto. Wenn es wegfährt, sind diese kleinen Pfützen freiliegend. Das Problem ist, dass Hunde und Katzen auf diesen süßlichen Duft reagieren und diesen auch untersuchen möchten. Sie können dabei an der Flüssigkeit lecken und sich daran vergiften. Nach einiger Zeit wirkt der Hund oder die Katze zunächst etwas betrunken, der Vierbeiner zeigt einen unsicheren Gang und torkelt. Übelkeit und Erbrechen sind übliche Erscheinungsbilder, wie bei fast jeder Vergiftung auftreten können. Die Folge können beim Abbau der Flüssigkeit im Körper schwere Nervenschäden, Krämpfe oder auch ein Nierenversagen sein. Deshalb gilt: Wenn Sie solche Symptome bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze feststellen, sollten Sie sofort zum Tierarzt. Ist der Verdacht konkret, etwa weil Sie gerade selber die Waschanlage aufgefüllt haben, sprechen Sie Ihren Tierarzt darauf an.

Maßnahmen bei einer Vergiftung mit Frostschutzmittel

Ist die Vergiftung mit Frostschutzmittel sicher, dann können Sie schon zu Haue reagieren und der Katze oder dem Hund Kohletabletten verabreichen. Diese diesen dazu, um die Wirkung des Ethylenglykols zu verzögern. So kann Ihr Tierarzt die weitere Behandlung einleiten, noch bevor der Abbau der Flüssigkeit im Körper beginnt und schwere Schäden auslöst. Ebenso kann ein künstliches Erbrechen ausgelöst werden. Dabei müssen Sie natürlich auch an Ihre eigene Sicherheit denken – ein Biss ist nicht auszuschließen. Ihr Tierarzt wird ein Gegengift verabreichen oder auch die Nierenfunktion mit einer Infusion unterstützen.

Wie können Sie Haustier gegen eine Vergiftung mit Frostschutzmittel schützen?

Zunächst erst einmal können Sie selber eine mögliche Vergiftung vermeiden, indem Sie Frostschutzmittel außerhalb Ihres Grundstückes auffüllen, zum Beispiel an der Tankstelle. Nehmen Sie den Kanister einfach aus der Garage oder dem Keller dorthin mit, beim nächsten Tankvorgang können Sie ja das Frostschutzmittel einfüllen. Zu Hause sollte die Flüssigkeit sicher gelagert werden. Das gilt ja nicht nur zum Schutze von Katzen und Hunden, sondern auch von kleinen Kindern, auf die diese blaue und süßliche Flüssigkeit anziehend wirken kann.

Wenn Sie mit Ihrem Hund Gassi gehen, sollten Sie ihn immer genau beobachten. Nimmt er irgendwo einen Geruch wahr? Führt ihm seine Nase direkt zu einer solchen kleinen Pfütze hin? Dann können Sie auf alle Fälle reagieren und das Aufnehmen der Flüssigkeit vermeiden. Das gilt vor allem für Hundehalter, die mit Ihrem Hund nicht mal eben hinaus ins Grüne können, sondern sprichwörtlich mit ihm einmal um den Block laufen. Viele Fahrzeughalter füllen auch am Straßenrad die Waschanlage mit Frostschutzmittel auf, so dass die Flüssigkeit im Gassi-Bereich des Hundes durchaus irgendwo verteilt sein kann. Bei Katzen ist es etwas schwerer, deren Verhalten außerhalb der vier Wände zu kontrollieren. Schließlich muss der Stubentiger ja auch im Winter mal sein Revier checken. Achten Sie daher bei der Rückkehr Ihrer Katze auf mögliche Symptome, die auf eine Vergiftung hindeuten können. Sollte sich Ihre Katze verändert zeigen, torkeln oder erbrechen, müssen Sie mit einer Vergiftung rechnen und dann auch zum Tierarzt fahren.

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