Wenn die Katze Zahnschmerzen hat

Check der Zahngesundheit bei einer KatzeSo unterscheiden sich Mensch und Katze: Wenn wir Zahnschmerzen haben, gehen wir zum Zahnarzt – außer wir haben davor Angst. Katzen hingegen können sich noch nicht einmal verständlich machen, wenn sie unter Zahnschmerzen leiden.

Dabei ist das keine Seltenheit: Fast jede zweite Katze ab einem Alter von fünf Jahren leidet unter Erkrankungen am Zahnfleisch und an den Zähnen.

Warum können wir bei unserer Katze nicht sofort Zahnschmerzen feststellen?

Katzen sind wahre Meister im Verstellen. Als Einzelkämpfer sind sie es gewohnt, sich gegen Feinde zu wehren. Schmerzen sind da nur ein Ausdruck von Schwäche, also unterdrückt unsere Samtpfote jegliche Anzeichen nach außen. Selbst beim Fressen bekommen wir nichts von den Zahnproblemen mit. Beim genauen Hinschauen jedoch sehen wir, dass unser Liebling sich nach einigen Bissen von ihrer Mahlzeit abwendet oder eher Nassfutter bevorzugt. Sie wird jedoch nicht vollständig das Fressen einstellen, dazu ist der Hunger zu groß. Hat sie nach ein paar Tagen nicht genug gefuttert, kommt irgendwann der Punkt, wo sie trotz Zahnschmerzen das sprichwörtliche halbe Schwein verdrücken kann.

Woran erkennen wir Zahnprobleme bei unserer Katze?

Zahnschmerzen und Zahnprobleme lösen also keine völlige Appetitlosigkeit aus, sondern eher einen wechselnden Appetit. Zu den klassischen Symptomen gehören Mundgeruch, vermehrtes Speicheln und Blut im Speichel. Machen Sie sich einmal täglich die Mühe und schauen Sie in den Fang Ihres Lieblings. Gesunde Zähne sind bei Jungtieren noch weiß und bei älteren Katzen gelblich-weiß verfärbt. Die Oberfläche ist glatt und das Zahnfleisch ist hellrosa und glänzend. Mundgeruch ist kaum wahrnehmbar.

Wo fangen die Probleme bei den Zähnen an?

Die Probleme entstehen im Verborgenen, so dass wir die erste Stufe der Entwicklung gar nicht entdecken können. Die schleichende Auflösung der Zahnsubstanz beginnt nämlich im Wurzelbereich der Zähne, dadurch kommt es zum Zerfall der Zähne von innen heraus. Im Verlauf der Erkrankung kommt zu kleinen sichtbaren Löchern im Bereich des Zahnhalses. Anschließend entzündet sich um diese Löcher herum das Gewebe und die Zahnschmerzen beginnen. Wenn diese Zeichen sichtbar sind, müssen sie mit Ihrer Katze beim Tierarzt zum Röntgen. Die betroffenen Zähne müssen entfernt werden, damit Ihre Katze wieder schmerzfrei ist.

Kommt es bei Katzen auch zu Parodontose-Erkrankung?

Hier fangen die Probleme beim Zahnfleisch an. Dieses dient den Zähnen als Halt. Erkrankt das Zahnfleisch, führt das irgendwann zum Zahnausfall. Durch Zahnbeläge lagern sich im Laufe der Zeit immer mehr Mineralstoffe auf den Zähnen ab, die sich zum Zahnstein entwickeln. Im Inneren des Zahnsteins entwickeln sich Bakterien, die wiederum zu einer Entzündung des Zahnfleisches sorgen. Diese Entzündung dringt immer weiter in das Gewebe ein und schädigt anschließend den Kieferknochen. Die Folge ist der Zahnausfall. Daneben können sich die Bakterien über die Blutbahn im Körper verteilen und auch organische Schäden auslösen.

Welcher Schutz ist gegen Zahnschmerzen und Zahnerkrankungen bei Katzen möglich?

Genauso wie bei uns Menschen müssen Sie das Hauptaugenmerk auf die tägliche Zahnpflege legen. Und das von Anfang an, um einer Parodontose vorzubeugen. Sie müssen tatsächlich sich die Mühe machen, Ihrer Katze ein- bis zweimal am Tag die Zähne zu putzen, bevor sich Ablagerungen, also Plaque, bilden kann. Fragen Sie mal bei Ihrem Zahnarzt nach, ob dieser Ihnen ein paar Tipps für die Zahnpflege geben kann. Daneben gibt es im Zoofachhandel spezielle Zahnbürsten für Katzen. Vermeiden Sie es aber tunlichst, die eigene Zahncreme zu benutzen. Es gibt neben Zahnbürsten natürlich auch Zahncremes für Katzen. Wenn Sich Ihr Liebling partout nicht die Zähne putzen lassen möchte, dann versuchen Sie es einfach mal mit Snacks zur Gebissreinigung.

Wie können Sie Ihre Katze an die Zahnpflege gewöhnen?

Nehmen Sie sich Zeit für die Prozedur, denn für Ihre Katze ist das Zähneputzen Neuland und so gar nicht von der Natur vorgesehen. Tragen Sie zunächst ein wenig von der Zahncreme auf Ihren Finger auf und lassen Sie Ihre Katzen daran lecken. Gehen Sie nach ein, zwei Tagen dazu über, der Katze die Zahncreme sanft auf das Zahnfleisch der oberen Zähne aufzutragen und zu massieren. Verwenden Sie ein paar Tage später dann eine Zahnbürste, damit Ihre Katze daran lecken kann. So kann sie die Zahnbürste auch noch markieren, ins Maul nehmen und dann als ihr Eigentum in Anspruch nehmen.

Das eigentliche Zähneputzen sollte dann nicht länger als 30 Sekunden dauern und zur Routine werden – entweder einmal täglich oder zu festgelegten Zeiten mehrmals in der Woche. Betrachten Sie bei der Zahnpflege regelmäßig das Maul Ihrer Katze, damit Sie zum Beispiel auf Zahnfleischbluten, wunde Stellen oder lockere Zähne aufmerksam werden. In diesen Fällen sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen.

 

2 Gedanken zu “Wenn die Katze Zahnschmerzen hat

  1. Hallo Herr Herr Waiblen,

    sehr informativer Artikel zum Theme Zahnschmerzen bei Katzen, auch wenn ich mich eher mit Hunden beschäftige 🙂

    Wichtig ist, dass die Zähne regelmäßig überprüft werden – das ist sehr gut beschrieben,ebenso wie Sie die Zahnschmerzen erkennen können.

    Jeder Katzenbesitzer kann auch selber etwas vorbeugen.
    1) Beim Katzenfutter darauf achten, das keine Zucker enthalten sind.
    2) Bei auftretendem Zahnbelag sollten die Zähne der Katze regelmäßig mit gereinigt werden, damit die Plaque sind nicht zum Zahnstein entwickelt. Eine von Katzen gut angenommen Methode stelle ich auf meine Webseite vor.

    Bei Fragen melden oder für einen melden Sie sich gerne, wir freuen uns diese zu beantworten.

    Viele Grüße
    Alex vom Ultrasonic-care.de – Team

    PS: gerne werde ich diese Artikel an passender Stelle verlinken.

    1. Hallo Alex,

      sehr gerne kommen wir auf die Möglichkeit einer Zusammenarbeit der Publikation von Fachartikeln zurück. Bitte sprechen Sie mich einfach über meine E-Mailadresse, die Sie in der Autorenzeile lesen können, an.

      Ein schönes Wochenende wünscht das Team vom Tierarzt-Onlineverzeichnis.

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