Die Hygiene im Pferdestall – so wichtig ist eine saubere Umgebung für Ihr Pferd

Publiziert am Freitag, 21. September 2018 von Manfred Weiblen
Pferdestahl

Zum Ende der Weidesaison ziehen viele Pferde von der grünen Wiese wieder in den Stall. Anders als auf der Weide gibt es hier verschiedene Risikofaktoren, die mögliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Der Grund dafür ist, dass im Stall andere hygienische Verhältnisse herrschen. Staub, der aufgewirbelt wird, unreines Wasser oder ungenügendes Ausmisten: So können sich Keime und Bakterien vermehren und entfalten. Kein Wunder, wenn es dann bei den eingestellten Pferden zu Erkrankungen kommt. Dabei sind viele Maßnahmen denkbar einfach.

Ausmisten oder Mistmatratze?

Jeder weiß, dass das regelmäßige Ausmisten des Stalles eine Grundvoraussetzung für optimale Hygieneverhältnisse ist. Also müssen Sie täglich Pferdeäpfel und nasses Streu aus der Box und den Laufställen entfernen. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, nämlich die sogenannte Mistmatratze. Bei einem guten Management braucht diese nur alle sechs bis acht Wochen gewechselt werden. Sie bedecken einfach nasse Stellen und Pferdeäpfel mit einer etwa zehn Zentimeter dicken Schicht Einstreu. Dadurch werden die unteren Schichten durch das Mikrobenwachstum in Humus umgewandelt. Das geht aber nur dann, wenn die Mistmatratze durch das Pferd nicht aufgewühlt wird.

Wie sieht es mit der Luftqualität im Stall aus?

Gerade durch Futterreste, Einstreu und getrocknete Kotreste entstehen Stäube, die eine wunderbare Brutstätte für Milben und andere Parasiten sind. Durch die Verwirbelung dieser Stäube im Stall können kleinste Partikel in die Lunge des Pferdes eindringen und dort Krankheiten auslösen. Daher ist regelmäßiges Fegen im Stall unvermeidbar. Damit Sie dabei keinen Staub zusätzlich aufwirbeln, ist es sinnvoll, den Stallboden zu befeuchten. Achten Sie darauf, dass keine Feuchtigkeit in unebenen Stellen am Stallboden zurückbleibt. Diese kleinen Pfützen sind ein Paradies für Keime. Die Einstreu muss möglichst saugfähig sein, damit durch die Urinabgabe weniger Ammoniak in die Atemluft gelangen kann. Ist die Ammoniak-Konzentration zu hoch, so gefährdet das die Gesundheit der Atemwege des Pferdes.

Wasser muss täglich frisch bereit stehen

Eine Tränke ist ein idealer Nährboden für Keime und Bakterien. Insbesondere bei warmen Temperaturen im Stall fühlen sich die Schädlinge dort so richtig wohl. An erster Stelle steht der tägliche Austausch des Wassers in der Tränke. Dann müssen Sie alle Futterreste und auch mögliche Kotreste daraus entfernen. Bei Wasser aus der Leitung brauchen Sie sich über die Qualität keine Gedanken zu machen. Bekommt Ihr Pferd hingegen Brunnenwasser, so müssen Sie die Wasserqualität des Brunnens regelmäßig überprüfen.

Futterbereiche sauber halten

Den Futterbereichen müssen Sie täglich Ihre Aufmerksamkeit widmen. Setzen sich hier Stäube nieder oder riecht das Futter schon irgendwie gammelig? Das Futter in den Trögen und Traufen müssen Sie täglich austauschen und sollten vor allem auch, was im Stall häufig vorhanden ist, Vogelkot entfernen. Dunkle Verfärbungen bei Stroh oder Heu deuten darauf hin, dass es schon verunreinigt ist. Hier können sich bereits Schimmelpilze bilden, die extrem schädlich für die Atemwege des Pferdes sind. Wechseln Sie das Futter täglich aus. Wichtig ist, dass Futterzusätze und Kraftfutter in verschlossenen Behältern vorgehalten werden, damit dort keine Keime hineingelangen können. Verwenden Sie bei der Versorgung mit Heu stets eine andere Schubkarre als beim Ausmisten.

Braucht der Stall regelmäßig einen Großputz?

Nun ja, auch wenn es für uns lästig ist wie der klassische Frühjahrsputz: Ein Stall benötigt regelmäßig eine Frischzellenkur. Das ist einmal im Jahr der Fall und Sie können das am besten im Sommer machen, wenn die Pferde auf der Weide stehen. Dazu misten Sie alle Flächen im Stall komplett aus und fegen durch. Anschließend erfolgt die Nassreinigung mit einem Hochdruckreiniger. Tragen Sie nun Desinfektionsmittel nach Angaben der Hersteller auf Böden, Wände, Tröge und Futterstellen auf. Sie selbst sollten während der Reinigungsaktion einen Einweg-Schutzanzug und einen Mundschutz tragen, damit Sie nicht die aufgewirbelten Stäube oder Dämpfe des Desinfektionsmittels einatmen. Nutzen Sie die Gelegenheit, um Wände in Massivbauweise neu zu kälken. Das hat ebenfalls eine desinfizierende Wirkung. Nun geht es an das Lüften und Trocknen. Die Pferde können erst nach ein bis zwei Tagen wieder in den Stall – das hängt einfach von der Schnelligkeit des Trocknungsprozesses ab.

Übrigens: Eine gründliche Desinfektion des Stalles ist auch dann notwendig, wenn eines der Pferde auszieht und der Einzug eines anderen Pferdes bevorsteht. Dann geht das Prozedere unabhängig vom jährlichen Rhythmus erneut los.

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