Mein Hund ist verschwunden

Hund rennt alleine über einen Weg

Hilfe, mein Hund ist verschwunden. Im Sommer 2015 hat es der Hund Flecki bundesweit in die Medien geschafft, nachdem er auf einem Autobahnparkplatz ausgebüxt war. Seine Familie hat dort tagelang ausgeharrt und gewartet, dass er wieder zurückkommt.

Diese Geschichte ging glücklicherweise gut aus. Nach etwas mehr als zwei Wochen fand Flecki den Weg zurück zu seinen Besitzern. Nicht immer geht so eine Situation glimpflich aus. Warum laufen Hunde weg? Wie lange kann ein entlaufener Hund überleben? Wie verhalte ich mich richtig, um meinen Hund zurückzubekommen? Wir haben das Thema aufgegriffen: Bei uns finden Sie wertvolle Tipps zum Auffinden Ihres Hundes – inkl. Checkliste.

Warum laufen Hunde weg?

Hund auf einem Feldweg

Wenn der eigene Hund weggelaufen ist, löst das nicht nur Sorgen und Betroffenheit aus. Viele Hundefreunde stellen sich die Frage, ob sie etwas falsch gemacht haben, warum ihr Hund auf einmal das Weite sucht. Einige Dinge haben aber nicht Herrchen oder Frauchen zu verantworten – vielmehr liegt es am Instinkt des Hundes, dass er auf einmal abhaut. Mögliche Ursachen für das Verschwinden des Hundes sind:

  • Angst
  • Silvesterfeuerwerk
  • Jagdinstinkt
  • Läufigkeit
  • Langeweile

Angst  beim Hund

Hunde haben anders als wir Menschen nicht den nötigen Instinkt, eine Situation als harmlos oder gefährlich einzustufen. Ein lautes und plötzliches Geräusch reicht unter Umständen schon aus, um den Hund in die Flucht zu schlagen. Während wir Menschen in einem solchen Fall lediglich zusammenzucken, kann es beim Hund passieren, dass er das Weite sucht und Sie ihn dadurch aus den Augen verlieren. 

Silvesterfeuerwehr

Zu Silvester büxen die meisten Hunde aus. Während des Feuerwerks um Mitternacht können Sie als Hundehalter sicherlich vermeiden, dass der Hund ins Freie gelangt und abhaut. Problem ist in vielen Fällen die Gassirunde im Laufe des Tages. Hier und da werden überall Böller gezündet. Wenn Ihr Hund da nicht an der Leine ist, kann es passieren, dass Sie Ihren Hund blitzartig nur noch von hinten wahrnehmen. Er sucht das Weite. Die Knallerei im Laufe des Tages trägt auch nicht dazu bei, dass er zeitnah wieder zurückkommt.

Jagdinstinkt

Der Jagdinstinkt ist bei jedem Hund vorhanden – in mehr oder weniger starker Ausprägung. Vor allem im Herbst werden auf Wiesen und in Wäldern zahlreiche Wildtiere durch Jäger aufgeschreckt. Da kann es durchaus passieren, dass ein solches Tier Ihrem Hund vor die Nase gerät und er die Verfolgung aufnimmt. Dabei muss das Tier nicht im Blickwinkel Ihres Hundes geraten. Die Witterung allein reicht schon aus. Je länger die Schnauze des Hundes, desto besser ist auch sein Geruchssinn. Er gerät in eine Art Rausch und weg ist er. 

Läufigkeit

Das Hauptproblem bei nicht kastrierten Rüden: Nehmen sie in ihrer Umgebung eine läufige Hündin wahr, sind sie nicht mehr zu halten. Da kann es sein, dass die Hecke im heimischen Garten nicht mehr ausreicht, um das Ausbüxen des Hundes zu verhindern. Er hat nur noch ein Ziel – diese Hündin aufzufinden. Andererseits kann es passieren, dass eine läufige Hündin sich so sehr von einem Rüden bedrängt fühlt, dass sie das Weite sucht.

