Die Zahnfleischentzündung bei Katzen

Zahnfleischentzündung bei Katzen

Wie wir Menschen auch können Katzen an einer Zahnfleischentzündung erkranken. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Sie können die Zahnfleischentzündung bei Katzen vor allem daran erkennen, dass das Zahnfleisch am Rand der Zähne gerötet ist.

Nicht selten kommt es dabei auch zu Blutungen, die Katze hat in dem Bereich Schmerzen. Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Form der Zahnfleischentzündung, wenn neben dem Zahnfleisch selber auch noch Teile der Mundschleimhaut davon betroffen sind.

Was ist eine Zahnfleischentzündung?

Als Zahnfleischentzündung bezeichnen Tiermediziner schmerzhafte Entzündungen im Bereich des Zahnfleisches bei Ihrer Katze. In der Veterinärmedizin spricht man hier von einer Gingivitis. Das Zahnfleisch selber liegt einerseits im Bereich der Zähne an den Zahnhälsen und andererseits an den Kieferknochen an.

Die Zahnfleischentzündung kann sich auch auf die Mundschleimhaut erstrecken. Betroffen davon sind vor allem die Partien rund um die Wangeninnenseiten und den Gaumen. Hier sprechen Tierärzte von einer Gingivostomatitis. Das Zahnfleisch selber erfüllt eine wichtige Haltefunktion im Zahnapparat Ihrer Katze. Eine Entzündung an sich ist schon schmerzhaft. Wird diese nicht rechtzeitig behandelt, kann sich daraus sogar eine Parodontitis entwickeln. Diese führt zu einem rapiden Rückgang des Zahnfleisches und zum Zahnausfall.

Welche Symptome weist eine Zahnfleischentzündung bei Katzen auf?

Da die Zahnfleischentzündung in der Regel mit Schmerzen einhergeht, zeigt Ihre Katze bestimmte Verhaltensweisen, die auf ein Problem hindeuten. Allerdings müssen Sie Ihre Katze regelmäßig in Augenschein nehmen, um veränderte Verhaltensweisen zu erkennen. Katzen neigen dazu, Schmerzen zu verbergen, da sie sonst in der freien Wildbahn anfällig für Fressfeinde sind. Diese Angewohnheit können sie trotz ihrer Domestizierung nicht ablegen. Sie erkennen eine aufkommende Zahnfleischentzündung vor allem an folgenden Symptomen:

  • Durch die Schmerzen zieht sich Ihre Katze zurück und möchte auch nicht angefasst werden.
  • Die Schmerzen lösen ein abnehmendes Fressverhalten aus, das wiederum zum Gewichtsverlust führt.
  • Ihre Katze äußert Schmerzlaute, wenn Sie den Kopfbereich anfassen oder berühren.
  • Es kommt zu vermehrter Speichelbildung und unangenehmem Mundgeruch.
  • Die Zähne Ihrer Katze verfärben sich durch Blutungen und Bildung von Plaque.

Wodurch entsteht bei Katzen eine Zahnfleischentzündung?

Eine Zahnfleischentzündung tritt in der Regel nicht ohne weitere Krankheiten auf. Vielfach gehen mit der Zahnfleischerkrankung Zahnbelag, Zahnstein, Parodontitis und Auflösungserscheinungen an den Zahnwurzeln einher. Zusätzlich sind Infektionen und die Niereninsuffizienz Auslöser für die Erkrankung des Zahnfleisches. Häufigste Ursache sind bakterielle Infektionen. Diese werden in vielen Fällen durch Zahnstein oder Zahnbelag ausgelöst. Verletzungen im Rachenraum können ebenfalls eine Zahnfleischerkrankung verursachen. Dazu kommen noch weitere organische Ursachen wie Nierenversagen, Erkrankungen des Immunsystems und Tumore. Zusammengefasst treten folgende Ursachen am häufigsten auf:

  • Im Zahnbelag und am Zahnstein siedeln sich Bakterien an.
  • Bei Virenerkrankungen wie Katzenschnupfen oder einer Leukose lösen die Viren eine Zahnfleischentzündung aus.
  • Kommt es zu Verletzungen am Zahnfleisch, können sich im Wundbereich Bakterien leichter ansiedeln und zu einer Entzündung führen.
  • Leidet die Katze an einer Mangelernährung, führt das Fehlen von wichtigen Nährstoffen ebenfalls zu Zahnfleischentzündungen.

Die Diagnose beim Tierarzt

Katzengebiss

Da eine Zahnfleischentzündung eine umfangreiche Behandlung nach sich zieht, wird Ihr Tierarzt Ihre Katze sehr genau untersuchen, um die richtige Diagnose zu stellen. Diese lässt sich im Regelfall nur unter Vollnarkose durchführen. Unter Schmerzen wird sich Ihre Katze nämlich kaum ins Maul schauen lassen.

