Katzen mit Handicap: Haben sie ein glückliches Leben?

Katze ohne Pfote auf einer Fensterbank

Eine Katze strahlt Vitalität und Anmut aus. Jedenfalls die meisten von ihnen. Was ist jedoch, wenn die Katze auf einem Auge blind ist? Wie gehe ich mit einer behinderten Katze um?

Wir fragen uns: Können Katzen mit Handicap ein glückliches Leben führen? Fällt das Manko ins Gewicht? Wir meinen: nein. Viele Katzen, die eine Behinderung haben, tragen diese zwar mit sich herum, kommen damit aber gut klar. Sie arrangieren sich mit ihrer Umwelt.

Wie gehen Katzen mit ihrem Handicap um?

Entweder sind sie auf einem Auge blind, das Gehör ist nicht mehr vorhanden. Oder sie bewegen sich auf drei Beinen fort. Bei Katzen treten Behinderungen in dem Rahmen auf, wie sie auch bei uns Menschen üblich sind. Dadurch sind weder wir noch die Katze schlechter, nein, die Samtpfoten kaschieren ein Handicap sehr gut. Das geht soweit, dass wir uns teilweise anstrengen müssen, um bei einer fremden Katze eine Behinderung zu erkennen.

Das liegt daran, dass Katzen gut Erkrankungen kaschieren. Schließlich sind sie aus ihrer Sichtweise mit einem Handicap eine leichte Beute für Fressfeinde. Natürlich nicht in unserer Welt, aber das kriegen die Sofalöwen wohl niemals aus ihren Köpfen heraus. Sie sind trotz ihres Handicaps voller Lebensfreude und freuen sich, wenn wir Zweibeiner uns ihrer annehmen. 

Unser Tipp: Eine Behinderung wirkt sich nicht zwangsläufig auf den Gesundheitszustand aus. Deshalb ist eine Katzenkrankenversicherung in jedem Fall sinnvoll, um tierärztliche Behandlung abzusichern, die nicht im Zusammenhang mit dem Handicap stehen.

Wie gehe ich mit einer behinderten Katze um?

Katzen, die mit einer Behinderung leben, kompensieren ein körperliches Defizit mit ihren anderen Sinnen. Sie benötigen kein Mitleid, aber dennoch jede Menge Zuwendung und Zuspruch. Katzen mit einer Behinderung sind nicht etwa ein Klotz am Bein, sondern sehr selbstständig. Es liegt an unserer Sichtweise, dass die Katze nicht perfekt zu sein scheint. Wenn wir mit einer Katze mit Handicap leben, sind nur wenige Dinge notwendig, um ihnen den Alltag zu erleichtern:

  • Blinde Katze benötigen offene Türen in der Wohnung.
  • Bei tauben Katzen schleichen wir uns nicht von hinten an.
  • Katzen mit Handicap an den Gliedmaßen brauchen einen leicht erklimmbaren Kletterbaum.
  • Sofern notwendig, sorgen wir dafür, dass die Katze nicht die Wohnung verlassen kann. 
Katze mit Handicap

Unter Umständen ist ein Partner für die behinderte Samtpfote sinnvoll. Katzen haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie spielen miteinander und unterstützen sich somit gegenseitig. Eine gesunde Katze ist eine Art Beschützer für die Katze mit Handicap. Sie kann sich, außer wenn es mal zu einer Rangelei kommt, auf ihren gesunden Freund verlassen. Abgesehen davon verhalten sie sich gegenüber dem gesunden Tier völlig normal, da Katzen Erkrankungen und körperliche Einschränkungen sehr gut kaschieren. 

Ein ungewöhnlicher Tipp: Machen Sie sich doch mal über ein Tierheim, dem Tierschutz oder eine Vermittlung von Haustieren über behinderte Katzen schlau: Kommt womöglich eine Pflegestelle in Betracht, um einen Kater oder eine Katze besser kennenzulernen? Vielleicht entwickelt sich daraus ja die große Liebe.

Wie gehe ich mit einer tauben Katze um?

Das Gehör der Katze ist wichtig, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Freigängerkatzen entgehen mit ihrem Gehör Risiken wie dem Straßenverkehr. Katzen, die über kein Gehör verfügen, reagieren nicht rechtzeitig auf Gefahren. Dazu sind sie als Freigänger nicht in der Lage, Drohgeräusche von rivalisierenden Artgenossen wahrzunehmen. Da kann es schnell mal Haue geben. Gehörlose Katzen unterliegen draußen zahlreichen Gefahren. Die heimische Wohnung ist für sie sicherer.

Für das Zusammenleben ist es wichtig, dass Ihre Samtpfote Sie jederzeit rechtzeitig wahrnimmt. Dazu gehört, wie bereits beschrieben, dass Sie sich ihr nicht von hinten nähern. Auch wenn es in einer kleinen Wohnung schwierig ist: Versuchen Sie stets, Ihrem Stubentiger von vorne zu begegnen. Schaffen Sie ihm einen Ruheplatz, von dem aus er alles im Blick hat. Übrigens: Katzen sind durchaus in der Lage, Gesten und Mimik ihres Menschen zu deuten. Versuchen Sie mal, ob Sie eine Kommunikation via Handzeichen hinbekommen. 

Wie unterstütze ich eine blinde Katze?

Katze ist blind

Katzen, die blind sind, verlassen sich auf ihre übrigen Sinne. Für sie ist die Wohnungshaltung besser geeignet als die Freihaltung. Geräusche und auch Gerüche helfen ihr, sich zu orientieren. Ihre Tasthaare dienen dazu, sich innerhalb der Wohnung zurecht zu finden. Sie lernt nach und nach quasi ihr Zuhause auswendig kennen. da ist es hilfreich, wenn wir hier keine großen Veränderungen vornehmen. Die Wohnung umräumen bedeutet für Ihren Liebling, dass er sich komplett neu orientieren muss.

Womöglich tut er sich dabei auch mal weh. Gibt es in Ihrem Haushalt Hindernisse, die sich nicht ausräumen lassen wie etwa der Esstisch, der mitten im Raum steht? Dann hilft eine Duftmarkierung. Nebeln Sie dazu nicht den Tisch komplett mit Kamille ein. Ein bisschen vom Duftstoff an die Stuhl- oder Tischbeine reicht aus, dass Ihr Sofalöwe das Hindernis besser wahrnimmt.

Veröffentlicht unter Katze

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