Die Wurmkur beim Pferd: Entwurmen zum richtigen Zeitpunkt

Pferdemist

In vielen Ställen kommt es vor, dass Pferde regelmäßig entwurmt werden, ohne  zu prüfen, ob das Pferd Würmer hat. Dieses Vorgehen ist eine zweifelhafte Prophylaxe, da mit dieser Form der Wurmkur schnell das Gegenteil erreicht werden kann.

In vielen Ställen kommt es vor, dass Pferde regelmäßig entwurmt werden, ohne  zu prüfen, ob das Pferd Würmer hat. Dieses Vorgehen ist eine zweifelhafte Prophylaxe, da mit dieser Form der Wurmkur schnell das Gegenteil erreicht werden kann.

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Die Folgen der prophylaktischen Entwurmung

Pferde, die mehrmals im Jahr prophylaktisch entwurmt werden, müssen danach nicht zwangsläufig wurmfrei sein. Bei der Entwurmung werden vier verschiedene Wirkstoffe eingesetzt. Bekommt das Pferd diese regelmäßig verabreicht, so entwickeln Würmer langsam, aber sicher dagegen eine Resistenz und überleben die Medikamentenattacke unbeschadet. Der Effekt der Entwurmung verpufft. Deshalb tendieren Experten dazu, Pferde selektiv zu entwurmen – dann, wenn tatsächlich der Bedarf vorhanden ist.

Der Sinn der selektiven Entwurmung

grasendes Pferd

Ob Ihr Pferd an Würmern leidet, stellen Sie anhand von Kotproben fest. Diese schicken Sie an ein veterinärmedizinisches Parasitenlabor. Hier können die Mediziner ermitteln, ob Ihr Pferd tatsächlich Würmer hat und in welcher Form der Wurmbefall vorliegt. Häufig sind es Spulwürmer oder Bandwürmer. Durch bestimmte Analyseverfahren zeigt sich, wie viele Wurmeier sich in der Probe befinden. Sind darin beispielweise mehr als 200 Eier des Bandwurmes pro Gramm Pferdekot enthalten, so muss eine gezielte Behandlung erfolgen. Bei Spulwürmern beginnt die Notwendigkeit zur Entwurmung bei einem Ei pro Gramm Pferdekot. Jetzt wird Ihr Pferd gezielt mit einem Wirkstoff behandelt, der auf die vorgefundene Form des Wurmbefalls ausgerichtet ist.

Kontrolle nach der ersten Entwurmung

Ungefähr zwei Wochen nach der ersten Entwurmung nehmen Sie erneut eine Probe vom Kot des Pferdes und schicken diese an das betreffende Labor. Durch einen Eizahl-Reduktionstest können die Mediziner ermitteln, ob die Entwurmung erfolgreich war. Haben jetzt noch Würmer überlebt, muss mit einem anderen Wirkstoff noch eine Nachbehandlung erfolgen.

In welcher Folge sollen die Kontrollen erfolgen?

Im ersten Jahr nach der begonnenen Entwurmung entnehmen Sie vier Kotproben. Wenn die Analyse ergibt, dass Ihr Pferd jeweils unter den entsprechenden Schwellenwert der festgestellten Würmer liegt, reichen in den Folgejahren zwei Kontrollen des Kots jährlich aus. Wichtig ist vor allem der Zustand der Weide und der anderen Pferde darauf. Wenn die Weide ein- bis zweimal pro Woche abgemistet wird, können Wurmpopulationen gut eingedämmt werden. Dazu können Sie andere Pferdefreunde von der Form der selektiven Entwurmung überzeugen: Ein einziges Pferd auf der Weide, das als Wurmausscheider in Betracht kommt, stellt ein Risiko für die anderen Pferde dar.

Gibt es Schwachstellen bei der selektiven Entwurmung?

Pferdeäpfel

Viele Pferdefreunde befürchten, dass bei der Kotabgabe die Wurmeier ungleichmäßig verteilt sein können. Dadurch könne das Ergebnis der Probe womöglich verfälscht werden. Entweder finden die Mediziner zu viele oder zu wenig Eier. Dem ist nicht so. Längst haben Wissenschaftler geklärt, dass die Ausscheidung von Wurmeiern im Kot gleichmäßig ist.

Nicht sinnlos Medikamente verabreichen

Wir Menschen nehmen Medikamente dann, wenn wir diese auch benötigen. Warum sollte das beim Pferd anders sein? Fakt ist, dass in den Jahren seit der Einführung der selektiven Entwurmung noch kein Fall bekannt wurde, wo ein Pferd durch übermäßigen Wurmbefall gestorben ist. Dass hierdurch Koliken ausgelöst werden oder massive Organschäden auftreten, ist absolut widerlegbar. Im Gegenteil. Ein Wurmbefall ist unausweichlich und kann, sofern dieser in einem sehr geringen Umfang auftritt, dazu führen, dass das Immunsystem angeregt wird. Wird die Entwurmung regelmäßig ohne konkreten Anlass durchgeführt, kann der Körper des Pferdes auch keine Abwehrreaktionen aufbauen. Werden die Schwellenwerte bei Untersuchungen überschritten, ist eine Entwurmung wichtig.

Lediglich 30 Prozent aller Pferde benötigen tatsächlich eine Wurmkur. Bleiben die nicht betroffenen Pferde unbehandelt, kommen diese nicht mit den Wirkstoffen der Entwurmungsmittel in Verbindung. Dadurch kommen wiederum Parasiten nicht mit dem Wirkstoff in Kontakt und können keine Resistenzen bilden. Bei vielen Pferden ist es aber tatsächlich noch der Fall, dass eine Wurmkur nach der anderen erfolgt, ohne dass der Erfolg gemessen wird. Da sollte zuerst der Hebel angesetzt werden, damit das Pferd nicht eine Chemiekeule nach der nächsten verpasst bekommt.

Veröffentlicht unter Pferd

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