Wie träumen eigentlich Katzen?

Bitte nicht wecken: Unsere Stubentiger haben die Ruhe weg. Rund 16 Stunden am Tag schlafen oder dösen sie. Sie liegen völlig entspannt in ihrer Lieblingsecke, drehen sich ein paar Mal um die eigene Achse und lassen sich nieder.

Dann beginnt die Schlafphase. Die Schnurrhaare zucken, die Ohren drehen sich ab und an in verschiedene Richtungen und die Pfoten bewegen sich. Kein Grund zur Sorge, es sind nicht die Anzeichen einer neurologischen Erkrankung, sondern das Träumen setzt ein. Das machen Katzen tatsächlich so wie wir Menschen.

Warum benötigen Katzen so viel Schlaf?

Rund zwei Drittel ihres Lebens verbringen Katzen damit zu dösen oder zu schlafen. Dafür muss die Umgebung perfekt sein, also warm und kuschelig zur Winterzeit und leicht schattig mit kühlem Untergrund im Sommer. Schlafen hat für die Katze eine regenerative Wirkung. Kein Wunder, wenn sie drinnen und draußen unterwegs ist, steht sie quasi unter Strom: Immer auf der Suche nach Beute und mit Spielen beschäftigt. Das schlaucht natürlich ganz gewaltig. Dass Katzen tatsächlich dabei träumen können, bestätigen Evolutionswissenschaftler. Schließlich waren wir Menschen ja nicht zuerst auf der Welt, sondern Säugetiere. Diese Angewohnheit des Träumens haben sie quasi mitgebracht.

Die Traumphase der Katze

Beim Träumen gibt es die sogenannte-REM-Phase. REM steht für Rapid Eye Movement, also für die schnelle Augenbewegung. Diese REM-Phase tritt dann auf, wenn die Traumaktivität besonders intensiv ist. Schon vor Jahren konnten Wissenschaftler dadurch herausfinden, dass unsere Sofalöwen deutlich mehr Zeit in dieser REM-Phase verbringen als wir Menschen. Dabei heben Katzen die in dieser Phase des Schlafes die vorhandene Musekellähmung auf. Bei Beobachtungen verschiedener Katzen sind diese im Schlaf sogar umhergerannt, haben gefaucht, gebuckelt und ein Verhalten gezeigt, als wenn sie sich auf der Jagd befinden. Nach kurzer Zeit legten sie sich wieder hin, ohne irgendeine andere Reaktion zu zeigen. Dadurch zeigt sich, dass Katzen wie wir Menschen auch Erfahrungen im Traum nacherleben.

Vorbereitung auf neue Erlebnisse

Katzen können natürlich nicht sprechen und uns an ihren Träumen teilhaben lassen. Dennoch, aus vielen Forschungsergebnissen lässt sich einiges ableiten. So gehen Forscher davon aus, dass Katzen in ihrer Traumphase nicht nur Erlebnisse verarbeiten, sondern sich auch auf neue Herausforderungen vorbereiten. Stellen wir uns einfach mal den Stubentiger vor, der beim Beklettern des Baumes mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Er sucht sich im Traum Alternativen zum Jagen und zum Herumtoben. Auf dem Boden, im Dickicht, da wo kleine Mäuschen unterwegs sind und nicht die Vögel auf ihren vertrackten Ästen im Baum. Das führt soweit, dass sie in der Phase nach dem Schlaf ihr Verhalten auf das Erlebte umsetzen.

Haben Katzen Albträume?

Wer im Schlaf das Geschehen verarbeitet, kann natürlich auch Albträume haben. Das ist bei und Menschen der Fall und genauso auch bei unseren geliebten Katzen. Es gibt schließlich eine Reihe von Ereignissen, die der Katze negativ in Erinnerung bleiben. Dazu gehört vielleicht der Tierarztbesuch oder die Rauferei mit dem Kater aus der nachbarshaft. Wenn sich Katzen im Schlaf also auf die Bewältigung neuer Abenteuer vorbereiten, dann gehört auch die Verarbeitung von weniger schönen Erlebnissen dazu. Dass unsere Katzen dann schon sich auf das nächste Gefecht mit der Konkurrenz von nebenan im Schlaf beschäftigen, liegt also auf der Hand. Das drückt sie dann durch Fauchen, Knurren oder auch Schreien aus – obwohl sie eigentlich tief und fest schläft.

Können wir unsere Katze beim Träumen unterstützen?

Das eher weniger, aber wir können alles dafür tun, dass sich unser Liebling bei seiner Entspannung und beim Schlafen so richtig wohlfühlt. Es muss ein Plätzchen fern ab vom Trubel im Haushalt sein. Schön kuschelig, entweder als Höhle oder in Form eines Aussichtspunkts. Katzen mögen es, ihre Umgebung im Blick zu haben. Da sind erhöhte Ruheplätze natürlich optimal. Je gemütlicher der Ruheplatz ist, desto wohler fühlt sich unsere Fellnase dort und kann die Energie tanken, die sie für die paar verbleibenden Stunden am Tag benötigt. Dann geht es nach dem Schlaf oder dem Nickerchen wieder ans Spielen, Jagen, Toben oder einfach nur Schmusen. Eigentlich ein perfektes Leben.

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