Langeweile

Wenn Ihr Hund nicht mehr ausreichend Beschäftigung hat, dann sucht er sie sich. Das kann einerseits der Hund in Nachbars Gartens sein. Gut, dann finden sie Ihren Vierbeiner schnell wieder. Das kann ab auch genauso eine Katze oder ein anderes Kleintier in Ihrer häuslichen Umgebung sein, dem Ihr Hund auf einmal nachstellt. 

Mein Hund ist entlaufen – diese Sofortmaßnahmen können Sie ergreifen

Hund und Herrchen

Sie stehen draußen im Wald, Ihr Hund ist einem anderen Tier hinterhergerannt und jetzt wummert nur noch der Schreck darüber in ihrem Gehirn: Hilfe, mein Hund ist verschwunden. Sicherlich fällt es Ihnen nun schwer, die Ruhe zu bewahren. Doch gerade jetzt ist Ruhe vonnöten. Bleiben Sie vor Ort und rufen Sie nach Ihrem Hund. In vielen Fällen kommen Vierbeiner nach einiger Zeit wieder zurück. Jetzt gilt es richtig zu handeln. Sie dürfen nicht mit ihm schimpfen, sondern sollen sich freuen, dass er wieder da ist. Eine Strafe ist da definitiv das falsche Signal, ansonsten merkt er sich das für das nächste Mal und bleibt verschwunden. 

Der Hund bleibt verschwunden – was tun in den ersten Stunden?

Eine halbe Stunde ist bereits vergangen und noch keine Spur von Ihrem Hund? Dann gilt es jetzt die Suche ausweiten. Wenn Sie in Begleitung waren, bleibt eine Person vor Ort, um den Hund in Empfang zu nehmen, wenn er während der Suche nach ihm doch wieder zurückkommt. Ansonsten legen Sie an der Stelle des Verschwindens ein Kleidungsstück ab oder das Spielzeug, das Sie gerade dabei haben.

Gehört der Ort zu Ihrer regelmäßigen Gassirunde? Dann suchen Sie die Plätze auf, an denen Ihr Hund gerne herumstöbert. Rufen Sie ihn in regelmäßigen Abständen. Sofern das Umfeld mit dem Auto befahrbar ist, erweitern Sie den Suchradius, halten Sie regelmäßig an und pfeifen oder rufen Sie nach Ihrem Hund. Sind Sie nicht weit von zu Hause entfernt, prüfen Sie, ob Hund nicht bereits den Heimweg angetreten hat. Sprechen Sie unterwegs Spaziergänger und Radfahrer an. Geben Sie eine Beschreibung Ihres Hundes und die Handynummer raus, damit diese Sie bei einer Sichtung kontaktieren können. 

Wen muss ich benachrichtigen, wenn mein Hund verschwunden ist?

Macht es in der ersten Phase bereits Sinn, bestimmte Institutionen über das Verschwinden des Hundes zu informieren? Ja, denn je mehr Stellen davon wissen, dass Ihr Hund entlaufen ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand nach ihm Ausschau hält. Diese Stellen sollten Sie in jedem Fall frühzeitig benachrichtigen:

  • in ländlicher oder städtischer Umgebung die zuständige Polizeidienststelle
  • in Bereichen von Autobahnen zusätzlich die Autobahnpolizei
  • Forstbehörde
  • Tierschutzverein
  • lokale Tierärzte
  • lokale Tierkliniken
  • zentrale Melderegister wie beispielsweise Tasso – Notruf 06190-937300

Hinterlassen Sie überall Ihre Telefonnummer, damit mögliche Sichtungen Ihres Hundes direkt an Sie weitergegeben werden können. 

