Wenn das Sandmännchen auf den Hund gekommen ist

Manchmal sieht es schon recht merkwürdig aus, wenn unsere Fellnase so im Schlaf merkwürdige Geräusche von sich gibt, kurz wufft, die Pfoten zucken und auch noch ein Winseln hinzukommt.

Klarer Fall, das Sandmännchen hat kräftig seinen Traumsand verstreut, denn unser Hund befindet sich in einer Traumphase und jagt wahrscheinlich irgendwelchen Bällen oder Stöckchen hinterher. Unser Liebling ist uns im Schlafverhalten sehr ähnlich, deshalb auch die teilweise auffälligen Bewegungen und Geräusche.

Wie funktioniert bei Hunden das Träumen?

Wie bereits beschrieben haben Hunde beim Träumen sehr menschliche Züge. Ihr Vorteil ist aber, dass sie innerhalb weniger Sekunden einschlafen können. Das Abschalten fällt ihnen leichter. Kein Wunder, sie müssen ja nicht darüber nachdenken, wann der nächste Tierarztbesuch ansteht oder welches Futter morgen gekauft werden muss. Die Fellnase befindet sich zunächst in einer leichten Schlafphase, die kurz darauf in eine Tiefschlafphase übergeht. Von der Tiefschlafphase aus setzt nun die REM-Phase (Rapid-Eye-Movement) ein. Das ist die Phase, in der schnelle Augenbewegungen unter dem geschlossenen Augenlid sichtbar sind.

Erlebnisse im Traum verarbeiten

Im Gegensatz zum Menschen hat unser Hund aber andere Schlafzyklen. Bei uns sind es fünf Zyklen, die unser Schlafverhalten prägen. Bei unserer Fellnase sind es etwa zwanzig Zyklen. Diese dauern ungefähr 15 bis 20 Minuten, dazwischen wird der Hund ab und an für einige Minuten wach. Bei Messungen der Gehirnströme haben sich während der REM-Phase vergleichbare Muster wie beim Menschen ergeben. Wird dieser während der REM-Phase geweckt, dann können Menschen sich unmittelbar an das Geträumte erinnern und bruchstückhaft noch wiedergeben. Das ist beim Hund den Messungen der Gehirnströme zur Folge also ähnlich. Sie verarbeiten Dinge, die sie im Laufe des Tages erlebt haben.

Können Hunde eigentlich Schlafwandeln?

Während der REM-Phase setzt bei uns Menschen physiologisch eine Lähmung des Körpers ein. Das Gehirn übernimmt dabei die Steuerung der Muskulatur. Dadurch verhindert das Gehirn, dass wir Träume in Handlungen umsetzen. Bei Hunden fehlt dieser unterdrückende Impuls. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass so mancher Hund herumgelaufen ist, obwohl er eigentlich noch im Tiefschlaf war. Teilweise haben sich die beobachteten Hunde so verhalten, als wenn sie Vögeln oder Wild nachstellen. Nach einem aufregenden Tag träumt der Hund also besonders intensiv und bewegt sich dabei auch entsprechend.

Bloß nicht wecken

Wir brauchen für unseren Schlaf eine ruhige Umgebung und wollen auch nicht geweckt werden. Schließlich bedeutet zu wenig Schlaf nicht einfach nur morgendliche Unausgeglichenheit, sondern führt auch zu einer Schwächung unserer Konzentration oder unseres Immunsystems. Wenn Ihr Hund also in einer unruhigen Umgebung schlafen muss, etwa weil dort alle Nase lang jemand vorbeiläuft, ist das schlecht für das Schlafverhalten. Dazu kommt, dass Hunde mehr Schlaf und Ruhe als wir Menschen benötigen. Bei der Auswahl des Schlaf- und Ruheplatzes müssen Sie unbedingt darauf achten, dass Ihr Liebling dort absolut ungestört ist.

Ab und zu kommen Sie nicht darum herum, Ihren Hund zu wecken, etwa weil es Zeit für eine Gassirunde ist. Dann machen Sie es sanft und behutsam. Streicheln Sie Ihre Fellnase und sprechen Sie ihn leise an, so dass er quasi in eine Aufwachphase hinübergleiten kann. Plötzliches oder gar lautes Wecken löst bei ihm Stress aus und führt dementsprechend zu Unausgeglichenheit. Denken Sie mal ruhig darüber nach, denn zum Munterwerden kann Ihr Liebling im Gegensatz zu Ihnen keinen Kaffee trinken. Beneidenswert ist im Übrigen, dass Hunde, je nach Alter, Größe und Rasse zwischen zehn und zwanzig Stunden am Tag schlafen und dösen. Das ist also nichts Ungewöhnliches.

Erfahrungen im Schlaf verarbeiten als Lernprozess?

Was für uns in manchen Lebenslagen ganz praktisch wäre: Hunde können Erlebtes im Schlaf so umsetzen, dass sie daraus lernen. Gerade dann, wenn wir mit ihm mal wieder ein Kunststückchen ausprobiert oder ihm etwas anerzogen haben, ist die Schlafphase danach von großer Bedeutung. Ihr Liebling beginnt nämlich währenddessen das Erlernte im Traum umzusetzen und damit zu festigen. Der Schlaf dient also dazu, neue Dinge aufzunehmen. Wenn Ihr Liebling also mal wieder dösend irgendwo in der Ecke liegt, lassen Sie ihn in Ruhe. Er lernt. Also nicht stören.

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