Ihr Tierarzt untersucht mit einer speziellen Sonde, ob sich im Bereich der Zähne bereits Taschen im Zahnfleisch gebildet haben. Hier können Bakterien sich nämlich besonders gut einnisten. Parallel dazu prüft Ihr Tierarzt, ob es bei Berührungen des Zahnfleisches oder unter leichter Druckausübung zu Blutungen kommt. Wenn die Blutungen noch gering ausfallen, ist die Gingivitis noch in einem frühen Stadium. Bei stärkeren Blutungen liegt bereits eine hochgradige Entzündung vor.

Wenn sich Ihre Katze bereits in Vollnarkose befindet, kann Ihr Tierarzt mithilfe einer Röntgenaufnahme von den Zähnen und den Kieferknochen direkt erkennen, inwieweit die Zahnfleischentzündung bereits den Kieferapparat angegriffen hat.

Unser Tipp: Solche Behandlungen können mitunter hohe Tierarztkosten aufwerfen. Wir haben Ihnen mal eine Übersicht erstellt, welche Versicherer im Rahmen einer Katzenversicherung die Zahnbehandlung bei Katzen übernehmen. Allerdings muss die Versicherung schon vor der Behandlung abgeschlossen sein.

Welche Maßnahmen kann der Tierarzt ergreifen?

Vor der Behandlung einer Zahnfleischerkrankung muss der Tierarzt bei Ihrer Katze eine gründliche Reinigung des Rachenraumes vornehmen. Dazu entfernt er Zahnstein unter Vollnarkose mithilfe eines Ultraschallgerätes. Durch das Polieren der Zähne entsteht eine glatte Oberfläche, die die Bildung von Zahnbelag deutlich verringern soll. Leidet Ihre Katze bereits länger unter Schmerzen, müssen Röntgenaufnahmen vom Kiefer angefertigt werden. Ist es bereits zu Veränderungen an den Wurzeln der Zähne oder an den Kieferknochen gekommen, zieht der Tierarzt die lockeren Zähne. Für die Behandlung der Zähne ist die Erkrankung bereits zu weit fortgeschritten.

Wie können Sie die Entstehung einer Zahnfleischentzündung vermeiden?

Das Putzen der Zähne ist bei Katzen die wichtigste Vorbeugung gegen das Auftreten einer Zahnfleischentzündung. Bereits von klein auf können Sie Ihre Katzen daran gewöhnen. Verwenden Sie dafür Zahnbürsten, die speziell für Katzen entwickelt wurden. Es gibt mittlerweile auch Fingerzahnbürsten, die Sie sich auf den Finger stülpen können, um damit die Zähne Ihrer Katze zu reinigen. Verwenden Sie dabei aber nicht Ihre Zahnpasta, sondern spezielle Produkte für Katzen.

Futterumstellung hilft Zahnerkrankungen vorzubeugen

In der Natur bekommen Katzen kein Nassfutter und haben dementsprechend gesündere Zähne. Durch das Fell oder das Gefieder von Beutetieren wird der Zahnbelag abgerieben. Bieten Sie Ihrer Katze regelmäßig Trockenfutter an. Dabei wird nicht nur die Zahnoberfläche abgerieben. Ihre Katze muss zudem noch Speichel für die Verdauung produzieren, der eine natürliche keimhemmende Wirkung hat.

Was ist, wenn die Katze alle Zähne verliert?

Katzen sind Fleischfresser. Dafür brauchen sie ihre Zähne, um die Nahrung aufnehmen zu können. Bei einer Zahnfleischentzündung leidet jedoch die Lebensqualität, da die Samtpfote nicht mehr in der gewohnten Form ihre Nahrung aufnehmen kann. Es ist immer mit Schmerzen verbunden. Für uns ist es ein sehr unangenehmer Gedanke, ohne Zähne klarkommen zu müssen. Bei der Katze hingegen sieht es anders aus: Sie hat eine harte Gaumenplatte und die Zähne dienen nicht dem Kauen, sondern dem Reißen von Beute.

Das bedeutet: Müssen im Zweifelsfall der Katze alle Zähne gezogen werden, so kann die Katze innerhalb weniger Tage nach Verheilung der Wunden auch ohne Zähne ihr geliebtes Futter aufnehmen. Das allerdings jetzt ohne Schmerzen. Es ist natürlich schwierig, als Katzenfreund diesen Weg zu gehen. Wenn aber der Tierarzt sieht, dass dadurch die Lebensqualität nicht mehr leidet, sollte dieser Schritt in Erwägung gezogen werden.

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