Maßnahmen in den ersten 48 Stunden 

In vielen Fällen findet der Hund nicht mehr alleine nach Hause. Entweder hat er sich auf der Jagd nach einem Beutetier schlicht und ergreifend verirrt oder er traut sich nicht aus seinem Versteck, weil ihn irgendetwas massiv verschreckt hat wie beispielsweise Böller an Silvester. Erste Maßnahmen haben nicht zum Erfolg geführt, die wichtigsten Stellen sind bereits informiert. Jetzt gilt es, den Suchradius noch einmal zu erweitern. 

Starten Sie Suchaufrufe in Ihrer Umgebung, in dem Sie Suchplakate verteilen und aufhängen. Das Suchplakat muss die folgenden Angaben beinhalten, damit die Suche auch Erfolg hat:

  • Art des Tieres – in diesem Fall Hund
  • Rasse des Hundes
  • Farbe 
  • Name
  • Alter
  • besondere Kennzeichen
  • Verlustdatum und Uhrzeit
  • Verlustort

Alternativ können Sie auch Verlustmeldungen online bei TASSO oder FINDEFIX aufgeben, diese parallel ausdrucken und verteilen. 

Verständigungen Sie in jedem Fall auch Ihre Hundehaftpflicht über den Verlust des Hundes. Es ist nicht auszuschließen, dass Ihr Hund Schäden verursacht, während er frei herumläuft. Das können sowohl Verletzungen bei nachgestellten Tieren sein, aber auch Schäden an Kraftfahrzeugen bedingt durch eine Kollision. Sie stehen in diesem Fall in der Haftung – da ist guter Versicherungsschutz unverzichtbar. 

Mein Hund ist verschwunden – was muss ich tun?

Haben die Suchbemühungen in den ersten 48 Stunden keinen Erfolg gebracht, müssen Sie die Suche erneut ausweiten. Starten Sie Suchaufrufe über die lokalen Medien, beispielsweise über das Lokalradio oder lokale Anzeigenblätter. Diese Suchaufrufe sind in der Regel kostenlos. Sofern Sie Teil einer örtlichen Facebookgruppe sind, macht es Sinn hier ebenfalls einen Suchaufruf zu starten. Hinweis: Eine Suche über Facebook außerhalb von bekannten Gruppen kann dazu führen, dass Übeltäter Ihre Not ausnutzen und von Ihnen Geld erpressen. Sie fordern beispielsweise 100 Euro für einen Hinweis, wo sich der Hund angeblich zuletzt aufgehalten haben soll. Sparen Sie sich diesen Ärger.

Schauen Sie regelmäßig am Ort des Verschwindens nach und richten Sie dort eine oder mehrere Futterstellen ein. Nutzen Sie dabei Wildkameras zur Überwachung. So können Sie feststellen, ob sich Ihr Hund tatsächlich Ihren Futterstellen nähert oder ein anderer Artgenosse sich darüber hermacht.

Finden Hunde nach Hause zurück?

Ihr Hund ist im Wald abgehauen, weil er sich erschreckt hat oder sein Jagdinstinkt geweckt wurde. Dann kann es durchaus passieren, dass er erstmal eine Menge Kilometer hinter sich. Da ist es eher weniger wahrscheinlich, dass er den Weg nach Hause findet. Er legt jede Menge Kilometer zurück, ohne auf seine Umgebung zu achten. Für seine Rückkehr fehlt ihm die Orientierung. Einerseits suchen Hunde Schutz vor schlechter Witterung, andererseits orientieren sie sich an anderen Artgenossen oder suchen womöglich Wasserstellen zum Trinken auf. Läuft Ihr Vierbeiner unterwegs davon, können Sie daher davon ausgehen, dass er sich vermutlich zurück zu der Stelle bewegt, an der er sich von Ihnen getrennt hat. Büxt Ihr Hund hingegen von zu Hause aus, etwa, weil er einer läufigen Hündin oder einem anderen Tier nachstellt, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass er nach Hause zurückkehrt. 

Welche Maßnahmen kann ich ergreifen, damit mein Hund nicht wegläuft?

Jack Russel schnüffelt im Wald

Es ist für alle Besitzer von Hunden ein Horrorszenario, wenn der eigene Liebling auf einmal wegläuft und dann als vermisst gilt. Nur ein Moment der Unaufmerksamkeit reicht, dass der eigene Hund auf einmal das Weite sucht. Es gibt grundsätzliche Verhaltensweisen, die Sie als Hundehalter klar einhalten müssen:

  • Ist Ihr Hund nicht zuverlässig abrufbar, darf er auch nicht von der Leine
  • Vermeiden Sie die Nutzung von Smartphones während des Gassigehens – Sie haben keine Kontrolle mehr über Ihren Hund
  • An Silvester sollten Sie größere Gassirunden vermeiden, um Ihren Hund nicht der Knallerei auszusetzen
  • Ihr eigenes Grundstück muss ausbruchsicher sein

Daneben gibt es auch noch zahlreiche Möglichkeiten, wie Sie Ihren Hund wieder auffinden können. Wichtig ist zuerst, dass Ihr Hund gechippt oder tätowiert wird. So kann er, wenn er gefunden wird, Ihnen beim Auslesen des Chips zugeordnet werden. Sinnvoll ist, wenn Sie Ihren Hund in den gängigen Haustierregistern anmelden. Dazu gehört beispielsweise das Haustierzentralregister „Tasso e. V.“ und das „Deutsche Haustierregister“ des Deutschen Tierschutzbundes. Die Kombination aus Kennzeichnung durch Tätowierung und Chip und Registrierung machen eine Zuordnung beim Auffinden Ihres Hundes einfacher. 

Mein Hund ist verschwunden – kann ich ihn orten?

Chihuahua springt über Baumstamm

Diese Möglichkeit ist bei den technischen Lösungen heutzutage nicht abwegig. Wenn Sie ein Halsband mit einem GPS-Tracker verwenden, können Sie Ihren Hund natürlich auch orten. Ein kleines GPS-Gerät, befestigt am Geschirr oder Halsband Ihres Hundes, überträgt die Daten auf die dazugehörige App auf Ihrem Handy. So haben Sie die Möglichkeit, den Aufenthaltsbereich Ihres Hundes zu orten. Es gibt die Möglichkeit, mit diesen Apps Sicherheitszonen zu definieren. Das kann beispielsweise Ihr Garten oder das Grundstück sein. Verlässt Ihr Hund diesen Bereich, bekommen Sie automatisch eine Art Alarm auf Ihr Handy. 

Achtung – Betrugsgefahr!

Bei öffentlichen Aufrufen über Plakate machen sich Betrüger die Hilflosigkeit der Hundebesitzer zunutze und versuchen, daraus Kapital zu schlagen. Da auf den Plakaten in der Regel eine Rufnummer vermerkt ist sowie die genaue Beschreibung des Hundes, melden sie sich unter dem Namen von Tierkliniken oder Tierheimen. Der Hund könne dann gegen eine Gebühr abgeholt werden. Ebenso ist es möglich, dass Erpresser das Verschwinden des Hundes ausnutzen. Der Hund sei in ihrer Gewalt und wird nur gegen eine Geldsumme wieder laufen gelassen. Auch wenn es schwerfällt: Gehen Sie nicht auf diese Erpressungsversuche ein. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand Ihres Hundes bemächtigt hat, ist gleich null. Ebenso sollten Sie auf das Ausschreiben eines Finderlohns verzichten. Das ruft ebenfalls umtriebige Zeitgenossen auf den Plan. Ihr Hund wird vermisst – da steckt schon eine Menge Tragik hinter. Lassen Sie sich aber nicht von außen verrückt machen oder sogar erpressen.

Ein klarer Verstand ist wichtig, um geordnete Schritte einzuleiten, damit Ihr Hund gefunden wird.

Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es nicht so weit kommen wird. 

Veröffentlicht unter Hund

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